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Thasos
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Thasos oder Thassos (griechisch Θάσος
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) ist eine Insel im Nordosten Griechenlands im ägäischen Meer, ca. acht Kilometer von der makedonisch-thrakischen Küste entfernt, die nördlichste Insel des griechischen Archipels. In frühen Dichtungen und Beschreibungen wird die Insel auch Äria, Hethria, Chryssi, Hedonis oder Akti genannt. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Thasos bis in die Jungsteinzeit noch mit dem Festland verbunden war.
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Geographie
Geographisch zählt die Insel zur Region Thrakien, politisch ist sie dem Regierungsbezirk (Nomos) Kavála zugeordnet. Mit einer Fläche von rund 390 km² ist sie die neuntgrößte Insel Griechenlands. Der höchste Berg auf der gebirgigen Insel ist der Ipsárion (1.204 Meter), einem Marmormassiv. Der Hauptinsel sind drei kleinere Inseln vorgelagert: Thasopoulo im Norden, Kynira im Osten und Panaghia (Privatinsel der deutschen Industriefamilie Krupp-Zichy) im Süden mit Flächeninhalten von je etwa 0,4 km² und Erhebungen von 60 bis 80 m. Die Zahl der ständigen Einwohner der Insel beträgt etwa 16.000 (2005). Der heutige Hauptort heißt, wie die Insel selbst, Thásos (auch: Liménas oder Limena), der frühere Hauptort war Theologos im Inneren der Insel.
Geologie
Prinos-Grabenbruch
Das im Zuge der Alpidischen Orogenese gebildete blocktektonische Nestos-Prinos-Becken liegt am südlichen Rand des Rhodopen-Massivs. Zahlreiche ausgedehnte, steilstehende und mächtige NO-SW- und NW-SO-Querverwerfungen bilden das Bruchbecken. Es reicht vom Nestos-Delta im Norden bis zur Kavala-Schwelle im Süden mit einer Länge von 38 km und einer Weite bis zu 20 km. Es handelt sich um zwei Teilbecken, das Nestos-Becken im Nordosten mit einer Tiefe von etwa 3.950 m und das Prinos-Becken im Südwesten mit einer Tiefe von etwa 5.500 m.
Nordägäisches Schelf
Insel Thasos
Das Grundgebirge der Insel wird dem paläozoisch/mesozoischen Rhodopenmassiv zugeordnet. Dieses besteht aus einer mächtigen Wechsellagerung von kristallinen Gesteinen, d. h. Schiefern. Quarziten, Gneis und grobkristallinem Marmor. Die Metamorphose der ursprünglich sedimentären Ablagerungen erfolgte im Zuge starker Faltungsbewegungen, vor allem in der Alpidischen Orogenese der Jura- und Kreidezeit. Die reiche Erzmineralisation im Grundgebirge der Insel geht in den meisten Vorkommen zurück auf synsedimentäre Einlagerungen in die Ais Matis/Kastrou-Marmorserie, für wenige, aber sehr bedeutende Erzlagerstätten auf syngenetisch aufsteigende hydrothermale Lösungen in die Bruch- und Kluftzonen des Faltengebirges. Im Oberflächenbereich wurden die primären Erzminerale infolge Verkarstung einer mineralischen Metamorphose, Oxydation und Umlagerung ausgesetzt. Seit der griechischen Frühzeit, vor allem aber in der Antike und bis in die Byzantinische Zeit waren die Bodenschätze der Insel Grundlage für ihren besonderen Reichtum und für ihre Bedeutung in der Nordägäis: Gold, Silber, Blei, Kupfer und Eisen wurden abgebaut und verhüttet. Zinkerz- und Eisenerzabbau fanden in der Neuzeit statt, die Marmorgewinnung vom sechsten Jahrhundert v. Chr. bis heute.
Fauna
Die Insel Thasos weist auch nach den Bränden in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts eine artenreiche Fauna auf. Die Insel wird während des Vogelzugs von einer Vielzahl von Zugvögeln aufgesucht. Der Wasserreichtum der Insel, mit einigen das ganze Jahr über Wasser führenden Bächen, bietet mehreren Amphibienarten die Möglichkeit zur Reproduktion. Darüber hinaus wird Thasos von einer artenreichen Reptilienfauna besiedelt, zu der auch Giftschlangen gehören.
Amphibien
Im folgenden werden die bisher bekannten Amphibienarten aufgelistet.
- Mittelmeer-Erdkröte (Bufo b. spinosus)
Die Mittelmeer-Erdkröte besiedelt auf der Insel Thasos Täler mit zum Teil nur temporär wasserführenden Bächen (z. B. Tal von Prinos, Maries und weitere). Als Reproduktionsgewässer nutzt sie schwach durchströmte Kolke. Dort kommt sie stellenweise syntop mit der Wechselkröte (Bufo viridis), vor allem aber mit dem Springfrosch (Rana dalmatina), vor. Die Südliche Erdkröte besiedelt auf Thasos überwiegend Biotope in Bachnähe, die Waldcharakter aufweisen. Auch Nadelwälder (Pinien) werden nicht von ihr gemieden. Hierdurch unterscheidet sie sich von der Wechselkröte, die vorwiegend in Biotopen mit steppenhaften Charakter siedelt. Gelegentlich ist die Südliche Erdkröte in Dorfkernen, so in Mikro und Megalo Kasaviti (Mikro und Megalo Prinos), auf der Westseite von Thasos nachgewiesen worden.
- Wechselkröte (Bufo viridis)
Die Wechselkröte ist auf Thasos weit verbreitet. Durch ihre Anpassung an steppenhafte Biotope ist es ihr möglich selbst in kleinsten Wasseransammlungen zu reproduzieren. Sie war die erste Amphibienart, die nach den großen Bränden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die verbrannten Biotope wieder zu besiedeln begann. Ihr reichen zum Ablaichen selbst kleinste Wasseransammlungen, wie sie auf Thasos oft hangseitig im Bereich von Bodenentnahmestellen (Naturstraßenausbesserung) durch Hangdruckwasser entstehen, aus. Da es auf Thasos häufig noch im Juni ergiebig regnet, führen viele Kleinstgewässer ausreichend lange Wasser, um das Abschließen der Metamorphose der Kaulquappen zu garantieren. Ein zu frühes Austrocknen der Lachen ist jedoch auch regelmäßig zu beobachten. Weitere Laichplätze bieten die in den feuchteren Bachtälern vorhandenen Bäche. Zwar führen auch diese oft nur temporär Wasser. Die aber noch lange erhalten bleibenden wassergefüllten Kolke bieten auch für sie günstige Reproduktionsmöglichkeiten. Die Wechselkröte hält auf Thasos keine permanente Winterstarre. Selbst nach Schneefall und oft mehrere Tage anhaltenden Frostperioden erscheinen die Wechselkröten auch im tiefsten Winter, wenn die Temperaturen begleitet von Regen wieder ansteigen. Wechselkröten werden auch auf der dünn besiedelten Insel häufig Opfer von Kraftfahrzeugen. Diese Individuenverluste gleicht die Art offensichtlich durch eine hohe Reproduktionsrate aus.
- Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
- Springfrosch (Rana dalmatina)
Der Springfrosch besiedelt auf der Insel Thasos Täler mit zum Teil nur temporär wasserführenden Bächen (z. B. Tal von Prinos, Maries und weitere). Als Reproduktionsgewässer nutzt er schwach durchströmte Kolke. Dort kommt er stellenweise syntop mit der Wechselkröte, vor allem aber mit der Mittelmeer-Erdkröte, vor. Der Springfrosch besiedelt auf Thasos überwiegend Biotope in Bachnähe, die Waldcharakter aufweisen. Auch Nadelwälder (Pinien) werden nicht von ihm gemieden. Hierdurch unterscheidet sie sich von der Wechselkröte, die vorwiegend in Biotopen mit steppenhaften Charakter siedelt.
- Seefrosch (Rana ridibunda)
Reptilien
Im folgenden werden die bisher bekannten Reptilienarten aufgelistet.
- Maurische Landschildkröte (Testudo graeca)
- Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)
- Breitrandschildkröte (Testudo marginata)
- Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)
- Kaspische Wasserschildkröte (Mauremys caspica)
- Ägäischer Nacktfinger (Cyrtodactylus kotschyi)
- Europäischer Halbfinger (Hemidactylus turcicus)
- Blindschleiche (Anguis fragilis)
- Scheltopusik oder Panzerschleiche (Orphisaurus apodus)
- Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis)
- Europäische Schlangenaugen-Eidechse (Orphisops elegans)
- Wurmschlange oder Blödauge (Typhlops vermicularis)
Die Wurmschlange ist auf Thasos gelegentlich, meist beim Umdrehen von Steinen zu finden. Dort lebt die kleine Schlange (Länge max. 30 cm) meistens in räumlicher Nähe zu Ameisenstaaten. Die Hauptnahrung der Wurmschlange bilden Ameisenpuppen. Die nicht giftige Schlange besitzt einen verdickten Schwanz (Scheinkopf), der mit einer zu einem Stachel ausgebildeten Schuppe versehen ist. Dieser Stachel dient der Wurmschlange zur Abwehr von Feinden. Am im Vergleich zum Schwanz sehr schlanken Kopf befinden sich zwei kleine Augen, die der Wurmschlange ein nur rudimentäres Sehvermögen verleihen. Einige Inselbewohner, die im allgemeinen schon sehr ängstlich gegenüber Schlangen, aber auch anderen Reptilien sind, behaupten die Wurmschlange sei sehr giftig; nach einem Biss würde ein Mensch innerhalb kürzester Zeit sterben.
- Springnatter (Hierophis caspicus)
Die ungiftige Springnatter ist eine der größten auf Thasos siedelnden Schlangen. Sie kann eine Länge von mehr als 250 cm erreichen. Nicht selten erreichen große Weibchen auf Thasos einen Körperdurchmesser von 5 cm. Die schnelle, immer fluchtbereite Schlange wird neben dem Scheltopusik und der Eidechsennatter häufig auf Thasos überfahren. Typischerweise besiedelt Sie auf Thasos gebüschdurchsetzte, trockene Geröllhalden. Sie dringt aber auch in Siedlungen ein, wenn Legesteinmauern vorhanden sind. Da für die Springnatter günstige Biotoptypen auf Thasos weit verbreitet sind, ist die Springnatter in allen Inselteilen verbreitet. Springnattern wurden unter anderem im Tal von Prinos, bei Theologos und oberhalb von Panagia gefunden. In die Enge getriebene Springnattern, oder Tiere die ergriffen werden, setzen sich durch heftiges Beißen zu wehr.
- Schlanknatter (Coluber najadum)
- Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata)
- Leopardnatter (Elaphe situla)
- Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus)
- Balkanringelnatter (Natrix n. persa)
- Sandotter (Vipra amondytes)
Mythologie
Auf der Suche nach Europa, die von Zeus entführt worden war, kam ihr Bruder Thasos, Sohn des phönikischen Königs Agenoras, auf die Insel und siedelte sich hier an. Dieser meistgenannten, phönikischen Version steht eine parische Variante gegenüber, die besagt, dass Herkules einst die Insel dem parischen König Androgenos schenkte, der sie wiederum seinen Söhnen Stenelos und Alkaios vermachte. Der erste parische Ansiedler soll Thasos gewesen sein. Dem Anführer der parischen Kolonisten, Telessikles, soll das Orakel von Delphi befohlen haben auf der Insel Äria eine Stadt aufzubauen (nach Eusebios VII,256).
Geschichte
Archäologische Forschung
Wissenschaftliche Erforschungen fanden im 19. Jahrhundert durch George Perrot (1856), und durch Alexander Conze (1858) mit Probegrabungen in Limena und in Aliki statt. Regelmäßige Grabungen erfolgten ab 1911 bis heute durch die Ecole Francaise d’Athenes. Seit 1969 führt der griechische Antikendienst, XVIII. Ephorie, Kavala, unter Frau Dr. Ch. Koukouli-Chrysanthaki und seit dem Jahr 2000 unter Direktor Dr. Z. Bonias Untersuchungen zur Vorgeschichte der Insel durch. 1975–1981 war das Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg, und das Deutsches Bergbaumuseum Bochum, bei der Wiederauffindung und Untersuchung antiker Bergwerksanlagen, vor allem der untertägigen Goldbergwerke im Ostteil der Insel tätig. 1982–1984 war wiederum die Ephorie Kavala mit dem Deutschen Bergbaumuseum, Bochum, mit der Erforschung des Rotockerbergbaus in Tzines und Vaftochili beschäftigt. Diese Untersuchungen wurden 1994 abgeschlossen.
Vorgeschichte
- Jungpaläolithikum
In der jüngeren Altsteinzeit (20. Jahrtausend v.Chr.) war die heutige Insel Thasos über eine ebene Landbrücke mit dem Festland verbunden. Die westliche Küste der Thasos-Halbinsel setzte in einer Bucht etwa 10 km südlich des heutigen Kavala an, verlief nach Süden und erreichte die heutige Insel etwa bei Skala Maries. Die Ostküste erstreckte sich vom Südende der Bucht von Potamia nach Ostnordost.
Tier wie Mensch hatten über die breite Landbrücke einen ungehinderten Zugang in den Bereich dieser Halbinsel. Die ersten Anzeichen menschlichen und tierischen Lebens fanden sich im Südosten von Thasos in einem ins Inselinnere reichenden Tal, etwa 15 km von Skala Maries entfernt. Im Bereich der Eisenerzvorkommen von Mavrolakka wurden dort 1956 die Rotocker-Abbaue von Tzines entdeckt (siehe Bergbau, Rotocker). Vor allem die Datierung von Knochenfunden aus dem dortigen Abbau T1 weist in die 2. Hälfte der Altsteinzeit, in das Jungpaläolithikum.
