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Schlafzimmerblick
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Ein Schlafzimmerblick ist, laut Duden, ein „betont sinnlicher Blickkontakt mit nicht ganz geöffneten Lidern”. Der Ausdruck „einen Schlafzimmerblick aufsetzen” meint: lasziv oder sexuell interessiert oder herausfordernd schauen. Im Englischen heißt der Ausdruck „to make bedroom eyes“.
Im Zustand eines erotischen Verlangens oder Begehrens eines Anderen halten die meisten Menschen die Augen halb geschlossen, wohl vor allem aus Schwäche oder Unsicherheit, besonders dann, wenn bisher noch kein körperlicher Kontakt stattgefunden hat. Damit drückt ein Schlafzimmerblick beides aus: sowohl die Begierde selbst wie die Unsicherheit davor. Deshalb hat er immer eine erotische, also körperliche (Ausnahmen siehe unten), und eine emotionale, also seelische Komponente.
Ähnliche Varianten
Ein Augenaufschlag kann mitunter eine ähnliche Wirkung hervorrufen, auch wenn er, im Gegensatz zum Schlafzimmerblick, nur äußerst kurz ist. Damit ist ein plötzliches Öffnen der Augen nach vorher gesenktem oder abgewendetem Blick gemeint, mit dem unmittelbar in die Augen des Gegenübers geschaut wird. Durch diese Unmittelbarkeit kann der Augenaufschlag den Partner willig und empfänglich oder schwach machen. Interessant ist, dass der Schlafzimmerblick von beiderlei Geschlechtern ausgesandt werden kann, während der Augenaufschlag doch eine sehr weibliche Methode der Annäherung oder Verführung zu sein scheint, ebenso wie das „Klimpern” mit den Wimpern, ein mehrmaliges Auf- und Zuklappen der Lider. Durch einen Silberblick, hervorgerufen durch ein leichtes Schielen, fühlen sich hauptsächlich Männer angezogen. Einen Dackelblick können zwar Männer und Frauen aufsetzen, doch fehlt ihm die erotische Komponente, da mit ihm Treue, mitunter sogar Unterwürfigkeit assoziiert werden. Des Weiteren drücken zusammengekniffene Augen eher Unglaube, wenn nicht gar Misstrauen aus.
Einem Schlafzimmerblick, hervorgerufen durch starken Alkohol- oder Drogenkonsum, kann jedoch die erotische Komponente genauso abgehen wie einem aus purer Müdigkeit.
Pathologische Varianten
Im Rahmen von Krankheiten kann es zu einer einseitigen oder beidseitigen Liderschlaffung kommen, den so genannten Hängelidern (medizinisch: Ptosis). Sie können altersbedingte oder auch neurologische Ursachen haben oder durch Nervenschädigungen hervorgerufen werden. Meist ist nur das obere Augenlid betroffen.
Häufiger ist die rein altersbedingte Erschlaffung der Lidhaut. Diese führt zu dem müden Gesichtsausdruck. Bei beiden Varianten können auch die Sehrichtung verändert oder die Sicht generell eingeschränkt werden; sie lassen sich aber operativ günstig beeinflussen.
Eine weitere typische Erkrankung, bei der es zu den beschriebenen Symptomen kommen kann, ist die Myasthenia gravis, die ausschließlich neurologische Ursachen hat.
Weblinks
| Wiktionary: Schlafzimmerblick – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
- die tageszeitung über Schlafzimmer und -blicke
- Der Spiegel über Gottfried Benns Schlafzimmerblick im Arbeitszimmer von Florian Illies
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