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Polynom

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In der Mathematik ist ein Polynom eine Summe von Vielfachen von Potenzen einer Variablen x. In der elementaren Algebra identifiziert man diese formale Summe mit einer Funktion in x (einer Polynomfunktion), in der abstrakten Algebra unterscheidet man streng zwischen diesen beiden Begriffen.

Bild:Polynomialdeg5.png
Graph einer Polynomfunktion 5. Grades

Inhaltsverzeichnis

Polynome in der elementaren Algebra

Definition

In der elementaren Algebra ist eine Polynomfunktion oder kurz Polynom eine Funktion P(x) der Form

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): P(x) = \sum_{i=0}^n a_ix^i = a_nx^n + a_{n-1}x^{n-1} + \cdots + a_2x^2 + a_1x + a_0

,

wobei als Definitionsbereich für die Variable x jeder beliebige Ring in Frage kommt, z.B. ein Körper oder ein Restklassenring. Meist werden aber die reellen oder die komplexen Zahlen genommen; man spricht dann auch kurz von reellen bzw. komplexen Polynomen.


Die ai stammen aus dem Definitionsbereich und werden Koeffizienten genannt. Als Grad des Polynoms wird der höchste Exponent n bezeichnet, für den der Koeffizient Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_n

des Monoms Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_n x^n
nicht null ist. Dieser Koeffizient heißt Leitkoeffizient.

Die übliche Schreibweise Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \deg f

für den Grad des Polynoms Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f
ist vom englischen Begriff degree abgeleitet. Für das Nullpolynom wird der Grad als Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): -\infty
definiert. Ist der Leitkoeffizient 1, dann heißt das Polynom normiert. Der Koeffizient a0 heißt Absolutglied. Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_1x
wird als lineares Glied bezeichnet, Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_2x^2
als quadratisches Glied und Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_3x^3
als kubisches.

Polynome des Grades


In der Schulmathematik werden Polynomfunktionen auch als ganzrationale Funktionen bezeichnet (siehe auch rationale Funktion).

Eigenschaften

  • Polynome sind von besonderer Bedeutung, weil sie eine einfache Funktionenfamilie bilden, die insbesondere leicht zu differenzieren und integrieren sind. Die Ableitung eines Polynoms
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_0 + a_1x + a_2x^2 + \ldots + a_nx^n
ist das Polynom
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_1 + 2a_2x + 3a_3x^2 + \ldots + na_nx^{n-1}.


  • Reelle Polynome ungeraden Grades haben die ganze Zahlenachse Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \R
als Wertebereich, d.h. sie sind surjektiv. 
(Wenn man die X-Achse als Zeitachse interpretiert ergibt sich anschaulich folgendes Bild für diese Polynome: Entweder kommen sie von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): -\infty

, schwanken ein bisschen (Nullstellen) und gehen dann Richtung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): +\infty , oder sie kommen von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): +\infty , schwanken ein bisschen (Nullstellen) und gehen dann Richtung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): -\infty .)

  • Reelle Polynome geraden Grades haben einen Wertebereich von
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \left[y_{min},\,\infty\right[
bzw. Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.):  \left]-\infty,\,y_{max}\right]

, je nachdem, ob der Leitkoeffizient Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_n

positiv oder negativ ist.
(Wenn man die X-Achse als Zeitachse interpretiert ergibt sich anschaulich folgendes Bild für diese Polynome: Entweder kommen sie von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): -\infty

, schwanken ein bisschen (lokale Maxima) und gehen dann wieder Richtung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): -\infty , oder sie kommen von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): +\infty , schwanken ein bisschen (lokale Minima) und gehen dann wieder Richtung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): +\infty .)

  • Für den Grad von Polynomen Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f, g
gelten die Gradabschätzungen
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \deg(f+g) \le \max(\deg f, \deg g)
und für reelle Polynome oder allgemein für Polynome über einem Integritätsbereich
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \deg(f\cdot g) = \deg f + \deg g.
Für allgemeinere Ringe gilt auch in der letzten Beziehung lediglich Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \leq

.

  • Mit dem Horner-Schema kann die Auswertung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(a)
eines Polynoms an einer bestimmten Stelle Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a
effizient vorgenommen werden.

Nullstellen

Allgemeine Eigenschaften

Als Nullstellen oder Wurzeln eines Polynoms werden jene Werte von x bezeichnet, für die der Funktionswert Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): P(x)

null ist. Sie sind also die Lösungen der Gleichung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): P(x) = 0

. Ein Polynom über einem Körper (oder allgemeiner einem Integritätsbereich) hat stets höchstens so viele Nullstellen, wie sein Grad angibt.

