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Stuckmarmor

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Stuckmarmor an einem Altar in der Wallfahrtskirche Birnau
Stuckmarmor an einem Altar in der Wallfahrtskirche Birnau

Stuckmarmor ist ein dem Naturmarmor optisch ähnliches Marmorimitat. Man unterscheidet zwei verschiedene Techniken: Stucco lustro, d.h. reines Aufmalen der Marmorierung, und Scagliola, aus farbigem Gips angefertigter Kunstmarmor.

Stucco lustro

Unter Stucco lustro versteht man die Aufmalung der Marmorierung auf einen durchgefärbten, einfarbigen Mörtelgrund. Stucco lustro ist eine reine Kalkputztechnik , bei der auf einen guten Grundputz aus Kalk und Sand mehrere Marmorsand/Marmormehl-Sumpfkalkschichten "nass-in-nass" aufgeputzt werden. Dabei wird nach oben hin immer feiner werdend gearbeitet . In die letzte Schicht wird schon der Grundton des Marmors mit zugegeben. Anschließend wird in den feuchten Putz die Marmorierung gemalt. Abschliessend wird die fertige Fläche mit venezianischer Seife eingestrichen und mit der blamken heissen Glättkelle ábgeglättet/abgestuckt. Nicht zu Verwechseln ist diese Technologie mit dem gipsgebundenem Kunstmarmor. Diese Technik ist verhältnismäßig preisgünstig und zeichnet sich durch ihren hohen Glanz aus.

Scagliola

Aufwändiger ist hingegen die Technik des Scagliola. Zur Herstellung wird Gips mit Leimwasser (Glutinleime, z. B. Knochenleim) versetzt, mit Farbpigmenten eingefärbt und durchgeknetet. Das Kneten kann längere Zeit erfolgen, da der Knochenleim das Abbinden des Gipses verzögert. Die gefärbten Massen werden marmorartig ineinandergeknetet, verdreht und zu Kuchen gepresst, die man in ca. ein Zentimeter dicke Scheiben schneidet und auf die Unterlage (in der Regel Mauerwerk) aufträgt. Wenn der Gips erhärtet ist, wird er grob geschliffen, Fehlstellen ausgespachtelt und mit immer feiner werdenden Schleifsteinen geschliffen. Anschließend erfolgt abermaliges Ausschlämmen mit wenigem, dünnflüssigem Gips mit Leimwasser. Nach abermaligem Feinstschliff wird mit einem Polierstein (z.B. Achat, Hämatit) mechanisch unter Anwendung von gelindem Druck verdichtend poliert.

Stuckmarmor gab es schon in der Spätantike, jedoch fällt seine Blütezeit in den Barock. Die Herstellung von Stuckmarmor konnte teurer werden als echter Marmor. Dennoch wurde Stuckmarmor für manche Bauprojekte bevorzugt, da sich mit ihm Farb- und Musterspiele erzeugen lassen, die natürlicher Marmor nicht bietet (z.B. blauer Marmor mit ockergelben Äderungen). Ende des 19. Jahrhunderts ist Stuckmarmor aus der Mode gekommen.

Heute gibt es noch einige Restaurierungsbetriebe, die Stuckmarmor herstellen und ausbessern können. Stuckmarmor hat − neben der aufwändigen Herstellung − jedoch einige weitere Nachteile. Er ist nicht so hart wie echter Marmor (eignet sich daher z.B. nicht für stark beanspruchte Treppenbeläge) und ist nicht wetterfest, da Leim und Gipses wasserlöslich sind.

Widerstandsfähigere Kunstmarmormassen lassen sich auf der Basis von Weißzement erzeugen (Terrazzo, Archäolith oder Kunstharz mit Marmormehl als Füllstoff).

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