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Olympische Sommerspiele 2000
Aus Fotonexus.
| XXVII. Olympische Sommerspiele | |
|---|---|
| Bild:Olympic rings.svg | |
| Teilnehmende Nationen | 199 |
| Teilnehmende Athleten | 10.651 (6.582 Männer, 4.069 Frauen) |
| Wettbewerbe | 300 in 28 Sportarten |
| Eröffnung | 15. September 2000 |
| Schlussfeier | 1. Oktober 2000 |
| eröffnet durch | William Deane (Generalgouverneur Australiens) |
| Olympischer Eid | Rechelle Hawkes (Sportler) Peter Kerr (Kampfrichter) |
| Olympische Fackel | Cathy Freeman |
| Medaillenspiegel | |||||
| Platz | Land | G | S | B | Total |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bild:Flag of the United States.svg USA | 40 | 24 | 33 | 97 |
| 2 | Bild:Flag of Russia.svg Russland | 32 | 28 | 28 | 88 |
| 3 | Bild:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China | 28 | 16 | 15 | 59 |
| 4 | Bild:Flag of Australia.svg Australien | 16 | 25 | 17 | 58 |
| 5 | Bild:Flag of Germany.svg Deutschland | 13 | 17 | 26 | 56 |
| 6 | Bild:Flag of France.svg Frankreich | 13 | 14 | 11 | 38 |
| 7 | Bild:Flag of Italy.svg Italien | 13 | 8 | 13 | 34 |
| 8 | Bild:Flag of the Netherlands.svg Niederlande | 12 | 9 | 4 | 25 |
| 9 | Bild:Flag of Cuba.svg Kuba | 11 | 11 | 7 | 29 |
| 10 | Bild:Flag of the United Kingdom.svg Großbritannien | 11 | 10 | 7 | 28 |
| … | … | … | … | … | … |
| 32 | Bild:Flag of Austria.svg Österreich | 2 | 1 | 0 | 3 |
| … | … | … | … | … | … |
| 36 | Bild:Flag of Switzerland.svg Schweiz | 1 | 6 | 2 | 9 |
| Vollständiger Medaillenspiegel | |||||
Die Spiele der XXVII. Olympiade fanden vom 15. September bis zum 1. Oktober 2000 im australischen Sydney statt. Es waren nach den Olympischen Sommerspielen 1956, die in Melbourne ausgetragen wurden, die zweiten Spiele auf dem australischen Kontinent.
Bewerbung
Vorgeschichte der australischen Bewerbung
Nach den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne gab es lange Zeit keine offizielle australische Bewerbung für die Austragung weiterer Olympischer Spiele. Pläne Sydneys für Bewerbungen um die Olympischen Sommerspiele 1972 und die Olympischen Sommerspiele 1988 blieben schon in den frühen Phasen der Planung stecken. 1980 wählte das Nationale Olympische Komitee Australiens Melbourne für die Bewerbung um die Sommerspiele 1988 aus, die Bewerbung wurde jedoch schon 1981 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten zurückgezogen. Diesem Rückzieher folgten zwei voll realisierte Bewerbungen, von Brisbane für die Olympischen Sommerspiele 1992 und von Melbourne für die Olympischen Sommerspiele 1996, welche den Grundstein für die erfolgreiche Bewerbung Sydneys um die Sommerspiele des Jahres 2000 legten.
Bewerbung Sydneys
Im April 1989, kurz nach der Nominierung Melbournes für 1996, fragte John Coates vom Australischen Olympischen Komitee beim Premierminister von New South Wales, Nick Greiner, an, ob eine Kandidatur Sydneys für die Olympischen Sommerspiele 2000 möglich wäre, wenn die von Melbourne scheitern würde. Coates schlug vor, dass Sydney die Sportinfrastruktur verbessern und sich um die Austragung internationaler Sportveranstaltungen bewerben sollte, um die Chancen der Bewerbung zu steigern. Nach dem Scheitern der Bewerbung Melbournes strebten Brisbane und Sydney die Austragung der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 an und auch Melbourne wollte einen zweiten Anlauf nehmen. In einer internen Abstimmung des Nationalen Olympischen Komitees Australiens im November 1990 entschied man sich für Sydney als Kandidat. Formal entschieden sich die Stadtregierung Sydneys und die Regierung von New South Wales am 1. März 1991 für die Bewerbung. Zu diesem Zeitpunkt standen Peking und Berlin bereits als Mitbewerber fest. Manchester und Istanbul standen kurz vor der offiziellen Bewerbung. Am 11. März 1991 unterzeichneten Sydney, das Nationale Olympische Komitee Australiens und der Staat New South Wales den Vertrag über Sydney als Kandidatenstadt für die Austragung der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000.
Die Bewerbung Sydneys um die Austragung der Olympischen Spiele fand in Australien breite Unterstützung in der Bevölkerung, bei Unternehmen, Verbänden und enthnischen Gruppen wie den Aborigines. Auch die Massenmedien begrüßten die Bewerbung.
Weitere Bewerber
Die weiteren Kandidatenstädte, die sich um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2000 bewarben, waren Berlin, Peking, Manchester und Istanbul.
Die Bewerbung Berlins wurde nach der deutschen Wiedervereinigung von 1990 angestrebt. Das kostspielige Olympiaprojekt fand aber angesichts der Probleme beim Zusammenwachsen von Ost und West nicht viel Unterstützung. Daneben kam es zu Misswirtschaft der Berliner Bewerbungsgesellschaft, die insgesamt ungeschickt agierte. Berlin war damit auch in der Abstimmung um die Vergabe der Spiele gegen die Mitbewerber chancenlos.
Wahl des Austragungsortes
Die Wahl des Austragungsortes fand während der 101. IOC-Session in Monte Carlo statt. Die Kandidatenstädte warben in dieser Zeit noch mit ihren Delegationen und kleineren Events um die Stimmen der IOC-Mitglieder. Am 23. September 1993, dem Tag der Wahl, hatte jede Stadt die Zeit für eine 30-minütige Präsentation. Dabei stellten 15 Minuten den Zeitraum für Nachfragen dar.
