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Teneriffa

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Teneriffa
Bild:Sin escudo.svg       Bild:Flag of Tenerife.svg
Basisdaten
Land: Bild:Flag of Spain.svg
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Spanien
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Fläche: 1.560,1 km²
Einwohner: 852.945 (2006)
Bevölkerungsdichte: 419,3 Einw./km²
Hauptstadt: Santa Cruz de Tenerife
Webseite: webtenerife.de
Satellitenbild

Teneriffa (span. Tenerife) ist die größte der Kanarischen Inseln und gehört zu Spanien. Die Insel ist etwa 80 Kilometer lang, bis zu 50 Kilometer breit und hat eine Fläche von 2.034,38 Quadratkilometern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bild:Teneriffa map.svg
Karte und Lage der Insel

Teneriffa ist eine Vulkaninsel. Sie gehört zu Spanien und liegt vor der Küste Marokkos und der Westsahara und ist rund 1.300 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Das Klima ist ausgeglichen.

Geologie

Bild:Anaga (Tenerife).jpg
Landschaft im Anagagebirge

Die Insel Teneriffa entstand vor etwa sieben bis fünf Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Die geologisch ältesten Teile der Insel sind das Anagagebirge im äußersten Nordosten, das Tenogebirge im Nordwesten sowie kleine Gebiete (Bandas del Sur) im äußersten Süden.

Jünger ist das Vulkanmassiv im Zentrum der Insel, das in der Mitte von der weltgrößten Caldera eingenommen wird. Aus ihr erhebt sich wiederum der höchste Berg Spaniens, der 3.718 Meter hohe Pico del Teide.

Nimmt man diese Gebirgszonen zusammen, ergibt sich geographisch gesehen ein Y.

Dass die Insel geologisch noch sehr aktiv ist, zeigen die nachgewiesenen Vulkanausbrüche zwischen dem Teidemassiv und dem Tenogebirge in den Jahren 1706, 1798 und 1909.

Klima

Teneriffa besitzt wie alle anderen Inseln des Kanarenarchipels ganzjährig milde Temperaturen auf Grund der südlich der Rossbreiten entstehenden Nordost-Passatwinde. Diese tropischen Fallwinde sind auch für das sog. Azorenhoch verantwortlich, das sich im Winter über Madeira befindet, im Sommer jedoch weiter nach Norden zu den Azoren wandert. Besonders tagsüber steigt die mit Meereswasser gesättigte Luft am Teidemassiv hinauf. Es bilden sich in etwa 1.000 bis 1.500 Meter Höhe Wolken, die beim Kontakt mit den dortigen Lorbeer- und Kiefernwäldern zu feinem Nieselregen kondensieren. Dieser Umstand bringt in den sonst ausgesprochen trockenen Sommermonaten der Landwirtschaft auf der Nordseite der Insel entscheidende Vorteile. Teilweise können auch Hochtemperaturphasen mit mehr als 35 Grad auftreten.

Wetterdaten Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Ø Sonnenstunden/Tag 5,9 6,6 7,1 7,7 8,8 9,8 10,6 9,8 8,5 6,9 5,9 5,5
Luft (°C) 17,9 17,9 18,6 19,0 20,4 22,2 24,3 25,0 24,3 22,8 20,6 18,7
Wasser (°C) 19 18 18 18 19 20 21 22 23 23 21 20
Regentage 5 5 5 3 1 0 0 1 1 3 5 6

Flora und Fauna

Bild:Eidechsen Teide.jpg
Zahlreiches Vorkommen der Eidechsen im Gebiet um den Teide
Bild:Weihnachtsststrel.JPG
Weihnachtssterne und Strelitzien in La Orotava

Die Insel weist eine vielfältige Vegetation auf – zahlreiche Pflanzenarten sind nur auf den Kanaren oder sogar nur auf Teneriffa heimisch (endemisch). Die Kanarische Pinie (Pinus canariensis) bildet große Wälder. Im trockenen Süden der Insel sind sukkulente Wolfsmilchgewächse (Euphorbia canariensis) beheimatet. Eine weitere charakteristische Pflanzenart ist der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) – ein altes und eindrucksvolles Exemplar ist bei Icod de los Vinos zu finden. Neben den einheimischen Pflanzen prägen auch viele Pflanzen aus der ganzen Welt die Insel. Aus Amerika stammen verwilderte Kakteen, sowie die riesigen Büsche des Weihnachtssterns, einer Pflanze, die bei uns in Töpfen zum Advent verkauft wird. Die aparte Blüte der südafrikanischen Strelitzie ist ein beliebtes Souvenir für Touristen. Fast alle Pflanzenarten stehen heute unter strengem Artenschutz, die Ausfuhr von Pflanzen, Pflanzenteilen oder Samen ist daher verboten.

