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Rinder

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt eine Unterfamilie der Hornträger. Für weitere Bedeutungen dieses Begriffs siehe: Rinder (Begriffsklärung)
Rinder
Bild:Rind.jpg
Hausrind in Indien
Systematik

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Rinder
Wissenschaftlicher Name
Bovinae
Gray, 1821

Die Rinder (Bovinae) sind eine Unterfamilie der Hornträger. Sie sind durch ihre Größe und den plumpen, tonnenförmigen Rumpf gekennzeichnet. Beide Geschlechter tragen Hörner. Die folgenden Gattungen und Arten werden zu den Rindern gezählt:

Die Abgrenzung ist dabei umstritten. So sind die Waldböcke, eine Gruppe afrikanisch-asiatischer Antilopen, offenbar so eng mit den Rindern verwandt, dass sie mit diesen oft in einer gemeinsamen Unterfamilie vereint werden. Die Vierhornantilope wird wechselweise den Waldböcken oder den Rindern zugeordnet - in dieser Aufstellung wird sie als ursprüngliches Mitglied der Rinder betrachtet. Das erst in den 1990ern entdeckte Vietnamesische Waldrind wurde von manchen Zoologen zu den Ziegenartigen gestellt.

Stammesgeschichtlich sind die Rinder eine recht junge Gruppe. Erst im Pliozän sind die frühesten Rinder fossil belegt. Sie verbreiteten sich mutmaßlich von Asien aus über Europa, Nordamerika und Afrika. Vor allem im Pleistozän waren sie artenreich vertreten.

Die Rinder der Gattungen Bubalus und Syncerus, und umgangssprachlich auch der Gattung Bison, werden als "Büffel" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine willkürliche Bezeichnung für miteinander nicht verwandte Rinderarten, die keine systematische Relevanz hat.

Anatomie

Rinder sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Gras. Gras besteht hauptsächlich aus schwer verdaulicher Zellulose und enthält wenige Nährstoffe. Daher muss ein Rind pro Tag 50 – 100 kg Grünfutter und bis zu 100 l Wasser zu sich nehmen. Das Gras wird nahezu unzerkaut geschluckt und gelangt in den ersten der vier Mägen, den Pansen. Dieser fasst bei einigen Arten 200 Liter. Hier beginnt unter der Einwirkung von Bakterien die Verdauung. Nach 1 – 2 Stunden, wenn das Rind ruht, wird das teilweise zerkleinerte Gras vom muskulösen Netzmagen über die Speiseröhre zurück ins Maul befördert. Mit den scharfen Kanten der Schmelzfalten der Mahlzähne wird es gründlich wiedergekäut und geschluckt. Diesmal gelangt die Nahrung nicht mehr in den Pansen, sondern in den Blättermagen. Hier wird das Wasser entzogen. Erst im Labmagen, der dem menschlichen Magen entspricht beginnt die eigentliche Verdauung. Hier wirken Verdauungssäfte und die Zellulose wird teilweise in Zucker aufgespalten. Pansen, Netz- und Blättermagen bilden damit zusammen den Vormagenbereich, auf den mit dem Labmagen der einzige Drüsenmagen folgt. Dem Labmagen schließt sich ein etwa 50 Meter langer Darm an. Dort wird weiter verdaut und die Nährstoffe über das Blut in den Darmwänden aufgenommen.

Zahnformel

Oberkiefer: in jeder Kieferhälfte 6 Backenzähne (3 Prämolaren und 3 Molaren)

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Unterkiefer: je Kieferhälfte 6 (3 + 3) Backenzähne, 1 Eckzahn und 3 Schneidezähne.

Die 2 · 3 Schneidezähne und die Eckzähne des Unterkiefers sind zum Abbeißen von kurzem Gras; längere Grasbüschel fasst das Rind mit der Zunge und kann sie mit den Schneidezähnen abreißen. Im Oberkiefer hat das Rind lediglich eine Hornplatte, die als Gegenlager beim Kauen dient. Die Backenzähne spielen eine wichtige Rolle. Das Rind braucht diese Zähne, um das aus dem Pansen wieder hoch gewürgte Futter noch mal zu zerkleinern (wiederkäuen).

Weblinks

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