Die Anwesenheit des Menschen in den fruchtbaren Küstenebenen Thrakiens im Paläolithium war bereits durch verschiedene Funde, u.a. in der Ebene von Komotini, bekannt. Es waren unbehauste Menschen, die von Jagd, Fischfang und dem Sammeln von Nahrung lebten. Im Bereich von Tzines nutzten sie möglicherweise bergbauliche Hohlräume oder natürliche Höhlen als Unterschlupf. Mit dem Eisenerzabbau im vergangenen 20. Jahrhundert dürften entsprechende Hinweise verlorengegangen sein.
Die große Anzahl von Hornwerkzeugen bezeugt das Auftreten des Auerochsen Bos taurus primigenius und setzt eine Zeit voraus, in welcher Thasos über die Landbrücke noch mit dem Festland verbunden war. Die gefundenen, abgearbeiteten Hörner der Antilopen-Gattung Saiga tatarica, sind definitiv zu datieren auf vor 10. Jahrtausend v.Chr. Die Saiga gab es zuletzt noch vor 13.000 Jahren in den ukrainischen Steppen.
- Neolithikum
Pflanzenanbau und Tierhaltung führten im Neolithikum zur Niederlassung in festen Siedlungen, Errichtung von Stein- oder Pfostenhäusern, dazu Verwendung von Lehm und gebrannten Ziegeln. Keramikwaren finden sich im täglichen Gebrauch und in der Vorratswirtschaft.
Nach dem Stand der Forschung von 1996 ist die älteste Siedlung auf Thasos, die diesem Muster entspricht, die 1986 entdeckte und 1993 bis 1994 ausgegrabene Ansiedlung im Südwesten der Insel, am Westrand des heutigen Ortes Limenaria. Der Siedlungsbereich liegt am südwestlichen Ende einer Hügelkette, nahe der Küste. Die Besiedlung erfolgte im 6. Jahrtausend v.Chr., in der letzten Phase des Mittelneolithikum. Überreste an der Oberfläche deuten darauf hin, dass die Ansiedlung noch im Jungneolithikum bevölkert war. Ergraben wurden Pfostenlöcher, Reste von Steinmauern, Terrassenpflasterungen, Herdstellen und eingetiefte runde Erdsilos oder Vorratsgruben mit Vasenfragmenten, Werkzeugen verschiedener Art, sowie einer Beerdigungsstätte. An anderer, hangaufwärts gelegener Stelle des Hügels existieren Siedlungsschichten aus der Älteren Bronzezeit, ausgegraben 1995 und 1996.
Bei erkennbaren Unterbrechungen erstreckten sich die bergbaulichen Tätigkeiten im Rötelabbau T1 in Tzines vom Jungpaläolithikum über einen längeren Zeitraum bis ins Neolithikum. Am Hang über T1 wurde ein weiterer untertägiger Abbau entdeckt. Da hier keine Hornwerkzeuge und nur wenige Flintwerkzeuge gefunden wurden, hier also eine andere Gewinnungsmethode zur Anwendung kam, handelt es sich um eine jüngere Abbauperiode als bei T1 (Jungpaläolithikum). Hinzu kommen die Untertagebaue T3 und T6, die ebenfalls hier einzuordnen sind. Die späteste Datierung dieser Baue liegt im Altneolithikum, bei etwa 6400 v.Chr. Allerdings ist ein Abbau bis ins Mittelneolithikum (5. Jahrtausend v.Chr.) nicht unwahrscheinlich.
Ebenfalls in das Neolithikum wird eine Grotte in Skala Marion datiert, sowie ein wahrscheinlicher Siedlungsplatz am Akropolisberg von Limena durch Funde von Gefäßen, Werkzeugen und Keramiken am Akropolishang.
Als die wichtigste Grabungsstätte von Ostmakedonien und Thrakien, wird die von Kastri bezeichnet. 5 km vom heutigen Küstenort Potos entfernt, mit steilem Anstieg auf eine Höhe von 278 m, liegen auf einem hoch aufragenden Felsplateau die Überreste einer prähistorischen Akropolis. Ihre Gründung geht in die Mittel- bis Spät-Jungsteinzeit zurück. Die Siedlung im Bereich von Kastri dürfte bis in die Frühe Eisenzeit bewohnt gewesen sein, was sich aus den Ausgrabungen in den naheliegenden Nekropolen schließen lässt.
- Bronzezeit
In der vorgriechischen, präkolonialen Periode sind die Bewohner der Insel Angehörige thrakischer Stämme. Thasos erlebt Ende des achten Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts einen ökonomischen Aufschwung. Grundlage hierfür war sicherlich die auf Thasos in der Frühen Eisenzeit einsetzende bzw. verstärkte Ausbeutung von Bodenschätzen, insbesondere von Eisen, Blei und Silber. Außerdem fand reger Handel mit den Inseln der nördlichen Ägäis und mit Kleinasien statt, was vielfältige Keramikimporte beweisen. Mit den Funden aus dem Artemision zeigt sich ein Überfluss und Reichtum an Opfergaben, die auch den handwerklichen Fortschritt auf Thasos manifestieren.
Dabei könnte aber auch das Zusammentreffen zweier Kulturen, die eine aus dem Süden, die andere aus dem Nordost-Raum der Ägäis oder aus Kleinasien stammend, eine Rolle gespielt haben. Möglicherweise haben sich Phöniker auf der Suche nach Handelsplätzen in der Ägäis auf der Insel niedergelassen. Hierzu berichtet Herodot (VI 47): Ich habe diese Bergwerke selbst gesehen. Bei weitem das merkwürdigste darunter war das, welches die Phoiniker entdeckt haben, die sich auf dieser Insel niederließen, die dann von diesem Phoiniker Thasos ihren Namen erhielt. Dieses phoinikische Bergwerk liegt auf Thasos zwischen Ainyra und Koinyra, Samothrake gegenüber, wo beim Schürfen ein ganzer Berg über die Halde gestürzt ist. Auch Pausanias bezeichnet Phöniker aus Tyros als die ursprünglichen Bewohner der Insel (V 25,12). Ein weiteres Indiz für einen phönikischen Einfluss könnte in der Verehrung des Herakles auf Thasos und des melkartischen Herakles der Phöniker in Tyros zu finden sein. Herodot schreibt dazu (II,44): In Tyros sah ich noch einen anderen Tempel des Herakles, den man den Thasischen nennt. Ich begab mich also auch nach Thasos und fand dort einen Tempel des Herakles, den Phöniker errichtet hatten als sie auf der Suche nach der Europa zu Schiff dort hingekommen waren.
Der Dichter der Parier, Archilochos, erwähnt die Phöniker nicht. Auch ein archäologischer Nachweis ihrer Anwesenheit liegt bis heute nicht vor.
Archaische Zeit
Gesichert ist die Kolonisation der Insel durch Siedler aus Paros in der ersten Hälfte des 7. Jahrhundert v. Chr. Unter ihnen befand sich der griechische Lyriker Archilochos, der harte Auseinandersetzungen mit thrakischen Stämmen beschreibt. Die Anwesenheit von Phönikern wird von ihm jedoch nicht erwähnt. Die parischen Siedler bemächtigten sich auch am Festland eines Küstenstreifens, der im Osten vom Nestos bis an den Strymon im Westen und über das Pangaion-Gebirge mit der Siedlung Skapte Hyle reichte.
