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Aktuelle Nachrichten und Ereignisse im Oktober 2005.
Tagesgeschehen
- Indonesien: Eine Anschlagsserie auf der indonesischen Ferieninsel Bali fordert zahlreiche Opfer. Diplomatenkreise sprechen von 32 Toten und mehr als 100 Verletzten. Ob auch deutsche Touristen unter den Opfern sind, ist noch nicht klar. Die Bomben explodierten kurz hintereinander in den Orten Jimbaran und in Kuta, etwa 30 km von Jimbaran entfernt.
- Frankreich: Die Polizei beendet die Blockade des korsischen Hafens Ajaccio gewaltsam. Fast 15.000 Menschen saßen auf Korsika fest.
- Graz/Österreich: Die SPÖ erzielt bei der steirischen Landtagswahl einen Erdrutschsieg. Nach vorläufiger Hochrechnung (17:30) gewinnt sie über 9 Prozent gegenüber dem Ergebnis der Wahlen 2000 und überholt damit die seit 60 Jahren regierende ÖVP. Liste Hirschmann, BZÖ und FPÖ verfehlen den Einzug ins Landesparlament, hingegen erreichen die Grünen das notwendige Grundmandat. Die Ergebnisse im Detail: SPÖ 41,7 (+9,3); ÖVP 38,7 (-8,6); KPÖ 6,3 (+5,3); Grüne 4,7 (-0,9); FPÖ 4,6 (-7,8); LH 2,0; BZÖ 1,7 Prozent.
- Jerusalem: Während seines Staatsbesuchs in Italien wird Israels Staatspräsident Mosche Katsav Mitte November auch Papst Benedikt XVI. im Vatikan besuchen. Bei dem Treffen gehe es vor allem um den Stand der Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan, sagt ein Sprecher des Präsidenten. Weitere Details nennt er nicht. Nach Informationen der Zeitung „Haaretz“ wollte Katzav das Oberhaupt der katholischen Kirche bitten, sich für den Kampf gegen den weltweiten Antisemitismus einzusetzen und israelischen Wissenschaftern Zugang zu den Vatikan-Archiven zu gewähren.
(Tag der Deutschen Einheit)
- Jerusalem/Palästina: Bei nächtlichen Razzien im Westjordanland nimmt die israelische Armee erneut 40 Mitglieder der radikalen Palästinenser-Bewegungen Hamas und Islamischer Dschihad fest. Wie ein israelischer Militärsprecher mitteilt, stammen die meisten Gefangenen aus den Regionen von Ramallah, Betlehem und Nablus.
- Madrid, Marokko: Die spanische Exklave Melilla in Marokko wird erneut das Ziel eines Massenansturms nordafrikanischer Flüchtlinge. Bis zu 800 Menschen hätten am frühen Morgen versucht, den sechs Meter hohen Metallzaun zu überwinden, berichtete der private spanische Radiosender Cadena Ser. Rund 300 von ihnen sei es gelungen, auf spanisches Territorium vorzudringen. Melillas Stadtoberhaupt Juan José Imbroda macht indirekt marokkanische Behörden für den Vorfall verantwortlich. Eine Lösung könne nur „von der anderen Seite der Grenze“ kommen, sagt er dem Radiosender. Die Marokkaner hätten in der Nacht zum Montag „nicht sehr stark kooperiert“.
- Hamburg: Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) kritisiert den Missbrauch beim Arbeitslosengeld II. „Die Hemmschwellen für die 'Abzocke' bei Arbeitslosengeld II und weiteren Unterstützungsleistungen sind offenkundig gesunken“, sagt Clement der „Bild am Sonntag“. Das zeige sich bei Zunahme von Korruption, Schwarzarbeit und beim Sozial-Missbrauch. Rund 4,6 Millionen Deutsche beziehen inzwischen Hartz IV. Clement hatte dagegen nur mit 3,2 Millionen gerechnet. Im Bundeswirtschaftsministerium sei von „Missbrauch im großen Stil“ die Rede, heißt es weiter.