Es war die erste Wahl eines Austragungsortes, bei der den IOC-Mitgliedern nur die ausgeschiedene Stadt und nicht die Stimmverteilung genannt wurde. Erst nach der Wahl wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Nach Abschluss der Wahl gratulierte der IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch den Kandidatenstädten in alphabetischer Reihenfolge, bevor er bekanntgab, dass Sydney der Austragungsort der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 war. In einer kurzen Zeremonie wurde dann der Vertrag unterzeichnet.
| Ergebnis der Wahl des Austragungsortes | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Stadt | Land | Runde 1 | Runde 2 | Runde 3 | Runde 4 |
| Sydney | Bild:Flag of Australia.svg Australien | 30 | 30 | 37 | 45 |
| Beijing | Bild:Flag of the People's Republic of China.svg China | 32 | 37 | 40 | 43 |
| Manchester | Bild:Flag of the United Kingdom.svg Großbritannien | 11 | 13 | 11 | - |
| Berlin | Bild:Flag of Germany.svg Deutschland | 9 | 9 | - | - |
| Istanbul | Bild:Flag of Turkey.svg Türkei | 7 | - | - | - |
Organisation
Organisationskomitee
Vorbereitungen
Eintrittskarten
Insgesamt gab es für die Zeremonien und Wettbewerbe 9,6 Millionen Tickets. Fünf Millionen der Tickets wurden nur in Australien verkauft. Der Erlös aus dem Ticketverkauf betrug um die 600 Millionen australische Dollar. Die teuersten Tickets, für Eröffnungs- und Schlussfeier, kosteten bis zu 1.320 Dollar. Für Sportveranstaltungen wie Schwimmfinals und das Basketballendspiel musste man höchstens 455 Dollar ausgeben.
In Deutschland lief der Kartenvorverkauf über das Deutsche Reisebüro. Das Kartenkontingent betrug 58.000 Tickets, die nur schriftlich und ohne Rückgaberecht bestellt werden konnten. Damit weniger attraktive Sportveranstaltungen vom "Typ 2" nicht vor leeren Rängen stattfinden mussten, wurde der Käufer von "Typ 1"-Tickets zur Abnahme von zwei "Typ 2"-Eintrittskarten verpflichtet.
In der Schweiz lief der Vorverkauf über Kuoni Reisen.
Olympische Standorte
Das Herz der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 bildete der Sydney Olympic Park im Gebiet um Homebush Bay am Parramatta River. Das Olympische Dorf bildete einen neuen Stadtteil und war das größte in der olympischen Geschichte.
Sportstätten
Die Wettkämpfe der Olympischen wurden in diesen Sportstätten ausgetragen:
- Stadium Australia (Leichtathletik, Fußball)
- Super Dome (Turnen, Trampolin, Rhythmische Sportgymnastik, Basketball)
- The Dome (Handball, Volleyball, Badminton)
- Convention Centre (Fechten, Gewichtheben, Judo, Ringen, Boxen, Taekwondo)
- State Sport Centre (Tischtennis, Schießen)
- Baseball Stadium (Baseball, Softball)
- Aquatic Centre (Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Wasserball)
Die Wettbewerbe im Schwimmen, Wasserspringen, Synchronspringen und Wasserball fanden im Aquatic Centre statt. Es wurde bereits im Jahr 1994 eröffnet. Für die Olympischen Spiele wurde die Zuschauerkapazität von 4500 und 17.500 erhöht. Damit war es die größte Sportstätte für Schwimmwettbewerbe bei Olympischen Spielen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Juan Antonio Samaranch sagte über das Aquatic Centre, es wäre das beste Schwimmbecken, das er in seinem Leben gesehen hatte ("the best swimming pool I have seen in my life")[1].
- Tennis Centre (Tennis)
- Dunc Gray Velodrom (Bahnradsport)
- Horsley Park (Military, Dressurreiten, Springreiten, Moderner Fünfkampf)
Die Reitwettbewerbe fanden 40 Kilometer westlich von Sydney im Horsley Park statt. Der Komplex wurde von Timothy Court etworfen und gliederte sich in 80 Hektar des für Australien typischen Graslandes ein. Der Vielseitigkeits-Kurs führte rund 7,5 Kilometer um einen zentral in diesem Gelände gelegenen Berg.
- Penrith Lake (Rudern, Kanuslalom, Kanurennsport)
- Hockey Center (Hockey)
Das Hockey Centre gehört zum Sydney Olympic Park-Komplex. Während der Olympischen Spiele 2000 war es Austragungsort der Hockey-Turniere. Das Hockeystadion bot 15.000 Zuschauern Platz.
- Bondi Beach (Beach-Volleyball)
Im Sydney International Archery Park wurden die Wettbewerbe im Bogenschießen ausgetragen. Der Komplex wurde für drei Millionen australische Dollar gebaut und im Juli 1998 eröffnet. Der Park befindet sich in Sichtweite zum Olympiastadion. Bestandteil der Anlage waren zwei aus 185 alten Strommasten bestehende Gruppen von Pfählen, die Wälder symbolisieren sollten. Die Sportstätte bot 3500 Zuschauern Platz.
Olympisches Dorf
Das erste Mal in der olympischen Geschichte waren 10.651 Sportler in einem einzigen Olympischen Dorf beherbergt. Es wurden 630 Häuser errichtet, deren Architektur die Vorstadtbungalows und die Bauform der Gebäude in der Innenstadt Sydneys vereinigt.
Schon zur Mitte des Jahres 2000 waren die meisten der Häuser und Wohnungen bereits verkauft worden, zu einem Preis von 400.000 bis 500.000 australischen Dollar für 95 bis 125 Quadratmeter.
Fackellauf
Der Fackellauf im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele des Jahres 2000 in Sydney führte durch Griechenland, Ozeanien und Australien.
Die Flamme wurde im antiken Olympia vor rund 20.000 Schaulustigen entzündet. Die Entzündungszeremonie wurde von Priesterinnen ausgeführt, die einen trockenen Zweig des Olivenbaumes mit Hilfe der Sonne zu entzünden versuchten. Da es an diesem Tag jedoch bewölkt war, kam es jedoch nicht zur Entflammung, so dass auf eine am Tag zuvor entzündete Flamme zurückgegriffen werden musste. Der erste Fackelläufer war der griechische Hochspringer Labros Papakostas. Nachdem er eine Runde im antiken Stadium zurückgelegt hatte, übergab er die Flamme an die Tochter des IOC-Vizepräsidenten Kevan Gosper, die damit die erste australische Läuferin dieses Fackellaufes wurde. In Folge dessen kam es zu einigen Kontroversen, weil in den Medien kritisiert wurde, dass scheinbar Angehörige von IOC-Mitgliedern bevorzugt wurden. Das erste Mal führte der Fackellauf über einige der griechischen Inseln. Dabei wurde das Olympische Feuer mit einem Schiff der griechischen Marine transportiert. Am 20. Mai 2000 endete der Fackellauf durch Griechenland am Panathinaikon-Stadion, der Stätte der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, als die Flamme einem Mitglied des Organisationskomitees übergeben und daraufhin mit einem Charterflugzeug nach Ozeanien überführt wurde.