Die Tierwelt weist kaum Säugetiere auf – am Teide ist die Waldkatze zu Hause, es gibt außerdem ausgewilderte Kaninchen. Raubtiere oder giftige Schlangen hat es nie gegeben. Reich ist dagegen die Vogelwelt – es gibt auch einige für Teneriffa und für die Kanaren typische Arten, etwa den Teidefink oder die Wildform unseres Kanarienvogels, den Kanarengirlitz. Zu erwähnen sind ferner die Eidechsen, die in großer Zahl auf Teneriffa vorkommen und sich gerne füttern lassen.

Eine Besonderheit sind die Wale, die in großer Zahl in der bis zu 3.000 Meter tiefen Meerenge zwischen Teneriffa und Gomera anzutreffen sind. An kaum einem anderen küstennahen Ort der Welt sind so viele Wale beheimatet.

Geschichte

Bild:La Laguna.jpg
Blick auf La Laguna vom Anagagebirge aus.

Wie alle Kanareninseln war Teneriffa ursprünglich von den Guanchen besiedelt (Guanche bedeutet in der gleichnamigen Sprache Mann/Mensch aus Teneriffa). Als mächtigster Guanchenhäuptling auf Teneriffa gilt Tinerfe, der im 15. Jahrhundert lebte. Nach seinem Tod wurde die Insel unter seinen neun Söhnen aufgeteilt.

1483: Die Einwohner von Gran Canaria ergeben sich den Spaniern.

1492: Die Kanarischen Inseln gewinnen jetzt als letzte europäische Station vor der Atlantiküberquerung enorme strategische Bedeutung.

1494: Alonso Fernández de Lugo landet auf Teneriffa und legt den Grundstein für das spätere Santa Cruz de Tenerife. Anders als ein Jahr zuvor auf La Palma, erleidet er auf Teneriffa bei La Matanza eine schwere Niederlage gegen die Guanchen.

1495: Am 25. Dezember unterliegen die Guanchen bei La Victoria de Acentejo endgültig den Spaniern. Der gesamte Archipel untersteht nun der spanischen Krone. Die überlebenden Guanchen vermischen sich mit den Eroberern vom Festland und verschwinden als eigene Ethnie. Hauptstadt wird La Laguna.

Von nun an bildete Teneriffa einen wichtigen Stützpunkt des Schiffsverkehrs zwischen Spanien und seinen amerikanischen Kolonien.

1657: Der englische Admiral Robert Blake versucht erfolglos, mit einer Flotte aus 36 Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife zu erobern.

1706: Unter Admiral John Jennings unternehmen die Engländer einen erneuten Versuch, den Hafen Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Der Angriff scheitert jedoch und damit auch das Vorhaben, das fruchtbare und günstig an der Atlantikroute gelegene Teneriffa für Großbritannien zu erobern.

1778: Santa Cruz de Tenerife erhält vom spanischen König Carlos III. das Vorrecht, Handel mit Amerika zu betreiben.

1792: Gründung der einzigen Universität der Kanaren in La Laguna.

1797: Der englische Admiral Horatio Nelson verliert am 25. Juli bei einer neuerlichen Schlacht bei Santa Cruz de Tenerife seinen rechten Arm und muss zudem die einzige Niederlage seiner militärischen Laufbahn hinnehmen.

1805: Horatio Nelson beendet die spanische Vormachtstellung auf See durch den Sieg bei Trafalgar.

1822: Santa Cruz de Tenerife wird Hauptstadt des gesamten kanarischen Archipels und hält diesen Status bis 1927.

Bild:Teneriffa Nordküste.jpg
Nordküste Teneriffas, bei Los Realejos

Eine Blütezeit erlebte Teneriffa während der Aufklärung. Bedeutende Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt (1799) besuchten die Insel. Trotzdem konnte sich Teneriffa nicht von der vorherrschenden feudalistischen Gesellschaftsordnung lösen, so dass es erst im 19. Jahrhundert zu politischen Reformen kam.

