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Mississippi River
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Der Mississippi [ˌmɪsɪˈsɪpɪ] ist ein 3.778 Kilometer langer Strom in den Vereinigten Staaten. Er entspringt dem Itascasee im nördlichen Minnesota und vereinigt sich mit dem Missouri und dem Meramac bei St. Louis sowie mit dem Ohio in Illinois. Bis auf das Gebiet um die Großen Seen entwässert der Fluss das gesamte Gebiet zwischen den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten.
Der Mississippi fließt durch zehn US-Staaten: Minnesota, Wisconsin, Iowa, Illinois, Missouri, Kentucky, Arkansas, Tennessee, Mississippi und Louisiana. Danach mündet er im Mississippidelta rund 160 Kilometer südlich von New Orleans in den Golf von Mexiko. Sein Delta bildet eine der größten Mündungsgebiete der USA.
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Quelle
Im Gegensatz zu den meisten großen Flüssen besitzt der Mississippi keine großen Quellflüsse. Er entspringt dem Itascasee als ein fünf Meter breiter Bach. Der See liegt etwa bei 47° 15' nördlicher Breite und 95° 12' westlicher Länge, etwa 450 m ü. NN. Da ein Quellsee eigentlich keine Quelle sein kann, weil er selber wiederum auf Zuflüsse angewiesen ist, sehen viele Menschen in der Quelle eines kleinen Baches, der in den Itascasee mündet, die Mississippiquelle. Diese Quelle liegt in 512 Meter Höhe.[1]
Etymologie
Der Name Mississippi stammt vermutlich aus der Sprache der Algonkin-Indianer. Er setzt sich zusammen aus den Wörtern messe für groß und sepe für Wasser. Die häufig anzutreffende Übersetzung „Vater der Gewässer“ ist eher eine poetische als eine wortgetreue Übersetzung.[2] Eine andere mögliche Herkunft wäre aus der Sprache der Anishinabe Messipi für „großer Fluss“.
Vom Wort Mississippi leiten sich wiederum viele Begriffe aus allen möglichen Bereichen ab, wie zum Beispiel der Bundesstaat Mississippi, der Mississippi-Alligator oder der Mississippi Delta Blues.
Nebenflüsse
Linke Nebenflüsse:
- St. Croix
- Black River
- Chippewa River
- Rock River
- Wisconsin River
- Illinois River
- Kaskaskia River
- Ohio River
- Hatschie River
- Yazoo River
- Big Black River
Rechte Nebenflüsse:
- Minnesota River
- Root River
- Turkey River
- Iowa
- Skunk River
- Salt River
- Missouri
- St. Francis River
- White River
- Arkansas River
- Red River
Das Delta
Das Mississippi-Delta als Ästuar ist mit 28.600 km² eines der weltweit größten Deltas. Es hat fünf Hauptarme. Gelegentlich werden angrenzende Teile der Bundesstaaten Louisiana, Arkansas und Tennessee mit zum Delta gerechnet.
Die Menge an angelieferter Flussfracht beträgt im Mississippi-Delta täglich 1 bis 1,5 Millionen Tonnen an Sediment. Das durch regelmäßige Überschwemmungen geschaffene flache Schwemmland ist äußerst fruchtbar. Durch die Zufuhr an nährstoffreichen Frischwassermassen und dem, im Wechsel der Gezeiten, einströmenden salzigen Ozeanwasser ergeben sich hohe Raten der Primärproduktion (Algen, Phytoplankton) und eine steigende Anreicherung an organischem Bodenmaterial. Die hohe Artenvielfalt in den Gewässern begünstigt die Fischerei. Sie erbringt eine Milliarde Kilogramm Fisch pro Jahr und ist damit die höchste in den USA. Hauptanbaufrüchte der Landwirtschaft sind Reis, Baumwolle, Zuckerrohr und Sojabohnen. Die zwei Hauptprobleme im Gebiet des Mississippi-Deltas sind der Verlust an Feuchtgebieten durch den Anstieg des Meeresspiegels und die Eutrophierung.
Die kulturell sehr vielfältige Region Mississippi-Delta liegt allerdings weiter stromauf und brachte verschiedene Musikrichtungen wie den Delta Blues hervor.
Große Städte am Flusslauf
- Minneapolis (Minnesota)
- St. Paul (Minnesota)
- St. Louis (Missouri)
- Davenport (Iowa)
- Memphis (Tennessee)
- Baton Rouge (Louisiana)
- New Orleans (Louisiana)
Entdeckung und historische Bedeutung
Von 700 bis um 1600 erstreckte sich am Mississippi die Mississippi-Hochkultur.
Der spanische Entdecker Hernando de Soto war am 8. Mai 1541 der erste Europäer, der den Fluss entdeckte. Er nannte ihn Rio de Espiritu Santo. 1673 brachen Louis Joliet und Jacques Marquette zu einer großen Expedition auf dem Mississippi auf. Als erster Europäer erreichte René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle 1683 die Mündung des Flusses.
Der Fluss stellte lange Zeit eine Westgrenze des europäisch besiedelten Gebiets in den USA dar. Indianische Stämme wie die Cherokee wanderten über den Fluss nach Westen, das Land westlich des Mississippi war für unbestimmte Zeit als Reservatsland vorgesehen.
Gleichzeitig war er der wichtigste Verkehrsweg des Landes. Er hatte sowohl eine kommerzielle als auch (während des amerikanischen Bürgerkriegs) eine militärische Bedeutung.
Ab 1812 fuhr der erste Schaufelraddampfer, Robert Fultons New Orleans im Linienverkehr zwischen New Orleans und Natchez. Bis 1817 waren es bereits 17 dampfgetriebene Fahrzeuge auf dem Fluss geworden, Ende 1818 bereits 31; 1820 waren es 69 Schiffe, bis 1836 war die Zahl auf 381 gestiegen und bis 1850 auf 740 Dampfschiffe. Die meisten Schiffe verkehrten zwischen New Orleans und Louisville, andere auch zwischen New Orleans und Natchez. Kleinere Boote fuhren auch den Yazoo River hinauf, um dort direkt die Baumwolle abzuholen. Vor allem transportierte diese Schiffe Baumwolle in den Hafen von New Orleans von wo aus sie nach Europa verschifft wurde.
Eine erste Konkurrenz für die Schiffe brachte die Eisenbahn. Die erste Strecke, die Vicksburg-Jackson-Railroad nahm 1838 ihren Betrieb auf.
Viele Forschungsreisende machten sich auf die Suche nach der Quelle des Mississippis, wie etwa Zebulon Pike, der im Dezember 1805 auf Expedition ging. Er vermutete fälschlicherweise im Lake Leech die Quelle. Erst 1832 gelang Henry Rowe Schoolcraft und Allen die Entdeckung des Itascasees als Quellsee des Stromes.
Besonders die Geschichten Mark Twains über den Fluss gingen in die Weltliteratur ein.
Wirtschaft und Ökologie heute
Entlang des Flusses liegen die größten Landwirtschaftszonen der USA, die Hälfte aller US-Farmen sind im Mississippi River Basin von Illinois angesiedelt. Der Düngereintrag der konventionellen Landwirtschaft erzeugt erhebliche Schadstoffrachten die zu Eutrophierung und Hypoxie im Mississippidelta führen. Wegen der Auswirkungen wird das betroffene Wassergebiet im Golf von Mexico als Dead Zone bezeichnet. Im Oktober 2002 wurden Wasserqualitätsstandards für den gesamten Fluss eingeführt, die durch die EPA überwacht werden.
Quellennachweise
Siehe auch
Weblinks
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