Erste Station des Fackellaufes in Ozeanien war am 22. Mai 2000 die Insel Guam. Von dort aus führte der Weg der Olympischen Flamme über Palau, Mikronesien, Nauru, die Salomonen, Papua-Neuguinea, Vanuatu, Samoa, Amerikanisch Samoa, die Cookinseln, Tonga und schließlich Neuseeland bevor sie Australien erreichte. Fidschi war nicht Teil des Fackellaufes, weil zu dem Zeitpunkt die politische Situation in diesem Land instabil war. Die Fackelläufer wurden während der Zeit in Ozeanien mit folkloristischen Darbietungen begleitet. Teilweise nutzten aber auch ethnische Gruppen die Aufmerksamkeit, welche der Fackellauf mit sich brachte, für Demonstrationen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
In Australien trugen über 11.000 Läufer das Olympische Feuer über eine Strecke von 27.000 Kilometer. Dabei wurde die Flamme auf verschiedenste Weise transportiert. Am Bondi Beach wurde sie auf einem Surfbrett von einem Surfer getragen, im Great Barrier Reef trug sie ein Taucher unter Wasser, im Outback flog sie in einem Arzt-Flugzeug mit und am Cable Beach in Broome wurde sie auf einem Kamel transportiert.
Das Olympische Feuer erreichte Australien am 8. Juni 2000 in Yulara, ziemlich in der Mitte des Kontinents. Von dort aus führte der Fackellauf am Welterbe Uluru vorbei. Die erste Läuferin auf australischem Boden war Nova Peris-Kneebone, die erste Aborigine die eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewann. Am 16. Juni trug mit dem 93 Jahre alten Bob Tisdall der älteste noch lebende Olympiasieger die Olympische Fackel.
Teilnehmer
Sportarten und Resultate
Zeremonien
Eröffnungsfeier
Die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2000 fand am 15. September 2000 im ausverkauften Olympiastadion von Sydney vor 110.000 Zuschauern statt. Sie wurde von Ric Birch und David Atkins gestaltet und beschäftigte sich unter anderem mit der australischen Geschichte und der Kultur der Aborigines.
Den Auftakt der Eröffnungsfeier bildete ein einzelner Reiter der in die Mitte des Stadions ritt. Ihm folgten 120 weitere Reiter auf Pferden der Australian Stock Horse- Rasse, die vor allem im Outback als Arbeitstiere Verwendung finden. Sie trugen olympische Flaggen und bildeten während ihrer Vorstellung unter anderem die Olympische Ringe. Den musikalischen Hintergrund bildete das Thema des berühmten australischen Films The Man From Snowy River. Die australische Boyband Human Nature sang den Beginn der australische Nationalhymne Advance Australia Fair, gefolgt von Julie Anthony, die vom Sydney Symphony Orchestra begleitet wurde.
Nachdem die Pferde und Reiter den Stadioninnenraum verlassen hatten, begann der erzählerische Teil der Eröffnungsfeier. Die 13 Jahre alte Nikki Webster betrat das Stadion wie ein Kind das sich am Strand befindet. Sie legte sich auf ein Strandtuch und begann zu Träumen. Das Stadion verwandelte sich in den Ozean, der Australien umgibt. An Seilen schwebten Fische wie sie in den Gewässern um Australien und vor allem im Great Barrier Reef vorkommen. 800 Darsteller waren an diesem Teil der Eröffnungsfeier beteiligt. 150 von ihnen waren Schulkinder, die eine große Fischschwarm bildeten. Das Mädchen schwamm durch diesen Ozean und erreichte eine Bühne auf der sich der bekannte Aboriginie-Künstler Djakapurra Munyarryun befand, der sie durch das weitere Programm begleitete. Der Aborigine rief die Geister der Wüste, entfernter Teile Australiens und der Torres Strait Islands an. Die 350 erscheinenden Frauen der Wüste sollten in ihrem Auftreten den Herzschlag des Landes symbolisieren. Sie sangen das Lied Tanz der sieben Emu-Schwestern und roter Ocker erfüllte die Luft. Das sollte die Wiedergeburt des Landes symbolisieren und weitere Gruppen von Geistern erschienen. Stammesführer aus Arnhemland und andere Aborigines führten traditionelle Tänze vor und verbrannten Eucalypthus. Der Geist Wandjina entzündete mit einem Blitz ein Buschfeuer, welches das Land regenerieren würde.
Das Buschfeuer leitete zum nächsten Abschnitt der Eröffnungsfeier über. Eine große Flamme stieg vor einer Bühne in die Höhe, auf der sich 200 Feuerspucker und brennende Stelzenläufer befanden, die das Feuer durch das Stadion trugen. Dieser Abschnitt sollte nicht nur das Feuer, als wichtigen Teil Australiens würdigen, sondern auch vor allem dem Umgang der Aborigines mit ihm, die es zur Kontrolle und Regeneration des Busches nutzten. Im Programm folgte nun auch der Prozess der Regeneration. Pflanzen und Blüten erschienen und auch Vögel und für Australien typische Tiere wie das Känguruh wurden dargestellt.
Es folgte der Teil der Eröffnungsfeier, der sich mit den europäischen Siedlern beschäftigte. Er beschäftigte sich nicht so stark mit der Gewalt, die mit der Besiedlung Australiens verbunden war, sondern setzte sich humorvoll mit den Metallen der Siedler auseinander, die sie für Werkzeuge, Maschinen und Häuser verwendeten. Auf Fahrrädern erreichten Entdecker das Land und betrachteten interessiert die Flora und Faune, die sich im Stadion befand. Farmen entstanden im Stadioninnenraum und auch der Goldrausch wurde thematisiert. Die Einwanderung, die in Australien eine wichtige Rolle spielte und spielt, wurde aufgegriffen, als 2000 Kinder und 500 Erwachsene aus allen Kulturkreisen nach Kontinenten geordnet das Stadion betraten.
Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft bei der Eröffnungsfeier war die Kanutin Birgit Fischer aus Kleinmachnow.
Spitze war aber auch der Auftritt von Korea. Was Politiker die ganzen Jahre nicht schafften, daß war hier im Sport möglich. Nord- und Südkorea liefen gemeinsam als ein Team ein. Auch die Fahne wurde gemiensam getragen. Eine Sortlerin und ein Sportler gingen zusammen mit der Fahne vor ihrem Land. Das war so beeindruckent, daß sie mit Abstand den großen und längsten Aplaus im Stadion erhielten. Da kam wirklich nur noch Australien selbst heran, welche den Abschluß bildeten. Olivia Newton-John und John Fahrnham gaben nun ein musikalisches Duett zum Besten.
