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Mikronation

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Freistadt Christiania (Kopenhagen)

Als Mikronationen werden einerseits Gebilde bezeichnet, welche nur den Anschein erwecken, ein eigenständiger souveräner Staat zu sein, aber eigentlich die Voraussetzungen nach Völkerrecht und der Allgemeinen Staatslehre nur teilweise oder gar nicht erfüllen. Von international anerkannten souveränen Staaten werden diese Mikronationen nicht als Staaten betrachtet und ihre Staatshandlungen, und damit auch alle ausgestellten Urkunden und Dokumente gelten als unwirksam. Andererseits werden Kleinstaaten teilweise auch Mikronationen genannt.

Die Bezeichnung Mikronation fasst alle Erscheinungsformen von Kleinstaaten, Scheinstaaten über Fantasiestaaten bis hin zu Cybernationen und Staatssimulationen unter einem gemeinsamen Oberbegriff zusammen. Der Begriff entstand zwar erst in den 1990er Jahren, als es in relativ kurzer Zeit zu besonders vielen solcher Gründungen kam, aber er hat sich inzwischen auch für ältere, teilweise schon im 19. Jahrhundert entstandene Gebilde durchgesetzt.


Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsformen

Territoriale Mikronationen

Meist findet sich eine kleine Gruppe von Menschen oder gar eine Einzelperson, die den Herrschaftsanspruch für einen neuen Staat erklärt. Das neue Gebilde beansprucht entweder ein völkerrechtlich unklares Gebiet oder behauptet die Unabhängigkeit durch Abspaltung Sezession aus einem bestehenden Staat. Charakteristisch für viele Mikronation-Projekte ist das Erklären von unbewohnten Inseln/Atollen anderer anerkannter Staaten zum eigenen Staatsgebiet. Der Besitz eines Territoriums soll die Legitimität des Anspruchs als Staat unterstreichen. Aus demselben Grund haben die meisten Mikronationen eine Flagge, Nationalhymne oder auch Ehrenzeichen und geben Pässe, Briefmarken und Münzen heraus.

Die bekanntesten Beispiele für territoriale Mikronationen sind die Hutt-River-Provinz (eine Farm in Westaustralien, die sich von Australien für unabhängig und zu einem freien Fürstentum erklärt hat), Sealand (eine ehemalige Seefestung vor der britischen Südost-Küste in der Nordsee) und die Conch Republic (Key West in Florida).

Virtuelle Mikronationen

Oft ist es schwierig, eine Mikronation von einem imaginären Land zu unterscheiden. Tatsächlich imaginäre virtuelle Nationen bezeichnen sich teilweise auch als Mikronationen, existieren jedoch nur im Internet als Website. Sie nehmen für sich allerdings keine staatlichen Rechte in Anspruch, sondern sind lediglich zumeist forenbasierte Rollenspiele oder Politik-Simulationen.

Die Mitglieder der virtuellen Mikronationen können dort beispielsweise virtuelle Bürgerrechte erwerben und simulieren dort ein komplettes Staatswesen inklusive der wirtschaftlichen Beziehungen (Wirtschaftssimulation). Es gibt demokratische und diktatorische Mikronationen.

Man schätzt, dass es derzeit alleine im deutschsprachigen Internet ungefähr 800 Mikronationen gibt. Diese unterhalten zum Teil auch diplomatische Beziehungen und sind auf virtuellen Weltkarten von Internet-Welt-Organisationen verzeichnet. Einige virtuelle Mikronationen betreiben auch die Erforschung des virtuellen Weltraums.

Liste von Mikronationen

Siehe auch

Literatur

  • J. Ryan, G. Dunford und S. Sellars: Micronations, Lonely Planet Publications, September 2006.
  • Micronations: Castles in the air., in: The Economist, December 24th 2005 - January 6th 2006, S. 56f.

Weblinks

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