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Tecklenburger Land

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Tecklenburger Land
Blick vom Teutoburger Wald bei Tecklenburg auf das Aatal bei Laggenbeck
Blick vom Teutoburger Wald bei Tecklenburg auf das Aatal bei Laggenbeck
Karte
Bild:Lage des Kreises Tecklenburg in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Fläche: 811 km²
Karte
Bild:North rhine w te.png

Das Tecklenburger Land ist ein Teil Westfalens. Politisch zählt es zum Kreis Steinfurt sowie zum Regierungsbezirk Münster, geographisch und geschichtlich ist es ein eigener Bereich. Es ist deckungsgleich mit dem ehemaligen Kreis Tecklenburg. Geschichtlich ist es hervorgegangen aus der Grafschaft Tecklenburg sowie der Obergrafschaft Lingen und einem kleinen Teil des Bistums Münster.

Namensgebend stand die Stadt Tecklenburg Pate. Hintergrund ist die ehemalige Verwaltungshoheit in den vergangenen Jahrhunderten. Aufgrund der großen politischen, geschichtlichen und religiösen Differenzen zum Münsterland ist das Regionalbewusstsein besonders Ausgeprägt. Man sieht sich häufig als „Tecklenburger“ und nicht als Münsterländer.

Inhaltsverzeichnis

Geographisch

Das Tecklenburger Land besteht zum größten Teil aus dem Niedersächsisches Bergland, das sich als Teutoburger Wald zeigt. Vor allem das Zentrum um Ibbenbüren und Tecklenburg sind durch die bergige Landschaft geprägt. Der Teutoburger Wald läuft bei Bevergern als Huckberg aus. Südlich des Teutoburger Waldes beginnt die Westfälische Bucht in dem die Orte Riesenbeck, Lengerich, Lienen und Ladbergen liegen. Nördlich der Ausläufer des Teutoburger Waldes Grenzt die norddeutsche Tiefebene an. Hier befinden sich die Ortschaften Recke, Hopsten, Westerkappeln und Mettingen.

Berge

Die höchsten Erhebungen im Tecklenburger Land sind der

Weitere bekannte Erhebungen sind der Birgter Berg und der Huckberg in der Nähe von Riesenbeck im Teutoburger Wald.

Eine weitere bemerkenswerte Erhöhung im Tecklenburger Land ist die Schafberghochebene bei Ibbenbüren. Einem Karbonhorst, der mit seiner Höhe von 120 m bis 170 m schwankt und eine Ausdehnung in Ost-West-Richtung von 14 km und in Nord-Süd-Richtung von 5 bis 6 km hat. Hier befindet sich auch das Bergwerk Ibbenbüren.

Auf diesem Plateau befinden sich die zwei großen Bergehalden des Bergwerkes die Hopstener Bergehalde mit einer Höhe von 185 m ü. NN und die Rudolfschachthalde mit einer vorläufigen Höhe von 196 m, die nach Beendigung der Schüttung eine Höhe von 216 m ü. NN haben wird.

Flüsse und Bäche

Die größten Flüsse sind die Ibbenbürener Aa im Süden und die Hopstener Aa im Norden. Zahlreiche kleinere Flüsse und Bäche durchziehen das Tecklenburger Land. Unter ihnen sind die Bevergerner Aa und Ladbergener Mühlbach. Die im Tecklenburger Land häufige Ortsnamnenendung beck steht für Bach.

Die Plane (Bach) war ein Bach der vom Schafberg nach Ibbenbüren floss, aufgrund der Bergbautätigkeit aber versiegt ist.

Seen

Bild:Canyon lengerich 1.jpg
Bild vom Cañon in Lengerich

Die Armut Westfalens an stehenden Gewässern zeigt sich auch im Tecklenburger Land. Der größte natürliche Binnensee Westfalens liegt hier bei Hopsten. Es ist das unter Naturschutz stehende Heilige Meer. Teilweise sind andere größere, natürliche Gewässer wie die Bergteiche bei Ibbenbüren nicht mehr existent. Eine Reihe von künstlich angelegten Gewässern sind im Tecklenburger Land zu finden. Sie sind vor allem durch den Kanalbau, Steinbrüche und den Bau der Bundesautobahn 30 entstanden. Durch den Steinbruchbetrieb entstand der Canyon in Lengerich, der mittlerweile ein Naturschutzgebiet ist.