Dann wurde es offizieller. Die Reden begannen. Zuerst sprach Michael Knight (Chef des Organisationskommitees), welcher anschließend das Wort an Juan Antonio Samaranch übergab.
"G'Day Sydney, G'Day Australia" (Guten Tag Sydney, Guten Tag Australien) waren seine ersten Worte im australisch-englischen Dialekt und das Stadion tobte. Als IOC-Präsident dankte er allen, welche diese Spiele ermöglichten. Nun wurde das Wort an den Generalgoverneur Sir 88William Deane]] übergeben, welcher exakt um 13.41 Uhr MEZ die Spiele ("I declare open the Games of Sydney celebrating the 27th Olympiade of the modern era") offiziell eröffnete.
Danach wird durch australische Sportler unter den Klängen der Sydney 2000 Band die olympische Fahne ins Stadion getragen.
Danach folgen noch 2 musikalische Darbietungen von Vanessa Amorosi (Heros live forever) und Tina Arena (The Flame).
Mit einem Schnellboot wird die Fackel in die Nähe des Stadions gebracht.
Betty Cuthberth, eine asutralische Sprintlegende, bringt das Feuer in das Stadion und beginnt den Reigen der Übergabe. Es geht weiter zu Charlie Strickland, Jeane Gold und Debbi Flint. Wie unschwer zu erkennen ist , handelt es sich nur um Frauen. Doch der letzte Part ist für eine andere vorgesehen: Cathy Freeman. Eine riesige Geste der Annäherung an die Ureinwohner Australiens, die Aborigines. Der Art und Weise wie die Flamme entzündet wurde stellt alles bisher dagewesene in den Schatten. Die für Australien wichtigsten Elemente und Naturgewalten - Feuer und Wasser wurden in diesem Schauspiel vereinigt. Ein Wasserfall mündet in ein Wasserbecken, in dessen Mitte Cathy Freeman sich positioniert. Plötzlich entzündet sie einen Flammenkreis um sich und bleibt in der Mitte stehen. Danach erhebt sich das Olympische Feuer aus dem Wasser und wandert bildlich gesehen über das Wasser bis zur Stadionspitze. Dort wird sie nun 16 Tage lang brennen.
Schlussfeier
- Bei der Abschlussfeier trat Kylie Minogue auf und sang nicht nur ihren australischen Nr. 1–Hit On A Night Like This, sondern auch den ABBA-Klassiker Dancing Queen.
Wettbewerbe
Badminton
Nach 1992 und 1996 war Badminton das dritte Mal eine Olympische Disziplin. In Sydney gingen 172 Athleten aus 28 Ländern an den Start. Die Wettbewerbe wurden von Sportlern der Volksrepublik China dominiert. Vier von fünf Goldmedaillen gingen an die Athleten aus dem Reich der Mitte. Insgesamt gewannen die chinesischen Athleten acht Medaillen.
Nachdem der US-Amerikaner Kevin Han in der ersten Runde des Einzel-Turniers der Männer siegte, gratulierte ihm Chelsea Clinton, die Tochter des US-Präsidenten, da es erst der zweite Sieg eines Amerikaners in einem Olympischen Badminton-Turnier überhaupt war. Auf dem Weg zur Goldmedaille bezwang der Chinese Xinpeng Ji den Weltranglisten-Ersten Taufik Hidayat aus Indonesien. Im Finale gewann er gegen den Indonesier Hendrawan mit 15:4 und 15:13 in zwei Sätzen. Das Spiel um die Bronzemedaille gewann der ebenfalls aus China stammende Xuanze Xia gegen Peter Gade aus Dänemark. Im Männer-Doppel ging die Bronzemedaille an eines der südkoreanischen Doppel. Das Finale fand zwischen den Indonesiern Candra Wijaya und Tony Gunawan und den Südkoreanern Lee Dong-Song und Yoo Yong-Sung statt. Das indonesische Doppel gewann die Goldmedaille in drei Sätzen mit 15:10, 9:15 und 15:7.
Im Mixed-Turnier gewannen die Chinesen Zhang Jun und Gao Ling die Goldmedaille. Den ersten Satz im Finale verloren die Chinesen mit 1:15 an das favorisierte Doppel aus Indonesien. Den zweiten Satz konnten sie jedoch mit 15:13 für sich entscheiden. Den entscheidenden dritten Satz gewannen sie ebenfalls, diesmal 15:11. Bronze gewann das britische Mixed-Doppel aus Simon Archer und Joanne Goode, sie besiegten das Doppel aus Dänemark. Es war die erste Olympiamedaille für Großbritannien im Badminton.
Eine weitere Medaille konnte die Dänin Camilla Martin im Frauen-Einzel nach Europa holen. Die amtierende Weltmeisterin unterlag im Finale der Chinesin Gong Zhichao in zwei Sätzen. Die Bronzemedaille ging ebenfalls in die Volksrepublik China. Die Dominanz der Chinesinnen wurde besonders im Doppel-Wettbewerb der Frauen deutlich. Alle drei Medaillen wurden von Teams der Volksrepublik China gewonnen.
Insgesamt konnten die Europäer nicht mit den dominierenden Asiaten mithalten. Schon mit drei neunten Plätzen war der deutsche Verband zufrieden, da seine Athleten im internationalen Vergleich nicht mithalten konnten.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Badminton
Baseball
Baseball war nach 1992 und 1996 zum dritten Mal Bestandteil des olympischen Programms. In Sydney trat eine bedeutende Regeländerung in Kraft, die erlaubte, dass Profis in den Olympiamannschaften aufgeboten wurden. Die USA verzichteten jedoch auf diese Möglichkeit. Ihr von dem erfahrenen Coach Tommy Lasorda, der die Los Angeles Dodgers lange Zeit gemanagt hatte, trainiertes Team bestand aus noch unbekannten Collage-Baseballern. Lasorda hatte fast alles erreicht, was dieser Sport zu bieten hatte, bis auf die Teilnahme an Olympischen Spielen mit dem US-amerikanischen Team.
Acht Teams hatten sich für das olympische Baseball-Turnier qualifizieren können. Favorisiert waren die Kubaner, die bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona und Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta jeweils Gold gewannen. Die kubanische Mannschaft konnte diese Olympiasiege jedoch nicht wiederholen. Noch in der Vorrunde besiegte sie die USA mit 6:1, im Finale unterlag sie den USA aber mit 0:4. Die Bronzemedaille gewann Südkorea im Spiel um Platz drei gegen Japan.
