Das Fotonexus-Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Projekt
Aus Fotonexus.
Projekt in der allgemeinen Bedeutung eines besonderen Vorhabens geht auf das lateinische Verb proiacere (pro = vor, für, iacere = werfen) und dessen Partizip proiectus zurück. Das bezeichnete den Vorgang bzw. das Resultat einer negativen oder positiven Heraushebung einer Person oder Sache (proiacere: jdm. etwas vorwerfen, jdn. wegjagen, etw. aufgeben; proiectus: zu etw. geneigt, herausragend; niedrig, verächtlich).
Umgangssprachlich ist es ein Vorhaben mit Entwurfscharakter.
Hin und wieder werden auch besondere Vorhaben bzw. Einrichtungen von Behörden oder privaten Gruppen Projekte genannt, um sie gegen feste, längerfristige, umfassendere Einrichtungen abzugrenzen.
Überdies heissen bestimmte besondere Vorhaben von einem Geheimdienst Projekte (oder Operationen; z.B. Project Blue Book). Mittlerweile bezeichnen auch Banken, Wirtschaftsunternehmen und internationale Anwaltssozietäten so etwas in aller Regel mit einem Code-Namen, um nicht direkt beteiligten Mitarbeitern oder Außenstehenden den Charakter des Vorhabens und personelle bzw. institutionelle Identitäten zu verwehren.
Inhaltsverzeichnis |
Technische und betriebswirtschaftliche Definition
Ein Projekt ist nach DIN 69901 ein Vorhaben, bei dem innerhalb einer definierten Zeitspanne ein definiertes Ziel erreicht werden soll, und das sich dadurch auszeichnet, dass es im Wesentlichen ein einmaliges Vorhaben ist.
Innerhalb des Projektmanagements hat die Abgrenzung eines Projektes von einem Unternehmen den Sinn, die einzelnen Bereiche planbar zu gestalten. Die Gesamtheit der Tätigkeiten, die mit der erfolgreichen Abwicklung eines Projektes zusammenhängen, münden in einen Regelkreis zur Steuerung von Projekten. Wichtig sind verlässliche Anfangs- und Enddaten zur Planung des Vorhabens und Zusagen für die benötigten Ressourcen im Rahmen eines Projektplans. Im Rahmen großer Investitions- und Bauvorhaben verwenden Engineering- und Projektgesellschaften spezielle Projektkontenrahmen und vorhabensorientierte Projektkontenpläne zur leistungsgerechten Strukturierung der Projektpläne und zur ordnungsgemäßen Erfassung und Abrechnung der Planungs- und Bauleistungen.
In der Regel birgt ein Projekt – im Gegensatz zu regelmäßigen, stets ähnlich durchgeführten, großteils identischen Vorhaben – meist ein höheres Risiko des Scheiterns und wird in einer speziellen und befristeten Organisationsform, der so genannten Projektorganisation, abgewickelt, innerhalb derer auf das Ziel hingearbeitet wird.
Typische Projekte sind Produktentwicklungs-, (Re-)Organisations-, EDV-, Bau- oder Sanierungsprojekte,
„Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z. B. Zielvorgabe, zeitliche, finanzielle, personelle und andere Begrenzungen; Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben; projektspezifische Organisation.“
– DIN 69901 des Deutschen Instituts für Normung e.V.
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Projekt, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
„Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben, das unternommen wird, um ein einmaliges Produkt, eine Dienstleistung oder ein Ergebnis zu erzeugen.“
– Project Management Body of Knowledge des amerikanischen Project Management Institute
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Projekt, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
„ein zeit- und kostenbeschränktes Vorhaben zur Realisierung einer Menge definierter Ergebnisse entsprechend vereinbarter Qualitätsstandards und Anforderungen (Erfüllung der Projektziele)...“
– International Competence Baseline der internationalen International Project Management Association
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Projekt, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Weitergefasste Definition
Eine Aufgabenstellung kann und sollte in der Regel als Projekt betrachtet werden, sofern das zu lösende Problem relativ komplex ist, der Lösungsweg zunächst unbekannt ist, eine zeitliche Begrenzung und ein definiertes Ziel vorliegt, und/oder bereichs-/fachübergreifende Zusammenarbeit erforderlich ist.
Die Komplexität des Problems liegt beispielsweise darin, dass
- es eine Vielzahl von Lösungswegen gibt, deren Erfolg zu Projektbeginn unbekannt ist
- das Ziel bei genauer Analyse widersprüchliche Teilziele enthält (Zielkonflikte)
- die involvierten und zusammen arbeitenden Organisationen oder Instanzen verschiedenen Sachlogiken gehorchen
- die einzelnen Maßnahmen zur Zielerreichung vielfältig ineinander greifen.
Meistens spielen alle diese Faktoren zusammen.
Organisationen, die regelmäßig ähnliche Projekte durchführen, sollten bestrebt sein, diese zu Produkten weiterzuentwickeln. Dies wird selten uneingeschränkt möglich sein. Jedoch ist eine Standardisierung des Vorgehens, die den Lerneffekt aus vorangegangenen Projekten wieder in neue Projekte einfließen lässt, ein Vorteil gegenüber einer ständigen „Neuerfindung des Rades“. Diese Standardisierung äußert sich in der Regel in definierten Prozessen, in denen neue Projekte angegangen werden, sowie in vorhandenen Schablonen für Dokumentationen etc., die zwar ggf. projektspezifisch angepasst werden, jedoch bereits die Punkte enthalten, die – aus Erfahrung – nicht vergessen werden sollten.
