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Mittelozeanischer Rücken
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Mittelozeanische Rücken (engl: mid ocean ridges) bilden ein Netz von langen, so genannten untermeerischen, die Erde nicht ganz nahtlos umspannenden und sehr hoch aufragenden Gebirgszügen bzw. die etwas oder einiges niedrigeren Schwellen am Grund der Meere und Ozeane.
Innerhalb des Atlantiks befindet sich das weltweit größte diesbezügliche Gebirge - der Mittelatlantische Rücken. Auf der ganzen Welt entstehen auf diese Weise jährlich ca. 2 Quadratkilometer neue Erdkruste (Meeresboden).
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Entwicklungsprozess
Diese Rücken befinden sich an jenen Stellen, wo die ozeanische Erdkruste aufbricht und sich voneinander wegbewegt. Dieser plattentektonischer Vorgang nennt sich Ozeanbodenspreizung (engl.: seafloor spreading). Als Folge davon bildet sich in der festen Erdkruste ein kissenförmiger Bereich aus, in dem einige Prozent flüssiges Gestein zu finden ist. Je schneller sich die Lithosphärenplatten bewegen, desto breiter ist der Bereich. Von dort aus steigt das Magma auf und schlägt sich als fester Basalt an den Rändern der ozeanischen Kruste ab. Die dabei entstehenden Basalte werden dementsprechend als mid ocean ridge basalt (MORB) bezeichnet.
Einige Kilometer tief dringt Seewasser in die Erdkruste ein und es kommt zur Hydrothermalen Zirkulation, wobei das Wasser auf 400 °C bis 500 °C erhitzt wird und Minerale aus der ozeanischen Kruste löst. Auf dem Weg zurück kühlt das Wasser ab und die Minerale werden abgeschieden, wodurch hydrothermale Lagerstätten entstehen. Des Weiteren kann der Rücken auch die Wasseroberfläche durchstoßen, so sind beispielsweise Island, die Azoren und die Insel St. Helena im Atlantik entstanden.
Eigenschaften
Mittelozeanische Rücken zeigen spezifische Eigenschaften, die für die Spreizungsrate typisch sind. Deshalb unterscheidet man sie in Rücken mit einer hohen (100-200 mm pro Jahr), mittleren (50-100 mm pro Jahr) und niedrigen (<50 mm pro Jahr) Spreizungsrate.
Transform-Störungen
Ein Mittelozeanischer Rücken wird von aktiven Transform-Störungen in eine Vielzahl von gegeneinander verschobenen Segmente mit jeweils einheitlicher Spreizungsrate unterteilt. Somit findet sich dort quer zu einer divergierenden Plattengrenze, der Ort des Rückens, eine konservative Plattengrenze. Ausgehend von kleinen Transform-Störungen können diese in Extremfällen sogar über hundert Kilometer lang werden. Im Pazifik kommt es zusätzlich zur Erscheinung der „overlapping spreading zones“, also von Rückensegmenten, die parallel zueinander versetzt sind und sich teilweise überschneiden.
Die Häufigkeit von Transform-Störungen ist abhängig von der Spreizungsrate des Rückens: bei einer niedrigen Rate erhöht sich ihre Zahl. So liegen diese zum Beispiel im Atlantik nur etwa 50 Kilometer auseinander, während sie im Pazifik einen Abstand von mehreren hundert Kilometern aufweisen.
Topographie
Die Topographie Mittelozeanischer Rücken unterscheidet sich je nach Spreizungsrate. Bei einer hohen Rate sind sie flach und eher gleichmäßig geformt. Bei einer niedrigeren Rate sind die Rücken steil aufragend, zerklüftet und längs des Rückens verläuft ein bis zu einigen Kilometern tiefer Grabenbruch. Auf dem Mittelatlantischen Rücken wurden auf einem 800 km langem Teilstück hunderte von sehr kleinen, häufig nur etwa 60 m hohe Seamounts[1] beobachtet.
Natur
Die hydrothermalen Tiefseequellen bilden sogenannte Black Smoker, die ein eigenes Biotop mit vielen, meist nur in dieser Umgebung lebenden Arten bilden. In der heißen, lichtlosen Umgebung ist Schwefelwasserstoff die Grundlage des Lebens und nicht wie gewöhnlich die Sonne.
Forschung
Mit Messverfahren wie der Seismik und der Geomagnetik kann ein Rücken bis in große Tiefen untersucht werden.
So wurde am Ostpazifischen Rücken 1995 das sogenannte MELT Experiment (Mantle Electromagnetic and Tomography Experiment) begonnen, welches den Rücken zwischen der Pazifischen Platte und der Nazca-Platte untersuchte. Dabei wurde ein mehrere hundert Kilometer, asymmetrischer Bereich mit teilweise flüssigem Gestein in einer Tiefe von bis zu 200 km gefunden. Unterhalb der Pazifischen Platte, die eine mehr als doppelt so hohe Geschwindigkeit gegenüber der Nazca-Platte hat, lag der größere Bereich mit einer Breite von 250 km gegenüber nur 100 km unterhalb der östlichen Platte. Von der Geschwindigkeit mit der die Platten sich auseinander bewegen, 14,5 cm pro Jahr, entfiel 10,1 cm pro Jahr auf die Pazifische- und 4,5 cm pro Jahr auf die Nazca-Platte [2] [3].
Quellen
- ↑ volcano.und.edu: Slow Mid-Atlantic Ridge
- ↑ www.whoi.edu: Ergebnisse des MELT Experiments
- ↑ www.whoi.edu: The Big MELT
Siehe auch
- Auflistung von Rücken und Schwellen
- Kontinentaldrift.
Weblinks
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