Mit den reichen Goldvorkommen der Insel selbst und des Pangaion-Gebirges besaßen die Thasier eine fundierte wirtschaftliche Basis für ihren Siedlungsbereich. Herodot berichtet (VI ,46): Die Einkünfte von den Goldbergwerken in Skapte Hyle allein betrugen in der Regel jährlich achtzig Talente und die von Bergwerken auf Thasos selbst nur etwas weniger, so daß die Thasier ... im ganzen alle Jahre zweihundert, in guten Jahren wohl gar dreihundert Talente bezogen. Hinzu kam der große Holzreichtum der Insel, die Gewinnung von weißem Marmor und der Weinanbau.
Klassische Zeit, Hellenismus und Rom
Im 6. Jahrhundert v. Chr. kam es zur Gründung der Inselhauptstadt Limenas, der Festlandkolonien Neapolis, Oisyme, Galypsos, Strymi, Parion und Krinides. Nachdem die Thasier Ende des sechsten Jahrhunderts v. Chr. den Tyrannen Symmachos von der Insel vertrieben hatten, errichteten sie für ihren Herrschaftsbereich ein demokratisches Gemeinwesen, eine Polis, wie sie in der Ägäis bereits zahlreich bestanden.
In den Perserkriegen hatte sie schwer zu leiden, ebenso 463 v. Chr., als die Athener unter Kimon die Stadt Thasos an der Nordküste nach langer Belagerung eroberten. Später wechselte ihr Besitz zwischen Athen und Sparta. 340 v. Chr. fiel die Insel an Philipp II., den König von Makedonien. Nach 197 v. Chr. wurde Thasos von Rom beherrscht.
Byzanz, Mittelalter und Neuzeit
Ab dem 4. Jahrhundert gehörte die Insel zum Byzantinischen Reich. 1414 - 1455 war sie genuesische Kolonie.
Thasos wurde 1453 oder 1462 osmanisch, kam später in den Privatbesitz des Vizekönigs Mehemed Ali (Mohammed Ali) von Ägypten und wurde seitdem von einem ägyptischen Gouverneur verwaltet. 1902 wurde Thasos wieder der Türkei unterstellt, aber während der Balkankriege von dem griechischen Admiral Pávlos Kountouriótis erobert. Gemäß dem Budapester Vertrag gelangte Thasos 1914 dann wieder unter griechische Oberhoheit.
Wirtschaft
500 v. Chr. wurde Wein aus Thasos in Amphoren bis zu den am Don siedelnden Griechen transportiert. Heute ist der Fremdenverkehr der mit Abstand wichtigste Wirtschaftsfaktor. Hauptprodukte von Thasos sind Marmor, Honig und Olivenöl, die Schaf- und Ziegenzucht und der Fischfang. Der Abbau von Blei- und Zinkerzen wurde 1939 eingestellt, Eisenerze wurden bis 1964 gefördert. Früher gab es auch Holzindustrie, auch der Weinanbau spielt heute nur noch zum lokalen Verbrauch eine Rolle.
Fremdenverkehr
Seit einigen Jahren entwickelt sich die landschaftlich reizvolle Insel Thassos mehr und mehr zum beliebten Touristenziel. Bislang waren es vorwiegend Griechen vom Festland, die ihren Sommerurlaub auf Thassos verbrachten. Doch seit die Insel auch vom internationalen Pauschaltourismus entdeckt wurde, zieht es von Jahr zu Jahr mehr ausländische Touristen, darunter viele Deutsche, Österreicher und Skandinavier, hierher. Die Reisezeit reicht von Mitte Mai bis Anfang Oktober. Vor allem zur Hochsaison im August sind sämtliche Hotels auf der Insel und die wenigen Ferienflieger nach Kavala belegt, Thassos scheint derzeit einen regelrechten Boom im Tourismus zu erfahren. In Anbetracht der zahlreichen schönen Sandstrände, der einladenden Landschaft und der antiken Sehenswürdigkeiten wird dies jedoch leicht verständlich. Die wichtigsten und lebhaftesten Touristenorte an der Küste sind [[Limenas]] (Hauptort der Insel), Skala Potamias, Potos, Limenaria und Skala Prinos. Alle diese Orte bieten viele Hotels, Geschäfte, Tavernen und Bars. Etwas ruhiger sind die kleinen Ortschaften Chrissi Ammoudia, Kinira, Astris, Skala Marion und Skala Rachoni, wobei alle über empfehlenswerte Strände verfügen. Die schönsten sind Golden Beach im Nordosten, Paradissos im Osten, Aliki im Südosten, Psili Ammos im Süden und Tripiti im Südwesten. Dabei handelt sich ausschließlich um feine Sandstrände, die flach ins kristallklare Wasser der Ägäis abfallen und somit überaus kinderfreundlich sind. Durch die gut ausgebaute Ringstraße, welche immer in Küstennähe verläuft, sind sämtliche Strände und Orte gut erreichbar. Am besten mietet man sich ein Auto oder fährt mit den nicht immer zuverlässigen Linienbussen, um auf der Insel beweglich zu sein. Übrigens ist Thassos nicht nur für Strandliebhaber, sondern auch für Wanderer ein optimales Revier. Besonders hervorzuheben sind der Nordosten mit dem höchsten Inselberg Ipsarion (1.200 m), aber auch Wasserfälle, Bergdörfer und Kirchen sind Ziele.
Landwirtschaft
Olivenöl
Wein
Die Geschichte des Weinbaus in Griechenland beinhaltet die herausragende Stellung der Insel Thasos. Bereits im fünften Jahrhundert v. Chr., insbesondere aber im vierten und dritten Jahrhundert v. Chr. wird auf Thasos Wein angebaut und exportiert. Der thasische Rotwein war als der qualitätsvollste in der griechischen Welt dem von Chios gleichgestellt. Nach den Amphorentypen und Henkelstempeln wurden die Brennöfen und Werkstätten auf Thasos lokalisiert. Weinamphoren aus Thasos wurden gefunden in Makedonien, Thrakien, in den griechischen Kolonien, in Kleinasien, Syrien, Palästina, Ägypten und Persien. Der Weinexport hatte enorme wirtschaftliche Bedeutung. Nach dem dritten Jahrhundert v. Chr. ließ der Export nach und verstärkte sich wieder in der Römerzeit.
Fischerei
Holzwirtschaft
Bergbau
Die Bergbautätigkeit begann auf der Insel Thasos – nach neueren Erkenntnissen – vor etwa 20 Jahrtausenden mit der Gewinnung von Rotocker, setzte sich ab etwa dem 8. Jahrtausend bis in Byzantinische Zeit mit dem Abbau von Buntmetallerzen, Edelmetallerzen und Marmor fort, und wurde im 20. Jahrhundert mit Zinkerzen, Eisenerzen und Marmor wiederaufgenommen. Heute wird der Abbau von Marmor und die Förderung von Erdgas und Erdöl noch betrieben.