- Washington D.C./USA: US-Präsident George W. Bush nominiert seine Rechtsberaterin Harriet Miers für die Nachfolge von Sandra Day O'Connor als Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Miers hat keine Erfahrung als Richterin, weshalb ihre Nominierung viele Beobachter überrascht. Vor allem konservative Mitglieder der republikanischen Parteibasis werfen dem Präsidenten in ersten Internet-Reaktionen Vetternwirtschaft vor. Sie zeigten sich enttäuscht, dass Miers sich nie klar gegen ein verfassungsmäßiges Recht auf Abtreibung ausgesprochen hat.
- Ringförmige Sonnenfinsternis in einem bis zu 162 km breiten Streifen, der sich von Spanien über Algerien, Sudan, Kenia und Somalia erstreckt.
- Türkei: Beginn der offiziellen EU-Beitrittsverhandlungen. Die zuletzt im EU-Parlament und von Österreich vorgebrachten Bedenken werden durch den Passus ausgeräumt, im Laufe der Verhandlungen auch die Aufnahmefähigkeit der EU zu prüfen, sowie durch Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche mit Kroatien.
- Rom/Italien: Im Auffanglager der von tausenden afrikanischer Flüchtlinge angesteuerten italienischen Insel Lampedusa gibt es laut einem Pressebericht Schikanen und Misshandlungen der Insassen. So hätten Aufseher illegalen Einwanderern befohlen, sich vor anderen nackt auszuziehen, berichtete das Magazin „L'Espresso“. Moslems seien von Wachen gezwungen worden, sich Pornos auf einem Mobiltelefon anzusehen. Die Hygiene-Bedingungen in dem Lager seien unzureichend. Keiner der Lagerinsassen sei zudem einem Richter vorgeführt worden, was nach dem italienischen Recht verpflichtend wäre.
- Warschau/Polen: Ein Interview, das die Mutter der "Kaczyński-Brüder" der Nachrichtenagentur AFP gibt, wird politisch brisant. Während sich Lech Kaczyński (56) um die Präsidentschaft bewirbt, erzählt Jadwiga Kaczyńska (78), dass sich die Zwillinge im Politgeschäft oft bei ihr Rat holen. Wenn Jarosław als Parteichef im Fernsehen sei, sage er immer „Mama, du musst dir das ansehen. Du bist meine beste Kritikerin.“ Kaczyńska war bereits im 2. Weltkrieg Aktivistin des polnischen Widerstands.
- Pakistan: Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 (Richterskala) in der Grenzregion zwischen Pakistan und Indien nahe Islamabad werden mehr als 30.000 Menschen getötet; besonders betroffen ist der pakistanische Teil von Kaschmir, wo hunderte Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten sind. Die erbetene internationale Hilfe läuft rasch an, u.a. mit 20 Transporthubschraubern. Eine Woche später sind es zwar bereits über 120 Hubschrauber, doch erhöht sich die geschätzte Opferzahl auf 40–50.000 Tote, fast 100.000 Verletzte und 2 bis 2,5 Millionen Obdachlose.
- Bagdad, Washington D.C.: Die US-Armee hat ihren Militäreinsatz „Eiserne Faust“ im westlichen Irak beendet. Sie teilt mit, dass in Sadah nahe der Grenze zu Syrien neue Kontrollposten errichtet wurden, um die „Präsenz in dem Gebiet aufrecht zu erhalten“. Damit solle besser als bisher das Eindringen von Al Kaida-Terroristen aus Syrien über das Euphrat-Tal in den Irak verhindert werden. Der Einsatz mit rund tausend US-Soldaten dauerte 7 Tage; über 50 Aufständische und ein US-Soldat wurden getötet. Seit Ende September haben die US-Streitkräfte bereits drei weitere Einsätze im Euphrattal geführt. Die sunnitische Provinz al Anbar ist eine der Hochburgen der Rebellen.
- Hamburg: Der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete der Linkspartei.PDS, Lutz Heilmann, war nach Informationen des „Spiegel“ 1989 hauptamtlicher Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes. Wie vorab berichtet wird, habe Heilmann die Tätigkeit für die Stasi gegenüber dem Magazin eingeräumt; seine Lübecker Genossen habe er vor seiner Kandidatur informiert und so die „entsprechende Regelung der Linkspartei“ erfüllt. Deren Bundessprecher sagt dem Magazin, er sehe in dem Vorgang „kein großes Problem“. Heilmann ist damit der erste hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter, der nun im Bundestag sitzt. Laut „Spiegel“ arbeitete Heilmann bei der Stasi-Hauptabteilung Personenschutz, die für die Sicherung und Versorgung der Partei- und Staatsführung zuständig war.
