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Markusplatz

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Der Markusplatz (Blick von San Marco nach Süden)
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Der Markusplatz (ital.: Piazza San Marco) ist der bedeutendste und bekannteste Platz der Lagunenstadt Venedig.

Der Markusplatz ist neben dem Piazzale Roma der einzige Platz der Stadt, der die Bezeichnung piazza trägt, die anderen Plätze Venedigs werden bescheiden campi genannt. Alfred de Musset nannte den Markusplatz den „Salon Europas“. Der Platz, der sich im Stadtviertel San Marco befindet, ist geprägt vom Markusdom (Basilica di San Marco) mit seinem Campanile und reicht, in der Verlängerung der Piazetta, bis vor den Dogenpalast. Hier, wo sich der Platz zum Wasser des Canal Grande hin öffnet, befinden sich seit 1480 drei Schiffsmasten, an denen bei Festlichkeiten das Markus-Banner weht.
Da sich der Platz nur wenig über den Meeresspiegel erhebt, wird er bei Hochwasser immer wieder überflutet, wenn von der zum Canal Grande hin offenen Seite Stürme das Wasser in die Stadt treiben.

Der Platz ist, wie die gesamte Stadt, eine einzige große Fußgängerzone. Der „Schönste Festsaal Europas“, wie Napoleon ihn nannte, wird von Touristen, Fotografen und Tauben bevölkert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Platz stammt aus dem 9. Jahrhundert, als vor einer bescheidenen Markus-Kirche eine kleine Freifläche entstand. Seit dieser Zeit war der Platz ein Ort für die Ankündigungen und Staatsakte der Stadtverwaltung (siehe: Doge), wie auch für die zahlreichen Feste der Bevölkerung, beispielsweise des Karnevals von Venedig.

Bild:MorettiPiazzaSMarco01Pianta.png
Plan des Markusplatzes von 1831. Gegenüber dem damaligen Zustand hat sich bis heute praktisch nichts geändert.

Der Markusplatz in seiner heutigen Form ist das Ergebnis städtebaulicher Maßnahmen, die zeitlich weit auseinanderliegen und sich im Wesentlichen zwischen 1200 und 1600 abspielten. Begonnen wurde 829 mit der Errichtung einer kleinen Grabeskirche für die Gebeine des Heiligen Markus unter dem 11. und dem 12. Dogen. Nach der Legende waren die Gebeine des Apostels aus Alexandria (Ägypten) nach Venedig entführt worden. Für sie wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem vorhandenen Dogenkastell an der Stelle des heutigen Dogenpalastes eine Kirche errichtet. 976 brannten Kastell, Kirche und rund 300 Häuser vollständig ab. Der dadurch entstandene Freiraum wurde von Pietro I. Orseolo für eine Neuordnung des Areals genutzt.
Seine jetzige Größe erhielt er, nachdem man 1156 den Flusslauf des Rio Batario im Westen und eine Schiffsanlegestelle, die sich zwischen Platz und Dogenpalast befand, zuschüttete. Zwischen 1172 und 1178 wurde er unter dem Dogen Sebastiano Ziani ausgebaut, und er zeigte sich schon 1177, als Kaiser Friedrich I. die Stadt besuchte, als repräsentatives Zentrum der Stadtrepublik. 1340 fiel der Entschluss für einen Neubau des Dogenpalastes, der auch nach dem verheerenden Brand von 1577 in seiner alten Form wieder aufgebaut wurde. Der heutige Umriss von Piazza und Piazetta wurde erst durch die Bauten des 16. Jahrhunderts endgültig festgelegt.

Seit 1723 ist der Platz von einem Pflaster aus Trachyt bedeckt, wobei dem dunkleren Untergrund ein helleres geometrisches Muster beigegeben ist, das den Platz länger erscheinen lässt. Davor war er, ähnlich dem Campo in Siena, mit einem fischgrätartig verlegten Ziegelpflaster bedeckt, das man auf Bildern von Canaletto und Bellini sieht.

Gebäude

Beginnend am Canal Grande befinden sich, gegen den Uhrzeigersinn, folgende Gebäude am Platz: Der Dogenpalast, die Porta della Carta (das Verbindungsglied zum anschließenden Markusdom), der Uhrenturm, die Procuratie Vecchie, der napoleonische Flügel der Prokuratien, die Procuratie Nove, der Campanile mit der Loggetta und die Biblioteca Marciana.

Porta della Carta

Das Torhaus, wegen seiner einst üppigen Vergoldung auch porta aurea genannt, wurde zwischen 1438 und 1442 unter der Leitung von Giovanni und Bartolomeo Buon erbaut. Es öffnet den Zugang zur Scala dei Giganti, wo das prunkvolle Schauspiel der Dogenkrönung inszeniert wurde. Die Skulptur des Auftraggebers Francesco Foscari befindet sich über dem Portal. Der Doge kniet vor Venedig, dargestellt durch den geflügelten Markuslöwen.

Uhrenturm

Der Uhrenturm (Torre dell'Orologio) selbst wurde zwischen 1496 und 1499 von Mauro Codussi errichtet, die angrenzenden Flügelbauten (1502–1506) stammen von Pietro Lombardo und wurden 1755 von dem Architekten Giorgio Massari mit einem dritten Geschoss aufgestockt. Die astronomische Uhr mit ihrem Zifferblatt aus Lapislazuli zeigt die Mond- und Sonnenphasen und die Tierkreiszeichen an. Zwei riesige Figuren aus Bronze schlagen auf einer Bronzeglocke die Stunden an.

