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Messbildkamera
Aus Fotonexus.
Die Messbildkamera ist eine Kamera mit geringen Abbildungsfehlern oder mit Fehlern, die sich durch Kalibrieren genau bestimmen lassen.
Sie wird hauptsächlich in der Photogrammetrie und Fernerkundung eingesetzt, um
- die Form von Objekten zu rekonstruieren - z. B. für Medizin, Archäologie oder Denkmalschutz
- Architekturfassaden, Gebäude oder Steinbrüche einzumessen und die Koordinaten ihrer wichtigsten Punkte zu bestimmen
- Reihenfotos vom Flugzeug aus aufzunehmen und diese später in der Geodäsie bzw. Kartografie zur Herstellung von Karten zu nutzen.
- In der Raumfahrt Details von Planeten zu vermessen.
Für analoge (= film-basierte) Messbildkameras sind Formate von 23 cm und die Rahmenmarken typisch, die auf jedes Bild des Filmes belichtet werden. Sie helfen, die innere Orientierung der Kamera festzulegen (Hauptpunkt des Bildes und Brennweite). Letztere liegt je nach Objektiv zwischen 10 und 30 cm und wird jedesmal auf 0.01 mm berechnet, weil sie u.a. von der Temperatur abhängt.
Mit terrestrisch eingemessenen Passpunkten wird die äußere Orientierung hergestellt. Darunter versteht man die Parameter "Aufnahmeort" (Koordinaten x,y,z) und "Aufnahmerichtung" (Drehwinkel Omega, Phi, Kappa) für die Transformation der Bildkoordinaten in das Landes-Koordinatensystem (z.B. in Deutschland und Österreich: Gauß-Krüger-Koordinaten).
Bei Digitalkameras wird statt fotografischen Filmen ein oder mehrere CCD-Sensor verwendet. Ein Standard-Analog Film für Luftbildkameras hat eine Größe von 23 x 23 cm. Digitale Sensoren in dieser Größe sind nicht realisierbar, daher die Verwendung von mehreren Sensoren, beispielsweise verwenden Kameras von Z/I-Imaging (DMC) und Vexcel (UltraCam) diese Technik, die zu einem großen Bild zusammengerechnet werden. Demgegenüber gibt es noch den Ansatz mit Zeilensensoren, beispielsweise von Jena-Optronik (JAS) oder Leica (ADS40). Dadurch ist es möglich mit kleineren Sensoren eine nahezu gleiche Bildabdeckung wie bei Analog-Kameras zu erreichen. Die Messgenauigkeit der digitalen Luftbildkameras ist dabei etwas besser. Überdies bieten die neuesten digitalen Sensoren (neben operationellen und kostenmäßigen Vorteilen) einen breiteren und besser abgestuften Belichtungsbereich als das herkömmliche Filmmaterial.
Die bekanntesten Hersteller von Messbildkameras sind die Firmen [Intergraph] (Z/I Imaging früher Carl Zeiss), Leica (früher Wild und Kern, Schweiz), Jena-Optronik GmbH (früher Kombinat Carl-Zeis Jena), Carl Zeiss (Deutschland), Vexcel Imaging (Österreich) und Kodak.
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