Trotz der insgesamt 250.000 Besucher, die das Baseball-Turnier verfolgten, wurde die Frage nach dem Verbleib der Wettbewerbe im olympischen Programm gestellt. Ein Argument der Baseball-Gegner war, dass in Anbetracht des 2200 Seiten starken Regelwerkes Baseball nur für mit der Sportart vertraute Zuschauer interessant und zu verstehen wäre.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Baseball
Basketball
Die beiden Goldmedaillen im Basketball gingen an die Mannschaften aus den USA. Für die Männer war es das zwölfte Gold im vierzehnten olympischen Turnier, für die Frauen der vierte Sieg im siebten. Dabei deutete sich jedoch im Turnier der Männer ein Ende der Dominanz des US-Teams an.
Am Basketball-Turnier der Frauen nahmen Mannschaften aus zwölf Nationen teil. Fünf von ihnen – Polen, Senegal, Slowakei, Frankreich und Neuseeland – nahmen das erste Mal an einem olympischen Basketball-Turnier teil. Neben den favorisierten US-Amerikanerinnen, den amtierenden Weltmeisterinnen und Gewinnerinnen der Goldmedaillen der drei vorangegangenen Olympischen Sommerspiele, erreichte die australische Mannschaft, welche die Gruppenphase ohne Niederlage überstand, das Finale. Die Gastgeberinnen unterlagen im Finale mit 54 zu 76 Punkten. Es war die vierte Goldmedaille für die US-Amerikanerin Teresa Edwards, die in 20 Jahren an fünf Olympischen Spielen teilnahm. Im Spiel um Platz drei gewann Brasilien mit 84:73 gegen Korea. Der Spielstand nach der regulären Spielzeit war 65:65, so dass die Entscheidung erst in der Verlängerung fiel.
Am Männer-Turnier nahmen ebenfalls zwölf Mannschaften teil. Neuseeland war die einzige Mannschaft, die zum ersten Mal an einem olympischen Turnier teilnahm. Die US-Amerikaner gewannen das Finale gegen Frankreich mit 85 zu 75 Punkten. Dabei standen sie im Halbfinale gegen das Team aus Litauen, das im kleinen Finale gegen Australien Bronze gewann, am Rande einer Niederlage. Die Litauer führten lange und ließen sich den Sieg am Ende nur aufgrund ihrer Nervosität nehmen. Die Mannschaft der USA reichte nicht an die Leistungen der Dream Teams von 1992 und 1996 heran, die ihre Spiele mit mindestens 22 Punkten, oft aber mit mehr als 40 Punkten Vorsprung gewannen. Bei diesen Olympischen Spielen wackelte sie, vier Jahre später, bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewannen die US-Amerikaner nur noch die Bronzemedaille.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Basketball
Bogenschießen
In den Wettbewerben des Bogenschießens traten 62 Männer aus 32 Ländern und 66 Frauen aus 34 Ländern an. In drei der vier Wettbewerbe des Bogenschießens gewannen Südkoreaner Gold. Ihre Dominanz erklärt sich vor allem mit dem Stellenwert dieser Sportart in Südkorea, wo sie sogar in der Schule unterrichtet wird.
Am ersten Tag der Wettbewerbe wurde die Rangfolge für die erste Runde festgelegt. Die Athleten schossen dabei jeweils 72 Pfeile. Im Einzel der Frauen gewann die 17 Jahre alte Schülerin Yun Mi-Jin aus Südkorea die Goldmedaille. Die Silber- und Bronzemedaille gewannen ebenfalls Südkoreanerinnen. Im Halbfinale waren sogar vier Koreanerinnen vertreten, da die einzige Nordkoreanerin im Wettbewerb, Choe Ok Sil, welche die Nummer 144 der Weltrangliste war, überraschend die Ausscheidungsrunden überstand. Im Gegensatz zum Wettbewerb der Frauen gewannen die Männer Südkoreas im Einzel keine Medaille. Nicht ein einziger der favorisierten Südkoreaner konnte sich für das Halbfinale qualifizieren. Gold konnte sich der Australier Simon Fairweather sichern, vor Victor Wunderle aus den USA und Wietse van Alten aus den Niederlanden. In der ersten Runde gelang es dem Deutschen Christian Stubbe die Nummer zwei der Weltrangliste, den Franzosen Lionel Torres, zu besiegen.
In den Mannschafts-Wettbewerben starteten insgesamt 26 Mannschaften, 14 bei den Männern, zwölf bei den Frauen. Die Goldmedaille im Mannschafts-Wettbewerb der Frauen ging ebenfalls an die Südkoreanerinnen. Sie wurden damit zum vierten Mal seit der Aufnahme dieses Wettbewerbes in das olympische Programm zu den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul Olympiasiegerinnen. Hinter ihnen konnte sich die Ukraine auf dem Silberrang platzieren. Die Deutschen Barbara Mensing, Sandra Sachse und Cornelia Pfohl gewannen Bronze. Im Duell um Platz drei bezwangen sie die Türkei mit 240 zu 234 Ringen. Im Halbfinale unterlagen sie Südkorea mit 238 zu 251 Ringen. Im Mannschafts-Wettbewerb der Männer startete keine deutsche Mannschaft. Hier wurden die südkoreanischen Männer ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen Gold. Sie setzten sich im Finale gegen Italien durch. Im kleinen Finale der USA gegen Russland gab es nach der regulären Anzahl von geschossenen Pfeilen einen Gleichstand. Der Sieg wurde in einer Extrarunde ausgespielt, welche die USA mit 29:26 gewann.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Bogenschießen
Boxen
Kuba war mit vier Goldmedaillen die erfolgreichste Nation im Boxen gefolgt von Russland und Kasachstan mit jeweils zwei Olympiasiegen. Zum dritten Mal Gold in Folge gewann der Kubaner Félix Savón im Schwergewicht. Im Halbfinale setzte er sich gegen den Deutschen Sebastian Köber durch, der mit Bronze die einzige Medaille für Deutschland im Boxen gewinnen konnte. Im Weltergewicht belegte der deutsche Teilnehmer Steven Küchler den siebten Rang. In den anderen Klassen nahmen keine Deutschen teil oder verloren in den ersten Runden.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Boxen
Fechten
In den Wettbewerben des Fechtens, die in Sydney ausgetragen wurden, kündigte sich ein Umbruch an. Neben den dominierenden Europäern konnte diesmal auch ein Koreaner eine Goldmedaille erringen. Neben den erfolgreichsten Fechtnationen, zu denen Italien und Russland mit jeweils zwei Goldmedaillen zählten, meldeten sich auch die deutschen Fechter und Fechterinnen an der Weltspitze zurück, nachdem sie bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta nur eine Bronzemedaille gewonnen hatten. An den zehn Wettbewerben - sechs für Männer und vier für Frauen - nahmen 122 Fechter und 78 Fechterinnen teil.
