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Rosen für den Staatsanwalt
Aus Fotonexus.
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Rosen für den Staatsanwalt |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Erscheinungsjahr: | 1959 |
| Länge (PAL-DVD): | 98 Minuten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Wolfgang Staudte |
| Drehbuch: | George Hurdalek |
| Produktion: | Kurt Ulrich Filmproduktion |
| Musik: | Raimund Rosenberger |
| Kamera: | Erich Claunigk |
| Schnitt: | Klaus Eckstein |
| Besetzung | |
| |
Rosen für den Staatsanwalt ist ein Spielfilm des deutschen Regisseurs Wolfgang Staudte aus dem Jahr 1959, der als bissige Satire auf die Zustände in der deutschen Justiz im Nachkriegsdeutschland eingeht.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wird der Gefreite Rudi Kleinschmidt (Walter Giller) vom Kriegsgerichtsrat Dr. Wilhelm Schramm (Martin Held) beschuldigt, zwei Dosen „SCHO-KA-KOLA“-Schokolade gestohlen zu haben. Schramm beantragt die Höchststrafe wegen Diebstahls und Wehrkraftzersetzung, die Todesstrafe. Auf dem Weg zur Hinrichtung unterschreibt Schramm gerade das Urteil, als der Trupp von einem feindlichen Flugzeug angegriffen wird. Schramm und das Exekutionskommando fliehen, Rudi Kleinschmidt fängt das durch die Luft wirbelnde Todesurteil auf und flieht ebenfalls.
Nach dem Krieg schlägt sich Rudi mehr schlecht als recht als Verkäufer von Trick-Spielkarten durch. In einem Sommergarten trifft er zwei Möbelwagenfahrer (Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller), die ihn mit nach Hamburg nehmen wollen. Auf dem Weg dorthin kommen sie durch Göttingen, wo Rudi anhalten lässt. Er kennt hier noch jemanden - die mittlerweile zur Hotelbesitzerin aufgestiegene Lissy Fleming (Ingrid van Bergen), die ihn bei sich aufnimmt. Als Rudi seine Trick-Spielkarten auf der Straße anpreist, kommt ihm einer der umstehenden Zuschauer merkwürdig bekannt vor. Es ist der ehemalige Kriegsgerichtsrat Schramm, der mittlerweile leitender Oberstaatsanwalt ist.
Schramm herrscht zu Hause immer noch mit autoritären Vorkriegsansichten, schwärmt von den „alten Zeiten“, schimpft auf die „amerikanische Negermusik“ im Radio und besorgt sich, verstohlen umblickend, am Zeitungsstand die „Deutsche Soldatenzeitung“. Am Morgen des Tages wurde ihm ein Strauß weißer Rosen zugestellt. Seine Frau argwöhnte schon eine außereheliche Beziehung, doch Schramm beruhigte sie. Die Rosen stammen von der Frau des wegen antisemitischer Äußerungen beschuldigten Stadtrates Zirngiebel und sind das verabredete Zeichen für dessen gelungene Flucht. Schramm hatte den Haftbefehl zurückgehalten und Zirngiebel gewarnt, da er doch „wegen sowas“ keine Anklage erheben könne.
Auch Schramm ahnt, dass er Rudi kennt und lässt Erkundigungen über ihn einholen. Rudi hat den Beruf Schramms in Erfahrung gebracht und besucht eine seiner Gerichtsverhandlungen, um ihn noch einmal genauer anzusehen. Während der Verhandlung erhält Schramm einen Zettel mit Rudis Personalien. Nach der Verhandlung beschuldigt Schramm Rudi, „etwas im Schilde“ zu führen, kann ihn aber immer noch nicht in seine Vergangenheit einordnen. Abends verliert Schramm im Schlafzimmer fast völlig die Selbskontrolle, da er immer noch nicht weiß, was mit diesem seltsamen Straßenverkäufer los ist, als sein Sohn verspätet nach Hause kommt und ihm bei der Standpauke seines Vaters eine Dose „SCHO-KA-KOLA“ aus der Tasche fällt. Schramm erkennt nun, mit wem er es zu tun hat.
Dass Rudi ausgerechnet jetzt auftaucht, da ein beruflicher Aufstieg in Sicht ist, kann nur bedeuten, dass Rudi ihm wegen seiner Vergangenheit Schwierigkeiten machen will. Schramm beschließt ihn loszuwerden und lässt seine Beziehungen spielen. Als Rudi am nächsten Tag auf der Straße Krawatten verkauft, wird ihm die Gewerberlaubnis entzogen und er wird aufgefordet die Stadt zu verlassen, wenn er sich eine Anklage erspraen will, die fadenscheinig begründet wird. Schramms Sohn war bei der Polizeiaktion anwesend und warnt Rudi, dass ihn jemand „auf dem Kieker“ habe. Rudi weiß genau, wer dieser „Jemand“ ist und erzählt abends in geselliger Runde in der Gastwirtschaft drei Bekannten von dem Vorkommnis, dem fahrigen Versicherungsagenten Haase (Werner Finck), dem opportunistischen Kaufmann Hessel (Ralf Wolter, mit Haaren auf dem Kopf) und dem schleimigen Bauunternehmer Kugler (Werner Peters).