  • Der Fundamentalsatz der Algebra besagt, dass ein komplexes Polynom vom Grad n genau n komplexe Nullstellen hat; dabei müssen Nullstellen entsprechend ihrer Vielfachheit gezählt werden, beispielsweise hat das Polynom Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): (x-2)^2
eine doppelte Nullstelle bei Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x=2

. Polynome lassen sich mit Hilfe des Wurzelsatzes von Vietá in ein Produkt von Linearfaktoren zerlegen.

  • Gibt es ganzzahligen Nullstellen eines Polynoms mit ganzzahligen Koeffizienten, so sind dies Teiler des Absolutgliedes.
  • Die Nullstellen von Polynomen ersten, zweiten, dritten und vierten Grades lassen sich mit Formeln exakt berechnen (z. B. pq-Formel), dagegen lassen sich Polynome höheren Grades nur in Spezialfällen exakt faktorisieren.
  • Polynome ungeraden Grades mit reellen Koeffizienten haben immer mindestens eine reelle Nullstelle.

Nullstellenschranken

Die Lage aller Nullstellen eines Polynoms vom Grad n lässt sich durch Nullstellenschranken, in deren Berechnung nur die Koeffizienten und der Grad des Polynoms eingehen, abschätzen.

Reelle Nullstellenschranken

Ein wichtiger Spezialfall sind reelle Nullstellenschranken für reelle Polynome: Eine Zahl Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B\in\R_+

heißt reelle Nullstellenschranke des Polynoms Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f\in\R[X]

, wenn alle reellen Nullstellen von f im Intervall Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): [-B,B]

liegen; sie heißt obere reelle Nullstellenschranke von f, wenn alle reellen Nullstellen von f kleiner oder gleich B sind. Analog sind untere Nullstellenschranken erklärt. Für viele reelle Nullstellenschranken spielt die Teilindexmenge Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): N=\{k\in\{0,1,\dots,n\}\mid a_k < 0\}
der echt negativen Koeffizienten von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f
eine besondere Rolle. Beispiele reeller Nullstellenschranken für normierte Polynome Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f = X^n+\sum_{i=0}^{n-1}a_i X^i
sind:
  • Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \max\left\{\big(|N|\cdot |a_i|\big)^{1\over n-i}\mid i\in N\right\}
ist eine obere reelle Nullstellenschranke (Cauchy-Regel),
  • Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \min\{x\in\R: f^{(i)}(x)\geq 0\ \mathrm{f\ddot ur\ alle}\ i=0,\ldots,n\}
ist eine obere reelle Nullstellenschranke (Newton-Regel);
  • die beiden Lösungen der folgenden quadratischen Gleichung bilden ein Paar aus einer unteren und einer oberen reellen Nullstellenschranke:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): n \cdot x^2 + 2 \cdot a_{n-1} \cdot x + 2 \cdot (n-1) \cdot a_{n-2} - (n-2) \cdot a_{n-1}^2 = 0
  • Jedes Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B\in\R_+

, das die Ungleichung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B^n\geq \sum_{i=0}^{n-1}|a_i|B^i

erfüllt, ist eine reelle Nullstellenschranke (das so definierte B ist sogar eine komplexe Nullstellenschranke für komplexe Polynome). Spezialfälle hiervon sind (s. auch Satz von Gerschgorin)
    • Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): 1 + \max_{i=0}^{n-1} |a_i|
und
    • Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \max\left(1, \sum_{i=0}^{n-1}|a_i|\right)

.

  • Jedes Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B\in\R_+

, das die Ungleichung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B^n\geq \sum_{i\in N}|a_i|B^i

erfüllt, ist eine obere reelle Nullstellenschranke. Spezialfälle hiervon sind
    • Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): 1 + \max_{i\in N} |a_i|

,

    • Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \max\left(1, \sum_{i\in N}|a_i|\right)

.

