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Substanz
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Substanz ist nach dem lateinischen Wort substantia „das, woraus etwas besteht“.
Inhaltsverzeichnis |
Naturwissenschaften
Umgangssprachlich steht das Wort oft synonym für einen chemischen Stoff im allgemeinen, in einem engeren Sinn der Chemie wird die Bezeichnung Substanz auf Stoffe in fester Form (Feststoffe) beschränkt, im Gegensatz zu Flüssigkeiten und Gasen.
In der Medizin und Pharmazie wird der Begriff v. a. angewandt für
- Strukturen und Gewebe benutzt, die einheitlich aussehen, wie substantia nigra, substantia grisea
- Stoffe, die eine Wirkung ausüben, etwa psychotrope Substanz, pharmazeutische Substanz (Arzneimittel, Pharmakon), toxische Substanz (Gift)
Häufig wird der Begriff Substanz auch im Sinne von „wichtige Stoffe“ verwendet, z. B. „etwas geht an die Substanz“. Dies bedeutet, (im stofflichen/medizinischen Sinne) dass die Vorräte aufgebraucht sind und nun die Grundlagen angegangen werden. Im psychologischen Sinne „geht etwas an die Substanz“, wenn die persönlichen Schutzmechanismen (Abwehr, Verdrängung...) nicht mehr greifen.
Philosophie
In der Philosophie wird der Begriff für das Essentielle, Wesentliche, Dauernde oder Multikausale verwendet. Er ist jedoch nicht immer gleich belegt. Nach Aristoteles ist Substanz (ousia) das, was im eigentlichen Sinne seiend ist. Er selbst jedoch wies schon auf die daraus resultierende Problematik hin, dass etwas Substanzielles (bar jeder Eigenschaft) nicht mehr denkbar ist, und verwarf deshalb auch diese Überlegung wieder, dennoch wurde sie von späteren Philosophen übernommen. René Descartes sieht das als Substanz, was existiert und nichts Anderes zu seiner Existenz voraussetzt. Wittgenstein meint schlicht „Die Gegenstände bilden die Substanz der Welt“.
Der Monismus (zum Beispiel Spinoza, der einen Pantheismus vertrat) ist der Meinung, es gebe nur eine einzige Substanz (die dann in vielen Anschauungen auch mit Gott gleich zu setzen sei), der Dualismus unterscheidet zwei Substanzen. René Descartes unterscheidet beispielsweise die denkende (res cogitans) und die sich ausdehnende Substanz (res extensa). Für andere wiederum existieren viele verschiedene (Kant) oder unendlich viele Substanzen (bei Leibniz Monaden).
Literatur
Einführungen:
- Joshua Hoffman, Gary Rosenkrantz: Substance – Its Nature and Existence. Routledge, London, New York 1997
- Michael J. Loux: Substance and Attribute. Reidel Publishing, Dordrecht 1978
- Benjamin Schnieder: Substanzen und (ihre) Eigenschaften. Berlin u. a. 2004
Weblinks
- Eintrag (englisch) in der Stanford Encyclopedia of Philosophy (inkl. Literaturangaben)
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