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Sudetendeutsche Partei

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Die Sudetendeutsche Partei (SdP) wurde von Konrad Henlein am 1. Oktober 1933 als Sudetendeutsche Heimatfront begründet. Auf Druck der tschechoslowakischen Regierung musste ihr Name am 19. April 1935 in SdP geändert werden. Die SdP wurde mit massiver Unterstützung der NSDAP systematisch zur Fünften Kolonne des so genannten Dritten Reiches ausgebaut.

Geschichte

Von 1918-1930 und von 1920 bis 1933 waren die Sudetendeutschen in zwei großen Parteien vereinigt: Die "Wertekonservativen" in der "Deutsche Nationalpartei Böhmens" und die "Radikalen" in der "Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei". Doch 1933 waren diese von der Prager Regierung verboten worden. Ihre Anhänger schlossen sich nun bis 1935 der Sudetendeutschen Heimatfront (SHF) an; diese gewann alsbald die Unterstützung der meisten Sudetendeutschen. Anfänglich lehnte sie den Nationalsozialismus von Adolf Hitler ab; vielmehr standen ihre Anhänger den großdeutschen Traditionen der Österreicher bzw. der "Großdeutschen Partei" nahe und befürworteten eher die Vereinigung mit dem benachbarten Österreich als mit dem Deutschen Reich.

Henlein strebte ursprünglich an, dass die damalige Tschechoslowakei ihrem Versprechen nachkam, ihren Staat "wie eine zweite Schweiz" aufzubauen, in dem alle Volksgruppen zu ihrem Recht kamen. Doch wurde die SdP zunehmend von den "Alldeutschen" unterwandert und unter massiver Einflussnahme der NSDAP auf reichsdeutschen Kurs gebracht, so dass nun Nationalsozialisten offen nach der Macht in der Partei griffen und in ihr aufsteigen konnten.

Im Mai 1935 wurde die SdP zur zweitstärksten Partei der Ersten Tschechoslowakischen Republik: sie stellte 44 Sitze (von insgesamt 300 Sitzen) des Abgeordnetenhauses und 23 im Senat. Die SdD erhielt zwar die meisten Stimmen (1.249.530), wurde aber nur zweitstärkste Partei (nach der Republikanischen Partei des Landvolkes (Agrarier) mit 1.176.593 Stimmen und 45 Sitzen im Abgeordnetenhaus). In der ersten Hälfte des Jahrzehnts hatten im "Sudetengebiet" noch die sozialdemokratische und die kommunistische Partei dominiert.

Die Partei geriet 1935 in Folge des aus Berlin finanzierten Wahlkampfes zunehmend in finanzielle, ideologische und politische Abhängigkeit vom Deutschen Reich.

Im November 1937 verfolgte Henlein auf Weisung Adolf Hitlers in der Sudetenkrise 1938 eine Politik, die jede mögliche Einigung zwischen Sudetendeutschen und der Regierung in Prag sabotierte und den deutschen Zugriff auf die Tschechoslowakei erleichterte.

Im März 1938 ging der Sudetendeutsche Bund der Landwirte in der Partei auf und auch die Abgeordneten der Deutschen Christlichsozialen Volkspartei schlossen sich der SdP an.

Im Oktober 1938 - nach der Eingliederung der Sudetengebiete als Reichsgau Sudetenland in das Deutsche Reich nach dem Münchner Abkommen - wurde die Sudetendeutsche Partei unmittelbar der NSDAP unterstellt, formal jedoch blieb sie als - ideologisch mittlerweile Hitler ergebene - Partei für die sudetendeutschen Gebiete ("Sudetengau") bestehen. Ihr Vorsitzender Konrad Henlein erhielt den Parteititel eines Gauleiters des deutschen Reichsgaus Sudetenland und wurde von Heinrich Himmler zum "SS-Ehrenführer" im Range eines SS-Obergruppenführers ernannt. Das bedeutete, dass Henlein als eines der wenigen Nichtmitglieder der SS die SS-Uniform tragen durfte; er trat jedoch 1939 auch aktiv in die SS und NSDAP ein und wird Reichstatthalter des Reichsgau Sudetenland.

Mit dem Zusammenbruch des Großdeutschen Reiches wurde 1945 auch die Sudetendeutsche Partei aufgelöst und verboten.

Siehe auch

Weblinks

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