Mit dem Degen gab es für Männer und Frauen jeweils einen Einzelwettbewerb und einen Mannschaftswettbewerb. Im Männer-Einzel gewann der zweite der Weltrangliste, der Russe Pavel Kolobkov, die Goldmedaille. Im Finale siegte er über den Franzosen Hugues Obry mit 15:12. Lee Sang-Ki aus Südkorea gewann die Bronzemedaille. Es war die erste Medaille im Fechten für Südkorea in der Olympischen Geschichte. Im kleinen Finale schlug er den Schweizer Marcel Fischer. Für den Mannschaftswettbewerb der Männer waren elf Teams qualifiziert. Das Finale bestritten Frankreich und Italien. Olympiasieger wurde Italien, nachdem sich das Gefecht erst im Stechen entschied. Die Bronzemedaille gewannen die Kubaner mit einem Sieg über Südkorea. Im Einzel der Frauen gewann überraschend die an Platz 13 gesetzte Ungarin Timea Nagy das Finale gegen die Schweizerin Gianna Hablützel-Bürki. Auf dem Weg ins Finale bezwang die Ungarin die Doppel-Olympiasiegerin von Atlanta 1996 Laura Flessel-Colovic aus Frankreich im Halbfinale. Die Französin gewann im kleinen Finale die Bronzemedaille. Im Mannschaftswettbewerb der Frauen gewannen die Russinnen die Goldmedaille im Finale mit 45:35 gegen die Mannschaft aus der Schweiz. Zur Mannschaft der Schweiz gehörte dabei auch die erst 15 Jahre alte Sophie Lamon, welche die jüngste Athletin im Feld war. Bronze gewannen die Chinesinnen.
40 Athleten starteten im Florett-Einzel. Im Finale setzte sich der Südkoreaner Young-Ho Kim gegen den Deutschen Ralf Bissdorf mit 15:14 durch und gewann Gold. Die Silbermedaille Bissdorfs war die erste Medaille im Fliorettfechten für einen Deutschen seit 1988. Im Gefecht um Platz drei gewann der Russe Dimitri Tschewtschenko Bronze gegen Jean-Noel Ferrari aus Frankreich. Die Goldmedaille von Kim war die erste für Südkorea in der Sportart Fechten innerhalb von 50 Jahren. Im Florett-Mannschaftswettbewerb konnten sich die Chinesen mit einem 45:30-Sieg im Viertelfinale gegen Russland durchsetzen. Im Halbfinale besiegte die chinesische Mannschaft dann Italien mit 45:32 und zog in das Finale ein. Dort traf sie auf Frankreich. Die Chinesen verloren knapp mit 44:45 Punkten und gewannen damit die Silbermedaille. Gold ging an die Franzosen Jean-Noel Ferrari, Brice Guyart, Patrice Lhotellier und Lionel Plumenail. Im Gefecht um Bronze siegte Italien gegen Polen. Den Einzelwettbewerb der Frauen mit dem Florett gewann die Italienerin Valentina Vezzali. Im Finale bezwang sie die Deutsche Rita König. Deren Silbermedaille war die erste Einzelmedaille der deutschen Frauen im Florett seit 1988. Die Bronzemedaille ging ebenfalls an eine italienische Fechterin. Im Mannschaftswettberb der Frauen verlor die deutsche Mannschaft das Halbfinale gegen Polen mit 34:45. Im Finale unterlagen die Polinnen aber der italienischen Mannschaft. Das Mannschaftsgold bedeutete die zweite Goldmedaille für Valentina Vezzali. Die deutsche Mannschaft aus Sabine Bau, Rita König, Gesine Schiel und Monika Weber gewann die Bronzemedaille mit einem 45: 42 gegen die USA.
Im Säbelfechten gab es nur einen Einzel- und einen Teamwettbewerb für die Männer. Das Einzel gewann der Rumäne Mihai Claudiu Covaliu mit 15:12 im Finale gegen Mathieu Gourdain aus Frankreich. Die Bronzemedaille, die Wiradech Kothny gewann, war die erste deutsche Einzelmedaille im Säbelfechten seit 94 Jahren. Der Säbel-Mannschaftswettbewerb war der letzte Fechtwettbewerb der Olympischen Sommerspiele 2000. Die Finalisten waren die russische und die französische Mannschaft. Olympiasieger wurden die Russen mit 45:32 Punkten. Mit 45:27 Punkten gewann das deutsche Team die Bronzemedaille. Dennis Bauer, Wiradech Kothny, Eero Lehmann und Alexander Weber besiegten im kleinen Finale die Mannschaft aus Rumänien.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Fechten
Feldhockey
12 Mannschaften nahmen am Feldhockey-Turnier der Frauen teil. Sie starteten in zwei Sechser-Gruppen, aus denen sich jeweils die ersten drei für die Finalrunde qualifizieren konnten. Im Eröffnungsspiel besiegten die Argentinierinnen die Mannschaft aus Südkorea mit 3:2. Für die Runde der letzten sechs konnten sich die Mannschaften aus Neuseeland, China, Spanien, Argentinien, den Niederlande und Australien qualifizieren. Die Australierinnen setzten sich in dieser Gruppe durch und qualifizierten sich für das Finale. Die Mannschaft um Rechelle Hawkes, die den Olympischen Eid gesprochen hatte, holte die Goldmedaille. Die Australierinnen gewannen im Finale gegen Argentinien mit 3:1. Es war der dritte australische Sieg bei der fünften Austragung dieser Disziplin. Bronze ging an das niederländische Team, das im kleinen Finale mit 2:0 gegen Spanien gewann. Die deutschen Frauen, die zu den Favoriten gezählt wurden, belegten am Ende den siebten Rang.
