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Rheinbreitbach
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | ||||
| Landkreis: | Neuwied | ||||
| Verbandsgemeinde: | Unkel | ||||
| Koordinaten: | Koordinaten: 50° 37′ N, 7° 14′ O50° 37′ N, 7° 14′ O | ||||
| Höhe: | 75 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 6,58 km² | ||||
| Einwohner: | 4584 (29. Juni 2006) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 697 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 53619 | ||||
| Vorwahl: | 02224 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | NR | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 38 062 | ||||
| Gemeindegliederung: | 1 Ortsteil | ||||
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Linzer Straße 4 53572 Unkel | ||||
| Webpräsenz: | |||||
| Ortsbürgermeisterin: | Ulrike Jossen (CDU) | ||||
| Lage der Gemeinde Rheinbreitbach im Landkreis Neuwied | |||||
| Bild:Rheinbreitbach in NR.PNG | |||||
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Rheinbreitbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz (Deutschland).
Es grenzt mit Bad Honnef (Rhein-Sieg-Kreis) direkt an Nordrhein-Westfalen und liegt circa zwei Kilometer südlich der Bonner Stadtgrenze. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Unkel an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Unkel hat.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Die Ortsgemeinde liegt am nördlichen Mittelrhein und am südlichen Rand des Siebengebirges. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung des Gemeindegebietes beträgt etwa 2 km, die größte Ost-West-Ausdehnung etwa 5 km. Es umfasst ein von Westen (Rheinufer) nach Osten hin ansteigendes Gelände. Der Ortsteil Breite Heide liegt etwa in der Mitte zwischen Osten und Westen auf etwa 190 m ü. NN. Das östlich der Breiten Heide liegende Gemeindegebiet ist etwa 200–300 m breit und unbewohnt.
Mit 8,7 % wird ein geringer Anteil des 6,58 km² großen Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, 56,8 % sind von Wald bestanden.
Nachbargemeinden sind Bad Honnef im Norden, Windhagen im Osten, Unkel im Süden sowie Remagen im Westen, zu dem die Grenze in der Mitte des Rheins verläuft.
Geschichte
Fundstücke aus der Römerzeit
Da mehrfach römische Münzen aus dem Zeitraum 150 bis 350 n. Chr. im Bereich des späteren Bergwerks Virneberg (damals noch Tagebau) gefunden wurden, kann davon ausgegangen werden, dass schon in römischer Zeit in Rheinbreitbach Bergbau (Kupfer) stattgefunden hat. Andere Bergbautätigkeiten der Römer nördlich des Limes sind durch den Felsabbau (Trachitsteinbruch) am Drachenfels belegt.
Erste historische Erwähnung
Rheinbreitbach wurde vermutlich in fränkischer Zeit gegründet, aber erst 966 erstmals als „Breitenbach“ urkundlich erwähnt. „Rheinbreitbach“ heißt der Ort seit 1604. Im Mittelalter war er durch einen Wallgraben und vier befestigte Tore geschützt. Von der Unteren Burg ist nur ein Torbogen erhalten, die Obere Burg aus dem 15. Jahrhundert existiert noch. Ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt die Pfarrkirche und aus dem 17. Jahrhundert die Leonhardskapelle.
Kupferbergbau
Der erste urkundlich belegbare Bergbau in Rheinbreitbach begann 1604 mit einem Bartholomäus Brück (Brüggen), der das kurfürstliche Bergwerk wieder in Betrieb gesetzt hatte. Aufgrund verschiedener Dokumente und Funde wurde am Virneberg (heute Ortsteil Breite Heide) bereits im Mittelalter Kupfer im Untertageberbau gewonnen und vor Ort verhüttet. Brück erwähnt in einem Protokoll von einer damals aufgefundenen, über 200 Jahre alten Schlackenhalde und im 18. Jahrhundert fand man einen bis dahin unbekannten alten Hauptstollen in ca. 40 Meter Tiefe. Im Jahre 1629 wurden bereits fast 500 Zentner Kupfer produziert. Im Dreißigjährigen Krieg wurden von den durchziehenden Schweden wichtige Teile der Bergwerksanlagen zerstört.
Etwa 1720 waren die Stollen bereits über 1.000 Meter lang. 1744 bestand die Belegschaft aus 80 Mann. In dieser Zeit muss die Grube auch in St. Josephsberg umbenannt worden sein. Am Eingangsbogen der Martinskapelle im benachbarten Selhof befindet sich ein Schlussstein mit der Inschrift S(t.) Josepsbergh und der Jahreszahl 1735 sowie der Abbildung der Bergmannszeichen Eisen und Bohrer. 1756 wurden für einen Glockenguss an der Bonner Münsterkirche 8.000 Pfund Breitbacher Kupfer verwendet. 1789 besuchte der junge Alexander von Humboldt auf einer seiner ersten Studienreisen die Rheinbreitbacher Bergwerke, 1791 kam der Kölner Kurfürst. 1794 kam der Bergbau vorübergehend zum erliegen.
