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Theodor Eschenburg

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Theodor Rudolf Georg Eschenburg (* 24. Oktober 1904 in Kiel; † 10. Juli 1999 in Tübingen) war ein deutscher Politikwissenschaftler, Publizist, Staatsrechtler und der erste Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaften in Deutschland an der Universität Tübingen.


Inhaltsverzeichnis

Akademischer Werdegang

Eschenburg - ein Enkel des Lübecker Bürgermeisters Johann Georg Eschenburg und in einer wohlhabenden Patrizierfamilie aufgewachsen - studierte Nationalökonomie und Geschichte in Tübingen und Berlin. In Tübingen wurde er Mitglied der Burschenschaft Germania. Nach dem Studium wurde er Mitarbeiter des Reichskanzlers Gustav Stresemann, der ein Vorwort zu seiner Dissertation geschrieben hatte. 1933 trat er der SS bei. Während des Zweiten Weltkriegs war er Geschäftsführer eines Kartells in der Kurzwarenbranche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Flüchtlingskommissar für das Land Württemberg-Hohenzollern. Von 1947 bis 1951 war er Stellvertreter des Innenministers von Württemberg-Hohenzollern, Geschäftsführer von Industrieverbänden, 1951 Staatsrat und Honorarprofessor für Politikwissenschaft. 1952 wurde er - trotz fehlender Habilitation - Ordinarius für Politikwissenschaft an der Universität Tübingen. Er wurde Gründungsdirektor des Instituts für Politikwissenschaft der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 1961-1963 war er zwei Jahre Rektor dieser Universität. 1973 wurde Eschenburg emeritiert.

Bis ins hohe Alter war Eschenburg im politischen Journalismus als Mitarbeiter der Wochenzeitung Die Zeit tätig. Er schrieb eine Vielzahl von Büchern und Aufsätzen über aktuelle politische Fragen.


Auszeichnungen

Theodor Eschenburg erhielt ferner das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und war Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste.

Werke

  • Über Autorität. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1976. ISBN 3518066781
  • Gustav Streseman: Eine Bildbiographie. T. E. und Ulrich Frank-Planitz. Stuttgart: DVA, 1978. ISBN 3421018405
  • Jahre der Besatzung: 1945 - 1949. Mit einem einleitenden Essay von Eberhard Jäckel. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt DVA, 1983. ISBN 3765303283
  • Also hören Sie mal zu: Geschichte und Geschichten. München: Goldmann, 1998. ISBN 3442721857
  • Letzten Endes meine ich doch: Erinnerungen 1933 bis 1999. Berlin: Siedler, 2000. ISBN 3886807010
  • Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform. München: Piper, 1973. ISBN 3492003397
  • Republik im Stauferland. Baden-Württemberg nach 25 Jahren. Herausgegeben von T.E. und Ulrich Frank-Planitz. Stuttgart: DVA, 1977. ISBN 3421017859
  • Die Republik von Weimar: Beiträge zur Geschichte einer improvisierten Demokratie. München: Piper, 1984. ISBN 3492006566
  • Spielregeln der Politik: Beiträge und Kommentare zur Verfassung der Republik. Stuttgart: DVA, 1987. ISBN 3421063478
  • Globke in: T.E., Zur politischen Praxis in der Bundesrepublik. Band 1. Kritische Betrachtungen 1957 - 1961, S. 246-250. München: Piper, 1967 (zuerst in: Die Zeit) Der Judenrechts-Kommentator Hans Globke und der Exilant Willy Brandt werden auf eine Stufe gestellt.

Weblinks

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