Der Buntmetall-, Silber- und Eisenerzbergbau fand nahezu ausschließlich im Westteil der Insel statt. Dementsprechend konzentrierte sich in dieser Region auch die Verhüttung dieser Erze mit Ausnahme der Zink- und Eisenerze im 20. Jahrhundert, die nicht auf der Insel verhüttet wurden.
Rotocker
Im Südwesten der Insel, 5 km nordöstlich von Limenaria, entdeckte der deutsche Geologe Dr. Herrmann Jung im Jahre 1956 im Konzessionsbereich des Eisenerztagebaues Mavrolakka der Firma Chondrodimos S.A. die untertägigen Rotocker-Abbaue von Tzines. Kundige Einheimische führten die Archäologen zu zwei weiteren Ocker-Abbauen, denen von Vaftochili, bei Kalivia/Limenaria und von Boyes bei Skala Rachoni. Der Griechische Antikendienst, die 18. Ephorie Kavala, nahm 25 Jahre später mit dem Deutschen Bergbaumuseum, Bochum, die Untersuchungen auf und veröffentliche 1988 erste Ergebnisse. Die Details liegen seit 1995 vor.
Das Bergbaurevier von Tzines, weist an den Hängen des gleichnamigen Hügels etwa 20 Abbaustellen mit klaren Anzeichen des Abbaus von Hämatitausbissen in Bingen, Schürfen und Stollenmundlöchern auf. Bei Aufschluss der Mundlöcher wurden zwei unverbrochene Stollen und Abbauräume erkundet. Bei dem Abbau T1 handelt es sich um den größten und bestens untersuchten Untertageabbau, einem söhligen, geweiteteten Stollenbau, 7 m lang, 3 m breit und 0,7 bis 1 m hoch, sowie einem anschließenden kurzen Stollen von 1,4 m Länge und einer Höhe von 0,3 bis 0,6 m. Ausgegraben wurden an den Streckenstößen in den Abbauen T1 und T2 etwa 500 Abbauwerkzeuge wie Geröllsteine als Schlagwerkzeuge, Flintsteine zum Kratzen, abgearbeitete Geweih-Sprossen, Knochen von Rindern und Antilopen sowie Knochenspaten.
Die Werkzeugfunde, insbesondere die Knochenfunde, erbrachten eine Datierung in die 2. Hälfte der Altsteinzeit, in das Jungpaläolithikum (nach dem 20. Jahrtausend v.Chr.). Der Abbau T1 wurde bei klar erkennbaren Unterbrechungen über einen längeren Zeitraum geführt. Die späteste Datierung liegt im Altneolithikum, bei etwa 6400 v.Chr.. Allerdings ist ein Abbau bis ins Mittelneolithikum nicht unwahrscheinlich. Dieser thasitische Untertage-Ockerabbau ist damit wesentlich älter als die Ockergräber-Kultur und sicher viel älter als die ältesten bekannten Untertagebergbaue in Europa, die Flintstein-Minen der Kupfer- und der Frühen Bronzezeit. Es handelt sich in Tzines demnach um den ältesten Untertage-Bergbau Europas.
Am Hang über T1 liegt die untertägige Kammer des Abbaus T2 mit 3 x 4 m Weite, 1 bis 1,5 m Höhe und drei kurzen Stollenabgängen. Da hier fast ausschließlich Steinwerkzeuge gefunden wurden, ist der Betrieb dieses Abbaus einer späteren, der prähistorischen Periode zuzuordnen.
Der Stollen T3 ist im vorderen Bereich verbrochen. Der hintere Teil ist nicht erkundet. Auf der Sohle finden sich Steinwerkzeuge in besonders großer Zahl. Am Mundloch von Stollen T6 , der nicht zugängig ist, fanden sich nur wenige Steinwerkzeuge und Schieferplatten.
Der antike Ockerbergbau Vaftochili liegt 500 m nördlich Kalivia/Limenaria. Er umfasst ein weitverzweigtes Stollensystem mit einer Gesamtlänge von mehreren hundert Metern. Der Abbau erfolgte bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Dies trifft auch zu für die übertägigen Schürfbaue und das ausgedehnte Stollensystem von Boyes.
Marmor
Die prähistorische Marmorgewinnung war auf die Küstenregion von Thasos beschränkt. Die bekanntesten Steinbrüche waren Fanari, Saliara, Vathi und Pyrgos im Nordosten und Aliki und Archangelos im Südosten der Insel. Abgebaut wurden damals der weiße dolomitische Marmor in der Region Saliara und der kalzitische Marmor im Bereich Aliki.
Besonderes Interesse an den Marmorvorkommen der Insel zeigten die Parier nach ihrer Ansiedlung. Sie begannen im 7.Jahrhundert v.Chr. mit dem Abbau am Kap Fanari, Vathi und Aliki, wobei sie die wertvolle Erfahrung in der Gewinnung von Marmorblöcken, die sie auf Paros gewonnen hatten, nutzen konnten. In archaischer Zeit wurden Fanari und Vathi weiter betrieben, hinzu kamen die Steinbrüche von Pyrgos und Pholia, Vathi und Saliara. In der klassischen Periode produzierten vor allem Aliki, u.a. auch Fanari und Vathi 3 , in der hellenistischen wird der neue Abbau in Marmaromandra aufgeschlossen. Die Gewinnung in römischer Zeit ist in Saliara nachgewiesen. Besonders aufgeblüht ist der Marmorabbau in der byzantinischen Periode. Im Mittelalter wird die Gewinnung stark reduziert, im 14.Jahrhundert n.Chr. werden neue Steinbrüche eröffnet und die Produktion steigt wieder.
Der Thasos-Marmor wurde bereits seit frühester Zeit nut teilweise auf der Insel bearbeitet, größtenteils jedoch in Blöcken exportiert. Beliefert wurden in der späten archaischen Zeit Mazedonien, die Peloponnes, Türkei, Süditalien und der Nahe Osten. Ende der hellenistischen Periode gelangte Thasos-Marmor nach ganz Italien. In römischer Zeit wurde Vathi-Marmor in großen Mengen auch in entfernte mediterrane Bereiche exportiert. Im 2. Jahrhundert n.Chr war Italien der Hauptabsatzmarkt. Daneben wurde Süd-Griechenland, die Ägäischen Inseln, die ägäische Türkei, Jordanien, Ägypten, Tunesien und das Rhonetal in Frankreich beliefert.
Der fein- bis mittelkörnige, hellweiße Dolomit-Marmor aus Vathi wurde bevorzugt verwendet für die Fertigung von Statuen, Portrait-Büsten, Köpfe, Grabstelen, Reliefs, Türrahmen und Sarkophage. Letztere gingen u.a. vorgefertigt in großer Zahl von Vathi nach Rom. Es wird angenommen, dass die meisten von der Antike bis in die römische Zeit gefertigten Dolomitmarmor-Skulpturen aus Vathi-Marmor gefertigt worden sind.