Im ersten Spiel des Turniers schlugen die Niederlande Großbritannien mit 4:2. Die deutschen Männer konnten sich für die Runde der letzten sechs qualifizieren, verloren dort jedoch mit 1:2 gegen Großbritannien. So erreichte das zu den Favoriten gezählte deutsche Männer-Team nicht die Halbfinalspiele. Die Australier beendeten die Gruppenphase als Tabellenführer der Gruppe B und erreichten in der Runde der letzten sechs die Halbfinalspiele. Im Halbfinale unterlagen die Australier jedoch den Männern aus den Niederlanden. Nach den 70 Minuten der regulären Spielzeit und einer fünfzehnminütigen Verlängerung stand kein Gewinner des Spiels fest, so dass es zum Siebenmeter-Schlagen kam. Das gewannen die Niederländer mit 5:4, da ihr Mann im Tor, Ronald Jansen, den letzten Schlag des Australiers Brent Livermore hielt. Im zweiten Halbfinale setzte sich die Mannschaft aus Korea gegen Pakistan durch. Das Finale gegen Korea gewann die niederländische Mannschaft erneut im Siebenmeter-Schlagen, Bronze gewannen die Australier, welche die Pakistaner mit 6:3 schlugen.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Feldhockey
Fußball
In Sydney wurden zwei Fußball-Turniere, eins für Männer und eins für Frauen, ausgetragen. Das Männer-Turnier feierte sein 100-jähriges Jubiläum als Olympische Sportart. Das erste olympische Fußball-Turnier wurde bei den Olympischen Sommerspielen 1900 in Paris ausgetragen. Das Frauen-Turnier wurde in Sydney erst zum zweiten Mal ausgetragen, nachdem es 1996 in das olympische Programm aufgenommen worden war. Insgesamt verzeichneten die Fußball-Turniere, die schon vor der offiziellen Eröffnung begannen, mehr als eine Millionen Zuschauer. Fußball war weiterhin die einzige Sportart, die auch weit außerhalb Sydneys ausgetragen wurde. Es nahmen 16 Männer- und acht Frauenmannschaften teil.
Das Eröffnungsspiel des Männer-Turniers bestritten das Gastgeberland Australien und Italien vor über 90.000 Zuschauern in Melbourne. Die Australier konnten lange das 0:0 halten, bis Andrea Pirlo in der 81 Minute das Siegtor für die Italiener schoss. Mit zwei weiteren Niederlagen in der Vorrunde verpassten die Australier die Qualifikation für die Viertelfinals. Im Viertelfinale verloren die amtierenden Olympiasieger von Atlanta aus Nigeria mit 1:4 gegen Chile. Die Südamerikaner galten zu dem Zeitpunkt als Turnier-Favorit. Im zweiten südamerikanisch-afrikanischen Viertelfinale Brasilien gegen Kamerun unterlagen die Brasilianer. Bis zur 89. Minute führte die Mannschaft aus Kamerun mit 1:0, als Ronaldinho per Elfmeter ausglich. In der 113. Minute der Nachspielzeit erzielte Kamerun das Golden Goal und zog somit in das Halbfinale ein. Dort setzten die Kameruner sich mit 2:1 gegen Chile durch und zogen in das Finale ein. Im zweiten Halbfinale unterlagen die USA mit 1:3 Spanien. Das Finale war besonders spannend. Es gab einen verschossenen Elfmeter, zwei Platzverweise und vier Tore. In der ersten Halbzeit konnten die Spanier zwei Tore erzielen, nach der Pause schossen sie ein Eigentor und der Kameruner Eto'o glich aus. Das Spiel entschied sich erst im Elfemeterschießen, aus dem Kamerun als Olympiasieger hervorging. Im kleinen Finale gegen die USA gewann Chile die Bronzemedaille. Der Torschützenkönig war der Chilene Ivan Zamorano, der insgesamt sechs Tore erzielte.
Im Frauen-Turnier dominierte die deutsche Nationalmannschaft ihre Gruppe mit drei Siegen und qualifierte sich zusammen mit den zweitplatzierten Brasilianerinnen für die Halbfinals. In der zweiten Gruppe qualifizierten sich die USA vor Norwegen für die Halbfinals. Im Halbfinale verloren die Deutschen mit 0:1 gegen die Norwegerinnen, wegen eines von Tina Wunderlich geschossenen Eigentores. Die USA besiegten Brasilien ebenfalls mit 1:0. So wiederholten sich im Finale und im Spiel um Platz drei Partien der Gruppenphase. Bronze gewannen die Deutschen nach einem 2:0-Sieg im kleinen Finale über Brasilien. Es war die einzige deutsche Mannschaftsmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney. Außerdem war es die erste deutsche Medaille im Fußball seit der Bronzemedaille der deutschen Fußballnationalmannschaft mit Olaf Thon und Jürgen Klinsmann 1988 in Seoul. Das Finale gegen die USA entschieden die Norwegerinnen mit 3:2 für sich. Nach der regulären Spielzeit stand es 2:2, erst in der 11. Minute der Verlängerung fiel die Entscheidung mit einem Golden Goal von Dagny Mellgren.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Fußball
Gewichtheben
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Gewichtheben
Handball
Am Handball-Turnier der Frauen nahmen 10 Mannschaften teil. Qualifiziert waren das Gastgeberland und die ersten fünf Mannschaften der letzten Weltmeisterschaft. Daneben konnte sich jeweils eine weitere Mannschaft der vier Kontinentalverbände für das olympische Turnier qualifizieren. Als Gruppenerste qualifizierten sich Korea und Norwegen für die Halbfinals. Dort unterlagen die Norwegerinnen, die amtierenden Welt- und Europameisterinnen, mit 23:28 der Mannschaft aus Ungarn. Diese zog in das Finale gegen Dänemark ein. Nach der ersten Hälfte führten die Ungarinnen 16:14 und fünfzehn Minuten vor Spielende sogar mit 23:17, wofür besonders Bojana Radulovic Verantwortung trug. Nach einer Spielunterbrechung durch die dänische Mannschaft konnte diese das Spiel drehen und besiegte Ungarn mit 31:27. Das Spiel um Bronze ging knapper aus. Die Norwegerinnen gewannen mit 22:21. Erst in der letzten Minute gelang es Mia Hundvin den entscheidenden Treffer zu erzielen. Mit Gold und Bronze dominierten die Skandinavierinnen das Turnier.
