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Medea

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Bild:Disambig-dark.svg Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Medea (Begriffsklärung).

Medea (auch Medeia, Μήδεια) ist eine Frauengestalt der griechischen Mythologie. In den älteren Versionen des Mythos wird Medea zumeist als selbstbewusste und heilkundige Frau dargestellt. Euripides gestaltete den Mythos um. In seiner Fassung handelt Medea aus Eifersucht und rächt sich durch die Ermordung ihrer gemeinsamen Kinder an ihrem untreuen Ehemann.


Inhaltsverzeichnis

Der antike Medea-Mythos

Kretheus, der Sohn des Windgottes Äolus und Erbauer von Jolkos am Fuße des Gebirges Pelion in Thessalien, hatte das von ihm gegründete Reich seinem älteren Sohn Äson hinterlassen.

Pelias, der jüngere Sohn, verdrängte aber seinen Bruder und bemächtigte sich des Thrones. Äsons Sohn Jason wurde zu dem Kentauren Chiron geschickt, welcher ihn erzog.

Als Peliás alt war, warnte ihn ein Orakelspruch vor dem „Einschuhigen“. Bald darauf erschien Jason in Jolkos. Sein Oheim Pelias brachte gerade auf dem Marktplatz der Stadt dem Meeresgott Poseidon ein Opfer dar. Alle staunten über die Schönheit und den stattlichen Wuchs des Fremdlings und meinten, Apollon oder Ares sei plötzlich unter sie getreten. Jetzt fielen des Königs Blicke auf den Jüngling und mit Entsetzen bemerkte er, dass er nur einen Schuh trug; den anderen hatte er auf der Wanderung verloren.

Als sich Jason zu erkennen gegeben und die Rückgabe seines Thrones verlangt hatte, erklärte sich Pelias bereit, fasste aber den heimtückischen Entschluss, seinen Neffen aus dem Weg zu räumen.

Deshalb forderte er ihn auf, nach Kolchis, einer Landschaft am Schwarzen Meer zu fahren und das dort befindliche und von einem Drachen bewachte goldene Vlies des Widders zu holen, auf dessen Rücken einst Phrixos und Helle vor den Nachstellungen ihrer Stiefmutter nach Kolchis geflohen waren. Der Schatten des Phrixos, so sagte Pelias, erscheine ihm seit langem im Traum und verlange die Heimholung des Vlieses und seiner Gebeine. Ohne die List seines Oheims zu durchschauen, machte sich Jason sofort auf den Weg. Auf dem der Sage nach von der Göttin Athene selbst erbauten Schiffe Argo trat er, zusammen mit den gefeiertsten Helden Griechenlands, die gefährliche Fahrt nach Kolchis an. Seine Begleiter waren die so genannten Argonauten, d.h. Argofahrer, und das ganze Unternehmen ist in der Sage als Argonautenzug bekannt.

In Kolchis herrschte der König Äetes, der Vater der zauberkundigen Medea. Dieser wollte Jason das Vlies nur unter der Bedingung überlassen, dass er seinen Hüter, den Drachen, töte, mit feuerschnaubenden Stieren ein großes Feld pflüge, die Zähne des Drachen in die Furchen säe und die daraus emporwachsenden Männer bekämpfe. Alle diese Gefahren bestand Jason mit der Hilfe Medeas, die in leidenschaftlicher Liebe zu ihm entbrannt war. Als seine Gattin entfloh sie mit ihm nach Jolkos.

Hier verjüngte sie zunächst Jasons alten Vater, indem sie ihn zerstückte und mit Zauberkräutern in einem Kessel kochte. Darauf veranlasste sie die Töchter des Pelias, mit ihrem Vater das gleiche zu tun und gab ihnen aber falsche Kräuter, so dass Pelias nicht wieder zum Leben erwachte. Auf diese Weise rächte sie das Unrecht, das er an Jasons Hause begangen hatte. Aus Furcht vor der Rache der Verwandten des Ermordeten flohen Jason und Medea nach Korinth zum König Kreon.

Um sich und seinen Kindern aus der Ehe mit Medea hier eine bleibende Zufluchtsstätte zu sichern, verstieß Jason Medea und vermählte sich mit Kreons Tochter Glauke, auch Kreusa genannt. Medea stellte sich versöhnt und schickte aber der neuen Frau Jasons ein vergiftetes Gewand und ein Diadem. Als Glauke beide anlegte, wurde sie von Feuer verzehrt. Darauf floh Medea zum König Ägeus. Da sie dessen Sohne Theseus nach dem Leben trachtete, musste sie nach Asien, wo sie die Stammmutter der Meder wurde.

Der Medea-Mythos nach Euripides

Die Tragödie des Euripides beginnt erst nach Medeas Flucht nach Korinth. Medea und Jason haben drei gemeinsame Söhne. Jason ist Medea untreu geworden und hat die Tochter des Königs Kreon geheiratet. Medea fühlt sich in Liebe und Ehre gekränkt und beschließt sich an Jason zu rächen. Nachdem Medea zu Beginn der Handlung sehr emotional reagiert und sich ihrem Schmerz hingibt, entwirft sie anschließend einen rationalen und detaillierten Racheplan. Medea schickt der Königstochter als Hochzeitsgeschenk ein vergiftetes Kleid und einen vergifteten Haarkranz. Durch diese tödlichen Geschenke sterben die Königstochter und der ihr zu Hilfe eilende Vater. Anschließend tötet Medea ihre Söhne, um Jason noch tiefer zu treffen. Nach dieser Tat flieht Medea auf einem mit Drachen bespannten Wagen, den ihr der Sonnengott Helios (ihr Großvater) geschickt hat zu Aigeus, dem König Athens, dessen Asyl sie sich zuvor erbeten hat.

Die Umdeutung Christa Wolfs

Christa Wolf hat die patriarchalische Variante des Euripides unter Berufung auf ältere Quellen umgedeutet und übt in ihrer Version des Medea-Mythos Gesellschaftskritik. Medea ermordet in ihrer Fassung weder Bruder noch Kinder. Die Gesellschaft lastet der schönen selbstbewussten, unabhängigen Frau vielmehr Verbrechen an, um die eigene Schuld, aber auch die eigene Verzweiflung und Ohnmacht (beispielsweise gegenüber Naturkatastrophen und Krankheiten), zu verdrängen. So fällt Medea dem Sündenbock-Mechanismus zum Opfer. In ihrer Fassung kommen sechs verschiedene Stimmen in elf Kapiteln zu Wort. Siehe auch Medea: Stimmen.

Literatur

  • Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. München: dtv, 2004. ISBN 3-423-32508-9
  • Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Heroen-Geschichten. München: dtv, 1997. ISBN 3-423-30031-0
  • Inge Stephan: Medea. Multimediale Karriere einer mythologischen Figur. Böhlau , Köln Weimer Wien 2006, ISBN 3-412-36805-9. (Ausführliche Darstellung der Rezeptionsgeschichte)

Literarische Bearbeitungen

Musikalische Bearbeitungen

Filmische Bearbeitungen

In der Malerei

Astronomie

Weblinks


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Wiktionary
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