Der Ibbenbürener Aasee und der Torfmoorsee in Hörstel sind durch den Autobahnbau entstanden, indem der Sand der zum Bau benötigte Sand hier entnommen wurde. Andere durch den Sandabbau entstandene Seen sind der Präriesee und der Atta-See in Westerkappeln. Der Herthasee, früher Kiebitzsee, ist zu einem Campingplatz umfunktioniert worden. Wie das Heilige Meer ist er durch einen Erdfall vor langer Zeit entstanden.

Streitfrage Münsterland

Die Frage, ob das Tecklenburger Land ein Teil des Münsterlandes ist, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Je nach Betrachtungswinkel ergeben sich unterschiedliche Schlussfolgerungen.

Historisch

Das Tecklenburger Land gehörte mehrheitlich zur Grafschaft Tecklenburg und zur Obergrafschaft Lingen. Ausnahmen bilden die Stadt Hörstel und das Amt Hopsten (ohne Halverde und Schale), die der Graf von Tecklenburg im Jahre 1400 an den Bischof von Münster abtreten musste. Diese kehrten mit der Auflösung des Fürstbistums Münster durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 zum Kreis Tecklenburg zurück. Die Obergrafschaft Lingen und die Grafschaft Tecklenburg gehörten bereits seit 1702 bzw. 1707 zu Preußen. Nach der Zeit der französischen Besetzung wurde das Gebiet des Tecklenburger Landes zur Provinz Westfalen gegliedert. Diese wurde aus Münster verwaltet. Mit der Eingliederung des Kreises Tecklenburg im Jahre 1975 durch das Münster/Hamm-Gesetz verlor das Tecklenburger Land seine politische Eigenständigkeit. Historisch gehört das Tecklenburger Land nicht zum Münsterland.

Religion

Das mehrheitlich evangelisch geprägte Tecklenburger Land steht im Gegensatz zum fast ausschließlich katholisch geprägtem Münsterland. Dies ist bedingt durch die historische Zugehörigkeit.

Landschaftlich

Das Tecklenburger Land unterscheidet sich landschaftlich klar vom Münsterland. Das Tecklenburger Land liegt im Niedersächsisches Bergland und bildet darin eine eigene Untergruppe. Das Münsterland hingegen ist eine Untergruppierung der Westfälischen Bucht.

Gegenwart

Heute wird das Tecklenburger Land oft zum Münsterland gezählt, da es dem Regierungsbezirk Münster zugehörig ist. Auch durch den Verlust des eigenen Kreises Tecklenburg erscheint es heute nicht mehr gesondert auf Karten. Durch das Regionalmarketing wurde das Tecklenburger Land in das Regionalmarketing des Münsterlandes mit eingebracht, was den Anschein erweckt, es sei ein Teil des Münsterlandes. In diesem Zusammenhang wird es vielfach auch als „Balkon des Münsterlandes“ bezeichnet.

Gesellschaftlich ist das Tecklenburger Land jedoch nicht im Münsterland integriert sondern es stellt sich als Region selbst da. Das zeigt sich unter anderem im Regionalbewusstsein der Leute, aber auch darin, dass in den lokalen Zeitungen häufig vom Tecklenburger Land gesprochen wird. Die Kreisklasse des Fußballs, wo das Tecklenburger Land noch als eigenständiger Bereich gilt, ist besonders als Beispiel geeignet. Ebenso wie bei zahlreichen anderen Vereinen und Institutionen wie der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Teckelnburger Land (ANTL), des Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land, VCB Tecklenburger Land, Klinik Tecklenburger Land in Tecklenburg, Tierschutzverein Westerkappeln/Tecklenburger Land e.V. usw.

Städte und Ortschaften im Tecklenburger Land

Die erst genannte Ortschaft ist Sitz der Verwaltung bzw. Namensgeber der Gemeinde. Die folgenden sind jeweils die Orts- und Gemeindeteile.

Bild:Altstadt bevergern.jpg
Die Altstadt von Bevergern mit ihren charakteristischen Fachwerkhäusern.
Bild:Tecklenburg.jpg
Tecklenburg, Blick von der Legge auf die Altstadt
Bild:Steinbeck St Philippus und Jacobus.jpg
Die unter Denkmalschutz stehende katholische Pfarrkirche St. Philippus und Jacobus in Steinbeck
Schultenhof-Gebäude in Mettingen, in denen auch ein Schul- und ein Postmuseum untergebracht sind
Schultenhof-Gebäude in Mettingen, in denen auch ein Schul- und ein Postmuseum untergebracht sind

Wirtschaft

Bild:IbbenbuerenSchaefer.jpg
Hauptsitz der Firma Schäfer in Ibbenbüren.