Für das Männer-Turnier waren das Gastgeberland Australien und die Mannschaften, welche bei der WM von 1999 die ersten sieben Plätze belegten, von vorneherein qualifiziert. Daneben konnte sich jeweils ein weiteres Team der Kontinentalverbände für Afrika, Asien, Amerika und Europa qualifizieren. So nahmen insgesamt 12 Mannschaften am Turnier teil. Schon vor dem Start der olympischen Spiele ordnete der Nationaltrainer Ägyptens, Zoran Zivkovio, die Schweden als Favoriten ein, da sie als amtierende Weltmeister seit zwei Jahren ungeschlagen waren und 1992 in Barcelona im Finale Russland unterlagen, und 1996 in Atlanta Kroatien. Entsprechend dieser Erwartung gewann die schwedische Mannschaft jedes ihrer Vorrundenspiele. Im Finale trafen die Schweden auf die russische Mannschaft und unterlagen mit 26:28. Damit gewann Schweden zum dritten Mal in Folge olympisches Silber. Der Russe Alexander Tuchkin erzielte sieben Treffer und der Kapitän und Torwart, Andrei Lavrov, hielt 17 Würfe. Für ihn bedeutete der Sieg den Gewinn seiner dritten olympischen Goldmedaille nach 1988 und 1992. Im Spiel um Bronze gewann Spanien mit 26:22 über die jugoslawische Mannschaft. Erfolgreichste Werfer für Spanien waren die Flügelspieler Rafael Guijosa und Antonio Ortega mit sechs beziehungsweise sieben Treffern. Die deutsche Mannschaft belegte nur den fünften Platz, nachdem sie als einer der Favoriten auf den Sieg gehandelt wurden. In der Vorrunde gewann sie erst gegen die starken Nationen Jugoslawien und Russland, verlor dann aber gegen Ägypten und Spanien.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Handball
Judo
In den Judo-Wettbewerben der Männer gewannen in drei von sieben Gewichtsklassen japanische Judoka Gold. Daneben waren auch jeweils ein französischer, ein italienischer und ein niederländischer Athlet erfolgreich. Allein die Türkei konnte durch Husein Ozkan eine weitere Goldmedaille für Asien gewinnen.
Bei den Frauen konnten in den sieben Klassen Kuba und China jeweils zwei Goldmedaillen gewinnen.
Die einzige Medaille im Judo für Deutschland gewann Anna-Maria Gradante, die Bronze in der Klasse Superleichtgewicht (bis 48 kg) errang. Sie sollte eigentlich nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen, weil sie bei einem Turnier im Vorfeld nicht das richtige Gewicht brachte. Die deutschen Männer mussten das erste Mal seit 1964 ohne eine Medaille im Gepäck nach Hause fahren. Vier deutsche Judoka scheiterten in der ersten Runde an wenig bekannten Sportlern.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Judo
Kanu
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Kanu
Leichtathletik
Die Leichtathletik-Wettbewerbe erstreckten sich über 10 Tage und beinhalteteten 46 Entscheidungen, 24 für Männer und 22 für Frauen. Sie wurden im Stadium Australie ausgetragen. Insgesamt wurden in der Leichtathletik 1,6 Millionen Zuschauer verzeichnet. Der Zuschauerrekord lag bei 112.524 am Abend des 400-Meter-Rennens der Frauen.
Zum Auftakt der Leichtathletikwettbewerbe stand traditionsgemäß der Sprint über die 100-Meter-Distanz im Mittelpunkt. Favorit bei den Männern war Maurice Greene, der die Saisonbestleistung mit einer Zeit von 9,86 Sekunden hielt. Schon im Vorlauf schied der Olympiasieger von 1996 Donovan Bailey aus. Im Finale erwischte Ato Boldon aus Trinadad und Tobago den besten Start, wurde jedoch von Greene überholt, und gewann damit Silber. Bronze gewann Obadele Thompson aus Barbados.
Siehe auch: Olympische Sommerspiele 2000/Leichtathletik
Moderner Fünfkampf
Der Moderne Fünfkampf, der auf Pierre de Coubertin zurückgeht, gehörte seit den Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm zum Olympischen Programm. 1998 wurde vom IOC die Austragung des Frauenwettbewerbes in Sydney erlaubt. Wie schon bei den vorherigen Olympischen Spielen von Atlanta wude der Moderne Fünfkampf, der ursprünglich Mal ein fünftägiger Wettbewerb war, an nur einem Tag ausgetragen, wobei Athleten und Zuschauer zu drei verschiedenen Wettkampfstätten mussten. Die zu absolvierenden Disziplinen waren Pistolenschießen, Degenfechten, Schwimmen, Springreiten und zum Abschluss ein Crosslauf. Insgesamt starteten in Sydney 48 Sportler, 24 Frauen und 24 Männer. Damit war der Moderne Fünfkampf die olympische Disziplin mit den wenigsten Teilnehmern.
In der ersten Disziplin, dem Luftpistolenschießen, ging der Weißrusse Pavel Dovgal mit 1168 Punkten in Führung. Hinter ihm platzierte sich Nicolae Papuc aus Rumänien. Der Favorit, Gabor Balogh aus Ungarn, erreichte nur den sechsten Rang. Für die zweite Disziplin, das Fechten, bereiteten sich die Sportler selbst vor. Jeder Athlet musste gegen jeden anderen Athleten ein einminütiges Gefecht bestreiten. Der favorisierte Ungar konnte sich auf den dritten Platz vorschieben. Mit 1000 Punkten im Fechten übernahm der Franzose Olivier Clergeau die Führung. Nach dem Fechten wurde der Moderne Fünfkampf im Aquatic Centre mit den 200 Metern Freistil fortgesetzt. Der Deutsche Eric Walther stellte mit einer Zeit von 2:00,71 Minuten einen neuen Olympischen Rekord für diese Teildisziplin auf. Die vierte Disziplin des Modernen Fünfkampfes war das Springreiten. Die Athleten starteten nicht mit ihren eigenen Pferden, sondern bekamen eins aus einem Pool zugelost und hatten im Vorfeld nur 20 Minuten Gewöhnungszeit. Am besten absolvierte der Russe Dmitri Svatkovski den Parcours und startete damit vor dem letzten Wettbewerb die Aufholjagd auf den führenden Franzosen zu dem der Amerikaner Velizar Iliev aufgeschlossen hatte. Die Startreihenfolge des abschließenden Crosslaufes über 3000 Meter ergab sich aus den vorangegangenen Platzierungen. Als erstes gingen die beiden Führenden ins Rennen, die Startabstände der folgenden Athleten ergaben sich aus dem erzielten Punktewert. Die beiden Führenden konnten ihre Position nicht verteidigen und kamens als Achter und Neunter ins Ziel. Olympiasieger wurde Dmitri Svatkovski vor Gabor Balogh und Pavel Dovgal.
Auch der Wettbewerb der Frauen entschied sich erst im abschließenden Crosslauf. Die Britin Stephanie Cook hatte 49 Sekunden