Städtebaulich wird durch den Turm die Einmündung zur Merceria betont, andererseits ist er Endpunkt einer von der Seeseite des Platzes geführten Blickachse, die Piazza und Piazzetta optisch verbindet. Im Prince Alfred Court des Großmeisterpalastes in Valletta befindet sich an einem Turm mit der Pinto-de-Fonseca-Uhr eine dem Venizianischen Original nachempfundene Uhr mit Glockenspiel. Das Glockenspiel diente weiterhin dem des Leipziger Krochhochhauses (1927/28) als Vorbild.

Ferner kann man die Pinto-de-Fonseca-Uhr mit ihren türkischen Figuren und dem Glockenspiel aus dem Jahre 1745 im Prince Albert Court bewundern (siehe Foto in diesem Absatz).

Die Prokuratien

Guardi Markusplatz vor dem Abbruch der Kirche San Gemignano
Guardi Markusplatz vor dem Abbruch der Kirche San Gemignano

Nord-, Süd- und Ostseite des Platzes werden eingefasst von den Prokuratien, ehemaligen Verwaltungsgebäuden der Republik. Die alten Prokuratien wurde nach dem Brand eines Vorgängerbaus ab 1514 unter der Leitung von Bartolomeo Buon errichtet. Die neuen Prokuratien wurden ab 1583 unter der Leitung von Vincenzo Scamozzi und von 1616 bis 1640 unter Baldassare Longhena erbaut. Der früher rechteckige Platz erhielt jetzt seine trapezartige Form. Der Verbindungsriegel an der Westseite - ala napoleonica - ist ein Bau des 19. Jahrhunderts. Auf Veranlassung der französischen Besatzungsmacht war die Kirche San Gemigniano mit der Fassade von Sansovino abgebrochen worden, um Platz für einen an die Architektur der Prokuratien angepassten Neubau zu schaffen.
Im Erdgeschoss der Gebäude findet man kleine Läden und Cafés, darunter die beiden berühmtesten Cafés Venedigs, das Gran Caffè Quadri und das Caffè Florian, eröffnet im Jahre 1683 und damit das älteste Caféhaus Europas.
Die Prokuratien beherbergen das Correr-Museum und das Archäologische Museum Venedigs.

Campanile

Canaletto: Piazza San Marco, Campanile, vor 1723.
Canaletto: Piazza San Marco, Campanile, vor 1723.

Der freistehende Campanile ist der Glockenturm von San Marco. Der Ziegelbau mit den für Venedig charakteristischen Bauteilen aus hellem istrischen Stein wurde auf einem älteren Fundament errichtet und im 12. Jahrhundert vollendet. Er diente den Seefahrern als festes Landzeichen und konnte bei Bedarf in der Nacht durch ein Feuer als Leuchtturm dienen. Der Turm wurde in seiner Geschichte durch Erdbeben oder durch den Ausbruch von Feuer mehrmals beschädigt. Nach 1500 wurde das Obergeschoss des Turms nach der Zerstörung durch einen Blitzschlag mit einem pyramidenartigen Helm bekrönt, auf dem eine Figur aus vergoldetem Kupfer des Erzengels Gabriel errichtet wurde. Daraufhin nahm die Anzahl der Blitze, die den Turm trafen, zu, bis schließlich 1776 ein Blitzableiter installiert wurde. Am 14. Juli 1902 fiel der Turm in sich zusammen, ohne einen Menschen zu verletzen und wurde anschließend vollständig in seiner alten Form wieder aufgebaut : dov’era e com’era = „wo und wie er war“.

Die Loggetta

Loggetta
Loggetta

Die Loggetta am Fuß des Campanile wurde zwischen 1537 und 1540 von Sansovino errichtet. Sie diente den Patriziern der Stadt als Versammlungsort. In den Reliefs und den Skulpturen wird die Republik Venedig mit allen ihren Tugenden – Geschicklichkeit im Krieg und beim Handel, politische Eintracht, Redegewandtheit ihrer Protagonisten – verherrlicht und ihre Friedensliebe und die besondere Protektion durch den Apostel Markus dargestellt. Beim Einsturz des Campanile wurden Teile ihres Figurenschmucks zerstört.

Biblioteca Marciana

Das Gebäude der Biblioteca Marciana wurde von Sansovino an die neuen Prokuratien angebaut und verbindet architektonisch die Piazzetta mit dem Markusplatz.

Piazzetta

Corot: Piazetta
Corot: Piazetta

Der vom übrigen Platz etwas abgesetzte Teil zwischen Dogenpalast, Biblioteca Marciana und der Lagune wird Piazzetta dei Leoncini genannt. Die Piazzetta wird dominiert von den beiden Säulen, die Venedigs Stadtheiligen Markus (Marco) und Theodorus (Todaro) gewidmet sind; auf den Säulen befinden sich daher der Markus-Löwe bzw. die Santodaro-Statue (mit Todaro auf einem Krokodil posierend). Hier wurden Staatsgäste empfangen und Hinrichtungen durchgeführt, aber auch Glücksspieler gingen hier ihrem Geschäft nach.

Jenseits der durch den Canal Grande gebildeten Wasserfläche (hier als Bacino di San Marco) befindet sich die Punta della Dogana neben der von Baldassare Longhena errichteten Santa Maria della Salute. Außerdem befindet sich hier das alte, in den Jahren 16781682 von Giuseppe Benoni errichtete Zollhaus Venedigs (Dogana da Mar), dessen Turm einen von Atlanten getragenen Erdball trägt.

Literatur

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Markusplatz – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

Koordinaten: 45° 26' 2" N, 12° 20' 15" Ovec:Piazsa San Marco

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