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Orthodoxe Kirche
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Begriffsbestimmung
Der Name „'Orthodoxe Kirche'“ ist nicht identisch mit der Bezeichnung „Ostkirche“. Die eigentliche Bedeutung von orthodox ist „rechtgläubig“. Es gibt keine Kirche in Ost wie West, die nicht für sich selbst selbstverständliche Rechtgläubigkeit (= Orthodoxie) beansprucht. In byzantinisch-orthodoxer Sicht hat „orthodox“ die Bedeutung: rechtgläubig im Sinne des Konzils von Chalkedon (451), und richtet sich zunächst gegen die sog. Nestorianer und Monophysiten (sog. Altorientalische Kirchen), nicht aber gegen die katholische Westkirche (Lateinische Kirche).
Mit „Orthodoxie“ ist jedoch nicht nur die strikte Verteidigung der Glaubenslehre gemeint, sondern auch die rechte, die richtige Lobpreisung (=δόξα/doxa) Gottes. In dieser Bedeutung war der Begriff schon vor dem Großen West-Östlichen Schisma in Verwendung, nicht nur hinsichtlich der östlichen, sondern auch der westlichen, abendländischen Kirche. Erst nach der Spaltung der Christenheit entwickelten sich die Begriffe „orthodox“ und „katholisch“ allmählich zu unterscheidenden Konfessionsbezeichnungen.
Im Christlichen Osten besteht die Orthodoxe Kirche demnach traditionell aus, und nur aus, denjenigen Patriarchaten und autokephalen Kirchen, die das Chalcedonense anerkennen. Alle anderen Ostkirchen gehören in dieser Sicht dem orthodoxen Christentum nicht an. Daher sind Gleichsetzungen wie Ostkirchen = Orthodoxe Kirchen oder ostkirchlich = orthodox irreführend und zu vermeiden.
„orientalisch-orthodox“ - „byzantinisch-orthodox“ - „katholische Ostkirchen“
Im 20. Jahrhundert ergaben theologiegeschichtliche Forschungen und zwischenkirchliche Dialoge, dass auch jenen Kirchen, die das Chalcedonense ablehnten und nicht annehmen (z.B. Kopten, Syrisch-Orthodoxe, Armenier), aus katholischer wie orthodoxer Sicht die Rechtgläubigkeit (Orthodoxie) in Fragen der Christologie nicht abgesprochen werden muss. Um diese grundsätzliche Übereinstimmung des Glaubens zum Ausdruck zu bringen, werden diese nicht-chalcedonensischen heute gerne „orientalisch-orthodoxe Kirchen“ (engl. oriental orthodox) genannt. Damit ist allerdings die Konfessionsbezeichnung „orthodox“ doppeldeutig geworden. Wo immer zur Unterscheidung nötig, bezeichnet man daher die Ostkirchen der chalcedonensischen Orthodoxie (d. h. die Orthodoxe Kirche im engeren und älteren Sinn) im Englischen als eastern orthodox, im Deutschen als chalcedonensisch-orthodox oder byzantinisch-orthodox, weil sie (a) in der Tradition der byzantinischen Reichskirche stehen und (b) im Gottesdienst den Byzantinischen Ritus verwenden.
Jene Teile der Ostkirchen, die seit der Neuzeit in Glaubens- und Sakramentengemeinschaft mit dem katholischen Papst von Rom stehen, werden aus eben diesem Grund gewöhnlich nicht mit der Konfessionsbezeichnung „orthodox“ bedacht, sondern als „Unierte Kirchen“ oder in neuerer Terminologie als „Katholische Ostkirchen“ bezeichnet.
Literatur
- Konrad Onasch: Einführung in die Konfessionskunde der orthodoxen Kirchen. Berlin, 1962
Siehe auch
Weblinks
- Orthodoxie – die orthodoxe Religion in Deutschland
- Verzeichnis orthodoxer Quellen im Internet
- Orthodoxe Literatur in deutscher Übersetzung
- Orthodoxer Katechismus (it.)
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