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Pausanias (Geograf)
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Pausanias (* ca. 115 n. Chr. in Kleinasien; † ca. 175 n. Chr.) war ein griechisch-römischer Schriftsteller und Geograph, wird aber aufgrund vieler entsprechender Informationen auch zu den Geschichtsschreibern gerechnet.
Pausanias bereiste Griechenland, Kleinasien, Syrien, Libyen, Ägypten und Italien. Diese Erfahrungen ließ er in seine Schriften einfließen.
Erhalten ist seine Beschreibung Griechenlands Helládos Periégésis in zehn Büchern, möglicherweise fehlt aber ein Teil. Seine Darstellung stützt sich dabei sowohl auf seine eigenen Anschauungen und Beobachtungen vor Ort als auch auf die Studien von zahlreichen antiken Autoren. Pausanias trug mit seinen Schriften wesentlich zu unserem Bild des antiken Griechenlands bei.
Er beschreibt nicht nur die Landschaft sehr genau, indem er sogar die Beschaffenheit der Böden charakterisiert und recht genaue Wegbeschreibungen liefert, sondern auch jegliche Arten von Bauwerken, angefangen mit Tempelanlagen bis hin zu Stadtmauern und Friedhöfen, für seine Leser möglichst plastisch darstellt. Somit ist sein Werk auch heute noch von großem Wert:
- Da mittlerweile vieles von dem, was er detailliert beschrieben hat, zerstört, verschüttet oder vergessen ist, ist sein Werk nach wie vor ein wichtiges Hilfsmittel für Archäologen. Mit Hilfe seiner Darstellung wurden und werden nicht selten interessante Überreste 'wieder entdeckt'. Auch ist seine Beschreibung hilfreich, um sich anhand einiger gefundener und ausgegrabener Ruinen ein Gesamtbild von bestimmten Städten oder Tempelanlagen zu machen.
- Unschätzbaren Wert haben seine zehn Bücher auch für die Kunstgeschichte, da er viel Mühe darauf verwendete, Statuen und Bilder möglichst detailgetreu zu beschreiben. Auch wenn seine Authentizität oft bestritten wurde, so kommt man doch letztendlich nicht umhin seine Autorität anerkennen zu müssen. Beispielsweise bei dem Hermes von Olympia des Praxiteles, den er beschreibt, wissen wir durch seine Schilderungen, dass der 1877 im Heratempel von Olympia gefundene Hermes sich dort am ursprünglichen Aufstellungsort befand.
- Sein Werk bedeutet auch im Hinblick auf ansonsten verloren gegangene antike Autoren eine wahre Schatztruhe, da er vielfach seine literarischen Vorgänger und Zeitgenossen zitiert.
- Ebenso ist seine Darstellung für die Bereiche der Sozialwissenschaft wichtig, da er den Lebensstil der damaligen Griechen nicht unerwähnt lässt. So wissen wir dank ihm, dass im 2. Jahrhundert noch der Wildpark des Xenophon bestand, den dieser auf seinem Landgut Skillous bei Olympia anlegte, nachdem er auf dem Zug der Zehntausend die persischen Königsgärten kennen gelernt hatte.
- Auch für die Religionswissenschaft und die Mythologieforschung liefert sein Werk wichtige Anhaltspunkte, da Pausanias oft lokale Mythen und Göttersagen wiedergibt.
Zu seiner Zeit wie auch später war Pausanias keineswegs der anerkannte Name, der er heute ist. Er war keiner der gefeierten Schriftsteller in seiner Zeit. Darum ging es ihm auch nicht, sondern um eine zutreffende Beschreibung des von ihm Gesehenen für andere gebildete Reisende und für die Nachwelt. Noch im 19. Jahrhundert zweifelte etwa kein Geringerer als der Philologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff die Glaubwürdigkeit von Pausanias an. Er ging davon aus, dass Pausanias nichts selbst gesehen, sondern nur von älteren Quellen Überliefertes zitiert habe. Heute besteht jedoch kein Zweifel mehr an der Authentizität der meisten Beschreibungen des Pausanias. Namentlich die Archäologie hat im wesentlichen die überwiegende Richtigkeit der Beschreibungen aufgrund der entsprechenden Ausgrabungen festgestellt.
Literatur
- Christian Habicht: Pausanias und seine „Beschreibung Griechenlands“. Beck, München 1985, ISBN 3-406-30829-5.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pausanias |
| KURZBESCHREIBUNG | griechisch-römischer Schriftsteller und Geograph |
| GEBURTSDATUM | ca. 115 |
| GEBURTSORT | Kleinasien |
| STERBEDATUM | ca. 175 |
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