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. 1936 startete der General Franco seinen Putsch gegen die Republik von Teneriffa aus. Der Spanische Bürgerkrieg erreichte Teneriffa nicht, jedoch wirkte sich die wirtschaftliche Isolierung unter der Diktatur sehr negativ aus. Das einzige Exportgut waren seinerzeit Bananen für das Festland.

1975: Nach der Demokratisierung erhielten Teneriffa und alle anderen Inseln des Archipels die Autonomie, der Tourismus gewann immer mehr an Bedeutung.

Am 27. März 1977 kollidierten auf dem Flughafen „Los Rodeos” zwei Jumbo-Jets der Fluglinien KLM und PanAm. Das Unglück war mit 583 Toten das bis zum Attentat auf das World Trade Center größte Flugzeugunglück der Luftfahrtgeschichte (siehe auch Flugzeugkatastrophe von Teneriffa).

1982: Innerhalb Spaniens erhalten die kanarischen Inseln den Status einer autonomen Region mit weitgehender Selbstverwaltung. Die Hauptstädte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria wechseln sich alle vier Jahre als Regierungssitz ab.

Sehenswürdigkeiten

Pilotwale vor Playa Paraiso
Pilotwale vor Playa Paraiso
Bild:Masca 2005.jpg
Masca-Schlucht

Strände

Bild:Las Teresitas view.JPG
Der Strand Las Teresitas
Playa San Marcos
Etwa 15 Kilometer westlich von Puerto de la Cruz, romantische kleine Fischerbucht mit Sandstrand, einigen Restaurants und altem originalen Fischerhafen mit Slipanlage für Privatboote.
Playa de Bollullo
Östlich von Puerto de la Cruz gelegener, romantischer Strand aus dunklem Sand. Nebenstrände sind FKK-Strände, teilweise für Homosexuelle
Playa El Socorro
Westlich von Puerto de la Cruz gelegener schwarzsandiger Strand, der bei Wellenreitern und Bodyboardern sehr beliebt ist.
Playa del Médano
In der Nähe von El Médano liegt der längste Naturstrand Teneriffas (ca. 3 km). Wegen der starken Winde bei Surfern und Kitern beliebt.
Playa Jardín
Schwarzsandiger Naturstrand, vom kanarischen Künstler Manrique entworfen. Am westlichen Ende sind die besten Bademöglichkeiten, da dort keine Felsen im Wasser sind.
Playa de la Arena
Kleine Bucht mit nur etwa 100 Meter breitem, schwarzsandigem Strand. Wenig romantisch unterhalb der Küstenstraße gelegen und komplett umbaut mit Appartmenthäusern, Lokalen und Hotels. Die Lage an der Südwestküste garantiert durchgängig sonniges Wetter und konstant hohe Temperaturen.
Playa de las Teresitas
Mit mehreren Schiffsladungen Sahara-Sand künstlich angelegter weißer Sandstrand. Gilt als der schönste Strand Teneriffas.
Playa de Las Américas
Ausgezeichneter weiter Sandstrand im Südosten. Eines der größten Touristenzentren mit vorwiegend britischen Gästen und entsprechend ausgerichteten Lokalen. Die Lage im äußeren Südwesten garantiert wie im Falle der übrigen Orte an der Südwestküste fast durchgehend sonniges Wetter und konstant hohe Temperaturen.
Playa de Los Cristianos
Heller Strand mit flachem Zugang zum Meer, grenzt unmittelbar an den Playa de las Americas.
Playa el Duce in Fañabe/Costa Adeje
Hochwertig erschlossener und gepflegter Strand von Luxushotels, der aber frei zugänglich ist. Prächtig angelegte Promenade mit Cafés, Restaurants und Geschäften. Edelboutiquen rund um den Placa Duce in unmittelbarer Nähe.
Playa de El Puertito
Knapp zwei kilometer langer Strand nahe bei Guimar. Schwarzer Sand.
Playa de las Caletillas
Schöne Buchten, etwas touristisch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Teneriffa ist heute eine typische Urlaubsinsel, folglich sind auch Wirtschaft und Infrastruktur überwiegend auf den Tourismus eingestellt. 1885 besuchten zum ersten Mal 350 Touristen aus England die Insel. Sechs Jahre später kamen schon 5.000 Gäste im Jahr, und 2001 waren es 4,8 Millionen. Der Fremdenverkehr konzentriert sich vor allem auf die Nordküste um Puerto de la Cruz und den Süden bei Los Cristianos. In der Landwirtschaft werden Kartoffeln, Bananen, Tomaten und Wein angebaut.

