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Rheinland-Pfalz
Aus Fotonexus.
| Landesflagge | Landeswappen |
|---|---|
| Bild:Flag of Rhineland-Palatinate.svg | Bild:Coat of arms of Rhineland-Palatinate.svg |
| Wahlspruch: Wir machen's einfach. | |
| Basisdaten | |
| Hauptstadt: | Mainz |
| Fläche: | 19.853,36 km² (9.) |
| Einwohner: | 4.068.179 (7.) (31. Dezember 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 205 Einwohner je km² (9.) |
| Schulden: | 6.068 € pro Einwohner (Ende 2005) |
| Schulden gesamt: | 25,4 Mrd. € (2002) |
| ISO 3166-2: | DE-RP |
| NUTS-Region: | DEB |
| Offizielle Website: | www.rlp.de |
| Politik | |
| Stimmen im Bundesrat: | 4 |
| Ministerpräsident: | Kurt Beck (SPD) |
| Regierende Partei: | SPD |
| Sitzverteilung im Landtag (101 Sitze): | SPD 53 CDU 38 FDP 10 |
| Letzte Landtagswahl: | 26. März 2006 |
| Nächste Landtagswahl: | 2011 |
| Lage in Deutschland | |
| Bild:Deutschland Lage von Rheinland-Pfalz.svg | |
Rheinland-Pfalz ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Mainz. Rheinland-Pfalz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg am 30. August 1946 gebildet. Hervorgegangen ist es hauptsächlich aus den ehemaligen Gebieten der preußischen Rheinprovinz (Regierungsbezirke Koblenz und Trier), Rheinhessen und dem linksrheinischen Kernland der Kurpfalz. Gültige Abkürzungen sind RLP, RPF bzw. RP (letzteres leicht mit dem neuen Autokennzeichen RP des Rhein-Pfalz-Kreises zu verwechseln).
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Geographische Lage
Rheinland-Pfalz umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge den südlichen Teil der Eifel, den Hunsrück, den westlichen Westerwald und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im südlichen Bereich das Mainzer Becken, das Rheinhessische Hügelland, das Nordpfälzer Bergland, das Westpfälzische Moorniederung, die Südwestpfälzische Hochfläche, den Pfälzerwald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Es grenzt an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, das Saarland, Baden-Württemberg sowie als Teil der Großregion an die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg.
Flüsse und Seen
Durch Rheinland-Pfalz fließen die Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel, Saar und Lahn. Weitere bedeutende Fließgewässer sind Nahe, Sauer, Our, Glan und Sieg als Gewässer I. Ordnung. Wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung sind weitere rund 720 km der Wasserläufe als Gewässer II. Ordnung verzeichnet. Es sind dies Waldlauter, Wieslauter, Wiesbach, Otterbach, Erlenbach, Michelsbach, Pfrimm, Hahnenbach, Simmerbach, Guldenbach, Ellerbach, Ahr, Prüm, Enz, Nims, Schwarzbach, Hornbach, Kyll, Dhron, Lieser, Alf, Wied, Selz, Nister und Aar. Die restlichen fließenden Gewässer in Rheinland-Pfalz gehören der III. Ordnung an. Der größte See ist der Laacher See, der Kratersee eines erloschenen Vulkans.
Siehe auch: Flüsse in Rheinland-Pfalz, Seen in Rheinland-Pfalz
Berge
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Siehe auch: Liste der Berge in Rheinland-Pfalz
Geologie
Aktiver Vulkanismus ist zwar nicht bekannt, dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel, aber auch am Pechsteinkopf in der Haardt. Der Laacher See, der größte See in Rheinland-Pfalz, ist der Kratersee eines alten Vulkans, bei dem sich die Experten bis heute streiten, ob er wirklich ganz erloschen ist. In der Vulkaneifel finden sich weitere Maare sowie Kohlenstoffdioxidquellen, die mit dem Geysir Andernach den höchsten Kaltwassergeysir der Welt ermöglichen. Ein eingerichteter Vulkanpark erläutert die Geologie der Region und die vulkanischen Aktivitäten der Vergangenheit. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, doch werden der Rheingraben und das Neuwieder Becken als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft.
Regionen
Das Land Rheinland-Pfalz gliedert sich in die folgenden Regionen: im Norden der Westerwald, im Westen die Eifel, in der Mitte der Hunsrück, im Osten der Taunus und Rheinhessen sowie im Süden die Pfalz. Dabei bilden die Gebiete Neuwieder Becken, Rhein-Main-Gebiet und Rhein-Neckar-Dreieck besondere Ballungsgebiete, die beiden letzten mit Verbindung zu den benachbarten Bundesländern.
Siehe auch: Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz
Geschichte
Historische Ereignisse im heutigen Rheinland-Pfalz vor 1946
Julius Caesar ließ im Gallischen Krieg 55 v. Chr. zwischen Andernach und Koblenz in nur zehn Tagen eine Rheinbrücke erbauen, um eine Strafexpedition gegen die Germanen auf rechtsrheinischem Gebiet durchführen zu können. Zwei Jahre später wiederholte er diesen Brückenbau bei Urmitz.
