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Ost-Berlin
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Als Ost-Berlin bezeichnete man den sowjetischen Sektor Berlins, der nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet wurde, als die Stadt in vier Sektoren eingeteilt wurde, in Abgrenzung zu West-Berlin, dem Gebiet der übrigen drei Sektoren.
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Geschichte
1948 wurden beide Teile Berlins formell getrennt (Teilung Berlins), als die Sowjetunion die Wahl des damaligen Oberbürgermeisters Ernst Reuter nicht akzeptierte und einen eigenen Oberbürgermeister einsetzte. Nach der Gründung der DDR wurde gemäß Art. 2 der Verfassung vom 7. Oktober 1949 Berlin (faktisch Ost-Berlin) deren Hauptstadt.
Für Ost-Berlin wurden die Eigenbezeichnungen Demokratischer Sektor von Berlin oder Demokratisches Berlin, nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 Berlin, Hauptstadt der DDR, Berlin (Hauptstadt der DDR) oder einfach nur Berlin verwendet. In Literaturlisten ist als Verlagsort Berlin (DDR) gebräuchlich. Die Bundesrepublik Deutschland verwendete den Begriff Ost-Berlin oder Berlin (Ost).
Während Ost-Berlin von der DDR-Führung als eigenständige und vollständige Stadt behandelt wurde, erkannte die Bundesregierung weder die DDR als souveränen Staat noch Ost-Berlin als dessen Teil oder gar Hauptstadt an. Denn sowohl die Bestimmung Berlins zur Hauptstadt der DDR wie auch die Stationierung nichtalliierter DDR-Truppen auf Berliner Gebiet verstießen gegen alliiertes Recht, insbesondere gegen das Viermächteabkommen. Nach dem Viermächteabkommen hätte kein Teil Berlins jemals Bestandteil der alten Bundesrepublik oder der DDR sein dürfen, die faktische Realität sah jedoch anders aus, insbesondere, nachdem durch Inkrafttreten des Grundlagenvertrags 1973 eine Entspannung der Situation eintrat.
Die amerikanischen, britischen und französischen Sektoren bezeichnete man zusammen als Berlin (West) oder West-Berlin. Der Westteil der Stadt hieß in der DDR offiziell „Westberlin“, was auch umgangssprachlich allgemein verbreitete Verwendung fand. Nach Bildung der Bundesrepublik Deutschland 1949 wurde Berlin (West) (so die von da an offizielle Bezeichnung) von der Bundesrepublik als eigenes Bundesland betrachtet (mit eingeschränkter Souveränität durch den Alliiertenvorbehalt), während West-Berlin ab 1949 von der Deutschen Demokratischen Republik als Selbständige politische Einheit Westberlin bezeichnet wurde.
Mit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990 wurden auch die beiden Stadtgebiete wieder vereinigt und bilden gemeinsam das Bundesland Berlin.
Einwohnerentwicklung
Die höchste Einwohnerzahl erreichte Ost-Berlin 1988, ein Jahr vor der Wende, mit 1,28 Millionen. Die niedrigste Bevölkerungszahl wurde 1961, im Jahr des Mauerbaus, mit 1,06 Millionen erzielt. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle sind Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik.[1]
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¹ Volkszählungsergebnis
Ost-Berliner Stadtbezirke
Ost-Berlin war zuletzt in 11 Stadtbezirke unterteilt, ihre Gegenstücke in West-Berlin hießen nur Bezirke, ohne die Vorsilbe Stadt. Seit der Wiedervereinigung wird in Gesamtberlin einheitlich nur noch die Bezeichnung Bezirk verwendet.
- Stadtbezirk Mitte
- Stadtbezirk Prenzlauer Berg
- Stadtbezirk Friedrichshain
- Stadtbezirk Pankow
- Stadtbezirk Weißensee
- Stadtbezirk Hohenschönhausen (seit 1985)
- Stadtbezirk Lichtenberg
- Stadtbezirk Marzahn (seit 1979)
- Stadtbezirk Hellersdorf (seit 1986)
- Stadtbezirk Treptow
- Stadtbezirk Köpenick
Sehenswürdigkeiten
Der Mittelpunkt Ost-Berlins war der Alexanderplatz nördlich des gleichnamigen Bahnhofs und der 365 m hohe Fernsehturm südlich davon. In der näheren Umgebung befanden sich einige der bekanntesten Geschäfte, Restaurants und Hotels des Landes. Auf dem noch heute von der sozialistischen Bauweise stark beeinflussten Platz befindet sich noch immer die Weltzeituhr. Ost-Berlin war auch das alleinige politische Zentrum der sowjetischen Besatzungsmacht und der DDR. Hier befand sich der Palast der Republik, in dem sich mehrere Cafés, Restaurants und Bars, der Sitzungssaal der Volkskammer sowie der Große Saal befanden, der für Veranstaltungen und Fernsehübertragungen genutzt wurde. Im zentralistischen Staatsaufbau der DDR hatte Berlin als Hauptstadt ganz besonders herausgehobene Bedeutung als Sitz aller wichtigen staatlichen und politischen Institutionen. Das Brandenburger Tor markierte die Grenze zwischen Ost-Berlin und West-Berlin und damit die Grenze zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und der NATO. Es war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Symbol des Kalten Krieges und erhielt nach 1990 die Symbolik der Wiedervereinigung Deutschlands und Europas. Treffend bemerkte der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker zu Zeiten des Kalten Krieges hierzu: „Solange das Brandenburger Tor geschlossen ist, ist die Deutsche Frage offen“. Seit der Wiedervereinigung befindet sich das Zentrum der wiedervereinigten Stadt zwar auch auf dem Gebiet des ehemaligen Ost-Berlin. Doch hat der Alexanderplatz als Geschäftszentrum sehr stark an Bedeutung verloren. Dies ist vor allem auf das Erstarken der Gegend um die Friedrichstraße und Unter den Linden als Hauptgeschäftszentrum zurückzuführen, die sich während der Teilung in unmittelbarer Nähe zur Mauer befand.
Heutige Identität
40 Jahre lang war das Leben und der Alltag der Menschen in Ost- und West-Berlin von gänzlich anderen Rahmenbedingungen bestimmt. Das ist heute noch sichtbar im Städtebau und in Elementen der Alltagskultur. Die Prägungen von über 40 Jahren haben aber auch ganz persönliche Spuren hinterlassen. Die Zeit der Teilung ist eine bedeutsame Phase in der Biografie derjenigen Menschen, die die Teilung noch erlebt haben. Es sind Erfahrungen, die nach der Wende nicht einfach abgestreift werden konnten. Für nicht wenige Bewohner des ehemaligen Ost-Berlins ist es noch heute eine bedeutende Facette ihrer Identität, Ost-Berliner - und eben nicht West-Berliner - zu sein. Dabei schwingt nicht selten ein Stück Lokalpatriotismus mit, auch in Rivalität zu West-Berlin. Vergleichbare Empfindungen gibt es umgekehrt auch im ehemaligen West-Berlin.
Quellen
- ↑ Statistisches Jahrbuch der DDR, teilweise auch bei luise-berlin.de
Weblink
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