Die Autobahnen führen von der Hauptstadt Santa Cruz in die Ferienzentren Puerto de la Cruz sowie Los Cristianos und Playa de las Americas.

Es gibt zwei Flughäfen - den Flughafen Teneriffa Nord bei La Laguna in der Nähe von Santa Cruz sowie den Flughafen Tenerife Sur Reina Sofía im Süden der Insel; dieser ist von den wichtigsten Badeorten aus schnell erreichbar.

Als preiswertes, zuverlässiges und sauberes Verkehrsmittel gelten die grünen Linienbusse der TITSA (örtliche Bezeichnung: Guagua), die fast jede Ortschaft auf der Insel anfahren. Die Hauptrouten über die Autobahn von Las Americas bzw. Los Christianos im Süden der Insel nach Santa Cruz und Puerto de la Cruz im Norden werden von modernen klimatisierten Bussen mit Gepäckfächern gefahren. Die beiden Flughäfen Flughafen Teneriffa Nord|Los Rodeos im Norden (IATA-Code: TFN) und Reina Sofía im Süden (TFS) werden mindestens im Stundentakt angefahren. Die direkte Fahrzeit vom zentralen Busbahnhof in Santa Cruz zum Südflughafen beträgt etwa 50 Minuten (Linie 341, stündlich). Die Fahrzeit von Puerto de la Cruz nach Santa Cruz dauert ca. 40 Minuten (Linie 103, stündlich, zur Hauptzeit alle 30 Minuten). Der Direktbus von Puerto de la Cruz zum Südflughafen (Linie 340) benötigt ca. 85 Minuten, fährt aber nur vier Mal am Tag. Komplette Fahrpläne mit einer Übersichtskarte der Insel gibt es kostenlos an den großen zentralen Busbahnhöfen in Santa Cruz und Puerto de la Cruz oder an Kiosken. Sehr praktisch sind die „Bono Bus”-Karten, die man ebenfalls am Besten an diesen beiden zentralen Busbahnhöfen bekommt. Es handelt sich um sog. Prepaidkarten, mit denen man ab mittellangen Strecken zwischen 20 und 50 Prozent des Fahrpreises sparen kann. Taxen sind relativ preisgünstig.

Eine Straßenbahnlinie ("Tranvía") verbindet bald (steht April 2007 kurz vor der Eröffnung) Santa Cruz mit den nördlichen Vororten, der Universität und die Innenstadt von La Laguna. Eine Verlängerung zum Flughafen Teneriffa Nord wird ebenso diskutiert wie der Bau einer Eisenbahnlinie, die Santa Cruz mit dem Inselsüden und dem Flughafen Tenerife Sur Reina Sofía verbinden soll.

Literatur

  • Baillon, Eames, Fernandez-Armesto: APA-Guides. Teneriffa - La Gomera - La Palma - El Hierro. APA, Berlin 1990
  • Eyke Berghahn, Petrima Thomas, Hans-R. Grundmann: Teneriffa. Reise-Know-How-Verlag, Westerstede, 3. Aufl. 2006, ISBN 3-89662-212-9
  • Irene Börjes: Teneriffa. Michael Müller, Erlangen 1996, ISBN 3-923278-36-5
  • Jürgen Richter, Ralf Nestmeyer: Teneriffa. Verlagshaus Würzburg, Würzburg 2004, ISBN 3-80031630-7
  • Joachim Pott, Joachim Hüppe, Wolfredo Wildpret de la Torre: Die Kanarischen Inseln. Natur- und Kulturlandschaften. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3284-2 (bebilderte Darstellung der Geobotanik)
  • Annette Wolfsperger, Klaus Wolfsperger: Teneriffa. Bergverlag Rother, ISBN 3-7633-4016-5 (Wanderführer)
  • Frank Rainer Scheck: Wandern auf Teneriffa. Mair DuMont, Ostfildern 2005 (Wanderführer)
  • Horst Uden: Der König von Taoro. Historischer Roman der Eroberung Teneriffas. Zech-Verlag 2003, ISBN 84-933108-4-0

Weblinks

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Quellen


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