Vorverhandlungen, die eine Teilung des Fränkischen Reiches zur Folge hatten, wurden 843 in der Basilika St. Kastor in Koblenz geführt. Die Ergebnisse wurden noch im selben Jahr im Vertrag von Verdun besiegelt und führten zur Aufspaltung in ein Westfrankenreich, ein Ostfrankenreich sowie in ein Mittelreich namens Lotharingien. Letzteres wurde 855 in der Teilung von Prüm erneut aufgeteilt.
Der Mainzer Johannes Gutenberg erfand um 1440 den Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern. Die neue Drucktechnik revolutionierte die Welt, indem sie die rasche Vervielfältigung von Büchern sowie die schnelle Verbreitung von Wissen in allen Bevölkerungsschichten ermöglichte.
Am 17. April 1521 stand Martin Luther vor dem Reichstag zu Worms. Dabei wurde er vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert. Er lehnte mit den Worten „Hier stehe ich. Gott helfe mir. Ich kann nicht anders!“ ab und wurde daraufhin durch das Wormser Edikt geächtet.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) wurden weite Teile des heutigen Rheinland-Pfalz verwüstet. So gingen viele Städte in Kurtrier, Kurmainz und der Kurpfalz in Flammen auf oder wurden schwer beschädigt. An Rhein und Mosel wurden viele Burgen, beispielsweise 1689 Burg Stolzenfels, völlig zerstört. Anlass war, dass der französische König Ludwig XIV. nach dem Tode Karls II. als Schwager der Erbin Liselotte von der Pfalz die Kurpfalz beanspruchte.
Nach der Französischen Revolution kam es im Ersten Koalitionskrieg zur Besetzung der linksrheinischen Gebiete durch französische Truppen. Die Kurfürsten von Kurköln, Kurtrier, Kurmainz und der Kurpfalz mussten fliehen, ihre Kurstaaten - außer Mainz - wurden schließlich 1803 im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgelöst. Im Schutz der französischen Truppen kam es 1793 in Mainz zur Ausrufung der Mainzer Republik, dem ersten Staatswesen auf deutschem Boden, welches auf bürgerlich-demokratischen Grundsätzen beruhte. Bis zum Sturz Napoléons wurden 1798 bis 1814 auf den Gebieten links des Rheins die Départements Rhin-et-Moselle, Saar und Donnersberg eingerichtet. Danach fielen die Gebiete an Preußen (Rheinprovinz), das Großherzogtum Hessen (Rheinhessen) und das Königreich Bayern (Pfalz).
Der freiheitliche Geist der französischen Revolution blieb aber in vielen Städten noch sehr lange erhalten. Auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Haardt feierten am 27. Mai 1832 etwa 30.000 freiheitsliebende Bürger aus allen Teilen Deutschlands das „Hambacher Fest“. Inzwischen gilt diese Demonstration als Meilenstein auf dem Weg zur deutschen Einheit und das Hambacher Schloss als die „Wiege der deutschen Demokratie“.
Nach Schaffung des Deutschen Bunds wurden die Festungen Mainz und Landau zu Bundesfestungen ausgebaut. Im preußischen Koblenz entstand die mächtigste der damals gebauten Befestigungssysteme, die Festung Koblenz. Der verlorene Erste Weltkrieg und der Versailler Vertrag von 1918 bedeuteten das Ende der Festungen im heutigen Rheinland-Pfalz und letztendlich deren Schleifung. Nur wenige Festungsteile blieben vollständig erhalten, so beispielsweise die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, da ihre historische Bedeutung und ihr landschaftsprägender Charakter sie vor einer Entfestigung bewahrte, sowie die Zitadelle Mainz.
Das Rheinland wurde von 1918 bis 1930 von französischen Truppen besetzt und entmilitarisiert. In den wirtschaftlich und politisch katastophalen Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg kam es in verschiedenen Städten zu separatistischer Bewegungen und der Gründung der Rheinischen Republik sowie der Autonomen Pfalz. Beide Bewegungen waren aber nur von kurzer Dauer und spätestens mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach Ende der Inflation verschwunden.
Der Nationalsozialismus und der folgende Zweite Weltkrieg veränderte das Leben der Menschen und das Aussehen der Städte sehr einschneidend. Die jüdischen Gemeinschaften wurden fast vollständig ausgerottet. Die Luftangriffe der Alliierten zerstörten die meisten größeren Städte zu 80% und mehr, da die Bomberflotten die im Westen des Reiches gelegenen Ziele leicht erreichen konnten. Die amerikanischen Streitkräfte erreichten im März 1945 den Rhein und konnten den Fluss erstmalig über die Brücke von Remagen überqueren.
Gründung von Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz war nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone und entstand aus der ehemals bayerischen Pfalz, aus den Regierungsbezirken Koblenz und Trier der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, aus der ehemals zum Volksstaat Hessen gehörigen Provinz Rheinhessen, aus Teilen der preußischen Provinz Hessen-Nassau (Montabaur) und aus dem ehemals oldenburgischen Gebiet um Birkenfeld.
Gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz ging am 15. Juli 1945 die Besatzungshoheit im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz von den Amerikanern auf die Franzosen über. Diese gliederten das Gebiet zunächst provisorisch in zwei „Oberpräsidien“, Rheinland-Hessen-Nassau (für die bislang preußischen Regierungsbezirke bzw. Gebiete Koblenz, Trier und Montabaur) und Hessen-Pfalz (für die bisher bayerische Pfalz und das zuvor hessen-darmstädtische Rheinhessen). Das Land Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 als letztes Bundesland in den ehemaligen westlichen Besatzungszonen durch Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung unter General Marie-Pierre Kœnig geschaffen, wodurch historisch und wirtschaftlich zusammengehörige Gebiete (Koblenz-Bonn, Rhein-Main) der ehemaligen preußischen Rheinprovinz und anderer Territorien getrennt wurden. Die französische Regierung wollte sich ursprünglich die Möglichkeit offen lassen, nach der Umwandlung des Saarlandes in ein Protektorat noch weitere linksrheinische Gebiete zu annektieren. Als Amerikaner und Briten jedoch mit der Bildung deutscher Länder vorangegangen waren, gerieten die Franzosen zunehmend unter Druck und folgten schließlich mit den Ländern Baden und Rheinland-Pfalz dem Beispiel der übrigen Westalliierten. Eine Anbindung des Saarlandes an Rheinland-Pfalz untersagte die französischen Militärregierung jedoch. Am 22. November fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der „Beratenden Landesversammlung“ statt, in der ein Verfassungsentwurf erarbeitet wurde. Zuvor hatte es kommunale Wahlen gegeben. Dr. Wilhelm Boden wurde nach kurzer Amtszeit als Oberregierungspräsident von Rheinland-Hessen-Nassau am 2. Dezember von den französischen Besatzungsbehörden zum provisorischen Ministerpräsidenten des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz ernannt.
Adolf Süsterhenn legte der Beratenden Landesversammlung einen Verfassungsentwurf vor, der nach mehreren Verhandlungen am 25. April 1947 in namentlicher Schlußabstimmung mit der absoluten Mehrheit der CDU und gegen die Stimmen von SPD und KPD verabschiedet wurde. Dazu war es unter anderem deshalb gekommen, weil der Verfassungsentwurf deutlich an Staatstheorien des politischen Katholizismus angelehnt war und unter anderem nach Konfessionen getrennte Schulen vorsah. Am 18. Mai 1947 wurde die Verfassung für Rheinland-Pfalz in einer Volksabstimmung durch 53 Prozent der Wahlberechtigten angenommen. Während der katholische Norden und Westen des neuen Landes die Verfassung mehrheitlich annahm, wurde sie in Rheinhessen und der Pfalz von der Mehrheit abgelehnt. Am gleichen Termin fand auch die erste Wahl zum rheinland-pfälzischen Landtag statt. Die konstituierende Sitzung erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz, welches nun die erste Hauptstadt des neuen Landes war. Wilhelm Boden wurde zum ersten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. Schon einen Monat später aber folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt. Der rheinland-pfälzische Landtag beschloss 1950 die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz.
Ein Gemeinschaftsgefühl entwickelte sich nur sehr zögerlich im „Land aus der Retorte“, das weitgehend ohne Rücksicht auf historisch gewachsene Zugehörigkeiten der Einwohner entstanden war. Ihm wurden wenig Überlebenschancen eingeräumt, zumal es kaum größere industrielle Zentren gab. Einen gewissen Wirtschaftsaufschwung zog die Ansiedlung zahlreicher Militärstützpunkte, sowohl der Alliierten als auch der Bundeswehr, nach sich. 1956 fanden aufgrund von Artikel 29 GG in den früheren Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Montabaur, Rheinhessen und der Pfalz Volksbegehren statt, bei denen es um die Angliederung der betreffenden Regionen an Nordrhein-Westfalen, Hessen bzw. Bayern und Baden-Württemberg ging. Alle Volksbegehren außer denen im Regierungsbezirk Pfalz erhielten die erforderliche Mehrheit; doch bis zur endgültigen Durchführung der dadurch notwendigen Volksentscheide zogen fast 20 Jahre ins Land. Bei der Abstimmung vom 19. Januar 1975 wurde in keiner der betroffenen Regionen eine Mehrheit für eine Umgliederung (und auch nicht das notwendige Quorum von 25 Prozent der Stimmberechtigten) erreicht. Damit wurde der Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Diskussion gezogen. Lediglich der AKK-Konflikt beschäftigt die Politik bis heute.
Historische Ereignisse in Rheinland-Pfalz nach 1946
In den Tagen vom 8. bis 10. Juli 1948 fand im Berghotel am Koblenzer Aussichtspunkt „Rittersturz“ die so genannte Rittersturz-Konferenz mit allen damaligen deutschen Ministerpräsidenten statt. Die dort gefassten „Koblenzer Beschlüsse“ ebneten den Weg zur Bildung der Bundesrepublik Deutschland.
Eine Kesselwagenexplosion in der BASF ereignete sich am 28. Juli 1948 in Ludwigshafen am Rhein. 207 Menschen starben und 3.818 wurden verletzt; 3.122 Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses wurden auf der Raketenbasis Pydna im Hunsrück im Jahr 1986 insgesamt 96 abschussbereite Cruise Missiles mit Atomsprengköpfen stationiert. Der Protest der Bevölkerung gipfelte am 11. Oktober 1986 in einer großen Demonstration, bei der rund 200.000 Menschen angeführt von August Dahl friedlich gegen die Stationierung protestierten. Die zahlreichen Militärstützpunkte zogen auch an anderen Orten des Bundeslands immer wieder Proteste nach sich.
Am 28. August 1988 ereignete sich das Flugtagunglück von Ramstein. Bei dieser Flugzeugkatastrophe starben auf der Air Base Ramstein 70 Menschen, weitere 345 wurden schwer verletzt.