Das Tecklenburger Land ist vor allem durch den Bergbau geprägt. Dies ist in der Wirtschaftstrucktur bis heute deutlich sichtbar. Dadurch Resultiert auch der Kraftwerkstandort. Auffallend ist die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz NRW. Sie beträgt im Arbeitsamtsbezirk Ibbenbüren 5,3 %.

Auch spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte übernehmen Unternehmen wie die Teutoburger Ölmühle oder die Stärkefabriken Crespel&Deiters und Krönerstärke, allesamt in Ibbenbüren.

In Ibbenbüren-Uffeln gibt es zudem einige Chemiefabriken, die hauptsächlich Chlorproduktion und -weiterverarbeitung betreiben. Der Stamm dieser Chemiefirmen entstand durch die Elektrochemie Ibbenbüren (ECI). Diese trägt heute den Namen Akzo Nobel Ibbenbüren. Die Weiterverarbeitung des produzierten Chlors und des Wasserstoffs übernehmen Firmen wie die Angus Chemie, eine Tochter der Dow Chemical, oder Wibarco, eine Tochtergesellschaft der BASF.

Weitere deutschlandweit bekannte Unternehmen sind unter anderem Musik Produktiv (nach eigener Aussage Europas größtes Kaufhaus für den Musiker-Bedarf), Bauunternehmen Schäfer (war unter anderem im Berliner Regierungsviertel tätig) und die Ibbenbürener Vereinsdruckerei (sehr gute Forschungs- und Druckergebnisse im Bereich Farbmanagement). In Laggenbeck ist der Sitz des Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land. In Lengerich ist ein Zementwerk der Dyckerhoff in Betrieb. In Mettingen befinden sich die Wurzel des Textilhauses C&A Brenninkmeyer. Auch der Konditor Coppenrath & Wiese (Tiefkühltorten und Brötchen) hat hier seinen Sitz. Die Brennerei Langemeyer produziert und vertreibt von Mettingen Bruch aus den in der Gegend bekannten Wacholderschnaps.

Bergbau im Tecklenburger Land

Das auf Mettinger Gebiet liegende Nordschacht-Gelände.
Das auf Mettinger Gebiet liegende Nordschacht-Gelände.

Der Bergbau nimmt im Tecklenburger Land ein besondere Stellung ein. Ähnlich dem Ruhrgebiet war und ist das Tecklenburger Land witschaftlich von Bergbau abhängig. Das Revier wird auch als Ibbenbürener Steinkohlenrevier bezeichnet. Bedeutend ist das Ostfeld mit dem dortgelegenem und noch heute in Betrieb befindlichen Bergwerk Ibbenbüren. Die ehemaligen Betriebe Zeche Westfeld und Grube Mieke sind 1979 bzw. 1964 stillgelegt worden.

Um die Jahrhundertwende war auch der Erzbergbau bei Ibbenbüren für die Region bedeutend. Aufgrund der Konkurrenzunfähigkeit zu schwedischen Erzen mussten die Gruben 1921 stillgelegt werden.

Raseneisenerzbergbau gab es vor allem im Bereich der Gemeinden Hopsten und Hörstel. Die letzten Abbaubetriebe stellten in den 1940er Jahren die Förderung ein.

Auch Steinbruchbetrieb waren und sind im Tecklenburger Land von Bedeutung. Zahlreiche Steinbrüche haben in den vergangenen Jahrhunderten vornehmlich Sandstein und Kalkstein in den Hängen des Teutoburger Waldes und des Schafberges gegraben. Überregional bekannt ist vor allem der Ibbenbürener Sandstein, der aufgrund seiner gelb gemusterten Farbe sehr gefragt ist. Zahlreiche Steinbruchbetrieb brechen ihn heute noch vornehmlich im Westteil des Schafberges. Der Osning-Sandstein aus dem Teutoburger Wald ist heute nicht mehr sehr bekannt, weil er seid Jahren nicht mehr gebrochen wird, häufig wird er auch Tecklenburger Sandstein genannt.

