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Mona Lisa

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem Bild „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci. Für andere Bedeutungen siehe Mona Lisa (Begriffsklärung).
Bild:Mona Lisa.jpg
Mona Lisa
Leonardo da Vinci, 1503-1505
Öl auf Pappelholz, 76,8 × 53 cm
Louvre
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Die Mona Lisa (it.: La Gioconda; frz.: La Joconde) ist ein weltberühmtes Ölgemälde von Leonardo da Vinci auf dünnem Pappelholz.

Das Bild ist 76,8 × 53 cm groß und entstand wahrscheinlich vom Frühjahr 1503 bis zum Sommer 1505; andere Forschungsergebnisse[1] gehen von einem Entstehungszeitraum zwischen 1502-1503 aus. Ob das Bild an beiden Seiten beschnitten wurde (vgl. die links und rechts gemalten Säulen) ist umstritten: Die Tafel ist sehr dünn und weist rundum einen vollständigen Malrand auf, was der Behauptung widerspricht.[2]

Das Gemälde hängt heute im Louvre in Paris.

Inhaltsverzeichnis

Identifizierung des Modells

Die traditionelle Identifizierung des unsignierten und nicht datierten Porträts als das der Lisa del Giocondo geht auf Giorgio Vasari zurück, einen bedeutenden Biografen der neuzeitlichen Kunstgeschichte aus dem 16. Jahrhundert. Dieser hielt fest, dass Leonardo nach seiner Rückkehr nach Florenz, also in den Jahren zwischen 1500 und 1506, ein Porträt der Lisa del Giocondo, der dritten Gemahlin des Florentiner Kaufmanns und Seidenhändlers Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo, gemalt habe. Ferner stellte der Biograf fest, dass Leonardo das Porträt selbst nach vier Jahren immer noch nicht vollendet hatte. Leonardo hatte das noch unfertige Bild auch nicht an seinen Auftraggeber Francesco del Giocondo übergeben, sondern bei sich behalten.

Da nur Vasari den Namen Mona Lisa (Mona oder Monna, Abk. für it. Madonna = „Frau“) erwähnt, haben zahlreiche Historiker dessen Richtigkeit angezweifelt und nach anderen Fährten gesucht. So wird zum Beispiel behauptet, es könnte sich um die Favoritin von Giuliano I. de Medici handeln, eine gewisse Pacificia Brandano oder um eine der Mätressen von Charles d'Amboise, oder auch um Isabella d'Este, die Marquise von Mantua. Einige Forscher nehmen an, dass es überhaupt kein Modell gegeben, sondern Leonardo eine ideale Frau gemalt habe. Mancher merkt auch an, dass die Mona Lisa dem Selbstportrait ihres Schöpfers ähnlich sieht, er sich also selbst gemalt hat. Viel wahrscheinlicher wäre in diesem Zusammenhang allerdings, dass Leonardo seine Mutter porträtiert hat.

Eine weitere sehr verbreitete Theorie besagt, dass es sich bei der Frau auf dem Bild um die Herzogin Isabella von Aragonien handelt. Sie war die Enkelin des Königs von Neapel und Witwe des Herzogs von Mailand. Beide (Leonardo und Isabella) lebten gegen Ende des 15. Jahrhunderts am Hofe von Mailand.

Eine weniger verbreitete Identifizierung steht vor dem Hintergrund der mutmaßlich homosexuellen Orientierung Leonardos. Bereits 1476 wurde ihm vorgeworfen, sich an dem 17jährigen Jacopo Saltarelli vergangen zu haben, was jedoch nicht eindeutig geklärt worden ist. Leonardo soll 1490 derartig Gefallen an dem 10jährigen männlichen Nacktmodell Gian Giacomo de Caprotti alias Andrea Salaino Florentine (1480 - 1524) gefunden haben, dass er diesen adoptiert und insgesamt 20 Jahre bis zu seinem Tod 1519 mit ihm zusammengelebt hat (Krämer, Walter, und Schmidt, Michael. Lexikon der Populären Listen: Gott und die Welt in Daten, Fakten und Zahlen. Zürich - München, 1999, S. 17. Provenzano, Jim, Romantic Notions: Leonardo da Vinci and Salai.) Wegen der Gewohnheiten Caprottis, zu lügen und zu stehlen, änderte Leonardo seinen Spitznamen von "Salaino" auf "il Salai" (= die Ausgeburt/Brut des Teufels) oder auf Französisch "mon Salai" (http://www.ovimagazine.com/art/1046). Selbst wenn Giorgio Vasari mit seinem Begriff "Mona Lisa" eine Buchstabenumstellung für "mon Salai" gewählt hat, um indirekt die auf dem Bild dargestellte Person mit Caprotti zu identifizieren, so bleibt doch festzuhalten, dass dieses nur die Ansicht Vasaris wiedergeben würde, der Leonardo nicht persönlich kennengelernt hat.

