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Wettbewerb (Architektur)

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In der Architektur werden Wettbewerbe veranstaltet, wenn für eine anstehende Bauaufgabe oder für eine generelle Ideefindung der optimale Entwurf gefunden werden soll. Da es trotz teils sehr präziser Vorgaben (Raumprogramm) immer noch viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Bauwerk zu strukturieren, zu konstruieren und zu gestalten, versucht man so die individuell beste Lösung zu finden. Veranstaltet werden diese Wettbewerbe in der Regel vom Bauherren, dem Auslober. Das kann sowohl eine öffentliche Institution oder eine Firma als auch eine Privatperson sein. Der Wettbewerb wird von Wettbewerbsmanagern organisiert. Das kann wiederum die zuständige Behörde oder eine hierzu beauftragte Firma sein; in der Regel Architekten. Die Wettbewerbsmanager sind auch verantwortlich für die Vorprüfung der eingereichten Entwürfe. Über die Platzierung entscheidet dann eine Jury, in der neben dem Auslober des Wettbewerbes oft auch Fachleute (Fachpreisrichter) wie auch Nutzer oder weitere Interessenten (Sachpreisrichter) vertreten sind. Im Normalfall wird der von der Jury empfohlene Entwurf des Erstplatzierten realisiert. Meistens werden für die ersten Plätze Preisgelder ausgelobt. Neben der Preisverleihung hat der Auslober noch die Möglichkeit, Ankäufe zu tätigen, womit die vom Wettbewerbsteilnehmer erbrachten Leistungen rechtlich auf den Auslober übergehen und zu seiner freien Verwendung stehen.

Differenziert werden die Wettbewerbe

  • nach der Zielsetzung: geht es um generelle Konzepte und Ideen oder ein konkretes Bauvorhaben?
  • nach der Teilnehmerzahl: beschränkter Wettbewerb, offener Wettbewerb
  • nach der Bearbeitungstiefe: als ein- oder zweistufiger Wettbewerb

Inhaltsverzeichnis

Rechtliche Grundlagen

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Deutschland

GRW 95 (Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens) oder RAW 2004 (Regeln für die Auslobung von Wettbewerben, Anwendung nur in NRW, NDS, LSA und HB). Entscheidend ist zunächst, ob eine bzw. welche Wettbewerbsordnung für den Auslober als interne Verwaltungsvorschrift eingeführt wurde. Andernfalls bestehen für den Auslober keine rechtlichen Bindungen. Teilnehmende Architekten sind jedoch berufsrechtlich verpflichtet, sich nur an solchen Wettbewerben zu beteiligen, in denen ein fairer Leistungswettbewerbs sichergestellt ist. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn eine der beiden Wettbewerbsordnungen zugrundegelegt wurde.

Schweiz

Die entsprechende SIA-Norm

Österreich

Die Wettbewerbsordnung der Architekten (WOA)

Besonderheiten bestimmter Wettbewerbsformen

Realisierungswettbewerbe

Realisierungswettbewerbe sind die häufigsten Wettbewerbe. Sie werden ausgeschrieben, wenn zu einer Aufgabenstellung, die hinreichend beschrieben werden kann, eine optimale Lösung gesucht wird. Ein wesentliches Element des "Vertrags" zwischen Auslober und Teilnehmer ist das sogenannte "Auftragsversprechen", das heißt, dass der Auslober verspricht, einen der Preisträger mit der Planung des Projektes zu beauftragen, wenn das Projekt realisiert werden soll.

Ideenwettbewerbe

Im Gegensatz zu Realisierungswettbewerben werden Ideenwettbewerbe ausgelobt, wenn die Aufgabe noch nicht umfassend genug beschrieben werden kann oder soll. Mit diesen Wettbewerben sollen also z. B. übergeordnete Planungsansätze (in der Regel städtebauliche) gesucht werden, um z.B. Leitlinien festzulegen, anhand deren dann die weitere Planung erfolgt .

Preiswettbewerbe

Im Gegensatz zu Realisierungs- und Ideenwettbewerbe handelt es sich hierbei um Verfahren zur Vergabe von Auszeichnungen zu bestimmten Themen und nicht für die Lösung einer Aufgabenstellung. Vergleichbar z.B. mit dem Nobelpreis oder dem Oscar, werden hier zahlreiche mehr oder weniger prominente Preise von Institutionen und Firmen vergeben. Die bekanntesten Preise im Bereich der Architektur sind der Pritzker-Preis, der Aga-Khan-Award, die Holcim Awards und der Carlsberg Award. (siehe auch: Kategorie:Architekturpreis).

Studentenwettbewerbe

Wettbewerbe, an denen ausschließlich Studenten bestimmter Disziplinen teilnehmen dürfen.

Beispiele

Es ist weit verbreitet Bauaufgaben, die von herausragendem öffentlichem Interesse sind, über einen Wettbewerb zu vergeben. Dies sind z.B. häufig Regierungsbauten, Museen, Sportstadien oder städtebaulich besonders prägende Bauten. Es ist aber auch durchaus üblich für kleinere oder weniger spektakuläre Bauaufträge, wie z.B. Kindergärten, Wettbewerbe auszuloben. In der letzten Vergangenheit wurden zunehmend auch Wettbewerbe für repräsentative Bauten großer, internationaler Unternehmen ausgelobt.

Siehe auch

Weblinks

Informationen

Architekturwettbewerbe

  • wettbewerbe aktuell - Fachzeitschrift mit dem Thema Architekturwettbewerbe in Deutschland.
  • baunetz - Online-Datenbank mit aktuellen Wettbewerben
  • competitionline - Plattform für Wettbewerbe
  • Arcguide - Wettbewerbe für Architekten und Ingenieure

Studentenwettbewerbe

  • archinoah.de - Datenbank mit aktuellen Studentenwettbewerben im Bereich Architektur
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