Kalkstein wird heute vor allem in und um Lengerich und Lienen abgebaut. Das in Lengerich befindliche Zementwerk verarbeitet diesen zu Portlandzement. Die ehemaligen Abbaugebiete in Riesenbeck und Dörenthe sind seid einigen Jahren nicht mehr aktiv. Hier wurde der Kalk in kleinen Gruben gebrochen und direkt am Rand der Gruben in kleinen Kalköfen gebrannt. Zahlreiche Ruinen der ehemaligen Kalköfen sind am Südhang des Teutoburger Waldes in diesen Orten zu finden. Auch in Ibbenbüren/Uffeln und Steinbeck gab jeweils einen solchen kleinen Kalkofen. In Uffeln wird der Rest dieses Ofens als Tribüne für den Fußballplatz genutzt, in Steinbeck ist ein kleines freilicht Museum daraus geworden.

Lehm und Ton wird in zahlreichen Orten des Tecklenburger Landes gewonnen. In den Ziegelein Recke, Hörstel und Ibbenbüren-Dickenberg wird dieser zu Ziegeln gebrannt.

Kraftwerksstandort

Bild:IbbenbuerenPowerplant.jpg
Panoramafoto des Kraftwerks Ibbenbüren

Das Tecklenburger Land ist seid 1912 Kraftwerksstandort. Die Nike eröffnete 1912 das Nike Kraftwerk Ibbenbüren nördlich das Bahnhofes in Ibbenbüren. Die Außerbetriebnahme erfolgte 1958. Als Ersatz war schon 1954 das Preussag Ballastkraftwerk Ibbenbüren gebaut worden. Es Leistete 92 MW und befand sich auf dem Gelände des Oeyenhausenschachtes. Das Kraftwerk Ibbenbüren Block A ist unmittelbar neben dem Balastkraftwerk 1967 errichtet worden. Die elektrische Leistung betrug 150 MW. Das Balastkraftwerk wurde 1985 von neuen Block B ersetzt. Aufgrund der Umweltfreundlichkeit wurde der Block A 1987 stillgelegt. Der heutige Block B, der seit der kompletten Übernahme des Kraftwerks durch die RWE nur noch Kraftwerk Ibbenbüren genannt wird, hat eine Leistung von 770 MW.

Medien

Die täglich erscheinende Ibbenbürener Volkszeitung ist die lokale Tageszeitung für den Westlichen Teil des Tecklenburger Landes. An den östlichen Teil ist die Westfälische Nachrichten Tecklenburger Landbote gerichtet. Die Westfälischen Nachrichten im Westteil ist vor einigen Jahren mit der Ibbenbürener Volkszeitung fusionert.

Die Wochenzeitungen sind der Ibbenbürener Anzeiger sowie die Wir in Ibbenbüren oder Lengerich.

Verkehr

Straße

Autobahn

Das Tecklenburger Land wir in Nord - Südrichtung von der A 1 im östlichen Randbereich durchschnitten. Bei Lotte kreuzt die Bundesautobahn 1 die A 30 im Lotter Kreuz die das Tecklenburger Land in der Mitte in Ost- Westrichtung durchkreuzt. Die Autobahnrichtungen verbindet das Tecklenburger Land mit Hamburg, Rhein/Ruhrregion und die ( A1) Amsterdam, Berlin ( A30 ) über Autobahn.

Bundesstraßen

Das Tecklenburger Land verfügt über eine Bundesstraße dieses ist die B 219. Sie verbindet Ibbenbüren, ab der Anschlussstelle Ibbenbüren der A30 über Saerbeck und Greven mit Münster.

Des Weiteren befand sich nördlich von Ibbenbüren ein ehemaliges Teilstück der B 65. Diese wurde auf eine Landstraße zurückgestuft, weil die A30 parallel zu dieser läuft.

Eisenbahn

Mit Personenverkehr

Die folgenden Eisenbahnstrecken durchqueren das Tecklenburger Land

im Süden durchquert im Bereich der Gemeinden Lengerich und Lienen die Rollbahn das Tecklenburger Land.

In Ost-West-Richtung verläuft die

Im Nordosten liegt die

Nur Güterverkehr und Museumseisenbahn

Bild:Nordbahn Lokomotive.jpg
Die Tecklenburger Nordbahn: Lok der TNB

Die Teutoburger Wald-Eisenbahnverläuft über Ibbenbüren – Tecklenburg – Lengerich – Bad Iburg – Gütersloh. Auf ihr werden hauptsächlich Güter transportiert. Im Sommer finden regelmäßig Museumseisenbahnfahrten statt.