Derzeit geht man davon aus, dass die „Mona Lisa“ im Frühjahr 1503 von Francesco del Giocondo anlässlich des Kaufs eines neuen Hauses und der komplikationslosen Geburt eines Kindes in Auftrag gegeben wurde. Lisa del Giocondo wurde 1479 als Tochter von Antonio Maria di Noldo Gheradini geboren und heiratete Francesco am 5. März 1495.

Aufbewahrungsorte

Leonardo verkaufte das Bild kurz vor seinem Tod an König Franz I., der es im Schloss Amboise aufbewahrte. In der folgenden Zeit kam das Gemälde nach Fontainebleau, Paris und schließlich nach Versailles in die Sammlung von Ludwig XIV. Nach der französischen Revolution bekam das Bild eine neue Heimat im Louvre. Napoleon nahm es von dort mit und hängte es in sein Schlafzimmer. Nach der Verbannung Napoleons kam die Mona Lisa zurück in den Louvre.

Andrang vor der Mona Lisa im Louvre in Paris
Andrang vor der Mona Lisa im Louvre in Paris

Am 21. August 1911 wurde das Bild von dem italienischen Anstreicher Vincenzo Peruggia aus dem Louvre gestohlen. Er wollte Mona Lisa „heim“ nach Italien bringen. Erst zwei Jahre später, am 12. Dezember 1913, tauchte das Bild in Florenz wieder auf. Weil er keinerlei verbrecherische Absichten bei seiner Tat hatte, wurde Peruggia zu einer Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt.

In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Mona Lisa noch in New York, Tokio und Moskau ausgestellt. Heute befindet sie sich hinter Panzerglas im Louvre in Paris.

Maltechnik, Besonderheiten und Rezeption

Maltechnik. Wie in vielen Bildern Leonardos, so wandte Leonardo auch in diesem Bild die von ihm perfektionierte Sfumato-Technik sowohl beim Hintergrund als auch bei Gesichtsdetails an. Durch Sfumato, was aus dem Italienischen übersetzt „neblig“ oder „verschwommen“ bedeutet, wirkt der Hintergrund wie hinter einem Dunst oder Rauchschleier wiedergegeben. Im Antlitz wird diese Technik in den sehr weichen, fast verschwimmenden Hell-Dunkel-Übergängen an den Rundungen des Kopfes, an den Augenwinkeln und dem rechten Mundwinkel (aus der Sicht des Betrachters) deutlich.

Besonderheiten. Eine besondere Wirkung bekommt das Bild durch einen Trick Leonardos. Er malte das Bild mit zwei verschiedenen Fluchtpunkten (Perspektiven) - einen für den Hintergrund und einen für die Figur. Dem Betrachter fällt das nicht sofort auf; er hat nur das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmt.

Revolutionär war seinerzeit die Anwendung des Silberblicks, also den nicht exakt gleich gemalten Augen, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln, die Person auf dem Bild würde ihn direkt anblicken (und zwar unabhängig davon, ob man direkt vor dem Bild steht, oder etwas seitlich).

Beim Abdecken jeweils einer Gesichtshälfte ist festzustellen, dass die linke Seite die passive ist (kein Lächeln, kaum Schatten, schwammiger Hintergrund), die rechte Gesichtshälfte somit die aktive ist (Lächeln, Schatten, aktiver Blick, klarer Hintergrund mit Mensch, Brücke und Haus).

Befremdlich ist für den heutigen Betrachter auch, dass Mona Lisa keine Augenbrauen hat. Es entsprach aber dem damaligen Schönheitsideal, wenn Frauen sich die Augenbrauen rasierten.

