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Strategie der Spannung (Italien)

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die als Strategie der Spannung bezeichneten historischen Vorgänge in Italien. Für den politischen Begriff, siehe Strategie der Spannung

Die Strategie der Spannung (vom italienischen strategia della tensione) ist ein 1990 in Italien geprägter Begriff für eine Reihe gemeinsam geplanter krimineller Aktivitäten von italienischen Geheimdiensten, Rechtsextremisten, der Geheimorganisation Gladio und der Geheimloge Propaganda Due. Weil sich ähnliche Vorgänge auch in anderen Ländern nachweisen ließen, wird der Begriff mittlerweile generell für bestimmte staatsterroristische Aktivitäten verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Die Anschläge und ihre Folgen

Von 1969 bis 1984 begingen Mitglieder des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI (bzw. SID), Neofaschisten und Teile des Gladio-Netzwerks zahlreiche Terroranschläge und Morde in Italien. Dabei wurden insgesamt mehr als 200 Menschen getötet und etwa 600 verletzt. Ein Netzwerk geheimdienstlicher Stellen sorgte durch die Verbreitung von Falschinformationen und Fälschung von Beweisen dafür, dass die Verbrechen linksextremen Terroristen zugeordnet wurden, vor allem den Roten Brigaden. Die Vorgehensweise zielte auf die Diskreditierung der in Italien traditionell starken Kommunistischen Partei (KPI).

Im Jahr 1990 deckte der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson nach Recherchen in den Archiven des Militärgeheimdienstes SISMI die Hintergründe der Anschläge auf, was zu einer Staatsaffäre in Italien führte. Nach und nach wurden die bis dahin den Roten Brigaden zugeordneten Terroranschläge neu untersucht und eine Reihe von Rechtsextremisten und Geheimdienstlern zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ablauf

Die Terroranschläge wurden überwiegend von Mitgliedern der rechtsextremen Organisationen Ordine Nuovo und der davon abgespaltenen Nuclei Armati Rivoluzionari begangen. Teilweise waren diese auch Mitglieder der von NATO, CIA und dem MI6 betriebenen Organisation Gladio.

Zitate

Man musste Zivilisten angreifen, Männer, Frauen, Kinder, unschuldige Menschen, unbekannte Menschen, die weit weg vom politischen Spiel waren. (...) Der Grund dafür war einfach. Die Anschläge sollten das italienische Volk dazu bringen, den Staat um größere Sicherheit zu bitten. Diese politische Logik liegt all den Massakern und Terroranschlägen zu Grunde, welche ohne richterliches Urteil bleiben, weil der Staat sich ja nicht selber verurteilen kann.

Vincenzo Vinciguerra, 1990 wegen Mordes an drei Carabinieri verurteilter Rechtsextremist und Mitglied der Geheimorganisation Gladio, Quelle: Schweizer Zeitung "Der Bund"

Terror eignet sich mehr als irgendeine andere militärische Strategie dazu, die Bevölkerung zu manipulieren.

Dr. Daniele Ganser, Historiker und Gladio-Forscher (Quelle: Der Europäer, Jg. 9 / Nr. 6 / April 2005)

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard Feldbauer: "Agenten, Terror, Staatskomplott. Der Mord an Aldo Moro, Rote Brigaden und CIA". Papy Rossa, Köln 2000. ISBN 3-89438-207-4.
  • Dario Fo: Zufälliger Tod eines Anarchisten. (Theaterstück. Mit einem Vorwort von Helga Jungblut/Peter O. Chotjewitz: 'Politik auf der Bühne') Rotbuch, Hamburg 1997.
  • Daniele Ganser: Nato's Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe. Frank Cass, London 2005, ISBN 0714685003
  • Regine Igel: Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien. Herbig, München 2006, ISBN 3-77662-465-5
  • Luciano Lanza: Bomben und Geheimnisse. Geschichte des Massakers von der Piazza Fontana. [1] Edition Nautilus, Hamburg 1999. ISBN 389401332X
  • Corrado Stajano: Der Staatsfeind. Leben und Tod des Anarchisten Franco Serantini. Wagenbach, Berlin 1976

Weblinks

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