Nach 1989 bildete der Abzug zahlreicher Garnisonen, insbesondere der US-Truppen wegen der entspannten Sicherheitslage in Europa, ein ernsthaftes wirtschaftliches Problem für Rheinland-Pfalz.
Sonstiges
Mit Andernach, Boppard, Koblenz, Mainz, Speyer, Trier und Worms liegen eine Mehrzahl der ältesten Städte Deutschlands in Rheinland-Pfalz, wobei sich, je nach Lesart, Trier und Worms als „älteste Stadt Deutschlands“ bezeichnen dürfen. Auf einen offiziellen Status berufen kann sich indessen nur Worms, das von der Bundesregierung als deutsches Mitglied des 1994 gegründeten Arbeitskreises der ältesten Städte Europas benannt worden ist. Grund hierfür mag sein, dass sich mit dem keltischen Borbetomagus bereits vor römischer Zeit eine stadtähnliche Siedlung auf Wormser Gebiet befunden hat.
Sehenswürdigkeiten
Das als Bundesland junge Rheinland-Pfalz ist mit seiner über 2000 Jahre alten Geschichte reich an kulturellen Schätzen. Zahlreiche Städte im Land gehen auf eine römische Gründung zurück. So hinterließen die Römer und später deutsche Könige, Erzbischöfe, Ritter, Kurfürsten und Preußen eine Vielzahl von historischen Bauwerken, Kirchen, Burgen, Schlössern und Festungen.
Bodendenkmäler, Kirchen und profane Bauwerke
Der Goloring bei Wolken ist ein vorgeschichtliches Erdwerk und eingetragenes Bodendenkmal. Das Eifel-Stonehenge gilt als eine der bedeutendsten Anlagen in Rheinland-Pfalz. Auch auf dem Donnersberg existiert noch ein keltischer Ringwall, der teilweise restauriert wurde.
Zahlreiche Bauwerke zeugen noch heute von der kulturellen Pracht aus römischer Zeit. Insbesondere in den alten römischen Provinzhauptstädten Trier (Augusta Treverorum) und Mainz (Mogontiacum) ist eine Vielzahl römischer Bauwerke erhalten geblieben. In Trier sind dies die Porta Nigra, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Konstantinsbasilika sowie als älteste erhaltene Brücke in Deutschland die Römerbrücke. Am Rhein kann Mainz noch ein Römisches Theater, Teile einer römischen Wasserleitung, die so genannten Römersteine, sowie im Rhein geborgene Römerschiffe vorweisen. Daneben finden sich in zahlreichen weiteren Städten Überreste römischer Baukunst, die meistenteils mit der Zeit verfallen oder überbaut worden sind. Nennenswert sind noch die Igeler Säule, ein oberirdisch erhaltenes römisches Grabmal, sowie der Limes.
Nach der Christianisierung am Ende der römischen Zeit und während der Frankenherrschaft entwickelten sich im Land die Territorialherrschaften der Erzbischöfe und späteren Kurfürsten von Kurtrier, Kurmainz, Kurköln und der Kurpfalz. Das gesamte Mittelalter war vom Bau großzügig angelegter Kirchenbauten gekennzeichnet. In Trier entstand mit dem Bau des Trierer Doms die älteste Bischofskirche Deutschlands. Anderenorts errichteten die römisch-deutschen Kaiser oder die Erzbischöfe prächtige Kirchen des hohen Mittelalters, so in Koblenz die Basilika St. Kastor sowie die drei Kaiserdome zu Mainz, Speyer und Worms - epochale Werke der Architekturgeschichte.
Daneben befinden sich in Rheinland-Pfalz mittelalterliche Profanbauwerke. Am Rhein steht der Binger Mäuseturm, ein ehemaliger Wehr- und Wachturm; in Rhens erinnert der Königsstuhl an die an dieser Stelle häufig durchgeführten Wahlen zum römisch-deutschen König; in Bingen überquert mit der Drususbrücke die älteste Steinbrücke des Mittelalters in Deutschland die Nahe, und in Koblenz ist die Balduinbrücke über die Mosel erhalten.
In Trier wurde 1818 Karl Marx geboren. Ein Museum, das Karl-Marx-Haus, berichtet über sein Leben und sein Werk. Ab dem 19. Jahrhundert gehörte das Rheinland zu Preußen. Nach dem Tode von Kaiser Wilhelms I. errichtete die preußische Provinzialverwaltung in Koblenz das monumentale Reiterdenkmal am Deutschen Eck, direkt an der Mündung der Mosel in den Rhein gelegen.
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Burgen, Schlösser und Festungen
- Wegen der großen Anzahl wird hier nur auf eine Auswahl von wichtigen Burgen, Schlössern und Festungen in Rheinland-Pfalz eingegangen. Weitere sind in der Liste der Burgen, Festungen und Schlösser in Rheinland-Pfalz zu finden.
Die heutigen Bestandteile des Bundeslandes Rheinland-Pfalz hatten vormals über tausend Jahre lang einer Vielzahl von weltlichen und geistlichen Landesherren gehört, z. B. den einflussreichen Kurfürsten von der Pfalz, von Mainz, von Köln und von Trier (die drei letztgenannten waren zugleich auch Erzbischöfe) oder auch Rittern, denen eine geringere Bedeutung zukam und deren - anfangs nicht erblicher - Stand sich aus dem Lehnswesen entwickelte. Heiraten und Erbteilungen hatten zu immer weiteren Umschichtungen und Zersplitterungen beigetragen, so dass ein wahrhafter Flickenteppich von Herrschaftsbereichen entstanden war.
