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Reformverein

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Unter dem Namen Reformverein vereinigten sich im deutschsprachigen Raum seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Männer, um bestehende politische oder gesellschaftliche Strukturen zu verändern. Die Motivationen zur Vereinsgründung waren sehr unterschiedlich.

Peter Conradin von Planta gründete 1842 in Chur (Graubünden) den ersten liberalen Reformverein, der sich schnell über den ganzen Kanton verbreitete und zum Ziel hatte, veraltete Zustände zu beseitigen und durch neue Einrichtungen zu ersetzen.

In Frankfurt am Main haben im Jahr 1862 Konservative, großdeutsche Liberale und Demokraten den Reformverein gegründet. Die Vereinsgründung war eine Reaktion auf den "antiparlamentarischen Kurs" der preußischen Regierung zur Durchführung der Heeresreform. Die preußische Regierung und König Wilhelm I. wollten eine Heeresreform durchführen, für die das Parlament jedoch nicht den Etat bewilligte. Somit eskalierte der ursprüngliche "Heereskonflikt" zu einem Preußischen Verfassungskonflikt. Ziel des Reformvereins war die Reformierung des Deutschen Bundes unter der Führung Österreichs.

In Frankfurt am Main folgten Konservative, großdeutsche Liberale und Demokraten unter Johann Ronge im Oktober 1863 mit der Gründung des, dem Altkatholizismus nahe stehenden Religiösen Reformvereins.

1879 kam es durch Alexander Pinkert in Dresden zur Gründung des ersten antisemitisch eingestellten Deutschen Reformvereins.

Im Jahr 1882 wurde in Österreich von Georg von Schönerer der Deutschnationale Reformverein gegründet; noch im selben Jahr gefolgt vom Österreichischen Reformverein unter Ernst Schneider und Karl von Zerboni.

1892 begann der ebenfalls antisemitische Kasseler Reformverein unter der langjährigen Leitung des Reichstagsabgeordneten und Redakteurs Ludwig Werner seinen Einfluss auszuüben.

Literatur

  • Dt. Bundestag, Referat für Öffentlichkeitsarbeit: Fragen an die deutsche Geschichte. 1991, ISBN 3-924521-73-5, S. 179
  • Werner Backes: Die Geschichte der freisinnigdemokratischen Partei Graubünden. In: Schriftenreihe der FDP Graubünden. Heft IV, 2003

Weblinks

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