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PerfectDraft

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Philips PerfectDraft
Philips PerfectDraft

PerfectDraft ist der Markenname für ein 2005 eingeführtes kombiniertes Fassbier-Kühl- und -Zapfsystem.

Inhaltsverzeichnis

Vorläufer

Schon vor Entwicklung von PerfectDraft gab es verschiedene Systeme, mit denen man den vermeintlich zünftigen Fassbiergenuss auch fernab der Gastronomie im kleinen Kreis - vornehmlich bei Grillfesten - erleben können sollte. Am bekanntesten war die "5l-Partydose", aus der sich zunächst mit separat erhältlichen wiederverwendbaren, mit Luftpumpen oder Kohlensäurepatronen betriebenen Zapfhähnen, später mit Hilfe der Schwerkraft und eines eingebauten Zapfnippels aus Kunststoff das Bier entnehmen ließ. In der Praxis waren diese Dosen in aller Regel eine Enttäuschung, die die Betroffenen beim nächstenmal meist wieder zum bewährten Flaschenbier greifen ließ. Der Grund lag vor allem in den zu schlicht konstruierten Zapfhähnen, aber auch in der für Laien schwierigen Dosierung des Drucks. Bei den späteren, ohne Zubehör nutzbaren Varianten wurde das Bier durch fehlenden Druckausgleich und mangelnde Kühlung meist noch am selben Abend schal, ehe das Fass leer war.

Marktstrategische Grundgedanken

Natürlich wurde das System nicht ausschließlich und vordergründig zur Freude der Verbraucher entwickelt. Wie schon bei anderen Systemkooperationen zwischen Geräte- und Verbrauchsgüterherstellern (Beispiel: Senseo) suchte man einen Weg, dem für die Bierindustrie seit langem bedrohlichen allgemeinen Rückgang des Gesamtabsatzes zu begegnen, indem man zumindest die Marktanteile des Kooperationspartners stützt oder steigert. Dies geschieht wie im zuvor genannten Kaffee-Beispiel auch im Fall von PerfectDraft durch die Verwendung eines patentierten Systems, so dass nicht jeder Wettbewerber verwendbare Fässer anbieten kann.

Aufbau und Funktionsweise

Das Zapfgerät ist eine Kombination aus Zapfanlage und Kühlaggregat. Das Gerät ist in schwarzem und chromfarbenem Kunststoff ausgeführt; die optische Gestaltung erinnert entfernt an einen Kaffeevollautomaten. Nach Herstellerangaben wurde auf ein besonders edles und hochwertiges Design besonderer Wert gelegt. Im hinteren Teil befindet sich der Kühlmantel für das Fass, vorne sind ein Zapfhahn und eine Temperaturanzeige angebracht sowie eine Aussparung für das mitgelieferte Tropfblech, das lose eingeschoben wird und übergelaufenes Bier aufnimmt. Die Fässer sind spezielle und patentierte Systemfässer mit einem Fassungsvermögen von sechs Litern. Sie werden in Deutschland ausschließlich im Mehrwegsystem angeboten.

Vorbereitung

Das Fass wird zunächst mit einem (jedem Fass neu beiliegenden) Adapterschlauchstück verbunden und anschließend zwischen zwei isolierten und elektrisch gekühlten Halbschalen eingeklemmt. Nach dem Einschalten des Geräts wird das Bier auf die fest vorgegebene, thermostatgesteuerte Temperatur von 3°C gekühlt. Ist dieser vom Hersteller als "Idealtemperatur" bezeichnete Wert erreicht, wird dies optisch signalisiert.

Zapfen

Das Gerät ist mit einem Kolbenschankhahn ausgestattet, der nach kurzer Eingewöhnung auch für Laien relativ leicht zu bedienen ist. Eine im Handbuch enthaltene Zapfanleitung erklärt auch für Einsteiger verständlich verschiedene Zapfmethoden.

Reinigung

Der Schankhahn kann, wie professionelle Hähne, zerlegt und gereinigt werden, ebenso die Tropfschale. Alle übrigen mit dem Bier in Berührung kommenden Teile werden mit jedem Fass neu geliefert.

