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Weiler

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem Siedlungstyp. Für Orte, Personen und weitere Bedeutungen siehe: Weiler (Begriffsklärung)
Bild:Waldkirch Oberwil.jpg
Oberwil in Waldkirch

Ein Weiler, in Österreich veraltet auch Rotte, ist eine Wohnsiedlung, die aus wenigen Gebäuden besteht, also kleiner als ein Dorf, aber größer als ein Gehöft ist. In Bayern und Österreich wird eine noch kleinere Einheit als Einöde bezeichnet.

Ein Weiler hat in der Regel keine geschlossene Bebauung und keine Gebäude, die eine zentrale Funktion haben (Kirche, Gasthaus; in Abgrenzung zum Dorf).

In Bayern gilt gemäß der Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 18. Oktober 1950 (Nr. I B1 - 68a 1) grundsätzlich jede Ansiedlung mit 3 bis 9 Wohngebäuden als Weiler. Eine größere Ansiedlung gilt als Dorf und eine Ansiedlung mit 1 oder 2 Wohngebäuden wird als Einöde bezeichnet.

Diese Siedlungsform ist insbesondere in Westdeutschland und Süddeutschland, der Schweiz und Österreich zu finden.

Der Ausdruck Weiler findet Verwendung in zahlreichen Ortsnamen, siehe Liste. Sprachlich verwandt sind die besonders in der Schweiz und im Elsass häufig anzutreffenden Ortsbezeichungen mit den Suffixen -wil, -wil(l)er, -wyhl, -viller.

Nach klassischer Auffassung geht das Wort Weiler etymologisch auf das lateinische Wort villa, villarium zurück. Da aber viele Orte mit Namen Weiler- oder -weiler auf einem Gebiet liegen, das zu keiner Zeit römisch besiedelt war, kann Weiler durchaus vom germanisch-althochdeutschen hwilan (sprich chwilan) - verweilen stammen. Der Begriff Weiler findet seit dem frühen Mittelalter (ca. 7.9. Jahrhundert) im deutschen Sprachraum Verwendung.

In aller Regel besitzen Weiler und Einöden wegen ihrer geringen Größe keine Straßennamen. In diesen Fällen tritt der Ortsname an die Stelle des Straßennamens. Die Hausnummern sollten dennoch der räumlichen Anordnung der Gebäude entsprechen, können aber auch ohne erkennbare Ordnung verlaufen. Bisweilen besteht auch eine gemeinsame Hausnumerierung für mehrere solcher kleinerer Orte, eventuell auch über das ganze Gemeindegebiet oder größere Teile davon. Es kann auch vorkommen, dass die Straßen in einem Gemeindegebiet generell benannt sind und die Hausnumerierung auch bei solchen kleineren Orten nach dieser Straßenbenennung erfolgt.

Zinken ist der sinnverwandte badische Ausdruck für Weiler, der für eine kleine Ansammlung von Höfen steht. Ein typischer „Zinken“ ist beispielsweise der Baden-Badener Stadtteil Gaisbach. In Österreich spricht man oft auch von einer Rotte, wenn sich nur ein paar Häuser zusammenrotten. So ist der Begriff Rotte auch häufig Bestandteil einer Ortsbezeichnung, beispielsweise Lehenrotte.

Sonstiges

Bild:Zeichen 385.svg
Ortshinweisschild nach StVO Zeichen 385 (Deutschland)
Bild:Roadsign Einoede Austria.png
Ortstafel-Muster von Einöde (Österreich)

Soweit Ansiedlungen keine geschlossenen Ortschaften im Sinne der Straßenverkehrsordnung darstellen, können solche Orte nicht mit einer Ortstafel bezeichnet werden. Um dennoch den Ortsnamen anzugeben, kann eine Ortshinweistafel verwendet werden. Da dies zumeist nur bei Weilern auftritt, wird dieses Verkehrszeichen üblicherweise als „Weilerschild“ bezeichnet. In Österreich sind dagegen reguläre Ortstafeln in Gebrauch, jedoch für gewöhnlich unter Zusatz der Gemeinde.

Siehe auch

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Weiler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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