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Morąg
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| Morąg | |||
| |||
| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Staat: | Polen | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | ||
| Landkreis: | Ostróda | ||
| Fläche: | 6,11 km² | ||
| Geographische Lage: | Koordinaten: 53° 55' N, 19° 56' O53° 55' N, 19° 56' O | ||
| Einwohner: | 14.523 (30. Juni 2005) | ||
| Postleitzahl: | 14-300 und 14-301 | ||
| Telefonvorwahl: | (+48) 89 | ||
| Gemeinde | |||
| Gemeindeart: | Stadt- und Landgemeinde | ||
| Fläche: | 310,55 km² | ||
| Einwohner: | 24.926 (30. Juni 2005) | ||
| Verwaltung (Stand: 2007) | |||
| Bürgermeister: | Tadeusz Sobierajski | ||
| Adresse: | ul. 11 Listopada 9 14-300 Morąg | ||
| Webpräsenz: | www.morag.pl | ||
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Morąg [ˈmɔrɔŋk] (deutsch: Mohrungen) ist eine polnische Kleinstadt im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Die Stadt liegt am Ostrand der Eylauer Seenplatte auf halben Wege zwischen Elblag (Elbing) und Olsztyn (Allenstein). Im Ort kreuzen sich zwei untergeordnete Landstraßen, von denen eine nach 13 Kilometern zur Europastraße 77 Danzig - Warschau führt. Morag ist Bahnstation an der Strecke Elblag - Olsztyn, außerdem beginnt hier die Nebenstrecke nach Ostróda (Osterode). Das hügelige Umland mit Höhenunterschieden bis zu 93 Metern ist durch landwirtschaftliche Flächen, Waldgebiete und Seen geprägt. Unmittelbar vor den Toren der Stadt liegt der See Skiertag (Schertingsee). Nur wenige Kilometer östlich der Stadt befindet sich der touristisch vielfältig genutzte 1249 Hektar große Nariesee.
Geschichte
Der Deutsche Ritterorden errichtete vermutlich im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts eine von drei Seiten durch Wasser geschützte Burg an. Sie war aus Holz errichtet lag auf einer Halbinsel des Schertingsees. Den Ordensrittern folgten Bauerntrecks, von denen sich eine aus dem Südharz stammende Gruppe in der Nähe der Ordensburg niederließ. Die Entstehung des deutschsprachigen Ortsnamens Mohrungen ist umstritten, er kann sowohl vom Namen des nahegelegenen Maurinsees als auch vom gleichnamigen Südharzer Herkunftsort der ersten Siedler abgeleitet sein. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts hatte sich der Ort unter seinem Lokator Peter von Sumpf zu einer städtischen Siedlung entwickelt, und so erhielt Mohrungen zwischen 1320 und 1331 durch den Oberstspittler des Ritterordens, Hermann von Oettingen, durch die Handfeste das Stadtrecht verliehen. Als Jahr der Stadtgründung wird 1327 angesehen. Kurz nach der Schlacht von Tannenberg wurde die Stadt 1410 von Polen und Litauern erobert und blieb bis 1461 unter polnischer Herrschaft. 1440 trat Mohrungen dem Preußischen Bund bei, der sich gegen den Deutschen Orden wendete und zwischen 1454 und 1466 den so genannten Städtekrieg führte. Die Rückeroberung Mohrungens für den Ordensstaat gelang dem Elbinger Komtur Oberstspittler Heinrich Reuß von Plauen 1461. Er machte die Stadt zu seinem Amtssitz als Hochmeisterstatthalter. 1520 wurde Mohrungen während des Reiterkrieges (1519 - 1526) erneut von Polen erobert und gebrandschatzt.
