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Weimarer Koalition

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Weimarer Koalition ist die zusammenfassende Bezeichnung für die Koalitionsbündnisse aus SPD, Zentrum und DDP (Deutsche Demokratische Partei), die während der meisten Jahre der Weimarer Republik die Regierungen auf Reichs- und Länderebene (in Preußen: 1919-21 und 1925-32 und in Baden: 1919-31) stützten.

SPD, Zentrum und die Fortschrittliche Volkspartei (Vorläufer der DDP) hatten bereits während des Ersten Weltkrieges im Interfraktionellen Ausschuss des Reichstages zusammengearbeitet.

Ihre herausragende Bedeutung erhielt sie bei der Entstehung der Weimarer Verfassung: Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 erreicht die Weimarer Koalition mit 76,2 Prozent der abgegebenen Stimmen eine deutliche Mehrheit. Davon entfielen auf die SPD 37,9 Prozent, auf das Zentrum 19,7 Prozent und auf die DDP 18,5 Prozent der Stimmen. Damit entschieden sich die Deutschen gegen das Rätesystem als auch gegen die Rückkehr zur Monarchie.

Bereits bei den ersten Reichstagswahlen am 6. Juni 1920 verlor die Weimarer Koalition ihre Mehrheit. Die Sozialdemokraten kamen nur auf 21,7 Prozent der Stimmen, das Zentrum nur noch auf 13,6 Prozent und die DDP nur noch auf 8,2 Prozent der Stimmen. Konnte die SPD ihren Stimmanteil in den folgenden Reichstagswahlen zwischen 18,3 (5. März 1933) und 28,7 Prozent (20. Mai 1928) und das Zentrum zwischen 13,6 (6. Juni 1920) und 11,2 Prozent (5. März 1933) stabilisieren, rutschte die DDP bis 1933 in die fast völlige Bedeutungslosigkeit ab (5. März 1933 0,8 Prozent der abgegebenen Stimmen). Eine absolute Mehrheit erreichte die Weimarer Koalition auf Reichsebene nicht mehr.

Auch in den Bundesländern verlor die Weimarer Koalition ihren Einfluss, lediglich in Preußen bestand sie bis 1932 weiter.

Hauptgründe für den Verlust der Mehrheit der Weimarer Koalition waren der Einsatz von Freikorps gegen linksradikale Kräfte und die damit verbundene Entfremdung der SPD-Anhänger von ihrer Partei, sowie die hohen Belastungen durch den Versailler Vertrag. Die Dolchstoßlegende schwächte zusätzlich das Vertrauen in die etablierten Parteien.

Gewinner waren zunehmend radikale Parteien der extremen Linken und Rechten.

Chronologie der Weimarer Reichskoalitionsregierungen

Siehe auch: Preußenkoalition

 
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