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Michael Curtiz

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Michael Curtiz (* 24. Dezember 1888 als Mihály bzw. Manó Kertész Kaminer in Budapest; † 11. April 1962 in Hollywood) war ein ungarisch-amerikanischer Filmregisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Unter seinem Geburtsnamen begann er nach einem Kunststudium an der Königlich Ungarischen Akademie der Künste 1912 eine Karriere als Schauspieler und Regisseur. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte er seine Arbeit in Wien beim österreichischen Produzenten Sascha Kolowrat-Krakowsky fort, darunter der Monumentalstummfilm Sodom und Gomorrha (1922). Er war Vorstandsmitglied des österreichischen Filmbunds, einer Interessenvertretung der österreichischen Filmschaffenden. Danach ging er nach Deutschland. Er arbeitete in den Folgejahre auch in Frankreich, Schweden und England.

1926 ging er mit einem Vertrag bei der Gesellschaft Warner Brothers in die Vereinigten Staaten. Freundschaftlich verbunden mit dem Co-Gründer Harry Warner, mit dem ihn die Liebe zum Polo und zur Pferdezucht verband, blieb er für die nächsten 26 Jahre bei Warners und wurde zum profiliertesten Regisseur des Studios. Seine über 100 Filme waren teilweise Routineproduktionen, doch in den meisten Werken konnte Curtiz seine technische Meisterschaft demonstrieren, auch aus abgedroschenen Drehbüchern noch interessante Szenen zu konstruieren. Besonders in den 1930er und 1940ern stieg Curtiz sozusagen zum Hausregisseur auf und war stilbildendend in vieler Hinsicht. Seine Filme mit Errol Flynn, angefangen mit Captain Blood, für dessen Hauptrolle zunächst Robert Donat vorgesehen war und insbesondere The Charge of the Light Brigade, der eine heroische Episode aus dem Krimkrieg schilderte, machten aus Flynn den größen männlichen Star des Studios. Actionfilme wie The Adventures of Robin Hood, der perfekt Technicolor und Massenszenen zu effektiven Szenen verband aus dem Jahr 1938 und The Sea Hawk aus dem Jahr 1940 waren Klassiker des Genres.

Curtiz verhalf einigen Schauspielern zu exzellenten Rollen. James Cagney gewann für Yankee Doodle Dandy 1942, einer Biographie der Broadway-Legende George M. Cohen, den Oscar, Joan Crawford bekam einen Oscar für ihr Comeback in Mildred Pierce, ein stilvoll inzeniertes Film-Noir Melodrama um eine aufopferungsbereite Mutter. Die Dreharbeiten waren anfangs stürmisch, da Curtiz unbedingt Barbara Stanwyck für die Rolle haben wollte, die bereits im Vorjahr in Double Indemnity bereits in der Verfilmung eines anderen Romans von James Cain aufgetreten war. Crawford, die kurz vorher von MGM zu Warner gewechselt war, wurde von Curtiz als Phoney Joan bezeichnet und avancierte wegen ihrer breiten Schultern zur Zielscheibe von Curtiz Spott. Als sich Crawford persönlich für die Besetzung von Shirley Temple als Veda, der amoralischen Tochter von Mildred einsetzte, blaffte sie Curtiz an:

And who will play Mildred's Lover? Mickey Rooney?