- Berlin: In der Affäre um die Razzia bei der politischen Monatszeitschrift „Cicero“ greift Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) seine Kritiker scharf an und weist ihre Vorwürfe zurück: „Geheimnisverrat ist nicht irgend eine Ordnungswidrigkeit. Der Staat hat einen Anspruch darauf, seine Sphäre zu schützen“, sagte Schily dem „Spiegel“. Zudem seien Journalisten nicht von der Achtung der Gesetze befreit: „Wenn sie denken, Pressefreiheit sei sozusagen eine Freizeichnungs-Klausel, die sie von der Bindung an das Strafrecht befreit, dann sind sie auf dem Holzweg“. Unterdessen rügt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) den Führungsstil des Bundeskriminalamts (BKA) in der Affäre um die Weitergabe eines Terror-Dossiers an das Magazin.
- Burgenland/Österreich: Bei den heutigen Landtagswahlen erringt die SPÖ mit 19 Mandaten (+2) die absolute Mehrheit. Erste Hochrechnung von 16 Uhr: SPÖ 51,3 % (+4,7 %), ÖVP 36,8 % (+1,5 %), FPÖ 6,2 % (-6,4 %), Grüne 5,3 (-0,2 %), Sonstige 0,4 % (+0,4).
- Leipzig: Der Parteivorsitzende der Grünen Reinhard Bütikofer kritisiert Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) heftig wegen der Durchsuchungsaktion gegen die Zeitschrift „Cicero“. Der „Leipziger Volkszeitung“ (Montagausgabe) sagt Bütikofer: „Otto Schily geriet in den letzten Jahren immer in Versuchung, sich selbst mit dem Staat zu verwechseln. Damit läuft er Gefahr, das Wesen demokratisch verliehener Macht zu verkennen.“
- Gobi: Nach zwei Jahren führt die Volksrepublik China erneut eine bemannte Raumfahrt durch. Eine Rakete vom Typ “Langer Marsch„ startet am Morgen mit zwei Astronauten von der Raumfahrtstation Jiuquan am Rand der zentralasiatischen Wüste. Der Start findet am Tag nach Beschluss eines neuen Fünfjahresplans durch das KP-Zentralkomitee statt und verläuft trotz einer nahen Kaltfront mit Schneefall problemlos. Die Taikonauten Fei Junlong (40) und Nie Haisheng (41) sollen fünf Tage in der Umlaufbahn bleiben, die nach 30 Minuten erreicht ist.
- Anders als beim 21-Stunden-Flug vom 15.Oktober 2003 sollen die Männer ihre Kapsel verlassen und im 2,8 Meter langen Arbeitsbereich leben. Geplant sind Experimente und Tests, z.B. der Schlafsäcke und der Lebenssysteme des 9m langen Raumschiffes Shenzhou VI. Es ist mit 4 Triebwerken und 8t eine Weiterentwicklung des russischen Sojus-Modells und Teil eines Konzepts ähnlich dem Raumschiff Orion (Shuttle-Nachfolger der NASA). Einst soll es mit stärkeren Raketen 10-25t Nutzlast haben und einen Mondflug ermöglichen.
- London: Ein britisches Labor stellt in einer Eiluntersuchung fest, dass neben der Türkei auch in Rumänien die aufgetretene Vogelgrippe auf den für den Menschen gefährlichen Erreger H5N1 zurückzuführen ist. Österreichs Gesundheitsministerin Rauch-Kallat teilt mit, dass viele Länder Europas bereits Impfpläne haben und Ansteckungsgefahr nur direkt im Hühnerstall bestehe.
- Brüssel: Laut EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou werden Veterinärexperten nächste Woche die jüngsten Entwicklungen analysieren und ihren Risiko-Katalog erweitern. Die Impfvorräte würden ausreichen, seien aber innert der EU ungleichmäßig verteilt.