Komplexe Nullstellenschranken

Für komplexe Polynome Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f\in\Bbb C[X]

sind als Pendant zu den reellen Nullstellenschranken Kreise um den Nullpunkt der komplexen Zahlenebene üblich, deren Radius so groß zu wählen ist, dass alle (bzw. je nach Anwendung auch nur „einige“) komplexen Nullstellen des Polynoms auf der Kreisscheibe liegen. Eine Zahl Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B\in\R_+
heißt komplexe Nullstellenschranke des Polynoms Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f\in\Bbb C[X]

, wenn alle Nullstellen von f auf der Kreissscheibe um den Nullpunkt mit Radius Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B

liegen (oder anders formuliert: wenn der Betrag jeder Nullstelle kleiner oder gleich Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B
ist). Ein Ergebnis für komplexe Polynome ist:
  • Jedes Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): B\in\R_+

, das die Ungleichung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): |a_k|B^k\geq \sum_{i\in\{0,\dots,n\}\setminus\{k\}}|a_i|B^i

erfüllt, definiert einen Kreis in der komplexen Ebene mit Radius B um den Nullpunkt, der genau k komplexe Nullstellen enthält (Folgerung aus dem Satz von Rouché). Diese Ungleichung ist für k=0,n immer lösbar, aber nicht notwendig für jeden Index k=1,...,n-1.
  • Im Fall k=n ergibt sich die schon für reelle Polynome angegebene Schranke für den Betrag aller Nullstellen. Alle dort angegebenen direkten Berechnungen von B gelten weiter.
  • Im Fall k=0 ergibt sich ein Kreis, der keine Nullstellen enthält. 1/B ist dann eine Schranke für alle Nullstellen des „reziproken“ Polynoms Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x^n f(1/x)/a_0

.

Lösungsformeln

Prinzipiell gibt es mehrere Möglichkeiten, die Nullstellen eines Polynoms zu bestimmen:

Für Polynome höheren Grades gibt es Lösungsformeln, sofern diese spezielle Formen haben:

  • Reziproke Polynome haben die Form
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(x) = c_0 \cdot x^n + c_1 \cdot x^{n-1} + ... + c_1 \cdot x + c_0
d.h. für den Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): i

-ten Koeffizienten gilt Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): c_i = c_{n-i} \,

anders gesagt
die Koeffizienten sind symmetrisch. Für diese Polynome und solche, die eine leichte Modifikation dieser Symmetriebedingung erfüllen, kann die Nullstellenbestimmung mithilfe der Substitution Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): z = x+1/x
(bzw. Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): z=x-1/x

) auf eine Polynomgleichung reduziert werden, deren Grad halb so groß ist. Für Details siehe reziprokes Polynom.

  • Binome haben die Form Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(x) = x^n + c\,
Setzen wir c als reell voraus, so sind die n Lösungen Vielfache der komplexen n-ten Einheitswurzeln:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x_k = \sqrt[n]{\vert c \vert } \cdot \exp\left({2k\pi\mathrm{i}\over n}\right), \quad c < 0
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x_k = \sqrt[n]{c} \cdot \exp\left({(2k+1)\pi\mathrm{i}\over n}\right), \quad c \geq 0

, wobei Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): k=0,\dots, n-1

durchläuft.
  • Polynome, die nur gerade Potenzen von x enthalten, haben die Form:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(x) = c_n \cdot x^n + c_{n-2} \cdot x^{n-2} + c_{n-4} \cdot x^{n-4} + ... + c_4 \cdot x^4 + c_2 \cdot x^2 + c_0
Die Lösung erfolgt durch die Substitution Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): z = x^2 \,

. Hat man eine Lösung für Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): z_1

gefunden, so ist zu berücksichtigen, dass daraus zwei Lösungen für x abzuleiten sind:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x_1 = \sqrt{z_1}
und Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.):  x_2 = - \sqrt{z_1} 
  • Polynome, die nur ungerade Potenzen von x enthalten, haben die Form:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(x) = c_n \cdot x^n + c_{n-2} \cdot x^{n-2} + ... + c_5 \cdot x^5 + c_3 \cdot x^3 + c_1 \cdot x
Hier ist offensichtlich 0 eine Nullstelle des Polynoms. Man dividiert das Polynom durch x aus und behandelt es dann wie ein Polynom (n-1)-ten Grades, welches nur gerade Potenzen von x enthält

Polynome in der Linearen Algebra

In der Linearen Algebra ist die Veranschaulichung eines Vektorraums (genauer: von dessen Vektoren) nicht immer durch geometrische Musterdarstellungen offensichtlich. Ein Beispiel dafür stellt die Menge aller reellen Polynomfunktionen beliebigen aber endlichen Grades dar, welche zusammen mit den bekannten Operationen - Addition und Multiplikation - über dem Körper der reellen Zahlen einen Vektorraum bildet. D.h. ein Polynom kann als Vektor des obigen Vektorraumes aufgefasst werden.