Während Haase einen geharnischten Brief schreibt, diesen dann aber doch nicht in den Briefkasten steckt, lamentiert Hessel zwar in seinem Laden herum, bleibt am Ende jedoch untätig. Kugler hingegen geht zu Schramm und erzählt ihm von den „Gerüchten“, die die Runde machen und erwartet im Gegenzug Vergünstigungen bei neuen Bauaufträgen. Der verzweifelte Schramm erwägt Rudi zu bestechen, geht dann aber am nächsten Tag mit einigen Zivilpolizisten ins Hotel. Erleichtert erfährt er dort, dass Rudi ausgezogen ist. Auf seiner Wanderung durch die nächtliche Stadt kommt Rudi an einem Schaufenster vorbei, das ausgerechnet mit „SCHO-KA-KOLA“-Dosen dekoriert ist. In einer plötzlichen Eingebung schlägt er die Scheibe ein, stiehlt zwei Dosen und wird prompt verhaftet. Bei seiner Vernehmung erzählt er, dass er das nur gemacht hätte, damit „die alte Sache“ ans Licht komme. Als Schramm von der Verhaftung erfährt, will er erst fliehen, entschließt sich aber dann, aus Rudis Asservaten das belastende Todesurteil zu entfernen. So kann Rudi nichts beweisen. Sein Rechtsanwalt (Wolfgang Wahl) beschwört ihn, die Sache auf sich beruhen zu lassen und die Strafe für den Diebstahl zu akzeptieren. Rudi willigt entmutigt ein.
In der Verhandlung gegen Rudi tritt ausgerechnet Schramm als Staatsanwalt an (was er als leitender Oberstaatsanwalt bei diesem einfachen Strafvorwurf gar nicht nötig hätte), zur Verwunderung seiner Kollegen, die sich deshalb diese für sie mysteriöse Verhandlung ansehen wollen. Bei der Befragung von Rudi wird Schramm immer nervöser, stellt Rudis Tat als nicht gravierend dar, verhaspelt sich aber dann und beantragt versehentlich die Todesstrafe. Auf diese Weise kommt der gesamte Vorgang schließlich ans Licht.
Nach der Verhandlung schnappt sich Rudi seine Sachen und will sich wieder auf den Weg nach Hamburg machen. Er trifft ausgerechnet seine schon bekannten Möbelwagenfahrer wieder, die ihn erneut mitnehmen. Rudis Freundin läuft dem Möbelwagen hinterher und als er das im Rückspiegel sieht, entschließt er sich, die Reise doch nicht fortzusetzen und bei Lissy zu bleiben.
Sonstiges
Staudte ließ sich zu diesem Film inspirieren durch den tatsächlichen Fall des Offenburger Studienrates Zind, der später wegen antisemitischer Äußerungen in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde.
Die Dreharbeiten fanden im Filmatelier Göttingen und in Kassel statt.
Kritiken
„Mit bitterer Ironie schildert der zeitkritische Film die Verdrängung faschistischer Vergangenheit und den Fortbestand alter obrigkeitsstaatlicher Tendenzen in der Bundesrepublik. Obwohl er durch zahlreiche Konzessionen ans Unterhaltungskino jener Jahre teilweise an Schärfe und Deutlichkeit verliert, bleibt er doch in zentralen Punkten treffsicher und beständig aktuell. Brillant: Martin Held als Staatsanwalt.“
– Lexikon des internationalen Films [1]
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„Ein wichtiges Beispiel filmischer Arbeit an der Vergangenheit.“
– Heyne-Filmlexikon
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„Mit dem Konflikt der beiden Männer entfaltet Staudte […] ein bitterböses, jedoch sehr unterhaltsames Panorama des „restaurierten“ Nachkriegsdeutschlands.“
– Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz [2]
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„Eine der letzten Arbeiten Staudtes, der man das Engagement seiner auf Wahrheit versessenen früheren Filme ansehen kann.“
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„Staudte inszenierte eine amüsante Komödie mit schauspielerischen Glanzleistungen“
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Auszeichnungen
- 1960 - Bundesfilmpreis in Silber für Produzent Kurt Ulrich (Prämie: 80.000 DM), für Drehbuchautor George Hurdalek und Hauptdarsteller Walter Giller.
- 1989 - Nominierung für den Bundesfilmpreis für Wolfgang Staudte aus Anlass des vierzigsten Jahrestages der Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
Quellen
- ↑ Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
- ↑ Heinzlmeier, Adolf; Schulz, Berndt: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990 → ISBN 3-89136-392-3, S. 687 (Wertung: 2½ Sterne = überdurchschnittlich!)
Weblinks
- Rosen für den Staatsanwalt in der Internet Movie Database
- Rosen für den Staatsanwalt bei Filmportal.de
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(u.a. Uraufführungsplakate, Fotos)
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