    • Bahnhöfe: Ibbenbüren, Ibbenbüren Aasee, Bocketal, Brochterbeck, Tecklenburg, Lengerich (Westfalen), abzweig Saerbeck

Im Norden liegt die Tecklenburger Nordbahn ihr verlauf ist über Osnabrück – Westerkappeln – Mettingen – Recke – Rheine. Eine Reaktivierung des Streckenabschnittes Recke Osnabrück ist derzeit im Gespräch.

    • Bahnhöfe: Uthuiesen, Ostenwalde, Uffeln, Zumwalde (Obersteinbeck), Bad Steinbeck, Recke, Schlickelde, Mettingen, Kukusnest(Westerkappeln), Westerkappeln, Wersen, Osnabrück-Eversburg

Stillegelgte Eisenbahnstrecken

Bild:Ibbenbueren-Laggenbeck Schleppbahn Ost.jpg
Die gleichnamige Straße in Laggenbeck kennzeichnet den Verlauf der ehemaligen Schleppbahn.

Die Perm-Bahn verband den Permer Stollen mit dem Bahnhof Hasbergen. Von 1885 bis 1921 transportierte sie Erze der Erzgruben Zeche Perm nach Hasbergen und von dort weiter nach Georgsmarienhütte. Von 1944 bis 1949 diente sie als Umgehungsbahn für das durch Bomben zerstörte Osnabrück.

Die Schmalspurbahn Schleppbahn verband die einzelnen Erzgruben in Ibbenbüren und Laggenbeck mit der Perm-Bahn.

Wasser

Durch das Tecklenburger Land führen zwei künstliche Wasserstraßen, der Dortmund-Ems-Kanal und der Mittellandkanal. Der Dortmund-Ems-Kanal durchzieht das Tecklenburger Land vom Ibbenbürener Stadtteil Dörenthe, in dem Sich auch ein Hafen befindet, über Riesenbeck nach Bevergern. In Bevergern befindet sich eine Schleuse, in der die Schiffe die Richtung Rheine fahren talwärts geschleußt werden.

In Bergeshövede zwischen Riesenbeck und Bevergern zweigt der Mittellandkanal am sogenannten Nassen Dreieck vom Dortmund-Ems-Kanal ab. Er durchquert das Tecklenburger Land Richtung Osnabrück durch die Orte Uffeln, Obersteinbeck, Steinbeck, Recke, Mettingen und Westerkappeln. Häfen befinden sich in Uffeln und Recke.

Der Düker des Mittellandkanals über die Ibbenbürener Aa bei Uffeln wurde im Zweiten Weltkrieg wiederholt von den Briten bomardiert. Das entsprechender Teilstück wurde inzwischen durch eine neue Fahrt ersetzt. Der Stichkanal Ibbenbüren ist ein Rest des ersetzten Teilstücks, der „alten Fahrt“, die wegen zweier zu enger Kurven und den Problemen mit Bombenblindgängern zwischen 1985 und 1987 beim Ausbau des Kanals ersetzt wurde.

Luft

Bild:Fmo2.jpg
Luftbild des Flughafens aus östlicher Richtung. Im Vordergrund gut zu erkennen der Dortmund-Ems-Kanal.

Bei Greven, 10 km südlich von der Grenze des Tecklenburger Landes, liegt der internationale Flughafen Münster/Osnabrück, welcher seit Jahren einen großen Aufschwung erlebt und die Region so mit der ganzen Welt verbindet.

Religion

Das Tecklenburger Land ist in der Konfessionsfrage sehr gespalten. Bedingt durch die Zugehörigkeit zur Grafschaft Tecklenburg (Schale und östlich der Stadt Tecklenburg) herrscht der evangelische Glauben vor. Im Bereich der ehemaligen Obergrafschaft Lingen, also in Ibbenbüren, Brochterbeck, Recke und Mettingen, sind beide Religionen etwa gleichstark vertreten. Im Westen im Bereich der Gemeinden Hopsten und Hörstel herrschte bis 1945 fast ausschließlich der Katholische Konfession vor, da diese Gebiete bis 1803 mit dem Reichsdeputationshauptschluss dem Fürstbistum Münster abgeschlagen wurden. Erst mit der Ankunft Vertriebener aus den ehemaligen Ostgebieten erhöhte sich die Zahl der Evangelischen dort.