1800 wurde ein neuer Schacht bis in 85 Meter Tiefe angelegt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine rege Tätigkeitsperiode ein. 1840 förderte die 51-köpfige Knappschaft 8.500 Tonnen Erz aus dem Bergwerk. Nach einigen guten Jahren erfolgte 1867 eine Einstellung des Tiefbaus, einer der Schächte hatte bereits eine Tiefe von 138 Metern erreicht, aber bereits 1870 wurde ein neuer Schacht angelegt. Die Belegschaft stieg auf 164 Personen an und 1880 wurde eine Tiefe von 255 erreicht (etwa 115 Meter unter dem Rheinniveau. 1886 erfolgte die endgültige Stilllegung des „Virnebergs“.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 20 Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeister.
Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:
| CDU | SPD | FDP | Grüne | Gesamt | |
| 2004 | 10 | 5 | 3 | 2 | 20 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
- Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Sehenswürdigkeiten
Rheinbreitbachs mittelalterliches Ortsbild wird geprägt von Fachwerkhäusern im Ortskern und einigen herrschaftlichen Villen. Die Untere Burg, früher Sitz der Herren von Breitbach, ist nur noch als Ruine erhalten, während die Obere Burg, Anfang des 20. Jahrhunderts Wohnsitz des Schriftstellers Rudolf Herzog, heute als Bürgermeisteramt und für Veranstaltungen, insbesondere des Förderkreises Obere Burg, genutzt wird.
Die spätgotische katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena ist ein verputzter, korallfarbig gestrichener Bau aus dem 15./16. Jahrhundert mit vorgelagertem Westturm und einem modernen Erweiterungsbau. Die Ausstattung des Kircheninneren stammt zum großen Teil aus der Zeit des Barock. Die drei Altäre sind aus Holz, deren Bemalung Marmor imitiert. Der Hochaltar, der in einem Visitationsbericht von 1620 als „neu errichtet“ bezeichnet wird, stammt in Teilen aus dem 18. Jahrhundert. Die ältere Leonharduskapelle an der Hauptstraße war früher eine bekannte Wallfahrtskirche.
Ebenfalls in der Hauptstraße befindet sich das Museum für Alltagsgeschichte des Rheinbreitbacher Heimatvereins, das am zweiten und vierten Sonntag im Monat geöffnet ist. Vom Koppel, einer Erhebung östlich des Ortskerns, kann man bei gutem Wetter den Kölner Dom und bis weit in die Eifel hinein sehen.
Pfarrkirche St. Maria Magdalena |
Veranstaltungen
- Karneval wird in Rheinbreitbach traditionell mit mehreren Sitzungen und einem Umzug am Karnevalssonntag gefeiert.
- Rhein in Flammen: am 1. Samstag im Mai. Großfeuerwerke und Schiffsrundfahrt von Linz am Rhein entlang Erpel, Unkel, Remagen, Rheinbreitbach, Rheininsel Nonnenwerth bei Bad Honnef, Bad Godesberg, Königswinter zur Bonner Rheinaue bei Bonn.
- Kirmes Maria-Magdalena im Juli
- Parkfest: am letzten Wochenende im August. Gemeinsame Veranstaltung der Rheinbreitbacher Vereine im Park der Oberen Burg.
- Burgweihnachtsmarkt: Weihnachtsmarkt im Park der Oberen Burg.
Verkehr
Fernstraßen
Rheinbreitbach besitzt eine als Brücke ausgeführte Anschluss-Stelle an die B 42, die es mit allen am Rhein gelegenen Nachbarstädten (darunter Unkel, Bad Honnef, Königswinter und die Bundesstadt Bonn) sowie über die sich anschließende Flughafenautobahn A 59 mit dem Flughafen Köln/Bonn verbindet.
Eisenbahn
Durch Rheinbreitbacher Gebiet führt die Rechte Rheinstrecke, die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich je nach Lage in den angrenzenden Städten Bad Honnef und Unkel, über die man mit dem Regionalexpress 8 und der Regionalbahn 27 Richtung Köln und Koblenz gelangt. Beide Bahnhöfe können schnell über die Buslinie 565 erreicht werden.
ÖPNV
Die Buslinie 565 verkehrt vom Linzer Bahnhof zur Bad Honnefer Stadtbahn-Endhaltestelle der Linie 66 und verbindet Rheinbreitbach mit dem Netz der Bonner Stadtbahn. Auf der Strecke liegen auch Bushaltestellen in Kasbach, Erpel und Unkel. Die Busse verkehren täglich, an Wochenenden jeweils stündlich und an Wochentagen innerhalb von Verkehrsstoßzeiten auch bis zu 2 Mal stündlich.
Öffentliche Einrichtungen
In Rheinbreitbach war der 1987 gegründete Bund der Energieverbraucher ansässig, der sich die Aufgabe gestellt hat, die Interessen der privaten Verbraucher bei der Energieversorgung zu schützen. 2007 verlegte der Verband seine Bundesgeschäftsstelle und damit seinen Sitz in die Nachbargemeinde Unkel.
Weblinks
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