Am Ende kamen die beiden doch gut miteinander aus und Curtiz überbrachte Crawford persönlich ihren Oscar, da die Schauspielerin bewusst nicht zur Verleihung gegangen war und die Verleihung im eigenen Bett verfolgt hatte. Mildred Pierce wurde zu einem Klassiker des Film-Noir und der Kameramann Ernest Haller perfektionierte eine Ausleuchtung, die den starken Hell-Dunkel Kontrast betonte, der diesen Filmen ihren Namen gab. Die beiden drehten vier Jahre später noch Flamingo Road, ein stilvolles Drama um Liebe, Erpressung und Politik, das zum größten Kassenerfolg des Jahres 1949 wurde. John Garfield wurde von Curtiz entdeckt und durch Four Daughters 1938 zum Star. Ebenso war Michael Curtiz verantwortlich für den Aufstieg von Doris Day, die er 1948 durch Romance on the High Seas führte. Kay Francis spielte in Mandalay und Stolen Holiday zweimal unter der Regie von Curtiz und bot jedes Mal gute Darstellungen. Auch mit Bette Davis drehte er eine Reihe von erfolgreichen Filmen, obwohl er sie zunächst als no good, sexless son of a bitch bezeichnet hatte. Schließlich kamen die zwei doch noch auf der Arbeitsebene zueinander und drehten mit The Private Lives of Elizabeth and Essex einen intelligenten Film über Elizabeth I., der in prachtvollem Technicolor eine mehr oder weniger erfundene Liebesgeschichte der Monarchin schilderte. Seinen bekanntesten Film drehte er 1943: Casablanca, der auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und aus Ingrid Bergmann einen Star machte.

Nachdem Curtiz Anfang der 1950er das Studio verließ, nahmen seinen Filme rasch an Qualität ab und er beendete seine Karriere mit wenig erfolgreichen Werken.

Würdigung

Curtiz war in nahezu jedem Genre aktiv, drehte seine besten Filme jedoch stets, wenn er ein gutes Skript zur Verfügung hatte, das eine mitreißende Geschichte erzählte. Mitunter ist es schwer, eine eigene Handschrift zu erkennen, doch hatte er bei Warners weit mehr künstlerische Freiheiten als Kollegen bei anderen Studios, die häufig sehr auf Previews setzten und mitunter ganze Passagen neu drehen ließen.

Curtiz war ein ausgeprägter Despot, der auf seinen Sets mit eiserner Hand und Disziplin Regie führte. Sein endloser und meist vergeblicher Kampf gegen die englische Sprache kumulierten in vielen Anekdoten, die bekannteste ist sicher die, als er während der Dreharbeiten zu The Charge of the Light Brigade rief:

Bring on the empty Horses

Er meinte damit Pferde ohne Reiter.

Filmografie

Ungarn

  • Az Utolsó bohém (1912)
  • Der Wolf (1916)
  • Herr Doktor(1916)
  • Meister Zoárd (1917)
  • Der rote Samson (1917)
  • Die Tataren Invasion (1917)
  • Der Hexendoktor (1917)
  • Droschke 99 (1918) – mit Bela Lugosi
  • Die Damen mit den Sonnenblumen (1918)
  • Die lustige Witwe (1918)
  • Der Teufel (1918) – nach Ferenc Molnár
  • Lulu (1918) – mit Bela Lugosi
  • Judas (1918)
  • Alraune (1918)
  • Liliom (1919) – nach dem Stück von Ferenc Molnár (nicht beendete letzte Arbeit von Curtiz in Ungarn)

Deutschsprachig

  • Die Dame mit dem schwarzen Handschuh (1919)
  • Boccaccios Liebesnächte (1920)
  • Der Stern von Damaskus (1920)
  • Die Gottesgeisel (1920)
  • Miss Tutti Frutti (1921)
  • Herzogin Satanella (1921)
  • Labyrinth des Grauens (1921) – mit Max Devrient
  • Sodom und Gomorrha (1922) – mit Lucy Doraine und Walter Slezak
  • Die Lawine (1923)
  • Namenlos (1923)
  • Der junge Medardus (1923)
  • Harun al Raschid (1924)
  • Die Sklavenkönigin (1924)
  • Ein Spiel ums Leben (1924)
  • Das Spielzeug von Paris (1925) – mit Lili Damita und Hans Moser
  • Fiaker Nr. 13 (1926) – mit Lili Damita
  • Der Goldene Schmetterling (1926) – mit Lili Damita, Curt Bois und Kurt Gerron

Hollywood

Auszeichnungen

  • 1935 – Oscarnominierung als bester Regisseur für Captain Blood
  • 1938 – Zwei Oscarnominierungen als bester Regisseur für Four Daughters und Angels with Dirty Faces
  • 1942 – Oscarnominierung bester Regisseur für Yankee Doodle Dandy
  • 1943 – Oscar als bester Regisseur für Casablanca

Weblinks

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