Jeder Landesherr, der etwas auf sich hielt, also auch der kleinste, war bestrebt, zumindest mit einem Bauwerk auf seine Bedeutung hinzuweisen, sei es mit einer Burg, einer Festung oder einem Schloss. So sind vor allem die Ränder der Mittelgebirge (Eifel, Haardt) und der Flusstäler (Mittelrhein, Mosel) von Burgen oder Festungen gesäumt, das Massiv des Donnersberges im Nordpfälzer Bergland war gar von fünf Burgen umringt, und in den größeren Städten wie Mainz, Koblenz und Trier fallen besonders die prunkvollen Schlösser und Paläste auf.
Zwar hatten die großen Kriege (Bauernkrieg, Dreißigjähriger Krieg, Pfälzischer Erbfolgekrieg, Napoleonische Kriege) immer wieder Zerstörungen angerichtet, doch aus den Trümmern geschleifter Burgen oder niedergebrannter Schlösser waren häufig Nachfolgebauten erstanden, welche die untergegangenen an Pracht noch übertrafen. Und auch die Schäden, die - vor allem in Städten - durch die Beschießungen und Bombardements der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts verursacht wurden, sind mittlerweile weitgehend beseitigt.
Mittelrhein
Das Mittelrheintal ist seit 200 Jahren Anziehungspunkt für Touristen und Heimat von 170.000 Menschen. Die Landschaft weist einen außergewöhnlichen Reichtum an kulturellen Zeugnissen auf. Seine besondere Erscheinung verdankt das Mittelrheintal einerseits der natürlichen Ausformung der Flusslandschaft, andererseits der Gestaltung durch den Menschen. Seit zwei Jahrtausenden ist es einer der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas. Im Herzen Europas gelegen, mal Grenze, mal Brücke der Kulturen, spiegelt das Tal die Geschichte des Abendlandes exemplarisch wieder. Mit seinen hochrangigen Baudenkmälern, den rebenbesetzten Hängen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammengedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen aufgereihten Höhenburgen gilt es als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Nicht zuletzt inspirierte es Heinrich Heine zur Dichtung seines Loreleylieds.
Die herausragendsten Burgen sind die Marksburg als einzig unzerstörte Burg im Mittelrheintal, die Burg Pfalzgrafenstein, sie liegt auf einer Felsinsel inmitten des Rheins, sowie Burg Rheinfels, die im Laufe der Zeit zu einer Festung ausgebaut wurde. Das Schloss Stolzenfels steht wie kein anderes Schloss als Synonym für die Rheinromantik, die sich nicht nur auf die Rezeption vorhandener Bauten beschränkte, sondern auch zu Restaurationen und Neubauten anregte. In Koblenz war das Kurfürstliche Schloss die letzte Residenz des Kurfürsten von Trier, bis französische Revolutionstruppen den Kurstaat zerschlugen. Die mächtigste Festung in Rheinland-Pfalz, die Festung Koblenz, wurde im 19. Jahrhundert von den Preußen erbaut. Als Teil des Befestigungssystems thront bis heute die Festung Ehrenbreitstein über dem Rheintal.
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Mosel / Eifel
Auch das Flusstal der Mosel ist gespickt mit Höhenburgen. Zu nennen sind hier besonders die Reichsburg Cochem sowie die Burg Thurant mit ihren beiden Bergfrieden. Mithilfe der Festung Mont Royal wollte Frankreich seine Interessen in der Region sichern. Aber bereits im Jahr ihrer Fertigstellung wurde sie wieder abgerissen. Verlässt man das Tal Richtung Norden in die Eifel, so gelangt man zur Burg Eltz. Die Burg, in einem kleinen Flusstal gelegen, gilt vielen als die schönste Burg Deutschlands. In Mayen mit seiner noch vorhandenen mittelalterlichen Stadtbefestigung erhebt sich die Genovevaburg und unweit der Stadt liegt mit dem Schloss Bürresheim ein niemals erobertes oder verwüstetes Juwel. Weitere bedeutsame Burgen in der Eifel waren die Neuerburg, die Burg Schönecken und die beiden Manderscheider Burgen.
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Rheinhessen
Im 17. Jahrhundert wurde Mainz stark befestigt. Die dazu gehörende Mainzer Zitadelle, der wichtigste Überrest der Festungszeit, gilt als bedeutendstes historisches Bauwerk der Stadt neben dem Mainzer Dom. Die Kurfürsten von Mainz residierten im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz. Die Ingelheimer Kaiserpfalz aus dem 8. Jahrhundert war Aufenthaltsort und Regierungssitz fränkischer Kaiser und Könige. Das Alzeyer Schloss ist aus einer 1118 fertiggestellten staufischen Reichsburg hervorgegangen und wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut.