Unterschiede zu anderen Zapfsystemen

Im Gegensatz zu in der Gastronomie üblichen Zapfsystemen und anders als bei den oben genannten Partydosen befindet sich im inneren der Metallfässer ein eingelegter Kunststoffbeutel, in dem sich das Bier befindet. Beim Zapfen befördert der im Gerät enthaltene Kompressor Druckluft in das Fass, der den Beutel zusammen- und so das Bier herausdrückt. So ist einerseits der Einsatz von Kohlendioxid-Patronen unnötig, andererseits kommt das Bier nicht mit der eingebrachten Luft in Kontakt (was erhebliche negative Auswirkungen auf Haltbarkeit und Geschmack des Biers hätte). Nach Herstellerangaben hält sich das Bier in einem angebrochenen Fass bis zu 28 Tagen. Das Prinzip beruht auf dem im Weinbereich schon länger gebräuchlichen Bag-in-a-box-System, bei dem ein Weinschlauch mit Zapfhahn aus Plastik meist in einer dekorativen Pappschachtel untergebracht ist.

Hersteller und Entwickler

Hergestellt wird das System von der niederländischen Firma Philips, die bereits im Kaffeebereich mit dem Senseo-System sehr erfolgreich einen wegweisenden Trend einläutete (heute gibt es dort etliche Nachfolgeprodukte, die dem gleichen Grundgedanken folgen). Kooperationspartner ist die weltgrößte Brauereigruppe Inbev, die bisher (Stand: 2006) alleiniger Lizenzinhaber für den Vertrieb ihrer Biere in den Systemfässern ist.

Erhältliche Biermarken

Derzeit (Stand: 2007) werden in Deutschland folgende Biermarken der Inbev-Gruppe für das System angeboten:

Regional oder nach Herstellerangaben künftig werden außerdem angeboten:

Nicht mehr erhältlich:


Außerdem gibt es in den Beneluxstaaten folgende Sorten für das PerfectDraft-System:

Niederlande:

  • Bavaria
  • Bavaria Hooghe Bock (Saisonbier im Herbst)
  • Dommelsch
  • Grolsch
  • Hertog Jan
  • Hoegaarden Wit

Belgien:

Luxemburg:

Kritik

Wie bei allen Produkten gibt es auch zu diesem Befürworter und Gegner. Argumente für und gegen das System sind:

Pro

  • Einfachere Handhabung als Leihfässer mit Kohlensäureflasche
  • bessere Bierqualität als bei 5l-Partyfässchen
  • lange Nutzungsdauer eines Fasses bei guter Qualität (für Wenigtrinker)
  • Fässer müssen nicht im Kühlschrank gelagert werden, wenn man genug Zeit zum Kühlen mit dem Aggregat hat
  • Nettes Spielzeug für Technikverliebte
  • Höhere Umsätze für die Brauerei(en)

Contra

  • Sehr begrenzte Auswahl an verfügbaren Biersorten
  • erheblich höherer Preis als Flaschenbier der gleichen Sorte (Gesamtkosten 2,00- 2,30 € /l)
  • Nur eine Temperaturstufe, die zudem auch noch viel zu kalt ist: Bei 3°C schmeckt kein Bier (was allerdings Ansichtssache ist), und Weizen sollte wärmer serviert werden als Pils
  • Lange Kühldauer: Bis zu 18 Stunden kann es dauern, ehe ein Fass einsatzbereit ist (lässt sich durch Vorkühlen im Kühlschrank erheblich verringern)
  • Energieverbrauch: Das Kühlaggregat verbraucht mit 40–70 Watt fast so viel Strom wie ein handelsüblicher Tischkühlschrank
  • Mäßige Verarbeitung: Der Korpus besteht komplett aus Kunststoff, einzig der Zapfhahn ist aus Metall
  • Hohe Kosten im Vergleich zu Mehrwegflaschen und 5L-Partyfässchen – das Gerät alleine kostet um 145 €, dem Gegenwert von etwa 100–200 Flaschen Bier
  • Hohe Pfandkosten: Für ein Fass fallen 5 Euro Pfand an (+ 1,50 € für die Transportkiste)
  • Bisher wenige Verkaufs- und Rücknahmestellen und somit ggf. lange Wege für Ver- und Entsorgung
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