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Willibald Sauerländer
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Willibald Sauerländer (* 1924 in Waldsee, Württemberg) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Kunstkritiker.
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Leben
Sauerländer promovierte 1953 in Kunstgeschichte in München; anschließend arbeitete er von 1954 bis 1959 als Lecteur allemand und Fremdenführer in Paris. Von 1959 bis 1961 war er dann als Assistent an der Universität Marburg beschäftigt.
Nach einem Aufenthalt als Visiting Member am Institute for Advanced Study in Princeton (1961/62) habilitierte und war zwischen 1962 und 1970 Professor an der Universität Freiburg, dann 1964/65 und 1970 Visiting Professor an der New York University sowie von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1989 Direktor am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München.
Weitere Auslandsaufenthalte nach seiner Pensionierung schlossen sich 1984/85 (Visiting Professor, Harvard University), 1989 (Visiting Professor, Berkeley), 1991 (Mellon Lecturer, Washington) und 1992 (Visiting Professor, New York) an.
Seit 1993 schreibt er noch gelegentlich als Freier Mitarbeiter für die Süddeutsche Zeitung.
Werk und Bedeutung
Sauerländer ist ein Vertreter der klassischen Kunstgeschichte; er schreibt den künstlerischen Bildern – in strikter Abgrenzung von den "Bildern des Konsums" – einen spezifischen ästhetischen Wert und Gehalt zu, also eine Art Aura (Benjamin), die er ein den Bildern der Medien oder den technischen Bildern nicht findet.
Pop-Art, beispielsweise die Werke Andy Warhols, hält er für "Ikonen der Abstumpfung", die eine "Nivellierung" bewirkten. Konsequenterweise lehnt er die Behandlung der Werbung, der Illustration, der Karikatur sowie von Plakaten und Fotografien als Gegenstände der Kunstwissenschaft ebenso ab wie die "Ästhetisierung von Information durch Live-Übertragung".
Sauerländer befürchtet angesichts des Massenkonsums von Bildern, in eine vor-kunstgeschichteliche Idolatrie zurückzufallen und fordert daher einen "kritischen Ikonoklasmus" sowie eine "ikonoklastische Trennung von Kunst und Massenmedien".
In diesem Sinne äußert sich Sauerländer auch zur aktuellen Debatte um einen pictorial oder Iconic turn, wobei er nicht müde wird zu betonen, dass er die Mutation der Kunstgeschichte zur Bildwissenschaft für unerwünscht und unvorteilhaft hält.
Ehrungen
- Ehrendoktor der Universität Straßburg
- Perfezionato d´ Honore Scuola, Pisa
- Mitglied deutscher und ausländischer Akademien
- assoziiertes Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres
Publikationen
- 2002: Die Luft an der Spitze des Pinsels. Kritische Spaziergänge durch Bildersäle
- 2002: Gotische Skulptur in Frankreich. 1140-1270 (erstmals 1970)
- 2002: Ein Versuch über die Gesichter Houdons
- 2000: Cathedrals and Sculptures, 2 Bände, London
- 1999: Geschichte der Kunst – Gegenwart der Kritik. Gesammelte Aufsätze". DuMont Verlag, Köln, ISBN 3770148150
- 1989: Das Jahrhundert der großen Kathedralen
- 1984: Das Königsportal in Chartres. Heilsgeschichte und Lebenswirklichkeit
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sauerländer, Willibald |
| KURZBESCHREIBUNG | Kunsthistoriker und Kunstkritiker |
| GEBURTSDATUM | 1924 |
| GEBURTSORT | Waldsee, Württemberg |
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