Nach der durch die Reformation bedingten Säkularisierung des Ordensstaates erfolgten Gründung des Herzogtums Preußen 1525 wurde Mohrungen an den Burggrafen Peter zu Dohna verpfändet. Verwaltungsmäßig war Mohrungen jetzt dem Oberländischen Kreis zugeordnet und erhielt den Status eines Hauptamtes. Nach der Einlösung des Pfandes 1573 wurde die Stadt zum Leibgedinge der Herzogin von Preußen. Peter zu Dohna übernahm den Posten des herzoglichen Amtshauptmannes. 1595 ließ die Familie von Dohna ein stattliches Gebäude errichten, dass bis 1945 als „Schlösschen“ die Stadt prägte. Im schwedisch-polnischen Krieg wurde Mohrungen 1626 stark zerstört. Ebenfalls große Schäden richtete 1697 ein großer Stadtbrand an, dessen Auswirkungen erst während der Regierungszeit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. (1713 - 1740) beseitigt werden konnten. 1752 wurde der Oberländische Kreis aufgelöst und es entstand unter anderem der Landratskreis Mohrungen mit der gleichnamigen Stadt als Landratssitz. Während der preußisch-napoleonischen Auseinandersetzungen wohnte der französische Marschall Bernadotte 1807 im Dohnaschen Schloss.
Durch die preußische Verwaltungsreform von 1815 behielt Mohrungen zwar den Status einer Kreisstadt, doch war der neu geschaffene [[Landkreis Mohrungen|Kreis Mohrungen nun wesentlich kleiner. Die Zahl der Stadteinwohner war 1875 auf 3633 festgestellt worden. 1882 erhielt Mohrungen Anschluss an die Bahnlinie der Preußischen Staatsbahn Marienburg - Allenstein. Mit der 1902 fertiggestellten Strecke Wormditt - Osterode wurde Mohrungen zum einem Eisenbahnknotenpunkt. 1904 wurde ein Gaswerk in Dienst gestellt, 1907 wurden neue Trinkwasserleitungen verlegt und 1923 die Stromversorgung begonnen. Neben einem Sägewerk hatte sich jedoch keine weitere Industrie angesiedelt. 1939 hatte sich die Einwohnerzahl auf 8376 erhöht. Nachdem die Rote Armee im Januar 1945 ihre Offensive gegen Ostpreußen gestartet hatte und rasch vorrückte, wurde am 22. Januar 1945 die Evakuierung des Landkreises Mohrungen angeordnet. Wenige Tage später wurde die Stadt Mohrungen von der Rote Armee eingenommen. 26 Diakonissen des Krankenhauses hatten sich der Evakuierung widersetzt und begangen nach der Einnahme der Stadt Selbstmord. Nach dem Ende der Kriegshandlungen zerstörten Brände 1945 die Stadt zu 45%. Beispielsweise blieben vom mehrfach erneuerten Rathaus nur die Außenmauern übrig. Die wichtigsten Baudenkmäler wurden in der Folgezeit wieder aufgebaut.
Einwohnerentwicklung
Söhne und Töcher der Stadt
- Abraham Calov (1612-1686), Theologe
- Johann Gottfried von Herder (1744-1803), Dichter, Philosoph, Übersetzer und Theologe der Weimarer Klassik
- Johann Gottlieb Willamov (*1736), Schriftsteller
- Gerhard Bondzin (*1930), Maler
Städtepartnerschaften
Morąg hat eine Städtepartnerschaft mit Gießen.
Sehenswürdigkeiten
- Von der ehemaligen Burg des Deutschen Ordens sind nur noch wenige Überbleibsel erhalten und zum Teil sehr stark verändert.
- Das im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörte sogenannte Schlösschen wurde bis 1986 wiederhergestellt.
- Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul geht im Kern bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück.
- Das kriegsbeschädigte gotische Rathaus wurde in historischer Gestalt in den Jahren 1947–1954 wiederaufgebaut.
- Von der Stadtbefestigung sind Reste erhalten.
Quellen
- Ostpreußen, Georg Hermanowski, Bechtermünz Verlag, ISBN 3-8604-186-4
- Ost- und Westpreußen, Dr. Erich Weise, Alfred Körner Verlag, ISBN 3-520-31701-X
- Dehio-Handbuch Ost- und Westpreußen, bearb. von Michael Antoni, München 1993, 418–423.
- Polen, Verlag Karl Baedeker, ISBN 3-8297-1096-8
- Polen - Der Norden, Izabella Gawin, DuMont Reiseverlag, ISBN 3-7701-4745-6
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt
- Mohrungen. Artikel in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1888 ff., Bd. 11, S. 714 f.
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