Das Fotonexus-Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Roma, Sinti und Jenische
Aus Fotonexus.
Roma, Sinti und Jenische sind die hauptsächlichen Bevölkerungsgruppen, die im deutschen Sprachraum, politisch umstritten, als Zigeuner bezeichnet wurden und teilweise auch noch werden. Diese Gruppen waren es auch, die vor allem während des Nationalsozialismus als "Zigeuner" bzw. "Zigeuner-Mischlinge" verfolgt wurden (siehe Zigeunerverfolgung).
- Roma ist die internationale Selbstbezeichnung für die Gesamtheit aller Volksgruppen, die Romanes sprechen.
- Sinti sind eine den Roma zugerechnete Volksgruppe, die sich schon seit dem Ende des Mittelalters im westeuropäischen Raum aufhält und sich heute zum Teil als eigenes, von den Roma zu trennendes Volk versteht.
- Jerli sind eine Volksgruppe, die vorwiegend in Weißrussland, Lettland, Estland, Nordlitauen, Moldawien, in der Ukraine und im äußersten Westen Russlands lebt.
- Kalé sind eine in Spanien, Teilen Süd-Frankreichs und Finnland lebende Gruppe der Roma.
- Kalderasch sind eine vor allem in Osteuropa lebende Gruppe der Roma, die sich auf das Handwerk des Kupferschmiedens spezialisiert haben.
- Lovara (auch: Lowara) sind eine Gruppe der Roma.
- Lalleri sind eine vorwiegend in Österreich und Staaten des ehemaligen habsburgischen Machtbereichs wie Tschechien, Slowakei usw. lebende Gruppe der Roma.
- Manouches sind eine vorwiegend in Frankreich lebende Gruppe der Roma.
- Jenische sind ein eigenständiges, aber oft mit den Roma verwechseltes Volk.
Die meisten Roma empfinden die Bezeichnung "Zigeuner" als rassistisch und diskriminierend. In Deutschland gilt heute "Sinti und Roma" als offizielle und politisch korrekte Bezeichnung für die Volksgruppe der Roma einschließlich Sinti (siehe Zentralrat Deutscher Sinti und Roma). Der Begriff "Sinti" gilt der Bezeichnung deutscher Roma.
Jenische werden nur dann den Roma zugerechnet, wenn "Roma" als politisch korrektes Synonym für Zigeuner oder im Sinne gewisser politischer Konventionen verwendet wird.
Die früher übliche zusammenfassende Bezeichnung als Fahrendes Volk trifft nicht zu. Was die Mehrheitsbevölkerung in Europa seit dem Mittelalter als Nomadentum bezeichnet, wird wohl am besten als Flucht oder Vertreibungsverhalten bezeichnet. Siehe Kosovo-Krise, Fall des Eisernen Vorhangs und verschiedene Pogrome in der Neuzeit.
Organisationen und Vereinigungen
Die Bevölkerungsgruppen Roma, Sinti und Jenische werden in Deutschland politisch und gesellschaftlich vor allem vertreten durch:
- den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, der die Bezeichnung "Zigeuner" als diskriminierend ablehnt und auch von der Bundesregierung finanziert wird.
- der Roma National Congress: der internationale Dachverband der Roma Bürger- und Menschenrechtsvereine mit weit über 600 Mitgliedorganisationen weltweit.
- die Rom und Cinti Union e.V.: Die seit 1980 in Hamburg ansässige Organisation mit über 4.500 Mitlgiedern vertritt seit ihrer Gründung die Belange der Roma in Hamburg, Deutschland und Europa.
Auf europäischer Ebene:
- Europäisches Roma und Traveller Forum: Die 2004 gegründete Internationale Organisation fungiert als Europäisches Roma Parlament in Straßburg und hat 2005 ein Partnership Agreement mit den Europarat unterzeichnet. Die beiden deutschen Vertreter sind Frau Janina Janson und Herr Karl-Heinz Weiss, als Präsident fungiert Rudko J. Kawczynski.
Weblinks
- Die Geschichte der Roma
- Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
- Roma National Congress
- European Roma and Travellers Forum
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Roma%2C_Sinti_und_Jenische, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