- Toledo (Ohio)/USA: Im US-Bundesstaat Ohio kommt es am gesamten Wochenende zu Unruhen, als bei einem Demonstrationsaufzug des National Socialist Movements, einer nationalsozialistischen Gruppierung, diese mit Gegendemonstranten zusammenstoßen. Dabei setzt die örtliche Polizei Tränengas insbesondere gegen letztere ein. Toledos Bürgermeister Jack Ford bekräftigt das Recht der Nazis, ihre Sache öffentlich zu vertreten, was die Unruhen anheizt. Die Presse spricht von einem wütenden Mob von 600 Menschen, denen sich auch Straßengangs angeschlossen hätten, die Baseball-große Steine auf die Polizisten warfen, Autos beschädigten und eine Bar in Brand setzten. Allein 114 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Offenbar war die Nazi-Bewegung bewusst in diese Stadt gegangen, die extrem abhängig von der Automobilindustrie ist, was sich durch eine hohe Arbeitslosenquote bemerkbar macht. [5]
- London: Bond wird blond. Der Schauspieler Daniel Craig wird den Geheimagenten James Bond in dem Ende 2006 startenden Kinofilm Casino Royale darstellen.
- Kalifornien: Die Asche des im Juli verstorbenen Filmschauspielers James Doohan (Ingenieur Scotty in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise) soll am 6. Dezember von einer US-Militärbasis mit einer Falcon I-Rakete in den Weltraum geschossen werden, wie die beauftragte Firma Space Services mitteilt. [6]
- Bremen: Nach einem 6:2 Erfolg gegen den 1.FC Nürnberg übernimmt Werder Bremen die Spitze der Bundesliga-Tabelle vom FC Bayern München, der mit 1:1 gegen Schalke 04 seine schwarze Serie fortsetzt.
- Australien: Das Treffen der Gruppe der Zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) kann sich auf eine Reform von Weltbank und IWF einigen. China fordert die G20-Finanzminister zu weiterer Liberalisierung des Welthandels auf.
- Dénia: Der österreichische ehemalige KZ-Arzt Aribert Heim (91), der im KZ Mauthausen Häftlinge mit Injektionen ermordete, wird laut Bericht des Simon Wiesenthal-Centers in Spanien aufgespürt.
- Irak: Die gestrige Volksabstimmung über die künftige Verfassung hat eine große Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Doch besteht die Gefahr, dass die Sunniten dreier Provinzen den Kompromiss-Entwurf von Ende August zu Fall bringen.
- Peking: Die Besatzung des zweiten bemannten Raumflugs der Volksrepublik China landet mit ihrer Raumkapsel Shenzhou 6 um 4:32 Ortszeit sicher in der Steppe der Mongolei, wobei sie den geplanten Zielort um nur 1 km verfehlt. Das Befinden der Taikonauten Fei Junlong und Nie Haisheng, die fünf Tage lang die Erde umkreist hatten, entspreche laut Angaben der Behörden den positiven Erwartungen. China ist nach Russland und den USA die dritte Nation, die einen bemannten Weltraumflug unternommen hat. [7]
- Hawaii: Mit dem Sieg des deutschen Außenseiters Faris Al-Sultan endet das 27. Ironman Hawaii-Triathlon, das als härtestes und renommiertetes Rennen seiner Art gilt. Der 27-jährige Sohn eines irakischen Übersetzers und einer Deutschen gewinnt als ausgeglichenster Athlet bei seiner dritten Teilnahme in 8:14:17 Stunden (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen) vor dem Neuseeländer Cameron Brown (8:19:36) und dem dreimaligen Gewinner Peter Reid aus Kanada (8:20:04). Nach Thomas Hellriegel (1997) und Normann Stadler (2004), der nach mehreren Reifendefekten aufgab, ist Al-Sultan der dritte Deutsche, der diesen Wettbewerb für sich entschied. Bei den Damen kann die Schweizerin Natascha Badmann ihren sechsten Triumph feiern. Sie setzt sich in 9:09:30 Stunden gegen die Australierinnen Michellie Jones (9:11:51) und Kate Major (9:12:39) durch. [8]
- Shanghai/China: Im 19. und letzten Grand Prix der Formel-1-Saison 2005 siegt der Spanier Fernando Alonso auf Renault F1, wodurch der Rennstall auch die Konstrukteurswertung gewinnt.
