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Pawlowsk (Sankt Petersburg)

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Bild:Pawlowsk-Palast 2005 b.jpg
Pawlowsk-Palast, Statue vor dem Hauptgebäude
Bild:Pawlowsk-Palast 2005 a.jpg
Pawlowsk-Palast, Detail der Seitenflügel
Bild:Pawlowsk Musikpavillon.jpg
Pawlowsk Musikpavillon vor 1841

Pawlowsk (russisch Павловск) ist eine klassizistische Sommerresidenz der russischen Zaren, nebst der gleichnamigen Stadt (ca. 15.000 Einwohner/ 2002). Sie liegt etwa 30 Kilometer südlich von Sankt Petersburg und fünf Kilometer südöstlich von Zarskoje Selo. Seit 1998 ist sie administrativ Sankt Petersburg unterstellt.

Inhaltsverzeichnis

Die Residenz Pauls I. und Maria Fjodorownas

Die Geschichte der Stadt begann 1777, als das Grundstück der heutigen Parkanlage entlang des Flüsschens Slawianka dem späteren Zar Paul I. anlässlich der Geburt seines ersten Sohnes und Thronfolgers, Alexander, von seiner Mutter Katharina II. geschenkt wurde. Zunächst errichtete das Kronprinzenpaar dort zwei hölzerne Schlösschen, Marienthal und Paullust, dann nahmen sie das große Schlossprojekt in Angriff. Vor allem kümmerte sich Sophia Dorothea Augusta Luisa von Württemberg, die als russische Kronprinzessin und spätere Zarin den Namen Maria Fjodorowna angenommen hatte, um den Ausbau der Anlage. Der internationale Ruf der Gärten und Schlösser ist untrennbar mit dieser Frau verbunden, die über vierzig Jahre lang die Ausgestaltung der Anlage vorantrieb.

Die Innenräume des Großen Palastes sind weniger als die anderen, barocken, großen Zarenresidenzen um St. Petersburg auf absolute Repräsentation und Machtentfaltung angelegt. Der Palast von Pawlowsk ist im Stil des Klassizismus gehalten. Er wirkt trotz seiner Größe entsprechend bescheidener und intimer.

Außerdem steht im Gegensatz zu den anderen Residenzen in Pawlowsk der Park im Vordergrund. Maria Fjodorowna ließ aus der unberührten Wildnis einen über 600 ha großen Landschaftspark im englischen Stil anlegen, welcher in weiten Teilen eine unberührte Naturlandschaft vorspiegelt.

Der Klassizismus der Architekten Charles Cameron, Vincenzo Brenna, Andrej Woronichin, Pietro Gonzaga und Carlo Rossi schuf mit Schloss und Garten ein einzigartiges Ensemble.

1780 wurde der schottische Architekt Charles Cameron, welcher auch für Katharina II. in Zarskoje Selo baute, mit der Leitung der Bautätigkeiten in Pawlowsk beauftragt. Der klassizistische Entwurf wurde vom Kronprinzenpaar 1782 zur Ausführung genehmigt. Nach Pauls Tod blieb der Palast Witwensitz von Maria Fjodorowna, später ging das Anwesen an den Konstantinowitsch-Zweig der Familie Romanow.

Die Stadt

Mit der Thronbesteigung Pauls I. 1796 wurde die Ansiedlung an der Residenz zur Stadt erhoben.

Vor der Oktoberrevolution war Pawlowsk eine beliebte Sommerfrische für die reichen Hauptstädter. Fjodor Dostojewskis Roman Der Idiot spielt teilweise in der das Schloss umgebenden Stadt Pawlowsk und porträtiert deren Datschniki.

Am 10.Oktober 1837 wurde die erste Eisenbahnlinie Russlands zwischen St. Petersburg und Pawlowsk eröffnet. Der Bahnhof, welcher unmittelbar am Eingang zum Schlosspark errichtet wurde, diente gleichzeitig als eine Art Kursaal und Konzertgebäude, in dem neben anderen musikalischen Berühmtheiten Johann Strauß (Sohn), Franz Liszt und Robert Schumann auftraten.

Auf diesen Musikpavillon und Bahnhof wird auch die Entstehung des russischen Wortes "Woksal" (Вокзал) für "Bahnhof" zurück geführt . Eine Erklärung geht davon aus, dass der Musikpavillon nach den britischen "Vauxhall Pleasure Gardens" bei London "Vauxhall Pavillon" benannt wurde und später der Name auf alle Bahnhöfe überging.
Einer anderen Herleitung zufolge stellt das Wort eine Verkürzung von "Wokalny Sal", also "Chorsaal" dar, entspringt aber ebenfalls der Verknüpfung der Funktionen von Bahnhof und Konzertgebäude in Pawlosk.

Pawlowsk wurde im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht erobert und erlitt während der Besatzung von 1941 - 1943 schwere Schäden. Auch der Musikpavillon wurde niedergebrannt und existiert seitdem nicht mehr. Der Wiederaufbau des stark beschädigten Palastes, der erst in den 1970er Jahren beendet wurde, begann bereits 1944. Vereinzelte Restaurierungsarbeiten im Park dauern bis heute an.

Das einzigartige Ensemble, bestehend aus dem Schloss, einer großen Zahl von Pavillons, dem größten Schlossparks Europas sowie der historischen Altstadt wurde 1990 von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

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Koordinaten: 59° 41′ 7" n. Br., 30° 27′ 16" ö. L.

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