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Thea Altaras

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Thea Altaras, geborene Furmann (* 14. März 1924 in Zagreb; † 28. September 2004 in Gießen) war eine deutsche Architektin, die durch ihre Forschungen und Veröffentlichungen zu jüdischen Bauwerken in Hessen bekannt wurde.

Thea Altaras fand weltweite Aufmerksamkeit durch ihre Forschungen und Katalog-Veröffentlichungen zum Schicksal des zwischen 1933 und 1945 vernichteten und bis zur Veröffentlichung ihrer Arbeiten zumeist vergessenen Landjudentums sowie derjenigen Synagogen und jüdischen rituellen Tauchbäder (Mikwen) im deutschen Bundesland Hessen, die die Pogromnacht 1938 und den Zweiten Weltkrieg als Bauwerke überstanden hatten, sowie über die Stätten der Juden in Gießen.

Als Kind deutscher Eltern in Zagreb geboren, wurde sie im jüdischen Glauben erzogen. Von 1941 bis 1945 war sie in Lagern inhaftiert und im jugoslawischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. 1953 bestand sie die Prüfung zum Diplom-Ingenieur in Architektur und wurde danach als Architektin tätig. Ab 1965 lebte sie in der Bundesrepublik Deutschland; die deutsche Staatsbürgerschaft erlangte sie 1968. Von 1965 bis 1984 war sie als Planungsarchitektin in staatlichen Hochbauämtern in Konstanz, Gießen und Marburg beschäftigt.

1989 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Gießen in Würdigung ihrer Forschungen zum hessischen Landjudentum, 1995 die Hedwig-Burgheim-Medaille der Stadt Gießen. 1998 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2001 wurde sie Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gießen in der Nachfolge ihres Mannes, Prof. Dr. med. Jakob Altaras, mit dem sie eine Tochter, die Schauspielerin Adriana Altaras, hatte.

Ihr Buch Synagogen in Hessen - Was geschah seit 1945? (1987) wurde 1988, ihr zweites Das jüdische Rituelle Tauchbad (1994) 1995 seitens der hessischen Wissenschafts- und Kultusministerien an alle weiterführenden Schulen Hessens sowie an die Verwaltungen der betroffenen Gemeinden verteilt, um einen würdigeren Umgang mit den dinglichen Zeugen jahrhundertelanger deutsch-jüdischer Vergangenheit zu fördern. Altaras ist daraufhin zu zahlreichen Veranstaltungen in betreffende Orte eingeladen worden, wo sie referierend und auch beratend tätig wurde. Seither sind zahlreiche Bauten restauriert und einer würdigen Nutzung zugeführt worden, auch wurden an vielen der ehemaligen Synagogen oder Bethäuser Gedenktafeln angebracht. Kurz vor ihrem Tod konnte Thea Altaras die Arbeit an einer kombinierten und aktualisierten Neuausgabe dieser Bände vollenden. Das Werk soll im Winter 2006/07 wieder vorliegen.

Literatur

  • Thea Altaras: Stätten der Juden in Gießen von den Anfängen bis heute. Königstein i. Ts. 1998. ISBN 3-7845-7793-8
  • Thea Altaras: Synagogen und jüdische Ritualbäder in Hessen - Was geschah seit 1945?, Neuausgabe in Vorb. ISBN 3-7845-7794-6
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