- Fresno/USA: In einem Gletscher am Mount Mendel im Kings Canyon National Park finden zwei Bergsteiger in der Sierra Nevada die teilweise mumifizierte Leiche eines Militärpiloten, der offenbar seit dem Zweiten Weltkrieg dort lag. Nach Angaben der Behörden gehörte der Tote zu einem AT-7-Trainingsflugzeug, das am 18. November 1942 mit 5 Mann Besatzung bei einem Navigationstraining in der Region abgestürzt war. 1947 hatte ein Bergsteiger das Wrack und vier der Leichname gefunden. [9]
- Lilongwe/Malawi: Nach Angaben des Präsidenten Bingu wa Mutharika droht in dem afrikanischen Staat eine Hungerkatastrophe, von der 5 Millionen Einwohner bedroht sind. Die Regierung habe 50 Millionen $ für 330.000 t Getreide aus Südafrika bereitgestellt, benötige aber noch 158.000 t, um die Versorgung der Bevölkerung bis zur nächsten Ernte im März bzw. April 2006 garantieren zu können. Weil über 14 % der Bevölkerung mit AIDS infiziert sind, fehlt vielen Farmern und Farmarbeitern die Kraft zur Durchführung der nötigen Arbeit. [10]
- Jerusalem: Israel bricht den Kontakt zur Palästinensischen Autonomiebehörde ab. Radikale Palästinenser hatten am Sonntag einen Sammelpunkt für Anhalter bei den Siedlungen Gusch Ezion und Eli angegriffen, wobei drei Menschen getötet und fünf schwer verletzt wurden. [11]
- Rom: Die Vorwahlen zum Spitzenkandidaten der Mitte-links-Opposition Italiens gewinnt Romano Prodi, der ehemalige Präsident der EU-Kommission. Damit wird Prodi, wie seit langem erwartet, als Chef des Parteienbündnisses „Unione“ den amtierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi herausfordern. Erste Nachwahlbefragungen ergaben einen überraschend hohen Stimmenanteil von rund 75 Prozent. Die Parlamentswahl findet im Mai 2006 statt. Getrübt wird die Freude bei „Unione“ durch die mafia-artige Ermordung des Vizepräsidenten der Regionsregierung von Kalabrien Francesco Fortugno durch zwei maskierte Männer, als dieser am Sonntag das Wahllokal im süditalienischen Lucri verließ. [12]
- Oslo: Jens Stoltenberg löst seinen Vorgänger Kjell Magne Bondevik als Ministerpräsident Norwegens ab; er steht einer Koalition aus Arbeiterpartei, Linkssozialisten und Zentrumspartei vor.
- Karibik: Mit dem Hurrikan „Wilma“ bildet sich bereits der 21. derartige Tropensturm von 2005. Wegen befürchteter Schäden an den Ölplattformen im Golf von Mexiko steigt der Rohölpreis an der New Yorker Börse von 40 auf 64 US-Dollar pro Barrel. [13]
- Juneau/Alaska: Am Mittwoch tritt im nördlichsten US-Bundesstaat ein Waffengesetz in Kraft, das sowohl den Besitz von Handfeuerwaffen, als auch ihr Mitführen im PKW liberalisiert. Das Bundesgesetz war auf Betreiben der National Rifle Association verabschiedet worden, um den restriktiveren lokalen Grundsätzen der Kommunen und Counties zuvor zu kommen. Alaska soll nach dem Willen der NRA Vorbild für die anderen Bundesstaaten werden. [14]
- Berlin/Deutschland: In der konstituierenden Sitzung des 16. Deutschen Bundestages wird der westfälische CDU-Politiker Norbert Lammert zum neuen Bundestagspräsidenten gewählt. In seiner Antrittsrede betont Lammert die Rechte des Parlaments, speziell in Zeiten einer Großen Koalition. Bei der Wahl der Vizepräsidenten erhält der bisherige Präsident Wolfgang Thierse nur etwa zwei Drittel der Stimmen, und beim Kandidaten Lothar Bisky kommt es zu einem Eklat. Der ehemalige PDS-Parteichef und Spitzenkandidat der Linkspartei verfehlt auch im dritten (letzten) Wahlgang die einfache Mehrheit. Da traditionell jede Parlamentspartei einen Vizepräsidenten stellt (und deren Vorschläge von den anderen Fraktionen bisher gebilligt wurden), kündigt Bisky an, auch in später stattfindenden Wahlgängen zu kandidieren.
