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Psychohygiene
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Psychohygiene ist die Lehre vom Schutz und der Erlangung der seelischen Gesundheit. Die Psychohygiene ist ein wichtiger Schutzfaktor z.B. gegen die Entstehung von Burnout-Syndromen.
Der Begriff wurde bereits im Jahre 1900 von dem deutschen Psychiater R. Sommer verwendet. Allerdings erlangte er erst durch die Bemühungen von Clifford W. Beers, die Situation von psychisch Kranken zu verbessern eine größere Bekanntheit.
Die von C. W. Beers und A. Meyer 1908 postulierten Hauptaufgaben der Psychohygiene sind heute noch weitgehend gültig:
- Sorge für die Erhaltung der geistigen Gesundheit, Verhütung von Geistes- und Nervenkrankheiten und Defektzuständen;
- Vervollkommnung der Behandlung und Pflege der psychisch Kranken;
- Aufklärung über die Bedeutung der psychischen Anomalien für die Probleme der Erziehung, des Wirtschaftslebens, der Kriminalität und überhaupt der menschlichen Verhaltensweisen.
Diese Aufgaben sollen erfüllt werden durch Förderung der sozialen Fürsorge und Zusammenwirken mit öffentlichen und privaten Wohlfahrtseinrichtungen.
Inhaltsverzeichnis |
In der Praxis
In der Praxis ist damit das liebevolle Umsorgen, das verständnisvolle Gespräch mit emotionaler Wärme und das Vermitteln von Nestwärme bei der Betreuung von Kranken, Behinderten, Kindern, Alten oder Benachteiligten gemeint. Dazu zählt auch der Besuch von Angehörigen sowie das Rooming in und das Bonding. Besonders in Krankenhäusern, Kinderheimen und Pflegeheimen wird dadurch den Deprivations-Erscheinungen und dem psychischen Hospitalismus vorgebeugt.
Die Aufgaben der Psychohygiene
Aufgaben laut World Federation of Mental Health: "Geistige Gesundheit bedeutet einen Zustand, der die optimale physische, intellektuelle und emotionale Entwicklung des Individuums begünstigt, soweit sich diese Entwicklung mit anderen Individuen verträgt. Eine gesunde Gesellschaft ist diejenige, die eine solche Entwicklung ihrer Glieder sichert und zugleich um ihre eigene Aufwärtsentfaltung, unter Toleranz gegenüber anders getalteten Gesellschaften besorgt ist."
K. Mierke (1967, S.8) sieht drei Ebenen der Psychohygiene: Die präventive Psychohygiene hat die Gesunderhaltung des Individuums und der Gesellschaft zum Ziel. Die restitutive Psychohygiene ist bemüht in Lebenskrisen oder Konfliktsituationen frühzeitig regenerative und korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Die kurative Psychohygiene nimmt sich bereits bestehender Einschränkungen an, um diese mit klinischen oder psychotherapeutischen Verfahrensweisen zu heilen.
E. Schomburg formuliert die folgenden Lebensgrundbedürfnisse: 1. Liebe 2. Sicherheit 3. Anerkennung, Bestätigung, Erfolgserlebnisse, 4. Raum zu freiem schöpferischem Tun, 5. Erlebnisse mit Erinnerungswert und 6. Selbstachtung.
Auf das Erhalten oder Erreichen dieser Grundbedürfnisse zielt die Psychohygiene.
Quellen
Mierke, K.: Psychohygiene im Alltag, Bern, Stuttgart 1967
Müller, K.D.: Einige psychohygienische Erwägungen zur Arbeit in der Sonderschule für Lernbehinderte. Z. Heilpäd. 18 (1967), S. 504-508
Schomburg, E.: Psychohygiene und Sonderschule, in: Ehrhardt, H.E. (Hrsg.): Aggressivität, Dissozialität, Psychohygiene, Bern/Stuttgart/Wien 1975, Bellingen im Westerwald
Siehe auch
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