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Pfalz
Gegen 2000 Jahre älter als die viel berühmteren Burgen der Pfalz sind eindrucksvolle keltische Befestigungen, z. B. auf dem Donnersberg der Keltenwall oder auf der Haardt die Heidenmauer, eine 26 ha große Siedlung. Im Mittelalter, mit der Zunahme des Einflusses des Fürstengeschlechts der Salier, entstand dann auf dem Gebiet der heutigen Pfalz eines der Machtzentren auf deutschem Boden, was sich auch in der Kurwürde manifestierte. Eine der bedeutendsten Burgen war die Reichsburg Trifels; hier wurden einst die Reichskleinodien verwahrt, und der englische König Richard Löwenherz war der wohl berühmteste Gefangene. Geschichte geschrieben haben jedoch auch die Burgen der Leininger Grafen entlang der Nordhälfte der Deutschen Weinstraße oder der heute noch bewohnte Berwartstein des angeblichen Raubritters „Hans Trapp“. Und auf seiner belagerten Burg Nanstein starb 1523 der „letzte Ritter“ Franz von Sickingen an einer schweren Verwundung. In der späteren Geschichte war das Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße Schauplatz des Hambacher Festes und gilt seither als Symbol der deutschen Demokratiebewegung.
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UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz
Bislang wurden vier rheinland-pfälzische Sehenswürdigkeiten bzw. Ensembles in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen:
- 1981: Der Dom zu Speyer
- 1986: Das römische Trier (Augusta Treverorum) mit Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Konstantinsbasilika, Dom und Liebfrauenkirche
- 2002: Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz
- 2005: Der 550 km lange Obergermanisch-Rätische Limes zwischen Rheinbrohl und Eining (länderübergreifend)
Kultur
Als Bestandteil der Großregion nimmt Rheinland-Pfalz am Programm Kulturhauptstadt Europas 2007 teil.
Theater
Im Bundesland Rheinland-Pfalz gibt es fünf größere Theater. Im Einzelnen sind dies das Staatstheater Mainz und vier Stadttheater, nämlich das Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, das Theater der Stadt Koblenz, das Stadttheater Trier und das Pfalztheater Kaiserslautern. Daneben arbeiten viele mittelgroße und zahllose kleine Bühnen bis hin zum reinen Amateurtheater.
Museen
Die Landesmuseen von Rheinland-Pfalz befinden sich in Mainz, Trier und Koblenz. Das Landesmuseum Mainz, eines der ältesten Museen in Deutschland, beheimatet die bedeutendste kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung des Landes, das Rheinische Landesmuseum in Trier zeigt in seinen Abteilungen die Kunst der Renaissance und des Barock sowie das römische Trier und das Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein versteht sich als technisches Museum mit zusätzlichen Abteilungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region.
Weitere bedeutende Museen sind das Mittelrhein-Museum und die Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz; das Römisch-Germanische Zentralmuseum und Gutenberg-Museum in Mainz; das Technik Museum in Speyer sowie das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen.
Siehe auch: Liste der Museen in Rheinland-Pfalz
Veranstaltungen
Folgende Festspiele und Festivals finden jährlich in Rheinland-Pfalz statt:
- Nibelungenfestspiele, Worms
- Antikenfestspiele, Trier
- Rock am Ring, Nürburgring, eines der größten Rockfestivals in Europa
- Nature One Festival, Pydna (ehemalige Raketenbasis) bei Kastellaun
- Festspiele Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein
- Festival des deutschen Films, Metropolregion Rhein-Neckar, Ludwigshafen am Rhein
- Burgfestspiele, Mayen
- Wein- und Festspiele, Oppenheim
- Gaukler- und Kleinkunstfestival, Koblenz
Der Kultursommer Rheinland-Pfalz bietet ein umfangreiches Kulturprogramm in den Monaten Mai bis Oktober. Mit dem Rheinland-Pfalz-Tag wird seit 1984 ein jährliches Landesfest veranstaltet. Besonders im Rheinland zählt außerdem der Straßenkarneval zum traditionellen Brauchtum. Bedeutend ist die Mainzer Fastnacht mit dem größten Rosenmontagszug des Landes; aber auch in anderen Städten wird der Karneval gefeiert, so beispielsweise beim Koblenzer Karneval oder in Ludwigshafen.
Gartenschau
Für das Jahr 2011 erhielt die Stadt Koblenz den Zuschlag für die Organisation der Bundesgartenschau.
In den Jahren 2000 und 2001 fanden die ersten rheinland-pfälzischen Landesgartenschauen in Kaiserslautern statt. Im Jahr 2004 wurde die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Trier übernommen. Im Jahr 2008 wird die Stadt Bingen am Rhein die Ausrichtung übernehmen.
Parks
Die deutsche Kaiserin Augusta ließ ab 1856 in Koblenz die Rheinanlagen als Park gestalten. Sie war auch Gönnerin des katholischen Pfarrers Kraus und unterstützte seine Bestrebungen, die heute nach ihm benannten Pfarrer-Kraus-Anlagen, eine Landschaftsbilderbibel, zu schaffen.
Mit dem Barfußpark bei Bad Sobernheim wurde 1992 eine neuartige und beliebte Freizeiteinrichtung entwickelt. Diese fand an vielen Orten des deutschsprachigen Raums Nachahmung.