Bis Anfang der 1940er Jahre gab es in Ibbenbüren, Westerkappeln, Lengerich und Hopsten Jüdische Gemeinden. Besonders hervorzuheben ist die Jüdische Gemeinde Hopsten, die die einzige ehemalige Orthodoxe jüdische Gemeinde in Westfalen war. Die Synagogen wurden in der Reichskristallnacht am 9. November 1938 zerstört. Die jüdischen Friedhöfe werden heute von der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück betreut. Heute gibt es vereinzelt wieder Juden im Tecklenburger Land.

Sport

So gut wie jeder Ort im Tecklenburger Land besitzt seinen eigenen Sportverein. Bedeutende Sportvereine sind die Volleyballmanschaft VCB Tecklenburger Land und der Fußballverein Sportfreunde Lotte. In der 1. Bundesliga Kegeln spielt die KSG Tecklenburger Land. Ein bedeutender Golfclub ist der Golfclub Tecklenburger Land e.V. Der Reitsport erfreut sich im Tecklenburger Land besonderer Beliebtheit, was sich an den Teilnahmen einiger bekannter Reiter bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zeigt.

Kultur und Veranstaltungen

Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen finden im Tecklenburger Land statt. Alle zwei Jahre findet an wechselnden Orten das Kreisheimatschützenfest des Kreisheimatschützenbundes Tecklenburger Land statt, an dem ein Großteil der über 100 Schützenvereine des Tecklenburger Landes teilnimmt. Die Ibbenbürener Innenstadt-Kirmes ist die größte Kirmes im Tecklenburger Land. An Pfingsten treffen sich in Ibbenbüren die Liebhaber alter Motorrad-Veteranen zur Veteranen-Rally. Ebenfalls in Ibbenbüren findet alljährlich im Winter das Festival „Ibbenbüren on ice“, das mit der größten künstlichen Freilufteisfläche der Region viele Besucher anzieht. Das seid 2005 bestehende Ibbenbürern Theater (ehemals Kino „Schauburg“) wird vom „Quasi-So-Theater der VHS“ bewirtschaftet. Das Freilichttheater Tecklenburg in der Ruine der alten Burg Tecklenburg bietet für alt und jung Veranstaltungen. Zahlreiche Karnevalsveranstalltungen in Recke, Obersteinbeck, Bevergern, Hörstel usw. finden zur närrischen Saison satt. Überregional bekannt ist auch der Politische Aschermittwoch der CDU in Recke.

Sehenswürdigkeiten

Kulinarische Spezialitäten

An Kulinarischen Spezialitäten des Tecklenburger Landes sind besonders das Pumpernickel, Kartoffelpfannekuchen und Wacholderschnaps und Korn (Brenneri Langemeyer). Auch andere Westfälische Spezialitäten wie der Westfälischer Schinken sind hier zu nennen.

Siehe auch

Weblinks

Fernsehsendung

In der Fernsehserie „Bilderbuch Deutschland“ wird dem Tecklenburger Land eine Sendung gewidmet.

Literatur

  • Westfälischer Städteatlas; Band: IV; 1 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Ibbenbüren, Autor: Ellen Widder. Dortmund-Altenbeken, 1994, ISBN 3-89115-132-2
  • Hubert Rickelmann und Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau von den Anfängen bis zur Gegenwart. Schöningh, Paderborn, München, Wien und Zürich 1983, ISBN 3-506-77223-6
  • Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Bergbau des 20. Jahrhunderts in Bildern, Ibbenbüren : Ibbenbürener Vereinsdruckerei 1998, ISBN 3-921290-94-5
  • Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlen- und Erzbergbau und seine Mineralien, Haltern in Westfalen : Bode 1991
  • Hans Röhrs: Der frühe Erzbergbau und die Hüttenindustrie im Tecklenburger Land, Ibbenbüren: Ibbenbürener Vereinsdruckerei 1987, ISBN 3-921290-23-6
  • Hugo Strothmann: Wasserversorgung im Tecklenburger Land einst und heute, Ibbenbüren : Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 2001
  • Werner Suer: Ibbenbüren wie es früher war Verlag Wartberg 2000, ISBN 978-3861348658
  • Friedrich E Hunsche, Bernhard Holwitt: Alt-Ibbenbüren. Bilder, Berichte, Geschichten. ISBN 978-3921290033
  • Das alte Ibbenbüren aus der Luft, Verlag Wartberg 2001, ISBN 978-3831310425
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