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Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe

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Thüringisch-Obersächsisch ist eine Dialektgruppe des Mitteldeutschen, deren Dialekte ursprünglich nur Thüringisch genannt wurden und heute umgangssprachlich - aber sprachwissenschaftlich falsch - als Sächsisch bekannt sind. Thüringisch-Obersächsisch wird überwiegend in den Bundesländern Sachsen und Thüringen sowie in Sachsen-Anhalt gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Besonderheiten

Es gibt im thüringisch-obersächsischen Sprachraum starke regionale Unterschiede, die auf die Ausgleichssprache (Kolonialdialekt) der im Mittelalter eingewanderten Franken und Sachsen (Nieder-Sachsen) zurückgehen, deren Ostkolonisation etwa um 1100 begann. Sprachformen des "Meißner Kanzleideutsch" und reichlich mittelhochdeutsches Wortgut war die Schriftsprache von Martin Luther, die als wesentliche Grundlage der neuhochdeutschen Sprache gilt.

Gekennzeichnet ist das Thüringisch-Obersächsische durch eine Entrundung der Vokale, Lenisierung der Konsonanten "p", "t" und "k", eine stark differenzierte Aussprache des G-Lautes (vor allem in den sachsen-anhaltinischen und nordthüringischen Gebieten) und eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte melodische Betonung im Satz. Die zweite deutsche Lautverschiebung kam in diesem Raum in sehr voneinander abweichenden Positionen im Hinblick auf einzelne Elemente zum Stehen. Zudem wird auch in manchen Wörtern das b wie w bzw. f und v gesprochen wie z.B. das Wort aber (also "awer"). Basilekte werden kaum noch gesprochen. Die fließend erscheinenden Übergangsstufen zwischen Dialekt und Standarddeutschem, also Formen des Mesolektes, können sich auf bis zu fünf oder sieben belaufen.

  • Zum G-Laut: Man sagt, die Magdeburger sprechen das G auf 5 verschiedene Arten, aber G ist nicht dabei!
    Diese 5 Arten kommen zum Beispiel vor in der Wortgruppe "Vogelgesang in Magdeburg".
    (Sprich: Voreljesank in Machteburch. Das r steht hier nicht für einen "gerollten" Laut sondern füre einen Frikativ, wie das Niederländische g), das erste ch ist am weichen Gaumen, das zweite "vorn" (am harten Gaumen) zu sprechen: [ˈfoʁəlˌjɛzaŋk ɪn ˈmaxtəˌbɔɐ̯ç])

Thüringisch-Obersächsische Dialekte

Das "Linguasphere Register" (Ausgabe 1999/2000, Seite 431-432) führt zwölf thüringisch-obersächsische Dialekte auf:

Besonderheiten-Ausnahmen-Übergangsbereiche

Das sich im östlichen Kursachsen und in der Lausitz vermischende Meißenische und Ostmitteldeutsche nahmen auch die im Land verbleibenden Slawen an; lediglich in der Lausitz wird noch eine westslawische Sprache, das Sorbische, bis in unsere Zeit gesprochen. Andererseits wanderte slawisches Wortgut ins Deutsche (zum Beispiel Grenze), so dass auch das Sorbische seinen Anteil an der Ausbildung des Thüringisch-Obersächsischen hat.

Meißenisch (Obersächsisch) und Osterländisch (nicht Sächsisch, da sächsisch(=niedersächsisch) die Sprache der Niedersachsen ist) findet gelegentlich Anwendung im Kabarett sowie bei Comedians. Es wird eingesetzt, um Personen aus der ehemaligen DDR darzustellen oder um die nicht wenigen kulturell-mentalen, meist politisch-historisch bedingten Differenzen zwischen dem ehemaligen Preußen (Berlin und Brandenburg) und Kursachsen (mit den kulturellen Zentren Dresden, Leipzig und Chemnitz) sketchhaft zu skizzieren. Nicht selten sind die Sprecher jedoch keine gebürtigen Kursachsen und imitieren das Meißenische oder Osterländische in unterschiedlicher Qualität, somit wird dadurch ein falsches Bild dieses Sprachgebietes auf der Bühne und in den Medien gezeigt. Dabei galt das Thüringisch-Obersächsische - insbesondere das Anhaltische, Nordthüringische und Eichsfeldische - in den vergangenen Jahrhunderten lange Zeit als vorbildlich für die hochdeutsche Aussprache.

Westthüringisch ist vor allem in der Region zwischen der Rennsteigverlängerung über Kupfersuhl nach Vacha und der am Salzbogen verlaufenden nördlichen Grenze zum Hennebergischen ein Übergangs- und Mischdialekt aus Thüringisch, Fränkisch und vor allem Osthessisch was auch in der Rhön und ihren angrenzenden Gebiete als Rhöner Platt bezeichnet wird. Am auffälligsten ist dieser kaum noch thüringisch anmutende Dialekt im Raum Bad Salzungen.

Weblinks


Siehe auch

Geschichte Sachsens, Geschichte Sachsen-Anhalts, Geschichte Thüringens, Deutsche Sprache

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