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Prag (Stuttgart)

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Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtbezirk Stuttgart-Nord
Stadtteil Auf der Prag
Stadtkarte
Bild:Karte s nord.png
Liste der Stadtteile von Stuttgart
Geografische Lage: Koordinaten: 48° 49′ N, 09° 10′ O48° 49′ N, 09° 10′ O
Bild:Killesbergpark.jpg
Blick vom Killesberg auf den Pragsattel

Die Prag ist ein Höhenrücken nördlich der Stuttgarter Innenstadt zwischen dem Höhenpark Killesberg und dem Rosensteinpark. Der im Westen an Nordbahnhof und Pragfriedhof grenzende Stadtteil trägt den Namen „Auf der Prag“ und gehört zum Stadtbezirk Stuttgart-Nord.

Inhaltsverzeichnis

Pragsattel

Bild:Stuttgart-pragsatteltunnel-2006-06-05-bigcat.jpg
Der Pragsatteltunnel führt die B 10 unter dem Pragsattel hindurch

Der Pragsattel ist der tiefste Punkt über den Höhenrücken. Da sich hier die drei Bundesstraßen B 10, B 27 und B 295, die Zufahrt zur Messe auf dem Killesberg sowie mehrere Stadt- und Straßenbahnlinien treffen, ist diese Kreuzung chronisch überlastet. Mit täglich ca. 110.000 Fahrzeugen[1] ist sie gleichzeitig die am stärksten belastete Verkehrskreuzung Stuttgarts[2].

Daher wurde sie immer wieder umgebaut und erweitert: Die Stadt- und Straßenbahnlinien wurden in den 1980er Jahren in den Untergrund verlegt. Im Jahr 2002 wurde schließlich zwischen Pragstraße/Löwentor und Heilbronner Straße mit dem Bau des 720 m langen Pragsatteltunnels begonnen, der seit seiner Eröffnung am 6. Mai 2006 den Sattel um den Durchgangsverkehr der B 10 mit ca. 45.000 Fahrzeugen täglich entlastet. Die Baukosten dafür beliefen sich auf rund 100 Mio. €.[3] Zusätzlich wurde die Abzweigung zum Stadtteil Burgholzhof und dem Robert-Bosch-Krankenhaus durch die 132 m lange Auerbachbrücke ersetzt, die bereits im Dezember 2003 fertiggestellt wurde.

Markantester Punkt auf dem Pragsattel ist der Bosch-Turm, ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg mit einer großen Werbevideowand.

Als weitere Ausbaustufe des Pragsattels wurde eine Verbreiterung der Heilbronner Straße vom Pragsattel in Richtung Zuffenhausen bis Friedrichswahl auf 6 Spuren vom Stadtrat beschlossen. Der Verkehr der B 295 von Feuerbach soll dann über die Borsigstraße und anschließend über diese verbreiterte Heibronner Straße geleitet werden. Damit wird der Verkehr der B 295 von Feuerbach nach Cannstatt zur B 10 durch den Tunnel des Pragsattels geleitet und der oberirdische Teil der Kreuzung des Pragsattels wird entlastet. [4]

Pragfriedhof

Südlich unterhalb des Pragsattels an der Heilbronner Straße im Stadtteil „Am Pragfriedhof“ liegt der Pragfriedhof, einer der größten Stuttgarter Friedhöfe (20 Hektar). Er wurde im Jahre 1873 eröffnet. Von 1905 bis 1907 wurde die im Jugendstil erbaute Feierhalle und das einzige Krematorium Stuttgarts erbaut.

Pragtunnel

Die Bahnlinien von Stuttgart in Richtung Karlsruhe, Mannheim und Heilbronn (Bahnstrecken der Frankenbahn und Zuführung zur Schnellfahrstrecke) sowie die S-Bahn-Linien in Richtung Ludwigsburg und Leonberg unterqueren die Prag zwischen dem Nordbahnhof und Feuerbach durch den 680 Meter langen, in zwei Röhren ausgeführten Pragtunnel.