- Frankfurt am Main: Die in der Mainmetropole beginnende 57. Frankfurter Buchmesse, die bis zum 23. Oktober dauert, hat mit 7.200 Ausstellern Rekordgröße. Die Stimmung der Verlage ist meist optimistisch, sodass sie auf der weltgrößten Buchmesse 105.000 Titel vorstellen. 1.000 Autoren werden sich präsentieren, davon 40 aus dem nominellen Gastland Korea, wobei das kommunistische Nordkorea seine Teilnahme abgesagt hat. [15]
- Irak: Wie die Wahlbehörde mitteilt, werden die Ergebnisse der Volksabstimmung vom 15.Oktober über die Verfassung erst in einigen Tagen veröffentlicht, weil aus sunnitischen Wahlkommissionen widersprüchliche Resultate kamen. Die Wahlbeteiligung betrug über 60 %, die Zustimmung dürfte bei 75 % liegen, doch in einer der drei Sunniten-Provinzen dürften die Nein-Stimmen fast zwei Drittel ausmachen. Trifft dies in 2 von 18 Provinzen zu, gilt der Verfassungsentwurf als abgelehnt.
- Peking/China: Die Volksrepublik sagt den geplanten Peking-Besuch von Japans Außenminister Nobutaka Machimura ab. Als Grund wird der neuerliche Besuch des umstrittenen Yasukuni-Schreins durch Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi angegeben. [16]
- Ottawa/Kanada: Nach einer Studie der Simon Fraser University, die auf Betreiben der Suzuki-Stiftung durchgeführt wurde, gehört Kanada überraschenderweise zu den Industriestaaten mit der schlechtesten Bilanz im Umweltschutz. So liegt der flächenmäßig zweitgrößte Staat bei der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung auf dem 28.Platz von 30 untersuchten Ländern. Bei der Produktion von Atommüll und der Emission von Kohlenmonoxid nimmt Kanada den 30.Rang ein, beim Wasserverbrauch Platz 29. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA am unteren Ende stehen. [17]
- Karibik, Florida: Nur wenige Wochen nach den verheerenden Wirbelstürmen Katrina und Rita hat sich in der Karibik, von den Kaimaninseln kommend, der Hurrikan Wilma zum Sturm der höchsten Stufe aufgeladen. Über große Teile von Haiti gehen sintflut-artige Regenfälle nieder; die folgenden Erdrutsche und Muren töten neun Menschen. „Wilma“ bedroht nun Kuba und die Halbinsel Yucatán, danach womöglich Florida. New Orleans wird auf eine zweite denkbare Evakuierung nach der Katastrophe vom 28. August vorbereitet.
