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Walter Raleigh

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Portrait von Sir Walter Raleigh im Alter von 32 Jahren
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Portrait von Sir Walter Raleigh im fortgeschrittenen Alter

Sir Walter Raleigh (* 1554 in Hayes Barton, Devonshire; † 29. Oktober 1618 in London) war ein englischer Seefahrer, Entdecker und Schriftsteller sowie Günstling der englischen Königin Elizabeth I. Sein Nachname findet sich auch in den Schreibweisen Rawley, Ralegh und Rawleigh.

Um 1554 wird Walter Raleigh als vierter Sohn einer adligen, jedoch wenig begüterten protestantischen Familie in Hayes Barton, Devonshire geboren. Raleigh verlässt 1569 England und kämpft auf hugenottischer Seite in den Religionskriegen Frankreichs. Um 1572 kehrt er in seine Heimat zurück und schreibt sich in Oxford ein. Großen Einfluss auf ihn übt in diesen Jahren sein Halbbruder Sir Humphrey Gilbert aus, welcher von englischen Überseekolonien in Nord-Amerika träumt. Gemeinsam unternehmen die beiden 1578 den vergeblichen Versuch, an die Küste Nordamerikas zu segeln. Seinem Halbbruder folgend, begibt sich Raleigh 1580 als Befehlshaber einer englischen Kompanie in das zu unterwerfende Irland, aus welchem er ein Jahr darauf nach London zurückkehrt.

Raleigh gelangt nun an den englischen Hof, wo er die Gunst und Freundschaft von Königin Elisabeth I. gewinnt und von ihr 1585 zum Ritter geschlagen wird. Ausgestattet mit Handelsprivilegien und als Berater im engsten Kreis der Königin wird er zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten Englands. Seine Ambitionen zur Gründung von englischen Überseekolonien in Nord-Amerika sind jedoch keineswegs verschwunden. Neben seinen Verpflichtungen in England und gegenüber der Königin treibt Raleigh seine privaten Projekte voran. Mit Unterstützung von vermögenden Investoren finanziert er die ersten zaghaften Schritte Englands zur Kolonialmacht. Von staatlicher Seite bleibt das Interesse an Überseesiedlungen allerdings gering. England konzentriert sich diesbezüglich vielmehr auf die Kolonisierung Irlands. Selbst in England verweilend, lässt Raleigh 1585 im heutigen North Carolina die erste englische Kolonie in Amerika mit dem Namen Roanoke (siehe Roanoke Island) gründen, welche allerdings nach einem Jahr wieder aufgegeben werden muss. Ein weiterer Siedlungsversuch an derselben Stelle im Jahr 1587 mit 150 Kolonisten scheitert gleichfalls. Im selben Jahr übernimmt Raleigh die Befehlsgewalt der königlichen Leibwache und ist somit verantwortlich für die Sicherheit Elisabeths. Er beteiligt sich des Weiteren an der Kolonisierung Irlands, indem er auf einem von ihm erworbenen Landstrich Bauern und ihre Familien ansiedelt.

Die Vormachtstellung Spaniens auf den Weltmeeren sieht Raleigh vorrangig durch die Goldfunde in Südamerika begründet. Um Spanien noch mehr entgegensetzen zu können, erachtet er den Abbau ebensolcher Goldvorkommen und den Aufbau eines Kolonialreiches in Amerika als unerlässlich. Ab 1590 verliert Raleigh immer mehr die Gunst der Königin. Intrigen und Machtkämpfe am königlichen Hof fördern seinen gesellschaftlichen Abstieg. So fällt es Raleigh denn auch nicht schwer, 1595 persönlich die Südamerika-Expedition ins legendäre Goldreich El Dorado (Guiana) anzuführen. Finanziell muss Raleigh dabei auf die Unterstützung des königlichen Hofes verzichten. Seine Hoffnung besteht darin, dass ihn die Königin nach erfolgreicher Heimkehr wieder zurücksenden und ihn mit dem Aufbau einer Kolonie beauftragen wird. Die Hoffnung auf die Entdeckung von El Dorado zerschlagen sich allerdings, auch wenn Raleigh den Glauben an das legendäre Guiana niemals aufgeben wird. Nach seiner Rückkehr nach England publiziert Raleigh 1596 seinen Reisebericht The discoverie of the large rich, and bewtiful empyre of Guiana. Sein Wagemut in Südamerika und ein anschließender militärischer Einsatz beim englischen Angriff auf die spanische Stadt Cádiz zahlen sich für Raleigh aus und es wird ihm gestattet, an den königlichen Hof zurückzukehren. Verpflichtungen gegenüber Elisabeth verhindern seinen Plan einer weiteren Reise nach Guiana. Nach dem Tod Elisabeths I. 1603 führen Intrigen am Hofe und der Vorwurf der Konspiration mit Spanien zur Verurteilung Raleighs zum Tode; federführend dabei ist König Jakob I. Das Urteil wird jedoch ausgesetzt und Raleigh wird im Tower of London in Haft gesetzt. Durch diese Verurteilung eines der bekanntesten anti-spanischen Wortführer werden die Bestrebungen Jakob I., Frieden mit Spanien zu schließen, konsolidiert und 1604 schließlich besiegelt.

Noch einmal kehrt Raleigh nach dreizehn Jahren Kerkerhaft auf die politische Bühne zurück. Das Versprechen an den König, Goldminen in Guiana zu finden und mit reichen Erträgen zurückzukehren, lässt Raleigh die Freiheit für kurze Zeit wieder gewinnen. Die erneute Expedition nach Südamerika im Jahre 1617 bleibt allerdings erfolglos und wird zum persönlichen Fiasko Raleighs, der bei Kämpfen mit den Spaniern seinen Sohn verliert. Nach seiner Rückkehr nach England bestätigt Jakob I. das Todesurteil und Raleigh wird am 29. Oktober 1618 in London enthauptet.

Walter Raleigh ist der Autor von The Last Fight of the Revenge (1591), The Discovery of Guiana (1596) und dem ersten Band von History of the World (1614). Diese Werke machten ihn zu einem der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit.

Die letzten Worte Raleighs sollen gewesen sein: „Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle, wo der Kopf ist.“ Danach wurde er enthauptet.

In der englischen Wikipedia wird so zitiert: His last words after he was allowed to view the axe that was to take his life were "This is a sharp Medicine, but it is a Physician for all Diseases!" (etwa "Dies ist eine scharfe Medizin, doch es ist ein Medicus für alle Krankheiten.")

Zur Ehrung von Walter Raleigh wurde die Hauptstadt Raleigh des US-Bundesstaates North Carolina nach ihm benannt.

Weblinks

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