Ebenfalls nicht konform im Sinne der zeitlichen Begrenztheit, jedoch im Sinne der thematisch/organisatorischen Abgrenzung vom „Normalfall“, also mit der Bedeutung, dass es „etwas Besonderes“ sei, wird die Bezeichnung Projekt auch verwendet, um
- alternative Lebensweisen, karitative Einrichtungen oder gemeinnützige Organisationen etc. zu beschreiben. Z. B.: „Wohnprojekt“ oder „Arbeitslosenprojekt“. Die in diesen Bereichen häufig vorzufindende sog. Projektfinanzierung der öffentlichen Hand für begrenzte, allerdings immer wieder neu zu beantragende Vorhaben hat diese Namenskonvention wohl begünstigt (z. B. für sog. ständige Projekte sozialer Einrichtungen).
- einen noch nicht abgeschlossenen Prozess der Entwicklung zu benennen.
- etwas Neues im Bereich Kunst zu bezeichnen. So bezeichnen sich viele junge Musikgruppen als „Projekt“ (wegen eines höheren Aufmerksamkeitseffekts und mit der Nebenbedeutung, diese Bezeichnung fallenzulassen, wenn man sich für etabliert hält). Sprachwörterbücher (z. B. Duden) definieren Projekte eher in diesem allgemeineren Sinn als Planung, Unternehmung, Entwurf oder Vorhaben.
Rollen in Projekten
- Projektauftraggeber (PAG),
- Projektentscheider,
- Projektleiter / Projektmanager (PL, PM),
- Teilprojektleiter (TPL),
- Projektmitarbeiter,
- Steering Committee / Projektlenkungsausschuss,
- Review Team (vor allem bei Softwareentwicklungsprojekten)
Projekt als Lehrkonzept in Schule, Hochschule und vorschulischem Bereich
Das Projekt als Unterrichtsform wurde von John Dewey und William Kilpatrick (1935) Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt. Wobei nach Fthenakis folgende Grundsätze eine Rolle gespielt haben sollen:
- Es gibt keine übergreifenden Wahrheiten und kein einzig richtiges pädagogisches Wissen.
- Die Bearbeitung des Projekts sollte nach dem Schema des vollständigen Denkakts erfolgen (Präzisieren der Probleme, Entwerfen des Lösungsansatzes, Simulieren der Lösung).
- Projektarbeit ist charakterbildend: Sie führt in demokratisches Leben ein.
- Projektarbeit erfordert fächerübergrifende Kooperation: Mit Fachwissen allein ist sie nicht zu bewältigen.
Nach Katz und Chard (S. 209) wurde die Methode in den 20er Jahren als "Projektmethode" in den USA eingeführt - auch in Kindergärten, da man annahm, dass Kinder am besten lernten, wenn ihr Interesse und die Konzentration voll beanspucht würde. Nach W. E. Fthenakis (2000; S. 224) geht der Projektgedanke allerdings auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück (Berthold Otto, 1968-1919; Hugo Gudig, 1960-1923; Hermann Lietz, 1868-1919; Georg Michael Kerschensteiner, 1854-1932). Und 1880 soll die Projektarbeit durch Woodward zum ersten Mal in den Bereich der höheren Schule eingeführt worden sein; um 1900 zum ersten mal an einer Grundschule (Fthenakis, S. 224). Seit dem Anfang der 1980er Jahre verbreitet sich im Erziehungssystem die Projektmethode im Zuge von Reformbestrebungen, die sich gegen den bis dahin vor allem praktizierten Frontalunterricht richteten.
Projekte fordern die ganze Lernerpersönlichkeit und die im Rahmen von Projekten erzielten Lerneffekte werden von der Forschung als vielschichtiger, tiefergehend und resistenter gegen das Vergessen beschrieben. Besonders in der Folge der PISA-Studie, die erhebliche methodische und inhaltliche Defizite im deutschen Schulsystem aufgedeckt hat, erlebt die Projektmethode einen Aufschwung. Diese Entwicklung erfasst mit Verzögerung auch den Hochschulbereich. Gefördert werden die so bewirkten Änderungen durch die Verbreitung des Internets, die eine Kommunikation auch außerhalb von Unterrichtsräumen ermöglicht und die für Projekte notwendige Arbeitskontinuität fördert.
Literatur
- Wassilios E. Fthenakis: Kommentar zum Projektansatz, in: W. E. Fthenakis/ M. R. Textor: Pädagogische Ansätze im Kindergarten, Beltz Verlag, Weinheim 2000
- L. G. Katz; S. S. Chard: Der Projektansatz, in: W. E. Fthenakis/ M. R. Textor: Pädagogische Ansätze im Kindergarten, Beltz Verlag, Weinheim 2000
Siehe auch
| Wiktionary: Projekt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
- Anforderungen
- Controlling
- Effizienz
- Kernteam
- Projektarbeit
- Projektentwicklung
- Projektmanagement
- Projektsteuerung
- Projektphasen
- Qualitätssicherung
- Lernen durch Lehren: Unterrichtsmethode, die den ganzen Unterricht zum Projekt gestaltet.
Weblinks
- Internet- und Projektkompetenz
- PM-Handbuch.com - Kostenloser Leitfaden für ProjektmanagerInnen (Formulare, Downloads, PM-Methodik...)
- PM-Blog.com - Projektmanagement Blog (von den Machern von PM-Handbuch.com)
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Projekt, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
