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Meeresspiegel
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Der Meeresspiegel bezeichnet die Höhe des Meeres. Die Höhe des Meeresspiegels an einer Messstelle wird als Pegel bezeichnet.
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Der mittlere Meeresspiegel
In der Geodäsie dient der mittlere Meeresspiegel als Nullniveau für Höhenangaben. Dazu werden die an Pegeln gemessenen Wasserstände über Jahre hinweg gemittelt. So erhaltene Werte mehrerer Pegel liegen jedoch nicht genau auf einer Äquipotentialfläche. Das führt dazu, dass sich die Nullniveaus der Höhensysteme verschiedener Länder unterscheiden.
Der wahre Meeresspiegel
Gezeiten und Wind
An den meisten Orten schwankt der Meeresspiegel im Verlaufe des Tages durch die Gezeiten, die von Mond und in schwächerem Ausmaße von der Sonne abhängig sind. Flut ist auf der Seite wo der Mond steht und auf der genau gegenüberliegenden Seite. Eine besonders starke Flut, die Springflut entsteht, wenn Sonne und Mond auf derselben Seite der Erde stehen (Konjunktion) oder wenn sie einander gegenüberstehen (Opposition). Wird sie durch auflandige Winde (Winde zum Land hin) verstärkt, entsteht eine Sturmflut. Als Nippflut bezeichnet man jene Flut, bei der Sonne und Mond in einem Winkel von 90° zueinander stehen und die Flut deshalb nur schwach ausgeprägt ist.
Klima und Hebungen bzw. Absenkungen des Meeresbodens
Außerdem hängt die Höhe des Meeresspiegels langfristig von Klimaschwankungen und anderen Einflüssen ab. So steigt heute der Meeresspiegel durch das Abtauen der Gletscher aufgrund der globalen Klimaerwärmung an, möglicherweise auch durch eine geringe Ausdehnung der obersten Meeresschichten (Deckschicht) oberhalb der Thermokline. Auswertungen von Pegelmessungen und Satellitenmessungen von TOPEX/Poseidon weisen darauf hin, dass der Meeresspiegel zur Zeit um etwa 18,3 cm pro Jahrhundert ansteigt. Von diesem Anstieg sind besonders tief liegende Küstengebiete und -städte bedroht.
Siehe auch: Folgen der globalen Erwärmung, Globale Erwärmung
In der letzten Eiszeit lag der Meeresspiegel je nach Ort 100-150 m tiefer als heute, da wesentlich mehr Wasser als heute in den viel ausgedehnteren Eiskappen gebunden war. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Orten ergeben sich daraus, dass sich der Meeresboden absenkt, wenn mehr Wasser darauf zu liegen kommt, während er sich hebt, wenn das Gewicht des Wassers wegfällt. Wenn große Gletscher das Festland bedecken, senkt sich das Land durch das Gewicht der Gletscher ab. 1
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Ein langsames, tastendes Vordringen des Wassers bezeichnet man als Ingression, unter Transgression versteht man ein rascheres Vordringen. Ein allmähliches Zurückweichen des Wassers bezeichnet man als Regression.
Regionale Variationen der Erdanziehungskraft
Die ellipsoidische Höhe der Wasseroberfläche hängt auch von der Dichte im Erdinneren ab: Je dichter der lokale Erdmantel ist, umso höher ist an diesen Stellen die Erdanziehungskraft. So ist der Wasserspiegel im Indischen Ozean ca. 85 Meter höher als er es im Durchschnitt ist, nordöstlich von Australien ist das Magma heißer und besitzt entsprechend weniger Dichte und damit Anziehungskraft, hier ist der Meeresspiegel bis zu 100 Meter tiefer als im Durchschnitt. Der Wasserspiegel passt sich also dem lokalen Gravitationspotential der Erde an. Ein Schiff, welches der beschriebenen Strecke folgt, verrichtet daher keine Arbeit zur Überwindung der Höhenunterschiede. Damit alle Punkte mit dem gleichen Schwerepotential die gleiche Höhe besitzen, wird die Höhe auch physikalisch definiert (siehe Höhe (Geodäsie) und Geoid).
Siehe auch
| Wiktionary: Meeresspiegel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
Quelle
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Andel, Tjeerd H. van; 1992; Das neue Bild eines alten Planeten; München: Knaur
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