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Reduktion

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Bild:Disambig-dark.svg Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.

Das Wort Reduktion (Verb reduzieren) ist aus dem latein. reducere (= zurückführen) abgeleitet und bedeutet in der gehobenen Alltagssprache eine Verringerung des Ausmaßes einer Eigenschaft. Dies kann sich sowohl auf messbare Größen (zum Beispiel Anzahl, Umfang, Gewicht) als auch auf abstrakte Größen beziehen:

  • „Man einigte sich auf eine Reduktion der Gehälter im Ausmaß von [...]“
  • „Der Abgeordnete XY wurde auf seine normale Bedeutung reduziert.“
  • „Der Transitverkehr reduziert die Lebensqualität der Anwohner merklich.“


In einigen Wissenschaften hat das Wort Reduktion vielfach eine spezielle Bedeutung, deren Gemeinsamkeit in der Rückführung auf eine tiefere oder günstigere Stufe oder auf zugrundeliegende Tatsachen besteht („vom Besonderen zum Allgemeinen“) (Siehe: Reduktionismus):

Wissenschaft Bedeutung
Mathematik Die Verringerung des Grades von Gleichungen, von Polynomen usw. Siehe: Differenzialgleichungen
Naturwissenschaften Die Bereinigung der Messwerte von modellierbaren Störeinflüssen, manchmal auch allgemein die Auswertung von Messungen, wenn die gesuchten Größen nicht unmittelbar selbst gemessen wurden:
  1. die topographische Reduktion bei Schwereanomalien
  2. Neigungsreduktion bei astronomischen oder geodätischen Messungen, siehe Libelle oder Reduktion auf Horizont oder Geoid
  3. bei Vermessungsarbeiten die Korrektur physikalischer Signallaufzeiten wegen der Refraktion usw.
  4. in der Meteorologie das Umrechnen des auf Standorthöhe gemessenen Luftdrucks auf Meereshöhe
  5. in der Astronomie die Bestimmung von Sternkoordinaten beispielsweise aus Durchgangszeiten an einem Meridiankreis und Ähnliches
Chemie Der Entzug von Sauerstoff oder die Zufuhr von Wasserstoff; in elektrochemischem Sinn die Zufuhr von Elektronen. Siehe: Reduktion (Chemie), Metallreduktion, Reduktionsmittel
Theoretische Informatik Im Bereich der Berechenbarkeits- und Komplexitätstheorie das Ausdrücken eines Problems als Instanz eines anderen Problems. Siehe: Reduktion (Theoretische Informatik)
Geisteswissenschaften Die Erklärung eines Phänomens durch seine zugrundeliegenden Aspekte
Philosophie Die Befreiung der Erfahrung von der natürlichen „Offensichtlichkeit“ – nach Edmund Husserl als transzendentale Reduktion bezeichnet. / Die Zurückführung von Theorien, Begriffen, gesetzmäßigen Zusammenhängen oder anderen Phänomenen Siehe: Reduktionismus
Soziologie: Systemtheorie Die „Reduktion von Komplexität“ unterscheidet ein „System“ von seiner Umwelt.
Pädagogik und Anthropologie Der Weg vom Beobachten von Details zum Ganzen und das dadurch vertiefte Verstehen (anthropologische Reduktion bzw. didaktische Reduktion)
Malerei Die Beschränkung auf wesentliche Elemente und Ausdrücke.
Kochkunst Das Kochen eines flüssigen Nahrungsmittels, z. B. eines Rotweines oder einer Sauce mit dem Ziel, durch die Wasserverdampfung zu einer Verdickung und zu einer höheren Konzentration der Geschmacksstoffe zu gelangen.
Linguistik Die schnellere Aussprache eines Wortes oder einer Phrase als üblich, siehe Reduktion (Linguistik)



Das Wort Reduktionen bezeichnet in Lateinamerika von Franziskanern und Jesuiten im 16. bis zum 18. Jahrhundert eingerichtete Missionssiedlungen, die Grundlage der Christianisierung der indigenen Völker war. Siehe: Jesuitenreduktionen

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