Aus Fotonexus.
Michael Kress (* 1964 in München) ist ein deutscher Neo-Konzept-Künstler.
Leben
Werk
Kress greift in der Tradition der Konzept-Kunst auf deren bekannte Ordnungssysteme zurück,
wie Schrift, Namensgebung, Bildzeichen oder sprachlogische Attribute. Seine Motive
gewinnt er hingegen aus populären Kontexten, indem er aus einem isolierten Muster
reproduzierbare Varianten entwickelt, z. B. mit einer Rollschrift der Namen von Filmstars
(La Video) oder für Schönschriftlinien in Schulheften (Lineatur Nr.1 - Normerweiterung, 1991).
In der Beziehung einzelner Elemente zueinander ergibt sich eine Struktur, die durch
Wiederholung Normen entwickelt und Orientierung verspricht. Kress macht auf diese
Strukturen immer wieder aufmerksam und findet durch neue Zusammenstellungen
verblüffend einfache Bildlösungen, die Normen variieren ohne sie gänzlich aufzugeben,
was naiv wäre. Die Herausbildung von Identität und Ordnung, wie sie beispielsweise in
der oftmals krampfauslösenden Einübung des Schreibens immer und immer wiederholt wird,
stellt er buchstäblich auf den Kopf durch Rückwärtsschriften (Links-Rück-Schreibung, 1990)
oder die Umformung von Schönschriftlineaturen zu Zeichenzeilen (Normerweiterung).
Die pädagogische Nötigung zur Schönschrift mutiert bei Kress zur Variation des Zeilenmusters,
zu einem schönen, aber bedeutungslos verbleibenden Ornament. Regeln, die zur Norm erstarren
und abgelöst vom sinnvollen Zusammenhang oder Gebrauch der Dinge eine eigene befremdende
Existenz entwickeln, werden in Frage gestellt.
Ausstellungen (Auswahl)
- Stile der Stadt, Internationales Videoforum, Hamburg, 2006
- Galerie der Gegenwart, Hamburg, 2004
- halle_für_kunst e.V., Lüneburg, 2002
- VideoClub 99, Galerie der Gegenwart, Hamburg, 1999
- AVE-Videofestival /Anrnheim, Niederlande, 1995,
- "Scharfer Blick", Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 1995,
Auszeichnungen
- Deutscher Video Preis 1993 des ZKM,
- Marler Videopreis, Skulpturen Museum Glaskasten, Marl 1992