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Mindaugas II. (Litauen)

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Bild:Wilhelmurach.jpg
Mindaugas II.

Mindaugas II. (* 30. Mai 1864 in Monaco; † 24. März 1928 in Rapallo, Italien) war für knapp vier Monate nominell König von Litauen, trat dieses Amt jedoch nie wirklich an.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren als Wilhelm Karl Florestan Gero Crescentius, 2. Herzog von Urach, Graf von Württemberg (auch kurz Wilhelm II. von Urach), war er der älteste Sohn von Wilhelm, Herzog von Urach, Graf von Württemberg, und dessen zweiter Frau, der monegassischen Prinzessin Florestine von Monaco, einer Tochter Florestans von Monaco.

In Stuttgart und auf Schloss Lichtenstein aufgewachsen, machte er das Abitur am Karlsgymnasium in Stuttgart. Anschließend schlug er eine militärische Laufbahn ein. Er bekleidetete während des Ersten Weltkriegs den Rang eines kommandierenden Generals der Kavallerie und stand dem 64. (württembergischen) Korps vor.

Wilhelm wurde mehrfach als Anwärter für einen vakanten Thron in Betracht gezogen, so zum Beispiel für den Monacos oder 1913 für den Thron des neuen Königreichs Albanien. Weitere Bewerbungen folgten als Monarch eines angedachten Großherzogtums Elsass-Lothringen und während des Ersten Weltkriegs als König von Polen.

Als Chef einer Nebenlinie des Hauses Württemberg hegte er zudem vage Hoffnungen, nach dem Ableben des Königs Wilhelm II. dessen Nachfolge antreten zu können. Doch diese wurden zunichte gemacht, als der König den Herzog Albrecht aus der Nebenlinie Württemberg-Altshausen zum Thronfolger bestimmte.

Im Jahr 1918 hatte er mit seinen Thronambitionen dann doch noch Erfolg und wurde am 11. Juli 1918 vom Litauischen Landesrat, der Taryba, zum König von Litauen gewählt. Deutschland hatte Litauen 1915 besetzt und beabsichtigte, es zu einem zwar selbständigen, aber abhängigen Satelliten-Staat zu machen. Seine Zeit als litauischer Monarch dauerte jedoch nur wenige Monate, und Wilhelm II. übte sein Amt niemals aus, denn bereits am 2. November 1918 wurde in einer Sitzung der Taryba einstimmig beschlossen, die Berufung Wilhelms zum König von Litauen nicht zur Ausführung kommen zu lassen. Nach nur knapp vier Monaten war die Monarchie somit wieder beendet.

Das Ereignis der Wahl Wilhelms zum König von Litauen verarbeitete der Schriftsteller Arnold Zweig in seinem 1937 erschienenen Roman „Einsetzung eines Königs“.

Nach Ende des Krieges und seiner Pensionierung widmete sich Wilhelm II. Herzog von Urach wissenschaftlichen Tätigkeiten, und wurde 1922 an der Universität Tübingen mit einer Dissertation über die Stadtgeographie von Reutlingen zum Doktor der Philosophie promoviert.

Nach seinem Tode 1928 wurde er in der Schlosskirche in Ludwigsburg beigesetzt.

Familie

In erster Ehe heiratete er am 4. Juli 1892 in Tegernsee Amalia Maria, Herzogin in Bayern. Mit ihr hatte er neun Kinder:

  • Marie Gabriele (1893-1908)
  • Elisabeth (1894-1962), verheiratet mit Prinz Karl von Liechtenstein, einem Onkel Franz Josephs II. von Liechtenstein
  • Karola (1896-1980)
  • Wilhelm (1897-1957), verheiratet mit Elisabeth Theurer
  • Karl Gero (1899-1981), verheiratet mit Gabriele Gräfin von Waldburg zu Zeil und Trauchburg
  • Margarethe (1901-1975)
  • Albrecht (1903-1969), in erster Ehe verheiratet mit Rosemary Blackadder, in zweiter mit Ute Waldschmidt
  • Eberhard (1907-1969), verheiratet mit Iniga Prinzessin von Thurn and Taxis
  • Mechtild (1912-2001), verheiratet mit Friedrich Karl Prinz von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst

Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1912 heiratet er in zweiter Ehe am 26. November 1924 Wiltrud Marie Alix Prinzessin in Bayern, Tochter Ludwigs III. von Bayern. Diese Ehe blieb kinderlos.

Siehe auch

Weblinks

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