In Rheinland-Pfalz befinden sich folgende Natur-, Freizeit- und Tierparks:
- Zoo Kaiserslautern in Kaiserslautern
- Zoo Landau in der Pfalz in Landau
- Zoo Neuwied in Neuwied
- Eifelpark in Gondorf
- Holiday Park in Haßloch
- Kurpfalz-Park in Wachenheim
- Wild- und Freizeitpark Klotten in Klotten
- Wild- und Wanderpark Südliche Weinstraße in Silz
- Hochwildschutzpark Hunsrück in Rheinböllen
Hochschulen
Zur Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz gehören sechs Universitäten, 13 Fachhochschulen und die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
- Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Technische Universität Kaiserslautern
- Universität Koblenz-Landau – Standorte: Koblenz, Landau
- Universität Trier
- Fachhochschule Bingen
- Fachhochschule Kaiserslautern – Standorte: Kaiserslautern I und II, Pirmasens und Zweibrücken
- Fachhochschule Koblenz – Studienorte: Koblenz, Höhr-Grenzhausen, Remagen
- Fachhochschule Ludwigshafen (mit Ostasieninstitut)
- Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
- Fachhochschule Mainz
- Fachhochschule Trier – Standorte: Trier, Idar-Oberstein, Birkenfeld
- Fachhochschule Worms
- Katholische Fachhochschule Mainz
- WHU - Otto Beisheim School of Management (ehemals: Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung), Vallendar bei Koblenz (private Universität)
- Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner) (kirchliche Universität)
Küche
Die Küche in Rheinland-Pfalz wird durch die milden Temperaturen an Rhein und Mosel bestimmt. Wichtiger Exportartikel ist der Wein aus der Pfalz, aus Rheinhessen, vom Mittelrhein, aus dem Nahe- und dem Ahrtal sowie vom Gebiet Mosel-Saar-Ruwer. Bekannte Nahrungsmittel sind der Pfälzer Saumagen, Fleischkäse und Mainzer Spundekäs. Im Grenzgebiet zu Frankreich sind außerdem Gerichte wie Flammkuchen oder Zwiebelkuchen populär. Im Norden von Rheinland-Pfalz sind Kröbbelche (auch Kartoffelpuffer oder Reibekuchen genannt) und Döppekooche (Kartoffelbreiauflauf mit Mettwurst oder Speck) beliebt.
Orden, Ehrenzeichen und Ehrenbürgerschaft
Das Land Rheinland-Pfalz vergibt folgende Orden und Ehrenzeichen:
- Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
- Ehrenbürgerschaft des Landes Rheinland-Pfalz
- Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz
- Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz
- Carl-Zuckmayer-Medaille
Politik
Verfassung
Das Land Rheinland-Pfalz geht auf die Verordnung Nummer 57 der französischen Besatzungsmacht vom 30. August 1946 zurück, die die Bildung eines "rheinpfälzischen" Landes anordnet. Ein erster Verfassungsentwurf entstand "im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott, dem Urgrund des Rechts und Schöpfer aller menschlichen Gemeinschaft, von dem Willen beseelt, die Freiheit und Würde des Menschen zu sichern, das Gemeinschaftsleben nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit zu ordnen, den wirtschaftlichen Fortschritt aller zu fördern und ein neues demokratisches Deutschland als lebendiges Glied der Völkergemeinschaft zu formen" in der so genannten Beratenden Landesversammlung, deren Mitglieder von den rheinland-pfälzischen Kreis- und Gemeindeversammlungen bereits im November 1946 gewählt worden waren.
Die konstituierende Sitzung dieser Beratenden Landesversammlung fand am 22. November 1946 im Koblenz statt. Kurz darauf, am 4. Dezember 1946, wurde eine vorläufige Landesregierung unter Wilhelm Boden (CDU) gebildet. Nachdem die Landesverfassung durch Volksabstimmung am 18. Mai 1947 angenommen wurde, wählte man den bisherigen Landeschef Boden am 13. Juni zum ersten Ministerpräsidenten des neuen demokratischen und sozialen Gliedstaats Deutschlands. Nach nicht einmal einem Monat wurde Peter Altmeier (CDU) sein Nachfolger.
Artikel 79 Absatz 1 der Landesverfassung sieht vor, dass der Landtag "das vom Volk gewählte oberste Organ der politischen Willensbildung" ist. "Er vertritt das Volk, wählt den Ministerpräsidenten und bestätigt die Landesregierung, beschließt die Gesetze und den Landeshaushalt, kontrolliert die vollziehende Gewalt und wirkt an der Willensbildung des Landes mit in der der Behandlung öffentlicher Angelegenheiten, in europapolitischen Fragen und nach Maßgabe von Vereinbarungen zwischen Landtag und Landesregierung."
Das Land wird beim Bund durch einen Bevollmächtigten vertreten.
Siehe auch: Verfassung für Rheinland-Pfalz
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Landtagswahlen
Die Wahlen zum rheinland-pfälzischen Landtag finden alle 5 Jahre statt. Der Landtag hat 101 Mitglieder und hat seinen Sitz im Deutschhaus in Mainz. Bei den letzten Landtagswahlen zum 15. Landtag am 26. März 2006 ergab sich eine absolute Mehrheit der Mandate für die SPD.
