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Wittstock/Dosse

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Wappen Deutschlandkarte
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Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Koordinaten: Koordinaten: 53° 10′ N, 12° 29′ O53° 10′ N, 12° 29′ O
Höhe: 65 m ü. NN
Fläche: 417,20 km²
Einwohner: 16.363 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16909
Vorwahl: 03394
Kfz-Kennzeichen: OPR
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 468
Stadtgliederung: 24 Orts- bzw. Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rheinsberger Straße 18a
16909 Wittstock (Dosse)
Webpräsenz:
Bürgermeister: Lutz Scheidemann (FDP)
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Wittstock/Dosse ist eine Kleinstadt im Nordwesten von Brandenburg. In der Nähe von Wittstock liegt ein Bombodrom genannter Truppenübungsplatz.

Wittstock ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Wittstock liegt in der Ostprignitz, einer eiszeitlich geprägten Endmoränenlandschaft südlich der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Flüsse Dosse und Glinze.

Stadtgliederung

Durch die Eingemeindungen am 26. Oktober 2003 wurde Wittstock die flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands und gleichzeitig die flächenmäßig größte nicht-kreisfreie Stadt Deutschlands. Die ehemals selbständigen Gemeinden Herzsprung und Königsberg erreichten 2004 einen Gerichtsbeschluss, dass ihre Zwangseingemeindung am 26. Oktober 2003 wegen Formfehlern nichtig war, und konnten so vorläufig selbständig bleiben - innerhalb der Verwaltung des Amtes Wittstock/Dosse. Seit dem 1. Januar 2005 gehören sie als Ortsteile zur Gemeinde Heiligengrabe. Damit reduzierte sich die Größe Wittstocks wieder.

Markt mit Rathaus, dahinter Heiliggeistkirche und Gröpertor
Markt mit Rathaus, dahinter Heiliggeistkirche und Gröpertor

Liste der Stadtteile

  • Ackerfelde
  • Babitz
  • Berlinchen
    • Berlinchen hat heute etwa 300 Einwohner. Im Dorf befindet sich eine Kirche und vier Straßen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1274 als minoris Berlin. 1431 erfolgt eine Erwähnung als lutteken berlyn. Der Zusatz minoris bzw. lutteken, beide für klein war notwendig da es in der Nachbarschaft den Ort Großberlin gab. Dieser exisitert heute nicht mehr. Der Name des Ortes stammt, ebenso wie der von Berlin aus dem Slawischen. Er deutet auf eine sumpfige und morastige Gegend[1]
  • Biesen
  • Christdorf
  • Dossow
  • Dranse
  • Fretzdorf
  • Freyenstein
  • Gadow
  • Goldbeck
  • Groß Haßlow
  • Klein Haßlow
  • Neu Cölln
  • Niemerlang
  • Randow
  • Rossow
  • Schweinrich
  • Sewekow
  • Tetschendorf
  • Wittstock/Dosse (Kernstadt)
  • Wulfersdorf
  • Zempow
  • Zootzen

Geschichte

Wittstock entstand aus einer slawischen Siedlung und wurde 946 in der Stiftungsurkunde für das Bistum Havelberg erstmals erwähnt. Es ist eine der ältesten Städte Brandenburgs. Am 13. September 1248 wurde Wittstock durch Bischof Heinrich I. von Havelberg das Stendaler Stadtrecht verliehen. 1251 erhält die Stadt einen Abdruck des Stadtsiegels, das auch eines der ältesten in ganz Brandenburg ist. Die auf den Fundamenten einer slawischen Befestigung errichtete Wittstocker Burg diente den Bischöfen von Havelberg von 1271 bis 1548 als Wohnsitz, die daher auch als Alte Bischofsburg bezeichnet wird.

Erstmalig wurde 1325 ein Tuchmacher, 1328 ein Lehrer und 1333 ein Gewandschneider in der Stadt erwähnt. Im Jahr 1409 wurde Wittstock durch ein Erdbeben erschüttert und 1495 zerstörte eine Feuersbrunst große Teile der Stadt. Die erste Stadtordnung wurde 1523 erlassen. Mit Busso II. starb 1548 der letzte Bischof von Havelberg auf der Wittstocker Burg. Die Herrschaft des Bistums Havelberg endete in Wittstock 1550 mit der Reformation.

Im Dreißigjährigen Krieg siegten 1636 in der Schlacht bei Wittstock am Scharfenberg die Schweden über die kaiserlichen Truppen und Sachsen. 1638 wurde Wittstock von der Pest heimgesucht. 1.500 Menschen, das war die Hälfte der Bevölkerung, starben. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg besuchte 1658 die Stadt. 1681 wurde Wittstock Poststation auf der Postroute BerlinGüstrow. Die Reisezeit nach Berlin betrug damals 24 Stunden (heute mit PKW etwa eine Stunde). Erneut zerstörte 1716 ein großer Stadtbrand zwei Drittel der Stadt. Um die Bevölkerungsverluste der letzten Jahrzehnte auszugleichen, wurden 1.750 Kolonisten aus Württemberg und der Pfalz in und um Wittstock angesiedelt.

Bild:HISTORISCH.jpg
Ein Teil des historischen Stadtkerns als Postkarte.

Während des Krieges gegen Napoleon wurde die Stadt 1812 zur Festung erklärt. Die erste Wittstocker und somit älteste Zeitung der Prignitz erschien 1826. Im Jahr 1869 wurde das Wittstocker Gymnasium gegründet, und 1885 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Ersten Weltkrieg war Wittstock Standort eines Lazaretts. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurden die Außenbezirke der Stadt getroffen. Die Rote Armee besetzte Wittstock 1945 und richtete in der Stadt bis Juni 1994 eine Garnison ein. Seit 1953 war Wittstock in der DDR eine Kreisstadt. Im Zuge der Gemeindereform verlor die Stadt 1993 diesen Status, der Kreis Wittstock ging im neuen Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahre 1692
Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahre 1692

Museen

  • Die Museen Alte Bischofsburg befinden sich in der alten Bischofsburg. Neben Sonderausstellungen wird im Amtsturm eine Dauerausstellung zum Dreißigjährigen Krieg gezeigt.
  • Das Bürgermeisterhaus beherbergt das Ostprignitzmuseum.
  • Ca. 10 km nördlich der Kernstadt Wittstock befindet sich das Museum des Todesmarsches im Wald von Below.

Musik

In Wittstock gibt es mehrere Chöre, darunter die Chöre der Kantorei Wittstock, den Wittstocker Männerchor 1836 e. V. und den Schulchor des Gymnasiums. Zum Musikleben der Stadt gehören daneben auch Konzerte von lokalen Instrumentalensembles und Orgelkonzerte auf der Lütkemüller-Orgel der St.-Marien-Kirche sowie der Jugendevent "X-Time" - (4-5 mal jährlich) in der Heiliggeistkirche mit regionalen Musikgruppen.

Bauwerke

Rathaus
Rathaus
  • Rathaus, 1905 umgebaut, unter Einbeziehung der mittelalterlichen Gerichtslaube und des Kellers des Vorgängerbaus, im Innern zahlreiche Jugendstilelemente, Gemälde zur Übergabe der Stadtrechte.
  • St.-Marien-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, stattliche dreischiffige Backsteinhallenkirche mit Breitturm und barocker Turmhaube; Ausstattung aus dem 15. Jahrhundert; Hochaltar aus zwei spätgotischen Schnitzaltären des Lübecker Bildschnitzers Claus Berg zusammengesetzt, Besteigung des 68 Meter hohen Turms nach Absprache mit dem Kirchenbüro möglich.
  • Superintendentur, stadtbildprägendes Fachwerkhaus, sehenswerter Innenhof
  • Telschowsches Haus: wurde 1566 erstmals erwähnt und gehörte zur alten Amtsfreiheit, die erst 1848 an die Stadt fiel. Als 1681 die Kariolpost von Güstrow über Wittstock nach Berlin fuhr, war das Haus erste Poststation. An der Restaurierung war 2003 und 2005 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt.
Telschowsches Haus
Telschowsches Haus
  • Alte Bischofsburg, von 1271 bis 1548 Sitz der Bischöfe von Havelberg, bestand aus Unter- und Oberburg (Amtshof) mit dem 32 Meter hohen Bergfried (Amtsturm), Burgmauer mit drei Wiekhäusern. Heute Sitz von Museen.
  • Stadtmauer mit Wall- und Grabenzone: 2.500 Meter lang, ursprünglich bis zu 11 Meter hoch, heutzutage noch 4-7 Meter hoch, rund 30 Wiekhäuser, Wälle und weiträumige öffentliche Grünflächen.
  • Daberturm, 3 km nördlich der Stadt gelegen, letztes erhaltenes Außenwerk der mittelalterlichen Befestigung.
  • Fachwerkhaus Königstraße 33, mehr als 300 Jahre alt, überstand den großen Brand von 1716, letztes Zeugnis giebelständiger Bauweise in Wittstock.
  • Gröpertor, im 14. Jh. erbaut und 1503 erhöht, als einziges von drei Stadttoren erhalten. Bis 1867 waren die Tore nachts geschlossen.
Bürgermeisterhaus und Amtsturm der alten Bischofsburg
Bürgermeisterhaus und Amtsturm der alten Bischofsburg
  • Heiliggeistkirche, erbaut um 1300, diente Kaufleuten und Reisenden als Andachtskirche. 1730 durch Stadtbrand zerstört, danach in der heutigen Form wiedererrichtet.
  • Adlerapotheke: seit mehr als 400 Jahren befindet sich hier eine Apotheke; Jugendstilfassade und sehenswerter Innenhof.
  • Friesen-Jahn-Körner-Denkmal: erinnert an die Befreiungskriege. (116 Wittstocker meldeten sich damals freiwillig zum Landsturm.)
  • Schwedenstein (80 t): erinnert (seit 1997) an den Dankesgottesdienst, den Johan Banér im Anschluss an die gewonnene Schlacht bei Wittstock unter der dortigen historischen Pappel abhielt.
  • Schloss und Burg in Freyenstein
  • Stüler-Kirche in Christdorf
  • Fachwerkkirche (von 1704) in Fretzdorf

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Sehr gute direkte Anbindung über die Autobahn durch das Autobahndreieck Wittstock in die Richtungen Berlin, Hamburg und Rostock. Und durch den RE 6 (Berlin Charlottenburg - Hennigsdorf - Neuruppin - Wittstock) und die RB 71 (Wittenberge - Pritzwalk - Wittstock)

Bildung

  • Gymnasium
  • Dr. Wilhelm-Polthier-Oberschule, Realschule - fusionierte mit Polthier-Oberschule, Förderschule.

Einrichtungen

Wittstock ist Sitz der Superintendentur des Evangelischen Kirchenkreises Wittstock-Ruppin. Superintendent ist Heinz-Joachim Lohmann. Er ist zugleich Vorsitzender des Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit des Landes Brandenburg.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Anna Doßmann, „Hexe“, der neben dem üblichen Schadenzauber auch die Tötung von mindestens zwei Kindern des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg vorgeworfen wurde.
  • Hans Erich Kalischer, (1903-1966) deutscher Betriebswirt
  • Georg Marschall, ehemaliger Kaiserlicher Hofmaler
  • Friedrich Hermann Lütkemüller (* 16. Februar 1815 in Papenbruch; † 19. Oktober 1897 in Wittstock), Wittstocker Orgelbauer
  • Wilhelm Polthier (1892-1961)
  • Ellen Streidt, Leichtathletin und Olympionikin (*1952)
  • Friedrich Wilhelm Wegener (1798-1886), Sohn von Georg Jacob Ludwig Wegener (1757-1840), erbaute um 1880 die Tuchfabrik zwischen Heiligegeiststraße, Am Rosenwinkel und Kettenstraße. Er war ein Großvater Alfred Wegeners.
  • Paul Georg Wegener, der Sohn Friedrich Wilhelm Wegeners, übernahm dessen Tuchfabrik. Er war ein Onkel Alfred Wegeners.
  • Otto Wegener (1836-1923) war ein Onkel Alfred Wegeners und der Vater Paul Wegeners.
  • Valens Acidalius (1567-1595), Lyriker, Philologe

Paten- und Partnerschaften

Eine Städtepartnerschaft mit Höganäs aus Schweden besteht seit 2004, ein Jugendaustausch fand im Frühjahr 2006 zwischen schwedischen Jugendlichen und Wittstockern Gymnasiasten statt. Eine weitere Partnerschaft besteht seit dem 3.Oktober 1990 mit der Rosenstadt Uetersen im Bundesland Schleswig-Holstein.

Weblinks

Fußnoten

  1. Märkische Oderzeitung, 4. Januar 2007, S. 9
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