Polynome in der abstrakten Algebra

Definition

In der abstrakten Algebra ist ein Polynom eine formale Summe der Form

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f = a_n X^n + a_{n-1} X^{n-1} + \cdots + a_1 X + a_0,

wobei die Koeffizienten ai aus einem Ring R stammen und X ein formales Symbol ist.

Zwei Polynome sind genau dann gleich, wenn sie in allen Koeffizienten übereinstimmen. Polynome werden koeffizientenweise addiert und die Multiplikation ergibt sich mit dem Distributivgesetz aus den Regeln

X · a = a · X für a aus R
Xm · Xn = Xm+n für natürliche Zahlen m,n.

Als Produkt ergibt sich aus der Cauchy-Produktformel :

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \Big(\sum_{i=0}^n a_ix^i\Big)\cdot\Big(\sum_{k=0}^m b_kx^k\Big)= \sum_{i=0}^{n+m}\Big(\sum_{k=0}^i a_k b_{i-k}\Big) x^i


Stellt man Polynome durch die Folge ihrer Koeffizienten dar, dann ist das Produkt zweier Polynome die Faltung ihrer Koeffizientenfolgen.

Polynomfunktion

Indem man an Stelle von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): X

ein Element Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x
des Rings Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): R
einsetzt, erhält man ein Element Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(x)
von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): R
als Bild. Diese Zuordnung Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x\mapsto f(x)
ist eine Funktion von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): R
nach Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): R

, die von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f

 induzierte Funktion, eine Polynomfunktion.

In den Formeln wird dieser Unterschied nicht deutlich; meist schreibt man jedoch Unbestimmte als Großbuchstaben und Ringelemente als Kleinbuchstaben.

Die Unterscheidung ist jedoch wichtig, weil verschiedene Polynome dieselbe Polynomfunktion induzieren können. Ist beispielsweise Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): R

der Restklassenring Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \mathbb Z/3\mathbb Z

, so induzieren die beiden Polynome

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(X)=X(X-\bar1)(X-\bar2)=X^3-\bar3X^2+\bar2X=X^3-X

und

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): g(X)=0

beide die Nullfunktion

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f(x)=g(x)=0
für alle Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): x\in\mathbb Z/3\mathbb Z=\{\bar0,\bar1,\bar2\}

.

Für Polynome über den reellen oder ganzen Zahlen oder allgemein jedem unendlichen Integritätsbereich ist ein Polynom jedoch durch die induzierte Polynomfunktion bestimmt.

Polynomring

Die Menge aller Polynome mit Koeffizienten in einem Ring R und der Unbestimmten X bezeichnet man als R[X]. Sie ist mit der oben angegebenen Addition und Multiplikation ein Ring, der so genannte Polynomring über R .

Auch die Menge der Polynomfunktionen über dem Ring R bildet einen Ring, der jedoch nur selten betrachtet wird. Es gibt einen natürlichen Ring-Homomorphismus von R[X] in den Ring der Polynomfunktionen, dessen Kern die Menge der Polynome ist, die die Nullfunktion induzieren.

Für weitere Informationen siehe den Artikel Polynomring.

Verallgemeinerung

Allgemein versteht man jede Summe von Monomen der Form Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): a_{i_1,\ldots,i_n}X_1^{i_1}\cdots X_n^{i_n}

als Polynom:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): P(X_1, \ldots, X_n) = \sum_{i_1,\ldots,i_n}a_{i_1,\ldots,i_n}X_1^{i_1}\cdots X_n^{i_n}


Maximale Anzahl der Monome kann man mit folgender Formel berechnen:

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): {n+k \choose k}
Wobei n-Anzahl der vorkommenden Variablen und k - maximale Grad des Polynoms ist.


Auch die Polynome in den n Unbestimmten X1 bis Xn über dem Ring R bilden einen Polynomring, geschrieben als Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): R[X_1, \ldots, X_n] .

Die Größe Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): i_1+\ldots+i_n

heißt der Totalgrad eines Monoms Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): X_1^{i_1}\cdots X_n^{i_n}

. Haben alle (nichtverschwindenden) Monome in einem Polynom denselben Totalgrad, so heißt es homogen.

Sind alle Unbestimmten in gewisser Weise „gleichberechtigt“, so heißt das Polynom symmetrisch.

Geht man zu unendlichen Reihen der Form

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f = \sum_{i=0}^\infty a_i X^i

über, erhält man formale Potenzreihen.

Lässt man auch negative Exponenten zu:

Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): f = \sum_{i=-N}^\infty a_i X^i

dann erhält man formale Laurentreihen.

Siehe auch

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