Die ausgedehntesten und bedeutendsten Marmorbrüche wurden jedoch im SO der Insel, vor allem auf der Halbinsel Aliki, ab dem siebten Jahrhundert ohne große Unterbrechungen bis in die byzantinische Zeit betrieben. Hier wurde ein unverwechselbar grobkörniger und homogener Calcit-Marmor von damals hohem Wert abgebaut.
Thasos wurde mit dem Vathi-, insbesondere aber mit dem Aliki-Marmor, zu einem der bedeutenden Marmorexporteure für das antike Griechenland: Nachgewiesen wurde Aliki-Marmor im Tempel von Pergamon, im Apollo-Tempel von Didyma, im Mausoleum von Halikarnassos und im Heiligtum der Kabyren auf der Insel Samothraki.
In Zeiten des Römischen Reiches zählte der Aliki-Marmor zu den besten im Reich. Vitruvius, Seneca, Pliny und Plutarch gaben Zeugnis ab für die Bekanntheit des thasischen Marmors, der in Ephesos im vierten Jahrhundert v.Chr., in Thrakien und bei zahlreichen Bauwerken in Rom verwendet wurde.
Der gegenwärtige Marmorabbau findet in denselben Regionen statt, in denen in prähistorischer Zeit abgebaut worden war, d.i. in den Kastania- und den Agios-Konstantinos-Bergen über der Agios Ioannis-Bucht (Typ Saliara) und im Raum Theologos (Typ Aliki). In letzterem Bereich wurden um 1967 die ersten drei Steinbrüche wieder aufgeschlossen. Im Jahre 1995 waren im Saliara-Gebiet 17 Steinbrüche und in der Region Theologos 4 Steinbrüche in Betrieb. Die jährliche Produktion belief sich 1995 auf 60.000 m³ Dolomitmarmor und etwa 4.000 m³ Calcit-Marmor.
Die derzeit auf Thasos betriebenen, modernen Großsteinbrüche, in denen Dolomitmarmor vom Vathi-Typ abgebaut wird, liegen über der Agios-Ioannis-Bucht, südlich von Limena. Gewonnen, geschnitten und weiter bearbeitet wird eine hochwertige, schneeweiße Qualität, die weltweit bekannt ist. Aber auch hell getönte Varietäten sind gefragt. Fließen, Platten, Bad-Einrichtungen, Denkmäler und Kunstwerke werden exportiert. Große unbearbeitete Blöcke gehen vorwiegend nach China und Albanien. Blöcke von minderer Qualität werden für den Küsten- und Molenschutz vermarktet, feines Material als Schotter verschifft.
Der Marmorabbau stellt die letzte und einzig verbliebene Bergbauaktivität auf der Insel dar. Sie ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Thasos.
Blei-/Silber- und Kupfererze
Dem antiken Bergbau auf Blei, Zink, Silber und Kupfer im Westen und Süden der Insel kam man durch den anfangs des 20. Jahrhunderts dort wieder einsetzenden Abbau auf die Spur. Seit der Späten Bronzezeit, im elften und zehnten Jahrhundert v. Chr., wurde auf der Insel Metallerzabbau und Verhüttung betrieben. Schlackenfunde im Gebiet von Kastri weisen darauf hin. Wahrscheinlich handelte es sich dort um Blei-Silber-Erze. Von der Frühen Eisenzeit (etwa 800 v. Chr.) bis in die spätbyzantinische Zeit (bis etwa 1000 n. Chr.) wurden silberhaltige Bleierze in Skoridia, Aermola und Padia nachweislich abgebaut und verhüttet. Schließlich dehnten sich diese Aktivitäten auf einen etwa 40 km langen Gürtel von Rachoni im äußersten Nordwesten bis nach Limenaria im Süden aus und kamen erst in byzantinischer Zeit wegen Erschöpfung der damals gewinn- und nutzbaren Erze zum Erliegen. In der Blütezeit dieses Bergbaus, in der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts v. Chr. wurde aus dem gewonnenen Silber Münzen geprägt (Statere und Drachmen).
Gold-/Silbererze
Der antike untertägige Edelmetallbergbau auf Thasos blieb Jahrhunderte im Verborgenen. Die alten, von Herodot erwähnten Abbaue konnten nicht gefunden werden. Die Entdeckung gelang erst in den Jahren 1965-1979. Die Erkundung des weit ausgedehnten untertägigen Goldbergbaus dauert bis heute an.
Im Osten der Insel setzte im siebten Jahrhundert v. Chr. zwischen den Orten Kinyra und Potamia im Klisidi-Berg der untertägige Abbau von Gold- und Silbererzen ein. Er wurde initiiert von Festland-Thrakern, jedoch dann wesentlich entwickelt und ausgeweitet von angesiedelten Phöniziern, später von Pariern weitergeführt. Im fünften Jahrhundert v. Chr. kam der Abbau im Akropolis-Berg hinzu. Die Hauptphase des Bergbaus auf Gold und Silber fiel in das fünfte und vierte Jahrhundert v. Chr. Auch unter den Makedonen, den Römern und den Byzantinern wurde der Edel- und Buntmetallbergbau weiterbetrieben bzw. wiederaufgenommen und bis etwa 1200 n. Chr. geführt. Da es die Alten verstanden, die erzführenden Schichten und Gänge aufzufinden und das verwertbare Erz abzubauen, ist heute ein weiterer Abbau mangels wirtschaftlich gewinnbarer Vorräte nicht mehr gegeben.
Zink-/Silbererze
Im Jahre 1904 wurde der Bergbau auf der Insel wieder aufgenommen. Die deutsche Minengesellschaft Friedrich Speidel, Thasos-Pforzheim, baute die vom bisherigen Bergbau unberücksichtigt gebliebenen Galmeierze in Vouves/Limenaria, in Sotiros, Sellada, Kallirachi, Koumaria und Astris über- und untertage ab. Die Erze wurden im Zentralbetrieb östlich von Limenaria gewaschen und kalziniert. Insgesamt wurden von 1904 bis Juli 1914 155.857 Tonnen Roherz abgebaut. Verschifft wurden in diesem Zeitraum 18.357 Tonnen Rohgalmei sowie 98.238 Tonnen kalzinierter Galmei. Im August 1914 musste der Bergbau stillgelegt werden. Die Anlagen wurden geplündert und teilweise zerstört.
1925 ersteigerte G. Bogeret, Liege/Belgien, für 40 Jahre die 13 Konzessionen für den Abbau und die Verarbeitung von Zink-, Blei-, Silber-, Eisen- und Kupfererzen im Namen der belgischen Bergbau-Gesellschaft Vieille Montagne. Die S.A.M.M. (Societe Anonyme Hellenique Metallurgique et Miniere) wurde gegründet. Die Speidel'schen Anlagen wurden wieder aufgebaut, die Kalzinierung modernisiert, fünf stählerne Wälzöfen der Firma Krupp errichtet, und der Betrieb mit Erzen aus den obengenannten Abbaubetrieben und mit Haldenmaterial versorgt. Vermutlich 1926 (1933?) wurde der Betrieb wegen Verfall des Zinkpreises wieder eingestellt.