- New York, Vereinte Nationen: UNO-Generalsekretär Kofi Annan forderte mehr Unterstützung für die Opfer des Erdbebens in Pakistan. Insbesondere im Norden des Staates werde der Tod von zahlreichen Schwachen und Kindern befürchtet. [19]
- Syrien, Vereinte Nationen: Zum Mord an Libanons Ex-Premier Hariri berichtet UN-Chefermittler Mehlis über eine klare Mittäterschaft syrischer Geheimdienstkreise an dem Anschlag in Beirut, bei dem am 14.Febr.2005 21 Menschen umkamen. Syrien hat dies stets verneint und spricht von einem Komplott des Westens. Chronik der Ereignisse
- Paris, Venezuela: Der venezolanische Präsident Hugo Chávez warnt bei einem Treffen mit französischen Geschäftsleuten US-Präsident George W. Bush vor einer eventuellen Invasion seines Landes. Vor dem Hintergrund einer Verknappung der US-Erdölreserven durch mehrere Hurrikans im Golf von Mexiko hatte der Fernsehprediger Pat Robertson, der als geistiger Berater Bushs gilt, die Ermordung Chávez' und Vereinnahmung der dortigen Öl- und Gasbestände angedacht. Robertson hatte sich zwar entschuldigt, was Chavez aber nicht beruhigte. Jeden Tag sende Venezuela 1,5 Mill.Barrel Rohöl in die USA, was man jederzeit stoppen könne. Ein Preis von 160 US-Dollar pro Barrel wäre dann durchaus denkbar. Der Sprecher des US-Departements Sean McCormack versuchte die Wogen zu glätten, doch passt in Kolumbiens Stimmungsbild, dass Israel auf Druck der USA die Lieferung von F-16-Lizenzkampfjets stornierte. [20]
- Wien, Berlin: In Österreich und Teilen Deutschlands wird, als Vorsorgemaßnahme gegen eine Verbreitung der „Vogelgrippe“, die Freilandhaltung von Geflügel bis auf weiteres verboten. Damit soll das Einschleppen des Virus durch Zugvögel verhindert werden, obwohl eine Kontamination eher durch infiziertes Fleisch oder illegal importiertes Lebengeflügel erfolgen kann. [21], [22]
- Leipzig/Deutschland: Die Junge Union gibt CSU-Chef Edmund Stoiber die Hauptschuld am unerwartet schlechten Wahlergebnis der CDU/CSU bei der Bundestagswahl. Der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder äußert gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“, dass Stoiber mit grenzwertigen Bemerkungen über die Stimmungslage der Ostdeutschen den Wahlkampf unnötig erschwert habe.
- Passau: Die Universität veröffentlicht den Internationalen Korruptionsindex im Auftrag von Transparency International.
- Berlin: Die Organisation Reporter ohne Grenzen veröffentlicht eine Studie zur weltweiten Situation der Pressefreiheit. Danach fiel Deutschland von Platz 11 unter 166 untersuchten Staaten auf Rang 18 ab. Laut Pressesprecherin Katrin Evers liege dies an pauschalierten Redaktions-Durchsuchungen und der verstärkten Durchsicht von Telefondaten ohne direkt begründeten Tatverdacht. Der seit Monaten für Aufsehen sorgende Fall des Magazins Cicero, den Innenminister Otto Schily betreiben ließ, wurde bei der Studie noch nicht berücksichtigt. Insgesamt gehöre Deutschland zu jenen Länden, wo die Pressefreiheit grundsätzlich gesichert sei. An der Spitze der Rangliste stehen ausnahmslos nordeuropäische Staaten (Dänemark, Finnland, Irland, Island, Norwegen und die Niederlande), während Nordkorea den letzten Platz einnimmt. [23]
- Die Schwarzpappel wird in Deutschland zum Baum des Jahres 2006 gekürt. Damit soll auch auf die Bedrohung ihrer natürlichen Lebensräume in großen Flussauen aufmerksam gemacht werden.
- Izmir/Türkei: Ein schweres Erdbeben bei der Großstadt Izmir verursacht in der Nacht zum Freitag viele Zerstörungen, 37 Verletzte und zwei Todesopfer. Das Epizentrum lag rund 45 km südwestlich von Izmir. Das Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richterskala war auch auf vorgelagerten griechischen Inseln wie Chios und Samos zu spüren. [24]
- Pakistan: Pakistans Präsident Pervez Musharraf empfindet die internationalen Hilfen für das Erdbebengebiet als „total inadäquat“; Milliarden weitere Dollar würden gebraucht. [25]
- Neu-Delhi: Indien und die USA weiten ihre Kooperation im Bereich Nuklearenergie aus; in Neu-Delhi finden diesbezügliche Gespräche statt. [26]
- Rio de Janeiro/Brasilien: Ein US-brasilianisches Forscherteam alarmiert im Fachblatt „Science“ (Bd. 310, S. 480), dass die Urwaldzerstörungen in Brasilien doppelt so groß seien wie bisher bekannt. Jährlich gehe dem Regenwald zudem die halbe Fläche Deutschlands durch Rodung verloren. Auch die Artenvielfalt nehme rapid ab; die Zahl der Arten, die alljährlich in den Tropen aussterben, wird auf 50.000 geschätzt. [27]
- Australien: Erstmals wird die Vogelgrippe auch auf dem 5.Kontinent nachgewiesen. Der australische Quarantäne- und Kontrollenservice entdeckt Antikörper der Vogelgrippe in Tauben, die aus Kanada nach Melbourne importiert wurden.