Das Lächeln. Das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa irritiert viele Menschen. Während einige Untersuchungen auf eine Spinale Muskelatrophie als mögliche Ursache hinweisen, stellt Borkowski 1992 fest, dass zuweilen einige Menschen ähnlich lächeln, die ihre Schneidezähne verloren haben.[3]

Im September 2006 haben französische und kanadische Kunstwissenschaftler einen möglichen weiteren Grund für das Lächeln der Mona Lisa gefunden. Mit Hilfe spezieller Infrarot- und 3D-Technologien durchleuchteten sie die Farbschichten. Dabei fiel den Forschern auf, dass das Kleid der Mona Lisa von einem dünnen, transparenten Schleier umhüllt ist, der mit bloßem Auge nicht zu erkennen war. Bruno Mottin vom französischen Zentrum für Forschung und Restauration hat diese Information auf einer Pressekonferenz im kanadischen Ottawa bekannt gegeben. Gemäß seiner Erklärung ist diese Art von Schleier typisch für jene Frauen, die im frühen 16. Jahrhundert in Italien schwanger waren oder gerade erst ein Kind zur Welt gebracht hatten.[4]

Medizinische Aspekte. Auch der belgische Medizinprofessor Jan Dequeker, der es sich zum Hobby gemacht hat, auf Bildern Anzeichen von Krankheiten zu finden, untersuchte das Gemälde. Er erkannte einen gelben Fleck in ihrem linken Augenwinkel als Xanthelasma, eine Anhäufung von Cholesterin unter der Haut, sowie eine Schwellung der rechten Hand als subkutanes Lipom und diagnostizierte Hyperlipidämie, eine erbliche Krankheit, die ein ernster Risikofaktor für eine Herzkrankheit ist und zu einem frühen Tod führt. [5] Da Hyperlipidämie vererbt wird und andere Familienmitglieder deutlich länger lebten als Mona Lisa, gehen andere Quellen davon aus, dass anstelle von Hyperlipidämie eher Hypercholesterinämie in Frage kommt, da dies mit einer normalen Lebensdauer vereinbar ist. [3]

Rezeption. Das Gemälde ist eine der Ikonen des 20. Jahrhunderts: Zahlreiche Künstler haben Verfremdungen und Überarbeitungen des Originals kreiert, unter anderem Andy Warhol („Thirty Are Better Than One“), Tim Matthiesen („Mona Lisa as Paul Shaun the Gitarrist“ - humoristische Darstellung der männlichen Seite der Mona Lisa. Er hält eine Gitarre in der rechten Hand), Marcel Duchamp („L.H.O.O.Q.“), Philippe Halsman („Dali as Mona Lisa“), Fernand Léger („Gioconda with keys“), Paul Wunderlich („In tears“), Tom Wesselmann („Great American Nude No. 31“), Joseph Beuys, Robert Rauschenberg und Jasper Johns. Auch die Urenkelin von Henri Matisse, Sophie Matisse, beschäftigte sich mit der Mona Lisa. Sie schuf ein Gemälde, das nur den Hintergrund des da-Vinci-Gemäldes zeigt („The Monna Lisa (Be Back in 5 Minutes)“).

Anschläge und Diebstähle

  • Am 21. August 1911 wurde das Bild bei Renovierungsarbeiten durch den Italiener Vincenzo Peruggia entwendet, der das Bild „zurück nach Hause“ bringen sollte. 1913 fand die Polizei es in Florenz wieder.
  • 1956 wurde die untere Hälfte des Bildes durch ein Säureattentat schwer beschädigt. Im gleichen Jahr, am 30. Dezember 1956, warf ein Mann einen Stein auf die Mona Lisa.

Quellen

  1. Frank Zöllner: Leonardo da Vinci, Mona Lisa: das Porträt der Lisa del Giocondo, Legende und Geschichte. Fischer, Frankfurt am Main 1994. ISBN 3-596-11344-X
  2. Hours, 1954
  3. . a b Paul Przybylowicz, Lisa Sweet: Art and Disease Lecture. Vorlesungsskript, Evergreen State College
  4. 20 Minuten: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/27382145 Mona Lisa war schwanger
  5. „Mona Lisa war krank“ - Mediziner untersucht Gemälde. Handelsblatt vom 11. Oktober 2006

Literatur

  • Maike Vogt-Lüerssen: Wer ist Mona Lisa?; Norderstedt 2003; ISBN 3-8330-0647-1
  • Jean-Pierre Mohan/Michel Menu/Bruno Mottin (Hrsg.): Im Herzen der Mona Lisa - Dekodierung eines Meisterwerks, (Eine wissenschaftliche Expedition in die Werkstatt des Leonardo da Vinci in Zusammenarbeit mit dem Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France), Verlag Schirmer/Mosel, München 2006, ISBN 3-8296-0233-2
  • Donald Sassoon: Mona Lisa: the history of the world's most famous painting. Harper Collins, London 2001. ISBN 0-00-710614-9
  • Frank Zöllner: Leonardos Mona Lisa. Vom Porträt zur Ikone der Freien Welt (Wagenbachs Taschenbuch Band 552). Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2006, ISBN-13: 978-3-8031-2552-1, ISBN-10: 3-8031-2552-9.

Weblinks

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war:Mona Lisa

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