Der Kaufmann Georgos Apostolopoulos aus Kavalla übernahm die S.A.M.M. im Jahr 1934 ohne den Betrieb wieder aufzunehmen.
Eisenerze
Ab 1951 beschäftigte sich die Firma A. Chondrodimos mit Erzabbau im Süden der Insel. Als Unterpächter der S.A.M.M. betrieb sie ab 1954 den größten Eisenerzabbau der Insel, Mavro Lako. Das reiche hämatitisch-limonitische Erz wurde über Skala Maries verschifft. Nach einer Förderung von 1,6 Millionen Tonnen Eisenerz und der Erschöpfung der Vorräte wurde der Betrieb 1962 eingestellt. Von A. Chondrodimos wurden außerdem in sehr geringen Mengen Eisenerze in Kokkoti, westlich von Theologos, Manganerze in Vatos, und Galmei in Thymonia abgebaut.
1955 begann die Firma Fried. Krupp, Essen/Deutschland, mit der Untersuchung der mineralischen Rohstoffe innerhalb der S.A.M.M.-Konzessionen. Das Vorhaben der Wiederinbetriebnahme des Buntmetall-Bergbaus konnte mangels wirtschaftlich gewinnbarer Erze und Halden nicht realisiert werden. Die Firma übernahm jedoch 1957 die Mehrheit der S.A.M.M.-Anteile und baute limonitische Eisenerze in Koumaria, Koupanada, Platania und Apideli ab. Die Produkte wurden in der Bucht östlich von Limenaria gelagert und verladen. Insgesamt kamen etwa 1,2 Millionen Tonnen zur Verschiffung. Das Eisenerz wurde nach Österreich und Deutschland exportiert. Nach Ablauf der Konzessionsfrist ist der Betrieb im September 1963 geschlossen worden.
Erzprospektion
Unter Leitung des Institute of Geology and Mineral Exploration IGME, Xanthi, ist in den Jahren 1975-1984 der Westteil der Insel nochmals intensiv untersucht worden. Wirtschaftlich abbauwürdige Erzvorkommen, die die Wiederaufnahme eines Bergbaubetriebes hätten ermöglichen können, konnten jedoch nicht festgestellt werden.
Industriepark und Museum
Seit Juli 2002 untersucht die IGME die wirtschaftliche Durchführbarkeit eines Industriekultur-Projektes für die Darstellung des Galmeigewinnungs-, Verarbeitungs- und Verschiffungsbetriebes der Firma Speidel der Jahre 1903 bis 1914. Als erstes sichtbares Ergebnis wird an der Wiederherstellung des Speidel'schen Direktionsgebäudes, dem Palati in Limenaria, gearbeitet. Dieses Gebäude soll als Museum für das Gesamtprojekt dienen. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union finanziert. Das Machbarkeitsergebnis soll Mitte 2008 vorliegen.
Erdöl und Erdgas
Zu Beginn der 60er Jahre wurden im nordägäischen Schelf, das vom Berg Athos bis zur griechisch-türkischen Grenze reicht, die Prospektion auf Erdöl an ein Konsortium mit dem amerikanischen Hauptaktionär OCEANIC vergeben. Mitanteilhaber waren COLORADO, FLUOR und WHITE SHIELD. Später hat WINTERSHALL die COLORADO-Anteile übernommen. Nach seismischen Untersuchungen und Explorationsbohrungen in den Jahren 1970 bis 1973 im thrakischen Schelfmeer konnte man 1972-1973 westlich von Prinos/Thasos erste Entdeckungen von Erdöl- und Erdgasvorkommen lokalisieren: ein Erdgasvorkommen (Kavala-Süd) sowie erstmalig Erdöl weiter nördlich (Prinos), beide im sog. „Prinos-Becken“.
Der Großteil dieses erdöl- und erdgasführenden Bruchbeckens liegt offshore zwischen der Insel Thasos im Osten und dem Festland im Westen. Nur der nordöstliche Teil des Beckens befindet sich onshore in der Ebene des Nestos-Deltas. Die Gesamtfläche des Beckens beträgt 800 km². Die Meerestiefe beträgt weniger als 50 m.
Als Nachwirkung der Welterdölkrise von 1973 und aufgrund der vielversprechenden Ergebnissen aus den ersten Untersuchungen im thrakischen Schelf, sah sich die Regierung von Griechenland veranlasst, 1975 die staatseigene PUBLIC PETROLEUM CORPORATION (PPC) zu gründen. Damit übernahm sie die Kontrolle über alle Explorationsarbeiten und Bohraktivitäten, über die Öl- und Gasförderung in Griechenland, den Import von Rohöl sowie den Betrieb von Ölraffinerien. Gleichzeitig erhielten internationale Ölfirmen besondere Anreize bei der Erschließung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten.
Es kam 1976 zur Gründung des internationalen Konsortiums NORTH AEGEAN OIL COMPANY (NAPC) unter der Führung der kanadischen DENISON MINES, mit 75 % ausländischer Beteiligung und 25 % der HELLENIC PETROLEUM. Die DENISON MINES hat schließlich alle Partneranteile übernommen und 1979 in den beiden Konzessionen, nämlich Prinos und Kavala-Süd mit den Vorbereitungsarbeiten zur Erschließung der Lagerstätten durch Errichtung von zwei Förder- und einer Serviceplattform auf der Erdöllagerstätte Prinos und einer Förderplattform auf der Erdgaslagerstätte Kavala-Süd begonnen. Nach Fertigstellung der in etwa 30 m Wassertiefe aufgestellten Plattformen wurden die ersten Förderbohrungen niedergebracht.
Jeweils eine Unterwasserrohrleitung für Öl und Gas wurde von den Plattformen zur Raffinerie nach Nea Karvali verlegt. Da das Prinos-Erdöl große Mengen an schädlichem, gelöstem Schwefelwasserstoff (H2S) enthält wird im Raffinerieprozess dieses Gas entfernt, und Rohöl, Kondensat und Schwefel produziert. Ein Teil des Erdgases aus Kavala-Süd wird im eigenen Bereich für die Stromerzeugung genutzt, der Rest nach Reinigung in das örtliche Gasnetz eingespeist.
