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Scheol

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Scheol (שאול) ist die hebräische Bezeichnung für das Jenseits, das "Unwahrnehmbare", aber auch für Grab, Gruft oder Totenreich. Die Wortwurzel umfasst auch das Bedeutungsfeld "fragen" bzw. "bitten". Erwähnung findet der Begriff im Alten und Neuen Testament, wie auch in den Apokryphen und zahlreichen anderen Überlieferungen. Das Neue Testament verwendet das griechische Wort "Hades" (Aιδες = ohne Sehen dahindämmern (vgl. Apostelgeschichte. 2,27, Psalm 16,10) und belegt den Begriff mit Eigenschaften aus der eigenen, wie auch der griechischen Mystik.

Inhaltsverzeichnis

Übersetzungen und Verquickung mit mittelalterlichen Vorstellungen

Martin Luther übersetzte das hebräische Wort "Scheol", dem Verständnis seiner Zeit entsprechend:

  • Fünf mal mit "Hölle" u.A. (Mat. 16,18) (...)"auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
  • Zwei mal mit "Toten" u.A. (Psalm 9,18) "Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren"(...)
  • Zwei mal mit "Totenwelt"
  • Einmal mit "Sein Reich"

Auslegung und Verständnis

Nach altisraelitischer Vorstellung war die Scheol weder ein Ort des Grauens (im Sinne der christlichen Hölle), noch ein Ort der Erlösung (christlicher Himmel oder Paradies), sondern das ewige Totenreich der Schatten früherer Menschen. Eine Auferstehung erfolgt dabei nicht, aber auch keine Bestrafung oder Belobigung nach dem Tode. Diese erfolgen vielmehr im Diesseits an den Nachkommen des Verstorbenen und am Volke selbst. Diese Haltung wurde im Gegensatz zu den Phärisäern bis zur Zeit von Jesus durch die adligen und priesterlichen Sadduzäer vertreten. Sie stimmt weitgehend auch mit den mesopotamischen, ugaritischen und altgriechischen Vorstellungen zum Schicksal nach dem Tode eines Menschen überein. Insofern ist Scheol zutreffend mit dem griechischen Begriff Hades zu übersetzen, aber nicht mit der christlichen Hölle.

Nach christlichem Verständnis bedeutet Scheol, einem zeitlich begrenzten Zustand des Hoffens, Bittens und Fragens ausgesetzt zu sein:

  • Generalität der Aussage: "Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird seine Seele befreien von der Gewalt des Scheols?"
  • Zeitliche Begrenzung: "JHWH tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und führt herauf" (1. Samuel 2,6)
  • Damit verbundene Hoffnung: "Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe." (Psalm 16,10)

Der Scheol ist kein Ort der ewigen Verdammnis, kein Ort des Schreckens und der Qual, schon gar nicht ein Ort in dem böse Mächte spuken und Satan herrscht. In den Scheol gehen die Seelen aller Menschen, ob gläubig oder nicht, gerecht oder nicht ein (Joh. 5,28-29, Ijob 3,11-19, 14,13, Hes. 32,18-32, Ps. 31,17, Dan. 12,2).

Siehe auch

Theologie, Eschatologie, Biblische Hermeneutik

Weblinks

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