- Lagos: In Nigeria werden bei einem Flugzeugabsturz alle 117 Passagiere getötet; die Boeing 737–200 war auf dem Weg von Lagos in die Hauptstadt Abuja. Wegen Fehlinformationen suchte man das Wrack zunächst an einer falschen Stelle und vermutete eine Anzahl von Überlebenden. In der Maschine saßen auch zahlreiche ausländische Geschäftsleute und Diplomaten. [28]
- London: In Großbritannien stirbt ein importierter und vorsorglich in Quarantäne gehaltener Papagei an der Vogelgrippe. Als Vorsorgemaßnahme gegen deren Verbreitung haben Österreich, Deutschland und die Schweiz die Freilandhaltung von Geflügel bis auf weiteres verboten. (AP, WZ)
- Mexiko: Da sich das „Auge“ des Hurrikan Wilma wesentlich langsamer bewegt, werden konzentriertere und schwere Verwüstungen befürchtet. Das Zentrum zieht nach der Insel Cozumel nördlich auf die 600.000 Einwohner zählende Metropole Cancún zu, wo der immense Regen rasch die Straßen füllt. Die Strände des Touristenzentrums werden schwer beschädigt und teilweise fortgespült. Der Flughafen muss bis auf weiteres geschlossen werden. Im US-Bundesstaat Florida fordern die Behörden die Touristen auf, die exponierte Inselkette der Key Wests zu verlassen. (AP, WZ)
- Bagdad/Irak: Die irakische Verfassung wurde von der Bevölkerung mit einer Zustimmung von 78,6 % angenommen. Nur in den Provinzen Al-Anbar und Salah ad-Din stimmten mehr als zwei Drittel der Wähler dagegen. (BR, Ö1)
- Steiermark/Österreich: Der steirische Landtag wählt Franz Voves mehrheitlich zum neuen Landeshauptmann als Nachfolger von Waltraud Klasnic. Voves ist damit seit 60 Jahren der erste sozialdemokratische Landeshauptmann der Steiermark. [38]
- München/Deutschland: Beim Unternehmen Infineon setzen die Beschäftigten mit einem Streik weiterhin ihren Arbeitskampf für eine Verbesserung der sozialen Absicherung fort. (WDR)
- Neuwied/Deutschland: In einem Weiher in Rheinland-Pfalz fand man am Montag 22 tote Graugänse und Schwäne, die nach einer ersten Untersuchung an Rattengift gestorben waren. Später dementierten die Wissenschafter, dass sie am gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 gestorben seien. Allerdings waren zwei der Zugvögel an einem gewöhnlichen Grippevirus erkrankt. (ZDF, CNN)
- Miami/Florida: Nach den Verwüstungen in Cancún und der Halbinsel Yucatán erreicht der Hurrikan Wilma nun auch Florida. Bisher wird von sieben Toten und zahlreichen Sachbeschädigungen berichtet: Häuser seien abgedeckt und viele Yachten in den Buchten durch die Wucht des Sturms zerstört worden. Die meisten Touristen und Anwohner auf dem Festland seien den Aufforderungen zur Evakuierung nachgekommen. Doch hätten auf den Florida Keys rund 80 % der Einheimischen die Aufforderungen ignoriert. Viele feierten demonstrativ „Hurrikanpartys“ oder verwendeten die großen Wellen zum Surfen. Dadurch seien viele vom Festland abgeschnitten worden. Fast 2,5 Millionen Haushalte sind weiterhin ohne Stromversorgung. Die Zahl der Hurrikan-Toten in Florida hat sich auf 10 erhöht. (AP)
(Österreichischer Nationalfeiertag)