Die Erdöl-Förderung setzte anfangs 1981 mit 8.000 bis 10.000 Barrel täglich (bpd) ein und erreichte im Jahre 1989 in der Spitze mehr als 30.000 bpd. Die Gesamt-Erdölförderung belief sich bis Ende 1995 auf 92 Millionen Barrel. Die Erdgasgewinnung aus Kavala-Süd belief sich bis Ende 1995 auf 1.750 Billionen m³. Bei weiter anhaltender Exploration wurde 1994 die Erdöllagerstätte Prinos Nord entdeckt. Ab 1996 hat die zusätzliche Ölförderung aus dieser Lagerstätte die Förderung nochmals kurzzeitig ansteigen lassen. Sie ging jedoch im Laufe des Jahres 1996 wegen Erschöpfung der Hauptlagerstätte auf 9.000 bpd und schließlich auf 6.000 bpd zurück. Ohne die politisch bedingte Möglichkeit, die von OCEANIC bereits 1970 erkundeten Vorkommen östlich von Thasos, aufschließen und ausbeuten zu können, sowie aufgrund des Ölpreisverfalls und der ausbleibenden Unterstützung durch die griechische Regierung und die PPC, entschloss sich die DENISON MINES, den Betrieb 1997/1998 zu schließen und dem Staat zurückzugeben.
Die griechische Regierung überließ 2001die Konzession, sämtliche Einrichtungen des Prinos-Feldes sowie die Raffinerie einer neugegründeten Betriebsführungsgesellschaft, der KAVALA OIL, die mit einer Förderleistung von 3.000 bpd den Betrieb weiterführte. Die Mehrheit dieser Gesellschaft lag mit 67 % in Händen der privaten EUROTECH, während die restlichen 33 % von der Werks-Gewerkschaft, d.i. von der Arbeitnehmerschaft des Betriebes in Nea Karvali, gehalten wurden. Die Produkte wurden an die staatliche HELLENIC PETROLEUM (HP), der privaten Nachfolgegesellschaft der PPC, weiterverkauft.
In bescheidenem Maße wurden von der HP neuerliche Explorationsarbeiten rund um Thasos aufgenommen. Diese ergaben 2001 und 2002 Hinweise darauf, dass im Bereich des Prinos-Beckens weitere beträchtliche Ölvorräte vorhanden sein könnten. Daraufhin konnte im Oktober 2003 ein neuer Teilhaber gewonnen werden, die britische REGAL PETROLEUM, die 86 % der EUROTECH, entsprechend 58 % der Gesellschaft, übernahm.
Ende 2003 und im Januar 2004 wurde dann innerhalb des Prinos-Beckens, mit der Bohrung Kalirachi 1 eine neue Öl-Lagerstätte entdeckt, die gemäß den Betriebs-Geologen etwa 227 Millionen Barrel Erdöl führen sollte, was in etwa der ausgebeuteten Prinos-Lagerstätte entsprochen hätte. Die REGAL PETROLEUM erhöhte ihre Beteiligung im August 2004 und Januar 2005 auf nahezu 100 %. Nach Niederbringung der Bohrung Kalirachi 2 im Juni 2005, die wegen zu geringer Lagergesteins-Permeabilität keine wirtschaftliche Ausbeute ermöglichte, wurden die Vorratsmengen auf 30 % der obigen Zahlen reduziert. In den ersten neun Monaten 2005 betrug die Ölförderung nur noch 2.200 bpd. Im September 2005 erklärte REGAL PETROLEUM, aus der Prinos-Feld-Operation auszusteigen. Seitdem ist REGAL PETROLEUM in Übereinkunft mit der griechischen Regierung zwar Hauptaktionär der Gesellschaft verblieben, hat jedoch die gesamte Betriebsführung des Ölfeldes und der Raffinerie an die Gewerkschaft übergeben und war nicht mehr bereit, das Unternehmen finanziell zu unterstützen. Unter der neuen Führung, ging die Produktion 2005 auf etwa 1.600 bpd zurück.
Bis Ende 2004 wurden im Schelf, westlich und östlich von Thasos insgesamt 29 Bohrungen niedergebracht, davon 21 Produktionsbohrungen, woraus etwa 103 Millionen Barrel Erdöl gefördert wurden. Die Erdölvorräte beliefen sich Ende 2004 in Prinos, Prinos-Nord und Epsilon auf 22 mio Barrels, davon 7 sichere und 15 Millionen wahrscheinliche. Das bedeutende Vorkommen Epsilon wurde 2003 entdeckt, damals jedoch wegen Kalirachi vernachlässigt. Neue Plattformen auf Epsilon und die Verbindung zum Prinos-Netz würden eine Investition von 50 bis 60 Millionen EUR für eine Förderung von 5.000 bpd erfordern. Die weitere Rolle von REGAL PETROLEUM bei diesem Projekt und dem Unternehmen insgesamt war noch Mitte 2006 ungewiss.
Literatur
- Julius Speidel: Beiträge zur Kenntnis der Geologie und Lagerstätten der Insel Thasos. Dissertation Freiberg 1928.
- Dimitriou I. Lazaridi: Thasos. Thessaloniki 1958.
- Günther A.Wagner, Gerd Weisgerber: Antike Edel- und Buntmetallgewinnung auf Thasos. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum 1988. ISBN 3-921533-40-6
- C. Perissoratis und D. Mitropoulos, Institute of Geology and Mineral Exploration, Athen: Late Quaternary Evolution of the Northern Aegean Shelf, Quaternary Research 32, p.36–50, 1989. This paper received in the year 1987 the annual award of the best geological paper in Greece, by the Athens Academy of Science.
- Chaido Koukouli-Chrysanthaki, Gerhard Weissgerber: Prehistoric Ochre Mines on Thasos. in: To archaiologiko ergo st¯e Makedonia kai Thrak¯e. (Archaeological research in Macedonia and Thrace.) Thessaloniki 7.1993, S.541–58 (griechisch). ISSN 1106-5311
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- Chaido Koukouli-Chrysanthaki, Arthur Muller, Stratis Papadopoulos: Actes du Colloque International,26–29/9/1995, Limenaria, Thasos, ISBN 2-86958-141-6, Herausgeber: Ecole francaise d’Athenes, Paris, et Ephorie des Antiquites prehistoriques et classiques, Kavala, 1999
- Elena Kadoglou: Thassos. Michalis Toubis, Athen 1999. ISBN 960-540-365-X
- Thomas Cramer: Multivariate Herkunftsanalyse von Marmor auf petrographischer und geochemischer Basis. Dissertation, Berlin 2004. (pdf)
- P. Proedrou und C.M. Papaconstantinou, Hellenic Petroleum S.A., Kavala / Griechenland: Prinos Basin – a Model for Oil Exploration, Bulletin of the Geological Society of Greece, Vol. XXXVI, 2004.
- IGME, Xanthi: Prospektmaterial anlässlich der Projektvorstellung am 16. September 2005 in Limenaria
- Antje und Günther Schwab: Thassos - Samothraki. Reiseführer 2005. ISBN 3-89953-207-4
Weblinks
- Thasos Island (deutsch und englisch. Umfangreiche Homepage über die Insel Thasos, u.a. mit Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Wetter, Bustouren, Inselrundfahrten, Bars und Restaurants, WebCam)
- Urlauber-Infos, über 200 Bilder von Thasos, Reisebericht und Forum
- Thasos Insel Griechenland. (Mit aktuellen Informationen, als Thasos Reisefuehrer)
- Thasos (Kurzüberblick über Thasos)
Koordinaten: 40° 40' N, 24° 40' O
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