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Objet trouvé
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Ein Objet trouvé (franz. für ‚gefundener Gegenstand‘) ist ein Kunstwerk, bzw. Teil eines Kunstwerks, das aus vorgefundenen Alltagsgegenständen oder Abfällen hergestellt wird. Readymades werden sie genannt, wenn der Künstler am vorgefundenen Objekt keine oder kaum Eingriffe vornimmt.
Entstanden ist das Objet trouvé im Umkreis des Dadaismus als skulpturale Erweiterung der Collage (Kurt Schwitters, Merz-Bauten). Der Missbrauch und die zweckfreie Kombination von trivialen Gegenständen und Materialien in neuen Sinnzusammenhängen sowie die Erhebung zum Kunstwerk hatte spielerische, anarchische und provokante Züge.
Im Surrealismus bekam das Objet trouvé einen eher fetischartigen Charakter. Lautréamonts schon im 19. Jahrhundert formuliertes Bild „Schön wie die Begegnung einer Nähmaschine mit einem Regenschirm auf einem Operationstisch“ (gemeint war ein junger Mann) wurde nicht nur zum „Slogan“ des Surrealismus, sondern ist auch eine literarische Vorwegnahme des Objet trouvé in dieser surrealen Form. Bekanntestes Beispiel des surrealistischen Objet trouvé dürfte Meret Oppenheims „Das Frühstück im Pelz“ (1936) sein, eine Tasse samt Untertasse und Löffel, alle mit Pelz bezogen.
In dieser Tradition steht auch Picassos Stierschädel (1943), der Bronzeabguss eines Fahrradsattels als Schädel mit einem Rennlenker für die Hörner.
Radikaler und früher als Dadaisten und Surrealisten verwirklichte der Franzose Marcel Duchamp das Konzept des Objet trouvé in seinen Ready-mades wie Fahrrad-Rad (1913), Flaschentrockner (1914) und Fontäne (1917). Während Fahrrad-Rad noch aus einer Kombination aus Rad, Fahrrad-Vordergabel und Holzhocker besteht, werden bei den beiden anderen ein industriell hergestelltes Drahtgestell zur Flaschentrocknung und ein Urinal kurzerhand auf einen Sockel gestellt und zur Kunst erklärt.
Objet trouvé und Ready-made haben bis heute großen Einfluss behalten – der „gefundene Gegenstand“ ist bei Pop-Art, Land-Art u. a. ein wesentliches Element.
Quer zu den Stilrichtungen hat sich für Kunstwerke, die vor allem aus vorgefundenen Materialien bestehen, der Begriff Objektkunst etabliert.
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