Die erste Röhre des Pragtunnels wurde im Rahmen des allerersten württembergischen Bahnprojekts, der Zentralbahn Esslingen−Stuttgart−Ludwigsburg, errichtet. Der erste Spatenstich war am 26. Juni 1844 und stellte den Beginn der Bauarbeiten an der Zentralbahn dar. Zum Bau dieses durch Keuperschichten führenden Tunnels wurden fünf Schächte abgeteuft, die später wieder zugeschüttet wurden. Bei einem Einbruch der Röhre kamen 20 Arbeiter ums Leben. Erst nach über zwei Jahren Bauzeit war der 828,6 Meter lange Tunnel durchstoßen, und am 15. Oktober 1846 begann der Betrieb auf der Zentralbahn. Der Tunnel war von Anfang an für den zweigleisigen Betrieb ausgelegt worden, verlegt wurde jedoch zunächst nur ein einzelnes Gleis. Zwischen 1858 und 1861 wurde das zweite Gleis dann nachgerüstet.

Bild:Stuttgart-Feuerbach Pragtunnel 20060621.jpg
RegionalBahn nach Verlassen des Fernbahntunnels in nördliche Richtung (Juni 2006)

1907 wurde beschlossen, die Stuttgarter Bahnanlagen umfangreichen Umbaumaßnahmen zu unterziehen, wozu auch der viergleisige Ausbau der Strecke Stuttgart−Ludwigsburg zählte. Dazu wurde ab Oktober 1908 eine zweite, 680 Meter lange Tunnelröhre unmittelbar nordöstlich der ersten gebaut, die die zwei zusätzlichen Gleise aufnahm. Der Tunnel wurde am 22. Juni 1909 durchstoßen, er brach jedoch kurz darauf auf einer Länge von 20 bis 30 Metern ein, und oberhalb des Tunnels senkte sich der Boden bis zu vier Metern ab. Nach Beseitigung der Schäden konnte der neue Tunnel erst im August 1910 in Betrieb genommen werden. Anschließend wurde der alte Tunnel, der wohl durch den Bau der neuen Röhre instabil geworden war, zunächst gesperrt und renoviert. Bei dieser Gelegenheit kürzte man den Tunnel durch zusätzliche Einschnitte auf Stuttgarter Seite auf eine Länge von ebenfalls 680 Meter. Die Sanierung konnte am 21. August 1912 abgeschlossen werden, und am 21./22. November 1912 wurde die alte Röhre wieder in Betrieb genommen. Sie diente danach dem Vorortverkehr (bzw. heute der S-Bahn), während die neue Röhre von Fernzügen genutzt wird.

Theaterhaus Stuttgart

Seit März 2003 befindet sich auf dem Pragsattel auch das Theaterhaus Stuttgart.

Umgebung

Westlich oberhalb der Prag liegt der Höhenpark Killesberg, das Gartenschaugelände von 1939 und 1993, mit den Hallen der Stuttgarter Messe. In östlicher Richtung geht es bergab durch den Rosensteinpark bis zum zoologisch-botanischen Garten Wilhelma im Stadtbezirk Bad Cannstatt und zum Neckar.

Quellen

  1. http://www.stuttgart.de/sde/item/gen/26082.htm
  2. http://www.ez-online.de/lokal/stuttgart/stuttgart/Artikel463508.cfm
  3. Reutlinger General-Anzeiger vom 5. Mai 2006
  4. http://209.85.129.104/search?q=cache:iTanxC8HwWYJ:www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/KSDRedSystem.nsf/dc5e48bde54b0b2941256a6f0036f408/f4259fc353bfd358c1256feb004795a5%3FOpenDocument+Pragsattel+Krailenshalde&hl=de&ct=clnk&cd=4&gl=de&client=firefox-a

Weblinks

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