| Landtagswahlen Rheinland-Pfalz 1947–2006 (in Prozent der Stimmen) | |||||
| Jahr | SPD | CDU | FDP | Grüne | Sonstige |
| 1947 | 34,3 % | 47,2 % | 9,8 % | - | 8,7 % |
| 1951 | 34,0 % | 39,2 % | 16,7 % | - | 10,1 % |
| 1955 | 31,7 % | 46,8 % | 12,7 % | - | 8,8 % |
| 1959 | 34,9 % | 48,4 % | 9,7 % | - | 7,0 % |
| 1963 | 40,7 % | 44,4 % | 10,1 % | - | 4,8 % |
| 1967 | 36,8 % | 46,7 % | 8,3 % | - | 8,2 % |
| 1971 | 40,5 % | 50,0 % | 5,9 % | - | 3,5 % |
| 1975 | 38,5 % | 53,9 % | 5,6 % | - | 1,9 % |
| 1979 | 42,3 % | 50,1 % | 6,4 % | - | 1,2 % |
| 1983 | 39,6 % | 51,9 % | 3,5 % | 4,5 % | 0,5 % |
| 1987 | 38,8 % | 45,1 % | 7,3 % | 5,9 % | 2,9 % |
| 1991 | 44,8 % | 38,7 % | 6,9 % | 6,5 % | 3,2 % |
| 1996 | 39,8 % | 38,7 % | 8,9 % | 6,9 % | 5,7 % |
| 2001 | 44,7 % | 35,3 % | 7,8 % | 5,2 % | 6,9 % |
| 2006 | 45,6 % | 32,8 % | 8,0 % | 4,6 % | 9,0 % |
| Erläuterungen: Ab 1991 Landesstimmen. | |||||
Siehe auch: Wahlen in Rheinland-Pfalz
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Ministerpräsidenten
Die Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz seit dem 13. Juni 1947:
- 13. Juni 1947 – 9. Juli 1947: Dr. Wilhelm Boden, CDU
- 1947 – 1969: Peter Altmeier, CDU
- 1969 – 1976: Helmut Kohl, CDU
- 1976 – 1988: Bernhard Vogel, CDU
- 1988 – 1991: Carl-Ludwig Wagner, CDU
- 1991 – 1994: Rudolf Scharping, SPD
- 1994 – heute: Kurt Beck, SPD
Ministerien
- Stellvertretender Ministerpräsident, Minister des Innern und für Sport: Karl Peter Bruch (SPD)
- Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen: Malu Dreyer (SPD)
- Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur: Doris Ahnen (SPD)
- Minister der Finanzen: Ingolf Deubel (SPD)
- Minister der Justiz: Heinz Georg Bamberger (SPD)
- Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau: Hendrik Hering (SPD)
- Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz: Margit Conrad (SPD)
Siehe auch: Landesregierung von Rheinland-Pfalz
Hoheitszeichen
Bild:Flag of Rhineland-Palatinate.svg Hauptartikel Landeswappen Rheinland-Pfalz und Landesflagge Rheinland-Pfalz
Die Landesflagge besteht aus der deutschen Trikolore, der bis zur Hälfte des roten Querstreifens in der oberen Ecke an der Stange das rheinland-pfälzische Landeswappen aufgelegt ist. Dieses wiederum besteht aus dem Pfälzer Löwen, dem Kreuz des Erzbistums und Kurfürstentums Trier sowie dem Mainzer Rad und erinnert damit an die bis 1801 existierenden Kurfürstentümer Trier, Mainz und Pfalz im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Der gesamte Wappenschild ist als Sinnbild der Volkssouveränität von einer goldenen Volkskrone fünf stilisierter Weinblätter überhöht.
Siehe auch: Liste der Wappen in Rheinland-Pfalz
Das KFZ-Kennzeichen des rheinland-pfälzischen Landtages und der Ministerien ist RPL.
Verwaltungsgliederung
Das Bundesland Rheinland-Pfalz ist in 24 Landkreise, 12 kreisfreie Städte, 163 Verbandsgemeinden, 37 verbandsfreie Städte und Gemeinden (davon 8 große kreisangehörige Städte) sowie 2.257 Ortsgemeinden untergliedert. In den Landkreisen des Landes leben 3.051.313 und in den 12 kreisfreien Städten 1.009.792 Einwohner (2004).
Siehe auch:
- Liste der Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz
- Liste der Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz
- Liste der kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz
- Liste der Ortsteile in Rheinland-Pfalz
Landkreise
(mit Autokennzeichen)
</ol> |
Kreisfreie Städte
(mit Autokennzeichen)
|
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Große kreisangehörige Städte
(mit Autokennzeichen)
|
|
Ehemalige Regierungsbezirke
Rheinland-Pfalz bestand bis 1999 aus drei Regierungsbezirken:
Zum 1. Januar 2000 wurden die drei Bezirksregierungen in neue Strukturen überführt, deren Zuständigkeiten nicht mehr regional, sondern sachlich bestimmt sind und sich teilweise auf das ganze Bundesland erstrecken:
- Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (Trier)
- Struktur- und Genehmigungsdirektionen Nord (Koblenz)
- Struktur- und Genehmigungsdirektionen Süd (Neustadt an der Weinstraße)
Dennoch leben die ehemaligen Regierungsbezirke als NUTS-2-Regionen weiter.
Landesbehörden und Gerichte
Landesbehörden und Landesbetriebe
- Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Trier
- Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Koblenz
- Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt an der Weinstraße
- Landesamt für Geologie und Bergbau
- Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, Koblenz
- Landesbetrieb Daten und Information
- Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung
- Landesbetrieb Mobilität
- Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz
- Landesforstverwaltung
- Landeshauptarchiv, Koblenz
- Landesmedienzentrum
- Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
- Polizei Rheinland-Pfalz
- Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Rheinhessen-Fachklinik Alzey
- Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems