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Metonischer Zyklus

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Als Metonischen Zyklus bezeichnet man in der Astronomie das ungefähre kleinste gemeinsame Vielfache der Orbitalperioden von Erde und Mond. 19 tropische Jahre unterscheiden sich von 235 synodischen Monaten nur durch 2 Stunden. Sorgt man in einem lunisolaren Kalender also durch eine geeignete Festlegung der Anzahl der Tage im Jahr dafür, dass während 235 Lunationen 19mal die Jahreszahl wechselt, so macht der Fehler erst in 228 Jahren einen ganzen Tag aus.

Der griechische Astronom Meton, nach dem der Zyklus benannt ist, berechnete diesen im Jahr 432 v. Chr.; im griechischen Raum blieb er bis zur Einführung des Julianischen Kalender durch die römischen Besatzer in Gebrauch. Sein Wert wird auch im jüdischen Kalender verwendet. Der Astronom Kidinnu hat den Zyklus im Jahr 383 v. Chr. in den babylonischen Kalender eingeführt. Der Zyklus war ebenso im alten China bekannt.

In einem typischen lunisolaren Kalender sind die meisten Jahre Mondjahre mit 12 Monaten, aber 7 von den 19 Jahren des Zyklus benötigen einen Extra-Monat, genannt interkalarer Monat oder Schaltmonat. Traditionell (im antiken babylonischen, jüdischen und attischen Kalender) sind die Jahre 3, 6, 8, 11, 14, 17, und 19 die langen dreizehnmonatigen Jahre des metonischen Zyklus. Hierin sind zwei weniger genaue Subzyklen eingebunden, bei denen 8 Jahre mit 99 Lunationen (Oktaetris) und 11 Jahre mit 136 Lunationen gleichgesetzt werden.

Der metonische Zyklus dient dazu, das Datum des christlichen Osterfestes zu berechnen, wobei die Ostkirchen den Originalzyklus verwenden, die Westkirchen seit 1582 jedoch einen korrigierten Zyklus, der alle 100 Jahre (wenn nötig) an den realen Mondlauf angepasst wird.

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